Norwegen, Hedmark: Elgå - Seite 2

Elgå - ein kleines Dorf am Femundsee in der Hedmark, das Tor zum Femund-Nationalpark



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Rentiere am Wegesrand

Klicke auf das BildWir fahren auf Engerdals Gemeindestraße von Galten Gård ein gutes Stück am See und der Grenze zu Schweden vorbei. Flächenmäßig hat die Landgemeinde Engerdal die Ausmaße einer Großstadt, zählt aber gerade 1400 Einwohner.
Am Straßenrand steht eine Rentierkuh mit ihrem Kalb, kurz darauf begegnen wir einer ganzen Herde, braunen und weißen Tieren, darunter auch einige Böcke mit beeindruckendem Geweih.




Elgå.- Straßendorf mit Fischfabrik und Hafen

Klicke auf das BildUnser Ziel ist der Weiler Elgå. Die Ortschaft präsentiert sich als ein in die Länge gezogenes Straßendorf, bestehend aus roten und gelben Holzhäusern, dazu einem kleinen Hafen am Femund-See.
Wir besichtigen am Hafen die Femund Fiskerlag, die Fischfabrik des Ortes, auch die nicht viel mehr als ein kleiner roter Holzbau, in dem von den Arbeitern momentan aber immerhin rund 1000 Kilo Fisch am Tag verarbeitet werden – wobei die Arbeiter alle Saisonkräfte sind, die aus Polen, Russland oder Lettland kommen.
Bei einem Besuch in der Kirche hören wir dann einiges zur jüngeren Geschichte der nun noch rund 50 Einwohner zählenden Ortschaft. Bis 1953 hatte Elgå nicht einmal eine Straßenverbindung zum Gemeindezentrum von Engerdal – aber dafür gibt es immerhin so etwas wie einen Supermarkt und sogar seit rund hundert Jahren eine eigene Dorfschule, immer noch das größte und ansehnlichste Gebäude im Dorf.

Im Nationalparkcenter

Elgås wichtigste Sehenswürdigkeit: das Nationalparkcenter, 2005 mit einem kleinen Vorbau errichtet im Stil eines Samen-Zeltes.
Klicke auf das BildIm ersten Stock sind Kopien von Steinzeitwerkzeugen, die man hier gefunden hat, ausgestellt, Beispiele für die Flora und Fauna der Region rund um den Femund, Werkzeuge und Kleidungsstücke der Samen, meist gefertigt aus Leder, dazu einige Relikte aus der Zeit des Kupferabbaus.
Im oberen Stockwerk sieht man einige alte Schwarz-Weiß-Fotos des Stor-Hans, eines inzwischen legendenumwobenen Einsiedlers, der 1908 aus Schweden an den Femund kam, wohl auf Flucht vor den Behörden, angeblich, weil er eine Kuh gestohlen haben soll, möglicherweise aber auch, wie andere mutmaßten, weil er seine Familie erschlagen hat. Sicher ist jedenfalls: Rund vier Jahrzehnte lebte der Sonderling in der Einsamkeit des heutigen Nationalparks, hatte dort eine Hütte errichtet, mied, bis auf wenige Ausnahmen, jeden Kontakt zu Menschen.
Am Abend präsentiert uns ein Park-Ranger, seit 16 Jahren rund um den Femund unterwegs, die Landschaft- und Tiersaufnahmen, die er dort in den wechselnden Jahreszeiten aufgenommen hat. Ein Foto von Bären ist nicht dabei: Zwar leben in Norwegen auch Braunbären – aber während seines bisherigen Berufslebens hatte der Ranger erst einmal einen Braunbären im Nationalpark gesehen.

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