Ein Besuch im Stockfisch-Museum von Å auf der Lofoten-Insel Moskenes - Unterricht in Stockfisch-Verarbeitung

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Å, das Museumsdorf auf Moskenes - Lofoten 

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Bodø und der Saltstraumen
 



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Im Stockfisch-Museum von Å auf der Lofoten-Insel Moskenes - Unterricht in Stockfisch-Verarbeitung

 
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Von den Lofoten bis nach Afrika

Das einstige Fischerdorf Å auf der Lofoten-Insel Mosekenes ist heute weniger eine Ortschaft, als vielmehr ein, wenn auch aktives und geschäftiges Museum, nämlich ein Stockfisch-Museum. Vor dem eigentlichen Museumsbau, einem früheren zweistöckigen Verarbeitungszentrum, stehen natürlich - wie fast überall auf den Lofoten - wieder die Holzgestelle mit den vor sich hin trocknenden Fischen. Auf der kleinen Felsinsel im Hafenbecken nisten die Möwen, die aber den Stockfisch in Ruhe lassen. Der entspricht offensichtlich nicht ihrem Geschmack – zumal es im Meer auch genügend frischen Fisch gibt.

 

1993 hatte Steinar Larsen, nach jahrelanger Arbeit im Stockfisch-Export, dieses Museum in dem damals fast aufgegebenen und entvölkerten Ort gegründet, nun ist es für ihn längst zur Routine geworden, hier Gäste wie uns zu empfangen und ihnen alles Wissenswerte über den Stockfisch zu vermitteln.

 

Im ersten Stockwerk des Museums findet man Waagen und etliches anderes Gerät, im oberen Stockwerk dann wird der Besucher mit den verschiedenen Varianten des Stockfischs konfrontiert. Wenn auch für den Laien kaum wahrzunehmen wird beim Stockfisch nämlich zwischen vier verschiedenen Qualitätsstufen unterschieden, die noch einmal aufgeteilt in insgesamt 16 Kategorien – wobei die besten Stockfische immer für den italienischen Markt bestimmt sind, die minderen Qualitäten schließlich auf die Straßenmärkte in Afrika gehen. Allen Stockfischen allerdings gemeinsam: Richtig aufbewahrt sind sie gut 20 Jahre lang haltbar!

 

"König Dorsch" sieht in die Zukunft

 

Aber dafür muss er eben auch richtig hergestellt worden sein. Im Konferenzraum zeigt ein Film, wie das vonstatten geht – wobei dies auch heute noch teilweise Kinderarbeit ist. Denn: Das Herausschneiden der Zungen wird auf den Lofoten nach wie vor von Kindern im Alter zwischen acht und 15 Jahren übernommen, früher nur von den Jungen, heute auch von Mädchen – und früher sicher auch aus finanzieller Notlage der Familien heraus, heute als Ferienjob, bei dem selbst die Jüngsten schon einige Tausend Euro verdienen.

 

Nicht alle gefangenen Kabeljaus werden übrigens geköpft. Der „König Dorsch“ darf seinen Kopf behalten. Das muss ein alter, männlicher Fisch sein mit einer hohen Stirn, Merkmale, die man unter 15000 gefangenen Exemplaren vielleicht einmal findet. Auch der wird getrocknet, dann an einem Faden horizontal aufgehangen, hing früher so in fast jeder Fischerhütte, wie Steinar Larsen zu erzählen weiß. Denn je nachdem, in welche Richtung der Fischkopf zeigte, sagte er für die Fischer die Zukunft, also das Wetter voraus, und das sogar zuverlässig. Natürlich funktionierte das ganze nach dem Prinzip des Wetterhäuschens, hing die Haltung des Fischkopfes von der Feuchtigkeitsbildung im Faden ab – wurde von der abergläubischen Bevölkerung aber doch der Weisheit von „König Dorsch“ zugeschrieben.

 

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