Spanien, Castellón - Sant Mateu, Valltorta, Castellfort, Seite 3

Von Sant Mateu in den Nationalpark Valltorta mit den Felsmalereien der steinzeitlichen Jäger und zur Ermita de San Pere von Castellfort



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Sant Mateu, Zentrum der Schafzucht

Sant Mateu ist eine Provinzstadt mit rund 8000 Einwohnern. Im Unterschied zu anderen Städten und Dörfern des Maestrazgo ist das kein an einen Fels geschmiegter Ort, sondern liegt sie in einer flachen Ebene, weswegen die Straßen hier auch etwas breiter sind, auch der schmucke Marktplatz mit dem Springbrunnen um einiges größer ist als anderswo.
Klicke auf das BildGleich neben dem Marktplatz befindet sich die Kirche, auch hier wieder mit einem von Säulenimitationen verziertem Haupteingang. Dabei ist der Eingangsbereich, errichtet an der Stelle, wo einst ein römischer Tempel stand, noch im gedungenen Stil der Romanik gehalten, während sich das hohe Kirchenschiff majestätisch im Stil der Gotik erhebt, ein für katholische Verhältnisse fast schmuckloser, aber heller Raum, der durch seine Klarheit besticht. In der Mitte des Balkens, der such durch das ganze Dach des Kirchenschiffes zieht, findet sich die Darstellung eines goldenen Schafes.
Im Mittelalter verdankte die Gegend um Sant Mateu ihren Reichtum schließlich der Schafzucht. Irgendwie erinnert dieses Schaf im Kirchendach nun allerdings an das Goldene Kalb aus der Bibel.

Valltorta, der Nationalpark mit den Spuren der Steinzeit-Jäger

Klicke auf das BildBei der kleinen Ortschaft Tírig geht es in den Nationalpark Valltorta. Wir stellen den Wagen vor dem Museum ab, folgen dann dem Geröllweg zur Schlucht, zu dem Punkt, von dem aus man vom Berg hinab auf das Tal mit dem ausgetrockneten Flussbett schaut, natürlich auch auf den Felsen mit der rotbraunen Ausbuchtung, die den Jäger-Nomaden vor rund 10000 Jahren als Galerie für ihre Bilder diente.
In den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts, so berichtet unser örtlicher Führer, seien hier Wildziegen aus anderen Naturparks der Region zugewandert, und wer am ganz frühen Morgen kommt, kann sie unter Umständen auch sehen.
Klicke auf das BildWir passieren eine Steinhütte, einfach errichtet aus aufeinander geschichteten Schiefersteinen, mit einem gewölbten Dach, einem kleinen Einlass als einziger Öffnung. Solche Hütten errichteten schon die steinzeitlichen Jäger, die die Region durchstreiften, aber bis vor kurzem auch immer noch die Hirten als einfachen Unterstand.
Über ein eisernes Treppengerüst, teilweise aber auch über Steinstufen oder einfache Steinbrocken geht es nun zu dem schmalen Felsvorsprung mit den Steinzeit-Bildern. Der Zaun, der das Gelände seit einigen Jahren abschirmt, scheint übrigens die Wildziegen nicht von hier fern zu halten. Von denen entdeckt man am Felsen immer wieder ihre Hinterlassenschaften. Aber dafür werden zumindest unangemeldete menschliche Besucher fern gehalten – und die haben bis vor einigen Jahren an den Zeichnungen einen regelrechten Raubbau betrieben, als Andenkensammler manches aus dem Fels geschlagen, wie der Führer erzählt.
Klicke auf das BildAuf dem ersten Blick ist für den Laien von den Felszeichnungen ohnehin nur wenig erkennbar. Das ausgebleichte Ocker, der Farbe, in dem die Bilder gehalten sind, fällt auf dem rotbraunen Untergrund kaum auf, und eigentlich könnte es sich auch um eine natürliche, etwas dunklere Maserung des Gesteins halten. Erst beim näheren Hinsehen und mit Hilfe des Guides erkennt man dann das Bild eines Hirschen, vielleicht auch eines Ochsen, schließlich auch die mit Pfeil und Bogen oder Speer bewaffneten Jäger, die sich mal schleichend, mal rennend ihrer Beute nähern. Die einzelnen Figuren sind meist eher klein gehalten, bilden aber zusammen gehörende Gruppen, erzählen so vom Verlauf einer Jagd.
Klicke auf das BildWir stehen, um die Bilder zu betrachten, auf einem stählernen Gerüst. Für die Schamanen der Jäger-Stämme, die hier immerhin 4000 Jahre lang zu Werke waren, muss die Felsmalerei aber ein durchaus gewagter Job gewesen sein. Denn der Felsgrat, auf dem sie ihre Arbeit verrichten konnten, ist doch ziemlich schmal. Eine halsbrecherische Angelegenheit, denn von hier geht es doch steil in die Tiefe!
Im Museum – zu den Ausstellungsobjekten gehört auch die naturnahe Nachbildung eines Auerochsen, auch das eines der damaligen Beutetiere – erzählt eine Ton-Dia-Show vom Leben der Steinzeit-Jäger der Region von Valltorta.
Der Raum dieser Vorführung enthält eine originalgetreue Nachbildung des Felsstückes mit den Zeichnungen – und die einzelnen Zeichnungen werden dann beim jeweiligen Abschnitt angestrahlt. Bei dieser Vorführung sieht der Laie übrigens mehr, als er vor dem Original entdeckt. So erzählen Ton-Dia-Show und die Bilder des Felsens schließlich auch von den bewaffneten Zusammenstößen der Jäger-Clans untereinander, wenn sie um die besten Jagdgründe kämpften, und auch um die regelmäßigen Reisen zum etwa 40 Kilometer entfernten Meer, wo sie mit den dort lebenden Fischern und Bauern Tauschhandel betrieben.

An der Ermita de Sant Pere

Klicke auf das BildCastellfort ist wieder eine typische Ortschaft des Maestrazgo: Ein Dorf auf einem Felsen, umgeben von den für die Landwirtschaft angelegten Terrassen im Berg.
Wir steuern die Ermita de Sant Pere an, ein einsam gelegener gedungener grauer Bau mit einer überdimensioniert erscheinenden Glocke im Turm. Neben der Kapelle stehen noch einige bescheidene Wirtschaftsgebäude im Stil der Hütten der Hirten. Das Land um die Ermita herum ist durchzogen von zu Mauern aufgehäuften Steinen, von den Grenzmarkierungen der Felder.




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