Spanien, Kanararen, Teneriffa - der Loro-Parque,  Seite 3

Ein Tag im Loro-Parque bei Puerto de La Cruz - In der Pinguin-Welt, bei Gorillas und Schimpansen, Delfinen und Orcas



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Thai-Stil in Teneriffas Zoo

Der Loro-Parque, Teneriffas berühmter Zoo, liegt am Rande am Puerto de la Cruz, an einer Gegend, die nach Altstadt anmutet.
Wir haben einen Ganztagesausflug gebucht, nicht nur mit Transfer und Eintrittskarten, sondern auch mit einer Führung hinter die Kulissen, in die Bereiche, die den Besuchern sonst versperrt sind. Damit ist der Tag zweigeteilt: Am Vormittag geht es auf eigene Faust durch den Park, nach dem Essen dann in die Teile, die ansonsten nur von den Pflegern und dem technischen Personal betreten werden sowie zu den diversen Shows.
Ungewöhnlich der große Eingangsbereich: Der ist im thailändischen Stil gehalten, und eine Hinweistafel verweist darauf, dass diese Anlage auch von Königin Sirikit besucht wurde. Am Nachmittag, bei der Führung durch den Park, erfahren wir dann näheres über diese Anlage. Der Gründer des Loro-Parques hatte eine Weile in Thailand gelebt, sich dort für die einheimische Kultur begeistert – und für den Bau dieses „Thai-Dorfes“ wurden sämtliche Einzelteile aus Thailand importiert.
Asiatisch geht es auch gleich weiter, denn der Weg in den Park führt über einen Teich voller Kois.

Die Männer-WG der Silberrücken

Klicke auf das BildUnsere erste Station ist dann das Gehege der Gorillas. Viel passiert hier gerade nicht: Das größte Tier hat es sich, halb versteckt, auf einem Ast gemütlich gemacht und gähnt vor sich hin, ein anderes ist gerade mit Fressen befasst, dreht den Besuchern dabei aber seine Kehrseite zu. Später, beim geführten Rundgang, besuchen wir auch den Bereich, von dem aus die Pfleger die Gorillas versorgen.
Sieben Gorillas leben derzeit im Loro-Parque, alles männliche Tiere, so genannte Silberrücken, meist als Jungtier aus anderen Zoos in der Loro-Parque gebracht, weil sie dort mit den herrschenden Paschas früher oder später in Streit um die weiblichen Tiere geraten wären.
Hier, wo es keine weiblichen Tiere gibt, geht es in dieser Männer-Wohngemeinschaft allerdings ganz friedlich zu.
Interessant: ein Blick in das „Schlafzimmer“ der Gorillas. Die bauen sich für jede Nacht ihre Betten neu, verwenden dabei nicht nur Laub und Äste, sondern nehmen dafür auch gerne die Papierrollen, die ihnen die Pfleger zur Verfügung stellen.

In der arktischen Welt der Pinguine

Der so genannte Pinguin-Planet ist sicher eines der absoluten Highlights des Parks. Von außen ein eher unscheinbares graues Gebäude erwartet den Besucher drinnen eine nachgebaute Antarktis. Damit die Schaulustigen nicht vor einzelnen Sichtscheiben stehen bleiben und so die hinter ihnen kommenden Gäste behindern, muss man auf ein Förderband treten, das ganz langsam an den einzelnen Stationen, alle mit Wasserbecken und Eislandschaft, vorbeifährt.
Klicke auf das BildDa geht es nun vorbei an den kleinen Humboldtpinguinen, allen anderen möglichen Pinguinarten, hin zu den größeren Klicke auf das BildKönigspinguinen, die gerade in einem abgedunkelten Areal leben.
Denn zu den Zielen der Pinguin-Planeten gehöre es, die Lebensbedingungen der Antarktis-Bewohner so originalgetreu herzustellen, wie irgend möglich, und dazu gehöre eben auch, dass es ein halbes Jahr lang taghell, ein halbes Jahr lang dunkel ist, hören wir später bei der organisierten Führung.
Bei der geht es nicht nur noch einmal über das Laufband an den Pinguinen vorbei bis zu dem Wasserturm mit den Fischschwärmen und Rochen, da geht es vor allem in die unterirdische Welt des Pinguin-Planeten. Die ist mit ihren Tanks und Pumpen um einiges gewaltiger als das, was die anderen Besucher zu sehen bekommen. Die Pinguin-Welt ist wie ein Eisberg: Nur ein Bruchteil ragt über die Wasseroberfläche hinaus, der größte Teil bleibt dem Auge verborgen.

Wie die Schimpansen in den Loro-Parque kamen

Klicke auf das BildAußerhalb der Pinguin-Welt finden sich noch einige andere Becken mit Piranhas und anderen tropischen Süßwasserfischen, und ganz in der Nähe auch das Gehege der Schimpansen.
Beim geführten Rundgang hören wir von der Entstehung dieses Geheges: Nach dem Verbot der privaten Wildtierhaltung auf Teneriffa brachte der Bürgermeister von Puerto de la Cruz einen beschlagnahmten Schimpansen, der bis dahin für Erinnerungsfotos mit den Touristen herhalten musste, in den Loro-Parque.
Dieser „Ahnherr“ der Loro-Schimpansen blieb nicht lang allein – und heute ist der Loro-Parque auch eine Auffang-Station für Zoo-Schimpansen aus aller Welt, die aus Zuchtgründen nicht in ihren Heimat-Zoos bleiben dürfen, deshalb nach Teneriffa kommen, dann entweder für immer hier bleiben oder irgendwann in andere Zoos weitergeleitet werden.

