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| Der Platz an
Krakaus Tuchhallen - am frühen Morgen |
Festlich
geschmückte Altstadtgassen von Krakau |
Die Marienkirche
- im Herzen von Krakaus Altstadt |
Eine kleine
orthodoxe Kapelle - auf dem Platz der Tuchhalle |
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| Vor den
Tuchhallen - Denkmäler und Prunkbauten |
Die Tuchhallen -
Herz der Altstadt von Krakau |
Ecken und Winkel
-rund um die Tuchhallen |
Auf dem
Wawelberg - die Burg von Krakau |
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Unterhalb des
Wawelbergs fließt die Weichsel |

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Majestätische
Bergwelt der Tatra bei Zakopane |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Die Reiseroute: Breslau (Wroslaw) - Oppeln (Opole) - Krakau
(Kraków) -
Auschwitz (Oswiecim) - Zakopane
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Mittwoch, 1. Mai 1991: Berlin - Krakau
Kurz vor
Mitternacht an der polnischen Grenze bei Cottbus/Forst: stehende Lastwagenkolonnen,
überholende Pkws. Das führt jedes Mal zu einem kleinen Chaos, wenn sich dann PKW und LKW
auf einer Autobahn-Fahrspur entgegenkommen. Trotzdem geht es zumindest für die
Personenwagen relativ zügig voran.
Die Grenzanlage erinnert noch an die früheren Grenzanlagen auf
der Transitstrecke durch die DDR - wobei hier aber in jede Richtung nur eine Spur
geöffnet wird. Und auf der deutschen Seite wird bei der Ausreise gar nicht kontrolliert,
auf der polnischen nur ein kurzer Blick in den Reisepass geworfen.
Hinter der Grenze parken die Autos, wo sie gerade einen Platz
gefunden haben. Auch das hält natürlich auf. Dafür ist die Straße ziemlich gut, besser
jedenfalls, als die letzten Kilometer in Deutschland. Es dürfen aber nur 90
Stundenkilometer gefahren werden. Den ersten Teil der Strecke halte ich mich auch an die
Geschwindigkeitsbegrenzung.
Die Fahrt durch die Nacht - an Breslau und Oppeln vorbei -
dauert etwa sechs Stunden. Kurz vor sechs Uhr morgens sind wir in Krakau.
Zunächst ein ärgerliches Erlebnis im Forum-Hotel: Ich will,
es ist mittlerweile sieben Uhr, an der Rezeption etwas Geld tauschen, bekomme auch eine
Kassiererin, gebe ihr hundert Mark, sie gibt mir etwa 120.000 Zloty und 20 Mark zurück.
Beim Verlassen des Hotels komme ich darauf, dass sie mich übers Ohr gehauen hat. Erst
nach drei Versuchen, die insgesamt eine Stunde dauern, eingeschlossen mehrere Drohungen,
ich wolle sofort den Direktor sprechen oder werde die Polizei rufen, bekomme ich für 70
Mark die 371.000 Zloty, die dem tatsächlichen Kurs entsprechen: 5300
Zloty für eine
Mark.
Wir finden schließlich ein Hotel - das Doppelzimmer für
145.000 Zloty - am Rand der Altstadt. Da wir dort aber erst gegen 12 Uhr einziehen
können, gehen wir also zunächst ins Zentrum.
Krakau schläft noch, und das Wetter ist auch nicht gerade
einladend. Wir sitzen vor den Markthallen - korrekt müsste es heißen: den
"Tuchhallen" - , die noch geschlossen haben, und auch das Café im Keller des
benachbarten Turms ist noch zu.
Auf der Straße sind nur wenige Menschen - und es gibt nicht
einmal eine Spur von irgendwelchen Maifeiern oder Demonstrationen. Nach und nach öffnen
die meisten Geschäfte, und selbst noch auf den Baustellen wird gearbeitet. Polen hat den
1. Mai als Feiertag offensichtlich abgeschafft. Statt dessen sind alle Straßen mit den
Wimpeln zum 3. Mai, dem polnischen Verfassungstag von 1791, geschmückt.
Um 12 Uhr gehen wir ins Hotel zurück, schlafen zwei Stunden,
ziehen dann wieder Richtung Tuchhallen.
Krakaus Stadtmauer ist zwar nicht mehr durchgängig erhalten,
aber ein imposanter Rest ist einschließlich des Turmes sehr wohl übrig geblieben.
Im Herzen der Stadt, im Inneren dieser Mauer führen alle
Straßen auf die Tuchhallen, die auf einem großen freien Platz stehen, zusammen
natürlich mit einer zweistöckigen Kathedrale, der Marienkirche. Ganz in der Nähe
befindet sich dann noch eine kleine weiße Kirche, die an die russisch-orthodoxen Kirchen
erinnert und ein alter Stadtturm, in dessen Keller ein Café und ein Theater untergebracht
sind. Überhaupt scheinen die meisten besseren Cafés und Restaurants von Krakau in
Kellern zu liegen. Irgendwie hat das alles einen Hauch von Florenz.
Eine Besonderheit der Marienkirche: Zu jeder vollen Stunde
bläst ein Türmer auf seiner Trompete, hinaus nach allen Seiten der Stadt.
