Montenegro : Budva, Seite 1

Budva - Ferienort an der Adriaküste mit Spuren der Antike, des Mittelalters und der K.u.K.-Zeit



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Ein Flecken Strand in einer Bucht

Klicke auf das BildDer Ferienort Budva liegt ungefähr 20 Fahrminuten vom Flughafen Tivat entfernt. Dabei geht es über eine schmale, kurvenreiche Straße, vorbei an einigen wenigen kleinen Dörfern, aber mitunter sieht man minutenlang auch gar kein Haus, sondern nur die dichten Wälder auf den Hügeln und Bergen.
Rundblick auf die Bucht von Budva mit ihrem kleinen Flecken Strand: Die ummauerte Altstadt erscheint aus der Höhe als ein winziger vorgelagerter Fleck des sich an allen Hängen der Berge ausbreitenden Ortes. Eine Insel, St. Nicola, beherrscht mit ihrer Größe tatsächlich die ganze Buch
Die zum Teil schon in titoistischer Zeit errichteten Hotels liegen natürlich außerhalb der Stadtmauer. Die stammt umschließt den kleinen historischen Kern des heutigen Badeortes in Gänze.

Ein Ort, ausgerichtet auf Tourismus

Klicke auf das BildEin kleiner erster Spaziergang durch die Altstadt: Die Mauer umfasst ein Areal, das kaum größer als etwa eine mittlere deutsche Burg ist, die vier Stadttore nicht wesentlich größer als die Eingangstüren eines Kinosaales, in jedem Fall aber zu klein, als dass jemals ein Pferdewagen hier hätte durchfahren können. Die Gassen zwischen den hellgrauen Steinhäusern wären aber auch ohnehin zu eng für jedes Gespann gewesen, und was hier Platz genannt wird, ist kaum mehr als eine etwas verbreiterte Gasse. Budva, zumindest das historische, war und bleibt die Stadt der Fußgänger - und die Stadt der Boutiquen, der Pizzerien, Cafés oder Schmuckläden, ausgerichtet auf Touristen.
Nach wenigen Metern gegen wir durch eine Nebengasse hinaus aus dem ummauerten Teil zum Kiesstrand, setzen uns in eines der Strandcafés. Von hier blickt man auf den Kirchturm in der Stadt und auf ein mächtiges Gebäude, das zur Meerseite hin die Stadt abschließt und an dessen Mauern sich nun ständig die Wellen brechen.

Spuren der Antike, aus dem Mittelalter und der K.u.K.-Zeit

Erfahrungen bei einer geführten Stadtbesichtigung: Budva, so erzählt die Legende, soll etwa um 500 vor Christus von dem punischen Prinzen Kadmos gegründet worden sein, sah in jedem Fall, so belegen die Ausgrabungen, griechische, römische und byzantinische Besitzer – und verdankt seine jetzige Gestalt den Baumeistern der Renaissance: Die trotz ihrer bescheidenen Gesamtausmaße imposante Stadtmauer Klicke auf das Bildstammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber, wie die komplette Stadt, 1979 bei einem Erdbeben zerstört und dann absolut originalgetreu wieder aufgebaut.
Vor der Tür einer der zahlreichen Kleiderboutiquen macht uns unsere Stadtführerin auf das zwei bis drei Meter unterhalb des Ladens befindliche frei liegende Gewölbe mit den Resten antiker Säulen aufmerksam. Diese Überbleibsel, beim Erdbeben freigelegt, stehen immer noch auf der ursprünglichen Höhe der Stadt, repräsentieren ihre älteste Grabungsschicht.
Ein winziger Platz, mehr ein Plätzchen, geschmückt mit einer modernen Skulptur, ist Budvas Dichterplatz, dient bei den vielen sommerlichen Festivals als Kulisse für Lesungen Budvas Hauptplatz liegt unmittelbar an der Stadtmauer: Hier stehen sich die römisch-katholische und die serbisch-orthodoxe Kirche unmittelbar gegenüber, befindet sich das nun mitunter als Konzertsaal genutzte mittelalterliche Kloster, jenes Gebäude, dass wir als wellenbrechenden „Außenposten der Stadt“ bereits vom Strand gesehen hatten und erhebt sich schließlich ebenfalls mit der Mauer verbunden die aus der Zeit der K.u.K.-Monarchie stammende Zitadelle. Zu Füßen der Zitadelle finden sich – Folge des Erdbebens – die Fundamente eines alten Brunnens und die Grundmauern eines aus der Antike stammenden Gebäudes.

Auf der Stadtmauer

Klicke auf das BildVon diesem Platz nun beginnt unser Spaziergang über die rundum erhaltene – korrekter: rundum wieder hergestellte – Stadtmauer. Die ist immerhin so breit, dass auch an der schmalsten Stelle zwei Fußgänger bequem nebeneinander laufen können, verfügt an jeder ihrer vier Ecken, die Stadt ist fast quadratisch angelegt, über einen kleinen „Platz“ und einen allerdings wahrlich winzigen Wehrturm.
Mitten in der Bucht liegt die Insel St. Nicola, wobei es sich eigentlich sogar um zwei Inseln handelt, weil an der der Stadt zugewandten Seite ein Teil des Felsens vom Hauptstück abgebrochen ist und nun als steinerner Klotz im Meer liegt, den jetzt wie eine bewaldete Rampe aussehende Hauptteil allein zurück lassend. Früher, so unsere Stadtführerin, hatten die Fischer auf diesem Eiland, immerhin die größte zu Montenegro gehörenden Inseln, dort ihre Weinterrassen; heute ist das Stück im Privatbesitz.
Der alte Kern von Budva, so erfährt man beim Spaziergang auf der Stadtmauer, ist von allen Seiten vom Wasser umgeben, nur durch eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden Und: Trotz aller Enge innerhalb der Mauern scheinen die Bewohner bemüht, jedes verfügbare Stück Grün zu erhalten, halten sich die Hausbesitzer mit einem Grundstück im Schatten der Stadtmauer ihre kleinen Gärten, wachsen hier Mistel- und andere Bäume, hält sich einer der Gärtner sogar Puten.
Richtig zum Leben zu erwachen scheint Budvas Herz allerdings erst bei Einbruch der Dunkelheit. Nun jedenfalls sind die Cafés und Restaurants gefüllt, drängen sich die Menschen durch die Straßen. Die Boutiquen haben auch nach 22 Uhr noch immer geöffnet.



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