Umstrittene Shows mit Delfinen und Orcas

Berühmt ist der Loro-Parque aber vor allem wegen seiner Tier-Shows, inklusive der Delfin- und Orca-Show, mit denen ungeachtet aller Kritik auch massiv geworben wird.
Die Delfin-Show beginnt mit einem Flug der Papageien über das Showbecken. Dann folgen die üblichen Einlagen, die sieben beteiligten Delfine führen zur Musik von „Piraten der Karibik“ ein Wasserballett auf, vollziehen tollkühne Sprünge einzeln, paarweise, mit und ohne Salto, balancieren ihre Trainer durch das Wasser.
Immerhin gehört zur Show auch ein erster Hilfe-Kurs: Ein Delfin mimt am Beckenrand das verletzte oder kranke Tier, lässt sich von einem Trainer erstversorgen. Worauf man dabei unbedingt achten muss: Der gestrandete Delfin muss feucht gehalten werden.
Klicke auf das BildGanz ähnlich läuft die Orca-Show ab, wobei die Orcas nach ihren Sprüngen mit mehr Wucht ins Wasser prallen, so jedes Mal auch die ersten Zuschauerreihen nass gespritzt werden, immer verbunden mit lautem Gejohle, was für die empfindlichen Meeressäuger einen fast unerträglichen Lärm bedeuten muss. Was seit dem Blockbuster „Free Willy“ ebenfalls zum Standardwissen über Orcas gehört. Orcas in Gefangenschaft haben eine schlaffe, hängende Rückenflosse, während sie bei frei lebenden Tieren aufrecht steht. Tatsächlich: bei dem größten an der Show beteiligten Tiere hängt die Rückenflosse die ganze Zeit über schlaff herab, macht auch keinerlei Anstalten, sich aufzurichten. Bei den anderen Orcas jedoch steht die Flosse aufrecht.
Später bei der Führung kommen wir auch in die unterirdische Versorgungsanlage für die Delfin- und Orca-Becken. Die sind noch ein Vielfaches größer als die Anlage der Pinguin-Welt, und durch kleine, aber dicke Scheiben kann man die Orcas in ihrem normalen Schwimmbecken, auch das größer als Show-Becken, beobachten.
Zumindest werden für die Shows im Loro-Parque keine frei lebenden Tiere gefangen. Die stammen, so ist zu erfahren, aus anderen Show-Aquarien, etwa aus Seaworld, bzw. wurden im Loro-Parque geboren. Keine Show, so heißt es, würde hier verlaufen wie die andere: Hätte eines der Tiere keine Lust, würde es eben nicht an der Vorführung teilnehmen und mitunter würde deshalb auch eine geplante Show ganz ausfallen müssen.
Die Delfine und Orcas auszuwildern wäre auch nicht unbedingt eine Option. Eines der Orca-Weibchen, das man aus den Niederlanden bekam, sei zum Beispiel taub. Das wäre im Meer absolut tödlich, und hier habe man für das Orca-Weibchen sogar das Trainingsprogramm umgestellt, von den sonst üblichen akustischen auf optische Signale.

Botschaft der Tiere

Erste Station der organisierten Führung am Nachmittag ist die „Botschaft der Tiere“. Für alle Besucher zugänglich ist der Ausstellungsraum, der die weltweiten vom Loro-Parque unter-stützten Naturschutzprojekte vorstellt. Nicht zugänglich für meisten Besucher dagegen: die Krankenstation und die „Kinderstube“, die Aufzuchtstation der gefiederten Park-Bewohner. Auf der Krankenstation liegt momentan zwar kein Patient, aber im Ernstfall würde er, so sieht man, nach den Regeln modernster Intensivmedizin behandelt werden.
Hochbetrieb herrscht unterdessen in der Aufzuchtstation der unterschiedlichen hier lebenden Papageienarten. Fier werden die Eier unter den richtigen Temperaturbedingungen ausgebrütet, die geschlüpften Küken dann nach Altersgruppen in die Volieren gebracht. Auch bei Vögeln gibt es schließlich verschiedene Phasen des Lernprozesses, und der spiegelt sich hier in den verschiedenen Volieren nieder, die dann entweder als Krippe, Kita oder Kindergarten bezeichnet werden. Nur eine Schule gibt es nicht: Zu dieser Zeit werden die Jungvögel bereits zu den Erwachsenen gebracht. Die meisten der im Loro-Parque lebenden Papageien dürften inzwischen auch hier geschlüpft sein – und nach wie vor stehen die Papageien und andere Vögel im Zentrum des Parks.
Und damit gehärt denn auch die Papageienshow zum Pflichtprogramm eines Loro-Parque-Besuchs. Die unterscheidet sich jedoch nur wenig von vergleichbaren Shows in anderen Zoos und Vergnügungsparks. Da ist dann zum Beispiel der gelehrige Papagei, der eine mathematische Aufgabe bekommt, dann so oft an einer Glocke zieht, bis die Zahl der Schläge die Lösungszahl ergibt. Oder: Der Papagei steht vor einer farbigen Landkarte, bei der er die fehlenden Teile, in diesem Fall die einzelnen kanarischen Inseln, an der passenden Stelle einsetzen muss. Ähnliches hat man zwar schon öfter gesehen, wirkt aber immer wieder nett und witzig.

Seehunde und ein Seelöwe

Klicke auf das BildDie letzte Vorführung des Tages geben die Seehunde, unterstützt von einem weit größeren Seelöwen. Die Nähe des Seelöwen scheint die Seehunde nicht zu stören – bis auf jene Übung, bei der der Seelöwe im Wasser sich zur Seite legt, mit seiner aufgerichteten Flosse einen Hai spielt. Das lässt die Seehunde schnell aus dem Wasser springen. War das ein antrainierter Trick oder instinktive Flucht? Unmittelbar nach dieser Einlage geht die Vorführung jedenfalls fröhlich weiter.


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