In den Läden der Markthalle, überdachte Passagen wie in einem
orientalischen Basar, wird fast überall das gleiche angeboten, Holzschnitzereien,
beispielsweise "Äxte" oder Stöcke, aber auch viele Schachspiele, sehr große
sogar, die umgerechnet nicht mehr als 40 Mark kosten.
Donnerstag, 2. Mai
1991: Krakau
Krakaus Burg auf dem Wawelberg, so habe ich in einem
Reiseführer gelesen, gilt vielen als ein mystischer Ort, in direkter Verbindungslinie mit
Stonehenge und den ägyptischen Pyramiden stehend.
Auf mich wirkt der Komplex unterschiedlicher Gebäude mit ganz
unterschiedlichen Funktionen als eine Burg wie viele andere auch.
Ein steiler Weg führt an einer Kirche vorbei in das Innere der
Mauer, die die ganze Stadt überragt.
In einem Andenkengeschäft entdecke ich die erste "echte
Antiquität", eine Krakauer Stadtansicht aus dem Mittelalter, natürlich ein
Nachdruck, aber aus dem ansonsten angebotenen Kitsch schon herausragend.
Von der Burgmauer aus sieht man auf die Weichsel, wo sich im
Hintergrund auf der anderen Seite des Ufers das "moderne" Krakau erstreckt.
Eine Anmerkung zu den Restaurants der Stadt: Die meisten sind
zwar sehr schön in den Kellern mittelalterlicher Häuser untergebracht, überaus
preiswert - aber leider auch mit einem ungewöhnlich schlechten Service durch
missgelaunte Kellner.
Freitag, 3. Mai
1991: Auschwitz
In Polen ist Feiertag, der 200. Jahrestag der ersten
polnischen Verfassung.
Eigentlich wollen wir ein Kloster in der Nähe Krakaus
besuchen, verfahren uns dann aber, befinden uns schließlich auf der Straße nach
Auschwitz.
Wir passieren kleine Dörfer, in vielen stehen noch
Holzhütten, eindeutig bewohnt. In den Reiseführern werden diese Hütten romantisch als
"Katen" beschrieben - was mir die Armut zu umschreiben scheint.
Auschwitz - Oswiecim heißt der Ort auf polnisch - ist eine
graue Stadt, klein, ein unscheinbarer Fleck.
Wir gehen zur Gedenkstätte, ein Platz, wie man ihn aus manchen
KZ-Filmen kennt, beherrscht von zweistöckigen roten Backsteingebäuden, die als Blöcke
gekennzeichnet sind. In diesen Blöcken befindet sich die Ausstellung, bestehend aus den
gesammelten Brillen der Häftlinge, aus Prothesen und ähnlichem. An den Wänden hängen
Fotos der Häftlinge, dazu Häftlingszeichnungen.
Dennoch ist alles sehr unwirklich: Die Fotos zeigen die
Häftlinge bei ihrer Einlieferung, und durch den musealen Effekt erscheinen die
"Lebensbedingungen" im Lager geradezu verharmlost, ganz so, als wollte man ein
Museum, das man auch Kindern zeigen kann.
Den stärksten Eindruck hinterlassen die Versuchsstation und
das danebenliegende "Krankenhaus" und der Strafblock mit seinen Stehzellen und
dem Hof, in dem 20.000 Menschen erschossen wurden, das alles in der Nachbarschaft des
Krematoriums, ausgerichtet auf die fabrikmäßige Beseitigung von Kadavern, die von der
Rampe aus in die Öfen geworfen wurden.
Wir fahren zurück nach Krakau, machen einen Stop auf einem
kleinen Markt. Es werden billige Plastikwaren verkauft. Das ganze wirkt als "Second
Hand", wie manche Märkte in Entwicklungsländern, hier aber ohne den Reiz des
Exotischen.
Samstag, 4. Mai
1991: Zakopane
Den ganzen Vormittag über regnet es, und schließlich
fängt es sogar an zu hageln. Erst kurz vor Zakopane, je höher wir in die Tatra kommen,
wird es etwas besser.
Bei der Einfahrt in den Ort erscheint
Zakopane als ein
Straßendorf voller kleiner Holzhäuser. Erst sehr viel später beginnt der touristische
Wintersportort.
Vom Hotel aus fahren wir in Richtung Berge: Der Schnee liegt
noch auf den Kuppen. Karten für die Seilbahn gibt es nun nicht mehr, also wandern wir auf
dem - kopfsteingepflasterten - Wanderweg auf die nächste Anhöhe, genießen dort Talsicht
und Blick auf ein Wanderhotel.
Auf dem Rückweg werden wir wieder vom Regen überrascht,
finden aber glücklicherweise Unterschlupf in einer kleine Klause, zu der auch eine
Holzkirche gehört. Die Wände der Klause sind bedeckt mit Bildern des Papstes.
Sonntag, 5. Mai
1991: Zakopane - Berlin
Morgens um neun Uhr verlassen wir
Zakopane, kehren
über Krakau zurück nach Berlin, das wir nach etwa zwölf Stunden Fahrzeit erreichen.
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