Montenegro: Pivisko-Stausee, Tara-Schlucht, Durmitor, Seite 5

Vom Pivisko-Stausee über die Grenze nach Bosnien-Herzogowina zur Rafting-Tour auf der Tara und in den Durmitor-Nationalpark



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Am Pivisko-Stausee

Über Damilovgrad und Niksik fahren wir Richtung Nordwesten, der Grenze zu Bosnien-Herzogowina entgegen, erreichen schließlich den Pivisko-Stausee, eine lange spiegelblanke Wasserfläche in einer tiefen ausgefransten Schlucht.
Rund 150 Meter hoch ist der Staudamm und unter uns, in den Felsen hineingebaut, liegt das Elektrizitätswerk. Fotos sind verboten und eigentlich dürften wir nicht einmal hier stehen, meint wohl einer der Wachmänner, dem Milo, unser Reiseleiter, dann – nicht ganz der Wahrheit entsprechend – erklärt, dass wir Gäste des Ministers wären, und sehr wohl hier auch fotografieren dürften.

Über die Genze nach Bosnien-Herzogowina und Rafting in der Tara-Schlucht

Bei Scepan Polje beginnt unsere Rafting-Tour durch die Tara-Schlucht, deren Felsen bis 1300 Meter hoch über den Grund des Canyon hinausragen. Vom Ort selbst bekommen wir nicht viel zu sehen, außer dem Restaurant und der Rafting-Station, einigen geschlossenen Kiosken mit dem hochtrabenden Schild „Duty Free“, und eben einer schmalen Brücke über die Tara.
Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein UN-Fahrzeug, eine Zollstation, wehen die Fahnen von Bosnien-Herzogowina und der autonomen Republik Serbska. Die Tara wurde hier zum Grenzfluss.
Wir steigen in unsere Jeeps, fahren über die Brücke – Grenzformalitäten gibt es hier nicht, auch wenn die Wagen, die von Bosnien-Herzogowina aus nach Montenegro wollen, von den Grenzern der Republik Serbska kurz angehalten werden, wie wir beobachten konnten. Wir passieren die neue Staatsgrenze jedenfalls ohne jede Kontrolle, fahren dann einen schmalen holprigen Waldweg entlang, bis wir schließlich den Ausgangspunkt unserer Bootstour erreichen.
Die Tara ist nicht sonderlich tief, für eingefleischte Rafter wohl auch ein eher ruhiges Gewässer. Rasanter geht es auch wirklich nur an einigen Stromschnellen zu. Der Bootsführer zieht dann die Kapuze seiner Regenjacke über, ein untrügliches Zeichen, sich gut fest zu halten. Beim ersten mal verstehe ich das Zeichen nicht – und das Schlingern des Schlauchbootes wirft mich von meinem Sitz, zum Glück allerdings ins Innere unseres Bootes.
Doch die meiste Zeit über verläuft unsere Passage der Tara in ruhigerem Gewässer, und in der Regel müssen wir nicht einmal paddeln. Die Bootsführer haben jedenfalls auch genug Gelegenheit, jeden Angler am Ufer zu begrüßen und einige Worte zu wechseln.
Zwei Stunden dauert unsere Bootsfahrt, dann legen wir unterhalb der Grenz-Brücke wieder an, diesmal auf montenegrinischer Seite. Nach dem Abliefern der Raftingausrüstung noch ein kurzer Besuch an der Grenze, ein kurzer Schwatz mit dem serbischen Grenzposten. Es sei ein ruhiger Job, sagt der Grenzbeamte. Eigentlich stehen wir wieder auf der Seite von Bosnien-Herzogowina – aber nach unseren Papieren fragt er nicht.

In den Bergen des Durmitor und Zabljak

Klicke auf das BildDer Nationalpark Durmitor kündigt sich mit weiten grünen Weideflächen an, mit Ziegenherden und den hölzernen, teilweise windschiefen Katen der Schäfer. Das Land wird hügeliger, und schließlich haben wir die Berge des Durmitor erreicht.
Wir passieren kleinere Ansammlungen von Gehöften, auch ein Schulhaus, folgen der einspurigen Asphaltstraße, die sich allmählich in eine Schotterpiste verwandelt und schließlich auf freiem Gelände irgendwie ausläuft. Um uns herum ist nur Natur: Felsen, karges Gras, auf den Höhenlagen vereinzelte Schneeflächen – aber weit und breit kein Haus, kein Mensch und nicht einmal eine Ziegenherde.
Zabljak gilt in Montenegro als ein größerer Urlaubsort. 1400 Meter hoch gelegen ist das kleine, stille von Bergen umgebene Städtchen. Im Zentrum gibt es zwar eine ganze Reihe moderner zwei- bis dreistöckiger Häuser – aber irgendwie macht alles einen ausgestorbenen Eindruck.

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