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| Altstadt-Gassen
innerhalb der Stadtmauer von Riga |
Das
Schwarzhäupterhaus der unverheirateten Kaufmänner. |
Gedenkstätte
für die im Wald von Rumbula ermordeten Juden |
Das
Hanse-Museum im Keller des Schwarzhäupterhauses |
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| Das
Haus der Schwertbrüder ist Rigas ältestes Steinhaus. |
Der
Dom, die älteste und lange Zeit größte Kirche der Stadt |
Blick
auf die Oper, im 19. Jahrhundert die "Deutsche
Oper" |
Die
Freiheitsstatue, gebaut während der ersten
Unabhängigkeit |
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Die
Kartenverkäuferin im Jugendstil-Museum in der
"Vorstadt " |

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Ein
Jugendstil-Haus, nun genutzt als Botschaftsgebäude |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Beschriebene Orte und
Sehenswürdigkeiten: Altstadt-Bummel
mit Pulver-Turm
und Schweden-Tor,
"Jüdisches
Riga" mit
Ghetto-Museum,
Große Choral-Synagoge,
Jüdischer Friedhof,
Gedenkstätte Rumbula
und Gedenkstätte
Bikernieku, Altstadt-Bummel
mit Rathaus-Passage,
Schwarzhäupterhaus,
Schwertbrüderhaus
und Dom,
Zentralmarkt,
Nationaloper,
Freiheitsstatue, Laima-Säule, Vorstadt
und Jugendstil
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Donnerstag,
30. September 2010: Altstadt-Bummel, „Jüdisches Riga“ mit Ghetto-Museum,
Große Choral-Synagoge, Jüdischer Friedhof, Gedenkstätte Rumbula, Gedenkstätte
Bikernieku, Rigaer Vorstadt
Rund
90 Minuten dauert der Flug mit Air Baltic von Berlin-Tegel nach Riga. Gegen
11.15 Uhr, wir sind eine Stunde verspätet abgeflogen, befinden wir uns in der
Nähe von Riga, über einer Landschaft voll weiter Felder, immer wieder
unterbrochen durch Waldflächen, durchsetzt von zahlreichen Seen.
Auf
dem modernen, großzügigen Flughafen scheint die Gepäckausgabe allerdings
noch nicht voll durchorganisiert. Auf den Anzeigetafeln der Gepäckbänder
jedenfalls ist die Maschine aus Berlin nicht vermerkt, das Gepäck kommt dann
schließlich aber doch mehr oder weniger unangekündigt auf einem dieser Bänder
an. Und das war auch nicht das erste Gepäck-Problem mit Air Baltic: für den
Koffer, den ich aufgeben wollte, sollte ich stolze 25 Euro Gebühr entrichten.
Die Preisstaffel für Gepäck: Wer als Air-Baltic-Club-Mitglied gleich bei der
Online-Buchung das Gepäck anmeldet, zahlt 15 Euro pro Stück, wer das als
Air-Baltic-Mitglied erst am Flughafen macht, 20 Euro – und Nicht-Mitglieder
da eben 25 Euro.
Und
das scheint nicht allen Passagieren unbedingt so klar zu sein. An der Kasse
vom Flughafen Berlin-Tegel höre ich jedenfalls, dass die Leute immer wieder
von der Gebühr überrascht sind und mächtig fluchen. Mir wird die Gebühr
dann aber doch erlassen, weil sich mein Name auf der Einladungsliste von Air
Baltic findet und ich in der Business Class fliege. In der bin ich dann der
einzige Passagier – und bekomme ein Essen serviert, wie man es bei anderen
Fluggesellschaften so reichhaltig kaum noch erhält. Der einzige Unterschied
zwischen Business und Economy Class soll übrigens darin bestehen, dass man in
der Economy für dieses Essen rund neun Euro extra zahlen muss. Also zumindest
bei Versorgung und Service unterscheidet sich Air Baltic schon von anderen
Billig-Fliegern.
Mein
Hotel, das Neiburgs, ist ein prächtiger Jugendstil-Bau in einer der schmalen
Altstadtgassen, strahlt eine heimelige Atmosphäre aus, verbunden mit einem
Hauch von Luxus. Jugendstil-Ornamente verzieren die Fassade, die Decken des
Zimmers, von seiner Anlage her eine in Schlafzimmer, Essecke, Küche und Bad
unterteilte Suite sind ebenfalls mit Stuck verziert. Und von meinem Fenster
aus habe ich den Turm des mittelalterlichen Doms im Blick.
In
unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich noch ein weiteres Hotel, doch
ansonsten beherrschen kleine Häuser von romantisch-mittelalterlichem Aussehen
das Bild dieser Gasse. Eines dieser schmalen Häuschen, schmal und blau angetüncht
mit leicht kitschigen Fassadenmalereien, nun als Restaurant genutzt, trägt
die Jahreszahl 1221. Das Haus selbst ist natürlich kaum aus dem 13.
Jahrhundert – aber vielleicht soll die Jahreszahl ausdrücken, dass an
dieser Stelle schon 1221 ein Gasthaus stand. Möglich wäre das jedenfalls.
