Auf der Vesterålen-Insel Langøya: Im Wal-Zentrum von Stø und bei der Kirche von Langenes

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Stø und Langenes auf Langøya - Vesterålen 

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Die anderen Stationen dieser Nordnorwegen-Reise


Bodø, Lofoten, Vesterålen:  Saltstraumen und  Stockfische - die Index-Seite dieses Berichtes


Bodø und der Saltstraumen
 



Ramberg auf Flakstad
 



Nusfjord auf Flakstad



Reine auf Moskenes


Å auf Moskenes



An der Südküste von Vagån


Nyksund auf Langøya


Kvalsaukan auf Hinnøya

 

Auf der Vesterålen-Insel Langøya: Im Wal-Zentrum von Stø und bei der Kirche von Langenes


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Unterwegs an Langøyas Nordküste

Unterwegs auf Langøya, der Insel der Vesterålen: Es ist eine gebirgige Insel, aber anders als auf den benachbarten Lofoten-Inseln sind die Berge hier keine schroffen Felsen, haben eher die Gestalt sanfterer Hügel. Dazu sieht man spärliche Nadelwaldbäume, Haine mit verkümmerten Birken. Und wie auf den Lofoten gibt es im Inselinneren auch wieder zahlreiche Bergseen – die hier aber immer noch von einer, wenn inzwischen auch dünnen und brüchigen, Eisdecke überzogen sind.

Begegnung am Straßengrand: Ein noch junger Elch knabbert am Gebüsch, und das immerhin in einer allerdings weit verstreuten Ansiedlung, unmittelbar neben einem Wohnhaus. Große Angst vor Menschen kann dieser Elch jedenfalls nicht haben, lässt sich auch von uns nicht aus der Ruhe bringen als auch nicht von den Einheimischen, die ebenfalls neugierig aus dem Fenster ihres Hauses schauen. Elche sind auf den Vesterålen zwar nichts ungewöhnliches, ein Elch im Garten aber schon.

 

An der Nordküste der Insel schließlich liegt Stø, ein rund 200 Einwohner zählendes Fischerdorf  im Schatten eines steilen Felsens, auf dem man eine Überwachungsstation der Norwegischen Küstenwache sieht.

 

Die vorherrschende Farbe in Stø ist wieder Rot. Und rot ist auch das Gebäude des „Walzentrums Stø“, Ausgangspunkt der Walsafaris, dazu international besetztes Forschungsinstitut, Kongresszentrum und Museum. Allerdings: Auch fest eingeplante Wal-Safaris können wegen unvorhergesehener Windstärken abgesagt werde. Dann müssen sich die Besucher in der Forschungsstation über das Tierleben des Nordatlantik zu informieren.

 

Lektion über die Tierwelt des Nordatlantik

 

Einige Schautafeln und Fotos veranschaulichen, was man hier hätte auch in der Realität vielleicht zusehen bekommen können. Relativ neu in diesen Gewässern dabei: 2011 wurden hier erstmals wieder nach sehr langer Zeit rund neun Meter lange Riesenhaie, sonst eher in den irischen Gewässern beheimatet, gesichtet. Was sie hierher getrieben hat, ob sie zu ständigen Bewohnern der Küste vor Nordnorwegen werden, ist aber wohl noch nicht geklärt.

 

Im Konferenzraum erzählt nun Frederic, von Hause aus studierter Meeresbiologe und Mitglied der internationalen Walstation-Crew, wie eine Walsafari abläuft.

 

Relativ nahe an Stø liegt das erste Ziel, eine kleine Vogelschutzinsel, auf der man Papageientaucher und etliche andere Seevögel beobachten kann, dazu Seeadler, die dort zwar nicht nisten, aber unter den anderen Vögeln ihre Beute finden und schließlich auch einige Seehunde.

 

Dann geht es weiter zum Bleik Canyon, dem Revier der Wale. Dieser rund 1000 Meter tiefe Wassergraben liegt vor der Nordwestküste der Nachbarinsel Andøya, ist reich an Oktopussen – und genau ziehen hier auch die Wale an, sowohl die großen Pott- und Finnwale, aber auch Schweinswale, Buckelwale, Orcas und Delfine. Eines der Rätsel des Bleik Canyon ist dabei die Frage, warum es bei den Pottwalen nur die ausgewachsenen männlichen Tiere sind, die sich hier vom reichen Oktopus-Vorrat bedienen, während die jüngeren männlichen und alle weiblichen Tiere in den südlichen Gefilden bleiben.

 

Rund 50 Passagiere jedenfalls passen an Bord der „Leonore“, ein früheres Patrouillenboot der norwegischen Küstenwache. Die Wale sind nun zwar trotz des Seegangs im Bleik Canyon, tauchen natürlich auch immer wieder auf – aber wegen der hohen Wellen würde man sie kaum sehen können, wenn sie sich zwischen bis 45 Minuten dauernden Rauchgängen an der Oberfläche erholen, dann mit erhobenem Schwanz, den Kopf nach unten geneigt, wieder abtauchen.

 

Im Hafen von Stø steht ein, Egnerbua, ein Gebäude, in dem die bis 300 Meter langen Netze, hier eigentlich mehr Fangseile, mit jeweils 500 Ködern bestückt werden. Der Vorteil dieser Methode: Durch die Auswahl der Köder bestimmt man, welche Fische man fangen will, vermeidet unnötigen Beifang, und schließlich verenden auch keine Fische in den Netzen, weil sie keine Luft mehr schnappen können.

 

Aber natürlich geht man auch hier auf den Kabeljau, trocknet ihn zu Stockfisch, wofür man aber weitaus größere Gestelle als auf den Lofoten nimmt. Die Holzgestelle hier sehen aus wie die Gerüste größerer Häuser mit schrägen Dächern, werden wegen ihrer Größe auch Kathedralen genannt.

 

Antikes im Insel-Norden

 

Der Fischreichtum muss die Menschen übrigens schon in der Steinzeit hierher auf die nordnorwegischen Inseln gezogen haben. Ganz in der Nähe von Stø entdeckt: eine in die Klippen geschlagene Treppe, deren Alter von den Forschern auf 5000 Jahre taxiert wurde.

 

Noch nicht ganz 500 Jahre alt, aus dem Jahre 1571, ist die kleine weiße Kirche, die einsam, nur von einem Friedhof umgeben, unterhalb eines Hügels nahe am Meer liegt. Auf dem Hügel befindet sich noch ein Denkmal, dazu gibt es in der Nähe ein kleines Häuschen, in dem vielleicht der Pfarrer oder seine Haushälterin gewohnt haben mag.

 

Viel mehr als diese einsame Kirche am Meer ist von der Gemeinde Langenes nicht geblieben – und die Geschichte von den 500 Kilo Mehl, die die Stadt Bergen jeden Weihnachten an die „Armen“ von Langenes schicken muss. Der erste Gemeindepfarre von Langenes nämlich, der, auf den dieses Kirchlein zurück geht, soll sein nicht unbeträchtliches Vermögen der Stadt Bergen vermacht haben, aber unter der Bedingung, dass Bergen dafür jedes Jahr zu Weihnachten an die Armen der Insel 500 Kilo Mehl schickt. Allerdings bestritten die anderen Gemeinden, dass sie überhaupt arme Bürger hätten, weswegen seitdem alles Mehl an Langenes geht, eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird – und nach wie vor eine Verpflichtung von Bergen, deren Gültigkeit erst vor wenigen Jahren von den norwegischen Gerichten bestätigt wurde.

 

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