Norwegen, Nordnorwegen: Bodø - Seite 1

Von Bodø zum Gezeitenstrom, dem Saltstraumen im Saltfjord und zu den Seeadlern im Skjerstadfjord



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Zu den Strudeln des Saltstraumen

Klicke auf das BildObwohl nach 20 Uhr immer noch die Sonne scheint, ist der Hafen Bodøs, mit 50000 Einwohnern immerhin Nordnorwegens zweitgrößte Stadt, nicht mehr besonders geschäftig: Die meisten Boote, die hier an den Molen fast an der Innenstadt festgemacht sind, scheinen aber ohnehin eher kleinere Privatboote zu sein. Fischerboote oder Frachter sieht man hier nicht.
Gut verpackt in wasserdichten Overalls mit Kapuze, ausgestattet mit Handschuhen und Schutzbrille, geht es hier in eines der Motor-Schlauchboote. Das tuckert dann noch gemächlich zur Hafenausfahrt, vorbei an der Zentrale des nordnorwegischen Seenot-Rettungsdienstes und vorbei an der auf einem Felsen liegenden alten Festung, die noch im 19. Jahrhundert die Hafeneinfahrt schützen sollte, von der man nun aber kaum mehr als die wehrhaften Mauern sieht.
Hinter der Hafenausfahrt nimmt das Boot dann Fahrt auf, erreicht nun sogar Spitzengeschwindigkeiten von 50 Stundenkilometern. Da weht der Fahrtwind eisig, braucht man auch die Handschuhe und sogar die Schutzbrille – zumal inzwischen, im Frühsommer, auch wieder vereinzelte Schneeflocken fallen.
Klicke auf das BildKlicke auf das BildIn einiger Entfernung liegen zahlreiche Inseln, fast alle so gut wie unbewohnt, aber Heimat aller möglichen Wasservögel. Dann biegen das Boot in den Saltfjord ein, steuert den Saltstraumen an. Das Schauspiel dieses angeblich größten Gezeitenstroms der Welt erlebt man fast unmittelbar neben den Betonpfeilern der großen Brücke, die hier über die engste Stelle des Fjordes führt. Und durch diesen Engpass strömen nun bei Wechsel von Ebbe und Flut Hunderte Millionen Kubikmeter Wasser vom Saltfjord in den Skjerstadfjord bzw. zurück ins Meer.
Einige Schaulustige haben sich an den Aussichtspunkten am Ufer versammelt, während das Schlauchboot an den sich schnell drehenden Strudeln vorbeimanövriert. Diese Strudel reißen mehrere Meter Löcher in die Wasseroberfläche, versprühen dabei die Gischt um sich herum. Die Enten, die sich in Scharen am Ufer aufhalten, scheinen aber vor dem tosenden Gewässer keine sonderlich große Angst zu haben. Einzelne Tiere schwimmen zielsicher durch die ruhigeren Stellen des Wassers, in sicherer Entfernung von diesen Strudeln.
Und nicht nur die Enten werden vom Fischreichtum des Saltstraumen angezogen. Das Boot umrundet Ryndholmen, also die „Runde Insel“, ein kleines felsiges Eiland, auf dem dicht an dicht die Möwen sitzen. Dann schließlich biegt es in den Skjerstadfjord, in eine völlig andere Szenerie ein.

Wo Europa und Amerika sich trennten

Klicke auf das BildKlicke auf das BildHohe Felsen umrahmen den Fjord, und das Wasser ist wieder ganz ruhig, so, als ob es das brodelnde Inferno in unmittelbarer Nachbarschaft nicht geben würde. Hier herrscht, abgesehen vom Geräusch des Motors unseres Schlauchbootes, absolute Ruhe, ist auch weit und breit zunächst keine Ansiedlung zu entdecken. Dafür schwebt nun ein Seeadler über dem Wasser, ziemlich hoch, so dass man die Ausmaße dieses größten europäischen Raubvogels nicht wirklich erkennen kann. Und natürlich gibt es auch hier wieder eine Unzahl von Möwen.
Klicke auf das BildAuf dem Rückweg nach Bodø passiert das Boot einige ungewöhnliche Felsformationen. Das Gestein, Granit, Sandstein und Schiefer, wirkt hier so, als wären urplötzlich Lavaströme erkaltet. Das, so weiß der Bootsführer zur Erklärung, gehöre zum ältesten Gestein auf der Erdoberfläche, vom Meeresgrund nach oben gedrückt, als die amerikanische und europäische Kontinentalplatte auseinander rissen und sich immer weiter voneinander entfernten.



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