Ein Besuch in Nusfjord auf der Lofoten-Insel Flakstad - vom Fischerei-Zentrum zum Museumsdorf

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Nusfjord auf Flakstad - Lofoten 

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Bodø, Lofoten, Vesterålen:  Saltstraumen und  Stockfische - die Index-Seite dieses Berichtes


Bodø und der Saltstraumen
 



Ramberg auf Flakstad
 



Reine auf Moskenes  


Å auf Moskenes


An der Südküste von Vagån


Stø und Langenes auf Langøya


Nyksund auf Langøya


Kvalsaukan auf Hinnøya

 

Ein Besuch in Nusfjord auf der Lofoten-Insel Flakstad - vom Fischerei-Zentrum zum Museumsdorf

 
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Wie die Fischer zu ihren Rorbuers kamen

Ein Besuch von Nusfjord auf der Lofoten-Insel Flakstad ist durchaus so etwas wie ein  Museum-Besuch. 37 Einwohner zählt der Ort, präsentiert sich als ein Fischerdorf, von dem aus immer noch auf Fang gefahren, der Stockfisch produziert wird – ist dabei aber doch vor allem eher ein Museumsdorf.

 

Doch als solches ist es recht authentisch, hat sich in etwa das Bild erhalten, das der Ort Ende des 19., zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte. Und damals musste Nusfjord noch eine große wirtschaftliche Bedeutung gehabt haben. Schließlich hatte der Fischerort schon Elektrizität, als in dem viel größeren Bodø auf dem Festland an der Küste Nordnorwegens daran noch lange nicht zu denken war. Das alte Elektrizitätshaus, ein Holzhaus mit gelbem Anstrich, gibt es noch,  ebenso wie die roten „Rorbuers“, die einfachen Hütten, oft auf Stelzen direkt über dem Wasser errichtet, in dem damals die Fischer untergebracht wurden, die es zur Fangsaison hierher verschlagen hatte. Die Rorbuers von Nusfjord sollen auf den Lofoten übrigens einige der wenigen sein, die so als Ensemble noch im Original erhalten sind.

 

Aber die Rorbuers waren ja auch nicht für die Ewigkeit gebaut worden, sondern sollten ursprünglich nichts weiter sein als Saison-Unterkünfte für die Fischer. Die hatten nämlich, bevor die ersten Rorbuers errichtet wurden, ihre Boote an Land gezogen, umgedreht, dann unter den Booten schlafen müssen – wobei mancher Fischer dabei in der Nacht dann auch erfroren ist. Und auch zu der Zeit, als die Rorbuers von Nusfjord errichtet wurden, galt noch das Prinzip: Wer für einen Platz in der Hütte zu spät kommt, schläft in seinem Boot.

 

Dass die Rorbuers alle rot angestrichen waren, hatte dabei einen simplen Grund: Der rote Anstrich war der billigste. Gelb waren die wichtigen Produktionsstätten und Geschäfte, die weiße Farbe blieb den Häusern der wohlhabenderen Grundbesitzer vorbehalten. Und weil mancher reicher scheinen wollte als er war, wurde bei einigen Häusern zwar die Fassade weiß gestrichen, verzichteten die Besitzer dafür aber bei den anderen Wänden auf jeden Anstrich. Dennoch: Vor einigen Jahrzehnten noch konnte man an der Farbe des Hauses den sozialen Status seiner Bewohner ablesen.

 

Ein Kaufmannsladen als Ortszentrum

 

All das erfährt man in der Dorfkneipe von Nusfjord, einem nostalgisch eingerichteten Schankraum mit einer Theke in Form eines Bugs, geschmückt mit einer freundlichen weiblichen Galionsfigur, vom Wirt und Fremdenführer Jim Olesen. Der ist selbst zwar kein gebürtiger, aber doch ein eingeheirateter Nusfjorder, mit nicht weniger Lokalpatriotismus ausgestattet wie die Gebürtigen.

 

Wenige Schritte von der Schenke entfernt liegt das gelb angestrichene, zweistöckige Haus des „Landhandels“, der alte Kaufmannsladen von Nusfjord, der allerdings mehr als nur ein einfaches Geschäft war. Hier residierte nämlich die Familie, die die Fischereirechte besaß, der auch der Grund und Boden gehörte – ein Herrschaftssystem, das auf den Lofoten bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein praktiziert wurde. Der Kaufmann entschied, welche Fischer wo fischen durften, ließ sie in seinen Hütten wohnen, verkaufte ihnen in seinem Laden die Dinge des täglichen Bedarfs, kaufte ihnen den Fang ab – und gewährte ihnen, wenn der Fang nicht den Erwartungen entsprach, unter Umständen auch Kredit, damit sie in der darauffolgenden Saison wieder nach Nusfjord kommen mussten.

 

Nun wirkt dieser Kaufmannsladen aber nicht mehr wie ein kleines Herrschaftszentrum, sondern wie ein – allerdings ziemlich großer – „Tante-Emma-Laden“, mit einer silberfarbenen verschnörkelten Registrierkasse etwa aus der Zeit um 1900, dazu Schaustücken der Waren, die hier 1902 gefragt waren, Zündhölzer, Kautabak, nun alles auch als Souvenir zu erwerben.

 

In dem kleinen Hafen von Nusfjord, geschützt durch die hohen Felsen, liegt ein größerer Fischkutter, in den Sommermonaten aber vor allem als Ausflugsboot für die Touristen im Einsatz. Auf den Dächern der Hafengebäude, sogar auf einer Hausbeleuchtung nisten unterdessen die Möwen.

 

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