Spanien, Mallorca - Sóller, Valldemossa, Seite 2

Ein Ausflug in das Inselinnere von Mallorca, nach Sóller, dem Zentrum des Zitrusanbaus, und nach Valldemossa



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Auf dem Weg nach Sóller

Hinter Andratx scheint das touristische Mallorca, jedenfalls das Mallorca der Hotelklötze, zu enden. Die kurvenreiche Küstenstraße führt an menschenleeren Felsbuchen vorüber, an einem einsamen Wehrturm, der wohl vor einigen Jahrhunderten als Ausguck zur Warnung vor Piratenüberfällen gedient haben mag.
In der Nähe der Küste, aber bereits wieder in den Bergen, passieren wir das Dörfchen Banyalbufar, kaum mehr als ein Straßendorf, dessen Häuser aus grauem Stein terrassenförmig an den Fels gebaut sind. Und ganz ähnlich, vielleicht ein klein wenig, aber kaum spürbar größer gibt sich hinter der Gabelung zwischen Sóller und Valldemossa das Bergdorf Deiá, bekannt als die Künstlergemeinde von Mallorca.

Durch die Zitrusfelder ins Stadtzentrum

Klicke auf das BildIn einer Talmulde, umgeben von Plantagen mit Zitrusfrüchten, liegt das Landstädtchen Sóller. Von der Hauptstraße führt an einer größeren Kapelle vorbei ein Feldweg in die Stadt. Und der Weg ins Stadtzentrum ist gar nicht zu verfehlen: Die alles überragenden Kirchtürme bieten eine hervorragende Orientierung.
Dabei ist der Placa de la Constitucion, der Verfassungsplatz, Sóllers Hauptplatz vor dieser Kirche und vor dem Rathaus, nicht größer als beliebige Dorfplätze sind. Aber das hier ist Stadt, mit engen Geschäftsstraßen, die vom Hauptplatz abgehen – und Klicke auf das Bildüber den Platz fährt sogar eine schmalspurige Straßenbahn!
Was Sóller ausstrahlt ist der Versuch einer reich gewordenen Landgemeinde, sich als moderne Stadt darzustellen, ein Versuch, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch durchaus geglückt zu sein scheint – und dann erfolgreich auf diesem Stand konserviert wurde.
Die große Attraktion von Sóller ist dabei nicht einmal seine Straßenbahn, auf einer spanischen Insel in einem Ort dieser Größe zu dieser Zeit schon erstaunlich genug, Sóllers Attraktion ist der im Jugendstil errichtete Bahnhof, wo immer noch regelmäßig die aus Palma kommenden Passagiere den hölzernen Waggons der Schmalspurbahn aussteigen.

Valldemossa – ein Dorf wird Stadt

Südlich von Sóller liegt Valldemossa. Zwar gilt auch Valldemossa sogar schon seit dem frühen Mittelalter, seit der arabischen Zeit Mallorcas als „Stadt“ – aber dieser Ort ist dabei doch schon von seiner Bauweise bis heute Landgemeinde, Dorf geblieben.
Klicke auf das BildAllerdings: Heute ist dieses Dorf ein Anziehungspunkt für Touristen aus ganz Europa, die nun über die breiten kopfsteingepflasterten Dorfstraßen bummeln, vorbei an den unzähligen Cafés und Restaurants und natürlich den Andenkenläden, in denen neben Keramiken, Kacheln oder Likören in allen Sprachen das Buch erkauft wird, dem Valldemossa seine Berühmtheit verdankt: George Sands „Ein Winter auf Mallorca“. Zwar hat die Autorin, die hier mit ihrem Lebensgefährten Frédéric Chopin den Winter 1838/39 erlebte, eher erlitt, an den Bewohnern von Valldemossa wie auch von ganz Mallorca kein gutes Haar gelassen, aber die Nachfahren der Geschmähten Klicke auf das Bildhaben es doch ganz gut verstanden, auch diesen Verriss ihrer Insel ins Touristik-Marketing zu integrieren.
Verbracht hatten Chopin und Sand ihre Zeit in einer ehemaligen Kartäuser-Klause – und dieses frühere Kloster ist, wie sollte es anders sein, das größte Gebäude des Ortes, hat in früheren Zeiten wohl auch als Kirche gedient und sieht immer noch aus wie eine Kirche. Dabei gibt es allerdings eine Besonderheit, die das Bild dieses über den Ort hinausragenden Bauwerkes kennzeichnet: Die beiden „Kirchtürme“ sind völlig asymmetrisch, einer mit einer grünen Kuppel versehen, dagegen abgeflacht, so, als wäre er nach irgendeiner Katastrophe nicht mehr fertig restauriert worden.
An die Klause schließt sich ein Park an, der, wären die Hecken höher, auch einen guten, nach Wacholder duftenden Irrgarten abgeben könnte.



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