Spanien, Kanaren, Gomera  - Garajonay, Seite 4

Ein Ausflug in die Wälder des Nationalparks Garajonay, auf den höchsten Berg La Gomeras, und nach El Cedro



Anzeige

 




Das Video bei YouTube

Druckversion dieser Seite (PDF)

Anzeige




Auf den höchsten Berg von La Gomera

Klicke auf das BildDie Anfahrt zum Nationalpark Garajonay dauert von Valle Gran Rey etwas über eine halbe Stunde Hinter Arure ändert sich das Landschaftsbild, das Grün von Farnen, Sträuchern und endlich auch Bäumen überwiegt das Grau des felsigen Bodens.
Schließlich haben wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreicht, verlassen den Bus und steigen über einen Wanderweg auf den Garajonay, mit seinen rund 1500 Metern der höchste Berg Gomeras.
Gleich zu Beginn unserer Wanderung macht uns der Bergführer auf einen Strauch aufmerksam, der gar nicht einmal schlecht schmeckende brombeerähnliche Früchte trägt.
Die größten Bäume in diesem Teil des Urwaldes sind - neben den Erikabäumen - die Kanadischen Kiefern, die hier vor einigen Jahrzehnten angepflanzt wurden, um das Wasser aus den tief ziehenden Passatwolken herauszufiltern. Doch nun müssen diese Kiefern wieder abgeholzt werden, weil sie die anderen Gewächse des Waldes zu verdrängen drohen.
Obwohl der ganze Wald grün ist - nur an einigen Stellen finden sich vertrocknete Farnen - staubt die Erde bei jedem Schritt: Der Regen ist auf Gomera, so hatten wir immer wieder gehört, schon seit langem überfällig, die Zisternen sind fast völlig leer. Trotzdem: An einer Stelle des Waldes scheint es, als kämen wir Klicke auf das Bildgerade durch einen Schauer. Von den Bäumen tropft das Kondenswasser, das den ganzen Wald grün hält.
Auf dem Gipfel des Garajonay ist eine Aussichtsplattform errichtet, von der aus wir nun auf das an der Küste liegende La Dama und auf den Tafelberg, vor allem aber über das grüne Tal schauen. Allerdings: Die Aussicht ändert so schnell wie auch die Temperaturen. Ziehen die Wolken vorbei, reicht die Sicht gerade noch bis zur nächsten Baumreihe, und dann wird es auch so kühl, dass man schnell einen Pullover überziehen muss. Hat man ihn aber an, verschwinden die Wolken auch schon wieder, und die Sonne brennt wie zuvor.




An den Terrassen von El Cedro

Nun beginnen wir den langwierigen Abstieg, mitunter so steil, dass man selbst auf dem staubigen Boden auszurutschen droht. Wir gelangen an eine winzige weiße Kapelle, mitten im Nationalpark errichtet, wandern eine Weile an einem kleinen Bach entlang, dem einzigen Bach der Insel, der das ganze Jahr über Wasser führt und nie austrocknet, und erreichen schließlich an der Grenze des Parkes das kleine Bergdorf El Cedro, eine Ortschaft, deren Gehöfte an den Berghängen weit auseinander liegen, eine Ansammlung von Häusern ohne erkennbares Dorfzentrum.
Zum Anbau beispielsweise von Mais haben die Anwohner Terrassen angelegt, vereinzelt wachsen hier auch Palmen, von denen wir im Nationalpark keine einzige gesehen haben.
Dann passieren wir noch einen 500 Meter langen Wassertunnel, der vor einigen Jahrzehnten durch den Fels gestoßen wurde, um auch den Süden der Insel mit Wasser zu versorgen. Seinen Zweck hat der Tunnel nie erfüllt Nun dient er nur noch als touristische Attraktion, die El Cedro auf einem kurzen, aber dunklen und feuchten Weg mit der Asphaltstraße verbindet, wo uns der Bus für die Heimfahrt abholt.

Anzeige