Spanien, Castellón - Morella, Seite 2

Ein Streifzug durch das Landstädtchen Morella mit seiner Kathedrale, der Klosterruine und der Zitadelle sowie ein Besuch von Vallivana



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In der Region der Trüffel und Pilze

Bei der Fahrt nach Morella begegnen wir vermehrt Schafherden – und bei unserem Foto-Stopp vor dem Panorama Morellas kommt auch noch eine Rinderherde daher. Wir sind in der Region der Pilze und der Trüffeln, berichtet Salva. Hier werden, meist in der Nähe von Eichen, die Schwarzen Trüffeln gefunden – und im November und Dezember, wenn es etwas kälter ist, ist hier auch die Zeit der Trüffelsuche.
Dazu setzt man hier aber keine Schweine, sondern Hunde ein - und die meisten Suchtrupps, die scheinbar auf Trüffelernte gehen, suchen in Wahrheit gar nicht nach den Pflanzen, sondern haben nur die Aufgabe, mögliche Verfolger auf eine falsche Fährte zu locken. Denn die lohnenden Fundorte werden als Geheimnis behandelt.

Morella auf einen Blick

Klicke auf das BildEin erster Blick aus der Ferne auf Morella: Eine mächtige Stadtmauer mit als Vorwerken gestalteten Toreingängen umgibt die Stadt, wobei diese Stadttore fast maurisch wirken. Aber ganz unabhängig von ihrem Baustil liefern sie in jedem Fall ein wahrhaft imposantes Bild, das durch die weiter oben auf der Felsspitze liegenden Festungsmauern, die die ganze Stadt überragen, verstärkt wird.
Außerdem gibt es unterhalb des Felsens, auf dem die Stadt liegt, noch die recht ordentlich erhaltenen Reste eines aus Klicke auf das Bildrömischer Zeit stammenden Aquäduktes, Beleg einer langen Siedlungsgeschichte. Das Kontrastprogramm dazu: die modernen Windräder, die neben der Stadt in den Himmel ragen.
Mit dem Wagen in die Innenstadt kommt man nur, wenn man den Sperren über die Sprechanlage die Polizei oder das gebuchte Hotel ruft, die dann elektronisch die Poller einfahren. Aber selbst die Hauptstraße, in der unser Hotel, das Cardenal Ram, wohl einst das Stadthaus eines Landadeligen liegt, ist für jedweden Autoverkehr im Grunde viel zu eng, kaum mehr als eine Gasse.
Morella scheint dabei durchaus auch ein gut besuchter touristischer Anziehungspunkt zu sein. In der Hauptstraße befindet sich praktisch jedem Haus, viele davon Fachwerkbauten mit hölzernen Erkern, ein Restaurant, ein Cafe oder ein Andenkengeschäft.



Kathedrale und Kloster von Morella

Klicke auf das BildEin Besuch in der Kathedrale der Stadt: Das Hauptportal ist geschmückt mit großen Skulpturen, die massive Tür noch übernommen von der Moschee, die ursprünglich hier stand und von den christlichen Eroberern vollständig zerstört wurde. Der – ziemlich dunkle – Innenraum besticht vor allem durch seinen mit Blattgold versehenen riesigen Altar.
Das ehemalige Kloster der Stadt dagegen ist nicht viel mehr als eine Ruine. In einem der alten Trakte sind die Wände mit mittelalterlichen Zeichnungen geschmückt. Ansonsten sind vom Kloster nicht viel mehr geblieben als die Arkaden des einstigen Innenhofes.





Auf dem Weg zur Zitadelle

Aber dafür hat man von hier nun einen freien Blick nach oben, auf den Felsen und die Mauern der Zitadelle. Der Weg nach oben ist mitunter ziemlich steil, führt über hohe Steinstufen im Felsen – und gewährt mitunter fantastische Blicke auf die Stadt.
Klicke auf das BildBesonders beeindruckend etwa auf halber Strecke: Unter uns liegt, bereits ziemlich am Stadtrand, noch innerhalb der Mauern, aber abgelegen wie in einem eigenen Dorf, die eher kleine ehemalige Stierkampfarena von Morella. Kaum vorstellbar, dass hier auch größere Kämpfe mit Pferden stattgefunden haben – aber immerhin doch eine eigene Arena für das Städtchen.
Schließlich haben wir das Felsplateau erreicht. Aber der Weg ist beeindruckender als das Ziel. Im Grunde gibt es hier nichts als die das Plateau umschließende Mauer, dazu einige leer stehende Wirtschaftsgebäude. Und mittelalterlich sieht es nun aus der Nähe auch nicht mehr aus. Die Festung diente während des Bürgerkrieges den Republikanern als Verteidigungsstellung, wurde dabei völlig zerstört – und nach dem Bürgerkrieg teilweise wieder auf- bzw. neu gebaut.

Vallivana und die Kapelle der „Schwarzen Madonna“

Knapp 20 Autominuten von der Stadt Morella entfernt liegt Vallivana, ein winziger Weiler, streng genommen aber nicht einmal das. Der ganze Ort, der noch zur Gemeinde Morella zählt, so etwas wie ein Ortsteil Morellas ist, besteht nämlich aus einem einzigen Wohnhaus mit einer Bar im Erdgeschoss, einem größeren, aber leer stehenden und verschlossenem Steinbau – und der Kapelle, der Kapelle von Vallivanna mit der „Schwarzen Madonna“.
Die Kirche ist ein grauer Bau mit Turm und den angedeuteten Säulen an der Fassade, was für die Kirchenbauten im Maestrazgo fast schon typisch zu sein scheint.
Der Innenraum wirkt eher dunkel, hat aber einen reich geschmückten Altar, in dessen Zentrum die Madonnenfigur steht. Das ist die Figur, die regelmäßig zum Ziel von Wallfahrten wird.
Als gegen Ende des 16. Jahrhunderts in der Region die Pest herrschte, zogen die Einwohner von Morella nämlich zur Kapelle von Vallivana, brachten die Madonna in ihre Stadt – und Morella wurde von der Seuche verschont. Seitdem gibt es alle sechs Jahre jeweils im August eine große Pilgerfahrt von Morella nach Vallivana, wird die Madonna wieder in die Stadt gebracht, dort eine Woche in der Kathedrale ausgestellt, was natürlich mit einem großen Volksfest verbunden ist.


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