Norwegen, Hedmark: Femundsee und Femundsmarka - Seite 3

Über den Femundsee in den Nationalpark Femundsmarka, an der Røa entlang auf die Hochebene, das Fjell, zu den Rentierherden von Grøtådalen



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Über den Femundsee in den Nationalpark

Mit einem ehemaligen Frachtschiff fahren wir vom Hafen von Elgå über den Femundsee Richtung Nationalpark. Nach einer halbe Stunde haben wir dabei die erste Station erreicht.
Klicke auf das BildRevlingen heißt dieser Hafen, der aber nicht viel mehr ist als ein kleiner Steg, zwei Holzhütten, und, etwas weiter ab am Kiesstrand, einem Schuppen.
In der Nähe von Revlingen, ungefähr vier Kilometer entfernt, befindet sich die DNT, die vom norwegischen Wanderverein betriebenen „Hütte“ Svukuriset. Die Anlage ist über eine ordentliche Piste auch für Autos erreichbar.
Hütte“ ist für diese Einrichtung des DNT aber nicht ganz die richtige Bezeichnung. Die Anlage, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Bauernhof, an einem kleinen Bach gelegen, besteht aus einem Hauptgebäude mit dem Restaurant und der Rezeption, einem Gästehaus mit mehreren Zimmern, und einem Wirtschaftsgebäude, in dem sich auch die Duschen und Toiletten befinden. In den 1920-er Jahren wurde die Hütte errichtet, ist nun zwischen Ende Juni und Mitte September geöffnet, beherbergt in dieser Zeit jährlich rund 1400 Gäste.
Hier erfährt man auch einiges über die Geschichte der Region. Die war schließlich nicht immer Naturschutzgebiet! Im 19. Jahrhundert, der Zeit, in der auch die benachbarte Farm gegründet wurde, hatte man hier noch Kupfer verhüttet, wovon auch heute noch Spuren im Park zu finden sind.
Doch erst einmal weiter mit dem Schiff! Am Ufer des Femund steht überall noch der Wald, die Hügel dahinter sind, wie schon auf dem Weg hierher, kahl. In rund 600 Metern Höhe beginnt in diesem Teil Norwegens die baumlose Zone, das Fjell. Rund 40 Meter ist der Femund tief – aber doch so kalt, wie mir der Ranger erzählt, dass selbst die Einheimischen hier im Sommer nicht baden gehen.
Der nächste Hafen ist noch kleiner als der von Revlingen, wohl so unbedeutend, dass bei der Anfahrt nicht einmal sein Name über den Bordlautsprecher ausgerufen wurde. Mehr als eine einzelne einsame Hütte am bewaldeten Ufer gibt es hier auch nicht zu sehen.
Im Vergleich dazu erscheint der Hafen von Femundshytten geradezu gewaltig. Die Anlegestätte ist hier richtig ausgebaut, etwas weiter weg steht sogar ein größeres Gebäude, vielleicht ein Gästehaus.
Nach etwa zwei Stunden haben wir das Ziel unserer Bootsfahrt erreicht, den Hafen, von dem aus wir unsere Wanderung in den Nationalpark Femundsmarka starten.

Die Røa entlang in die Wildnis der Femundsmarka

Klicke auf das BildZunächst führt der Weg – wobei man von ausgewiesenen Wanderwegen hier eigentlich nicht sprechen kann – über ein Steinfeld auf eine Anhöhe, dann, dabei immer auf der Anhöhe bleibend, die Røa entlang, einem schnell fließenden Fluss, voller Strudel und Stromschnellen, aber wohl nicht besonders tief.
Nicht nur, um nicht über einen der unzähligen Steine zu stolpern, sollte man immer wieder auf den Boden schauen. Ziemlich häufig stößt man auf die Losung eines der hier lebenden Wildtiere, einer aus unserer Gruppe entdeckt einen Lemming.
Eigentlich sollte der Weg zu unserem Zeltplatz zwischen fünf und sieben Kilometer entfernt sein, aber es ist schon einiges mehr – und angesichts der Geländeverhältnisse schaffen wir auch nicht mehr als etwa zwei Kilometer in der Stunde.
Die Røa macht an einer Stelle einen Knick, an einer Stelle, an der auch eine Brücke über den Fluss führt, doch wir bleiben auf „unserer“ Seite, passieren hier erst einmal eine morastige Urlandschaft, an die sich dann ein nordischer Urwald anschließt.

Auf der Hochebene von Grøtådalen

Schließlich sind auf der Hochebene, einer eiszeitlich geprägtem fast gänzlich baumlosen Landschaft, übersät mit Feldsteinen jeder Größe, die die wandernden Eismassen vor Jahrtausenden hier zurück gelassen haben. Klicke auf das BildDas ist die Region von Grøtådalen, durchzogen von Seen, aber auch riesigen Pfützen und Wasserläufen, den Spuren der spätsommerlichen Regenfälle, bewachsen von Moosen aller Art. Ab und an gibt es auch einen flachen Strauch mit den schmackhaften Moltebeeren, einer Beerenart, die fast wie ein Multivitaminsaft mundet.
Das sind die Weideplätze der Rentiere. Erst sehen wir, ein gutes Stück von unserem Weg entfernt, eine einzelne Rentiermutter mit ihrem Kalb, später, an unserem Zeltplatz am Ufer des Røvoltjønnen, einem der größeren Seen der Region, dann eine ganze, vielleicht ein gutes Dutzend Tiere zählende Herde, die sich, fast ohne Scheu, sogar unseren Zelten nähert. Der Leitbock ist mit einem Halsband markiert – denn die hier lebenden Rentiere sind nur halbwilde Tiere. Die Herden gehören den Familien der Samen, die rund um den Femundsee leben.
Der Røvoltjønnen soll ein recht fischreicher See sein, beliebt bei einheimischen Anglern. Auf der gegenüber liegenden Seite Seines Ufers ist gerade noch ein weiteres Lager, von dem aus man einige Männer sieht, die dort ihre Angeln ausgeworfen haben.

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