Mit
Guna, der Vertreterin vom Rigaer Tourismus-Büro, unternehme ich einen ersten
Spaziergang durch die Altstadt Wir
passieren einen größeren Altstadtplatz, belegt mit den insgesamt 1200 Plätzen
eines Straßencafés, daneben, wieder hergerichtet, der Jugendstil-Palast des
Russischen Theaters. Allerdings würde man hier nicht unbedingt sofort auf ein
Theater tippen. Mit seinen großen Fenstern hätte dieser Bau auch ein mondänes
klassisches Kaufhaus sein können.
In
einer großen Glasvitrine steht am Rand dieses Platzes ein stilisierter
Weihnachtsbaum aus Kristall oder Glas. Riga begeht gerade den 500. Jahrestag
des ersten Weihnachtsbaumes, der in der Stadt aufgestellt wurde, gestiftet von
der Kaufmannsgilde, und an dieses Ereignis erinnert nun nicht nur dieser
Glas-Weihnachtsbaum, sondern der mit bunten Blumen verzierte
Plastik-Sommer-Weihnachtsbaum einige Schritte weiter auf dem Platz zwischen
Rathaus und Schwarzhäupterhaus, dem einstigen Haus der Gilde der
unverheirateten Kaufleute, einem roten, auf mittelalterlich nachempfundenen
Backsteinbau, auch der erst vor wenigen Jahren wieder rekonstruiert.
Vorbei
am roten Pulver-Turm aus der Zeit der schwedischen
Herrschaft über Riga, nun Sitz des Kriegsmuseums, geht es zur Stadtmauer aus
rotem Backstein, auch die nicht wirklich aus dem Mittelalter, sondern
ein rekonstruiertes Überbleibsel aus der Schweden-Zeit. Dieser Mauer gegenüber
befindet sich eine Zeile ehemaliger Offiziershäuser, nun meist in Andenkenläden
umgewandelt, Häuser aus der Zeit von Zarin Katharina, errichtet anstelle der
Holzhäuser der schwedischen Armee, die ursprünglich hier standen.
Durch
das „Schweden-Tor“, eigentlich nicht viel mehr
als der Durchbruch durch ein grauen Wohnhaus, in dem früher der Henker von
Riga gelebt haben soll, gehen wir zurück in die Gassen der Altstadt, vorbei
an alten Bäckerei oder einem Kontor, wo an der Außenmauer noch die Kran- und
Hebeanlagen zu sehen sind, zu dem großen Altstadtplatz beim Russischen
Theater, wo wir uns mit Edith treffen.
Edith,
ursprünglich russischsprachige Chemielehrerin, nun Chefin einer
Tourismus-Agentur, wird die Führerin meiner Tour durch das „Jüdische
Riga“. Sie selbst kommt ebenfalls aus einer jüdischen Familie, die nun,
seit der Unabhängigkeit Lettlands, weit verstreut zwischen Kanada und Israel
lebt. Ihr Großvater jedenfalls gehörte zu wohlhabenderen Juden von Riga,
konnte mit seiner Familie die Stadt aber noch rechtzeitig vor der Besetzung
durch die Nationalsozialisten verlasen, ist aber dann als Angehöriger der
Roten Armee gefallen.
Ediths
Vater konnte dann zwar in einer der großen Rigaer Fabriken Karriere machen,
aber besondere Privilegien scheint ihnen das nicht eingebracht zu haben. Die
Wohnung, die den Großeltern gehört hatte, blieb jedenfalls verloren – und
so lebte die Familie die ganze sowjetische Zeit in der Wohnung einer anderen
Angehörigen, zusammen allerdings mit anderen Familien, weil es eben so eine
große Wohnung war...
Die
erste Station unserer Tour ist das an der Daugava, in der Nähe der
Markthallen gelegene Ghetto-Museum. Das wurde erst
vor kurzem im halb zerfallenen Gebäude eines ehemaligen Handelskontors eröffnet,
erzählt nun die Geschichte der bis zu 40000 Menschen zählenden jüdischen
Gemeinde von Riga. Das Museum selbst ist zwar gerade geschlossen, aber die
Schautafeln vor dem Museum mit den alten Fotos sind dafür frei zugänglich.
Gezeigt
werden Bilder einstiger jüdischer Wohnhäuser, klein, ärmlich und meist aus
Holz, die bescheiden zu nennenden Hütten früherer Rabbis, aber auch
Familienfotos von wohlhabenderen Juden. Riga, erzählt Ruth, war immerhin die
erste Stadt im zaristischen Russland, die auch eine Höhere Schule nur für jüdische
Kinder hatte, und so sieht man Fotos von den Schülern, von Lehrern, von
anderen Persönlichkeiten, die im Gemeindeleben eine Rolle spielten, darunter
auch David Ben-Gurion, der sich eine Zeit lang in Riga aufhielt.
Neben
dem Museumsgebäude wurde eine Kopfsteinstraße so umgebaut, wie in Zeit der
nationalsozialistischen Okkupation die Straßen zum Ghetto aussahen: mit
Stacheldrahtverhau links und rechts, und dazu stehen nun auf der linken Seite
dieses Weges Schautafeln mit der von den Plakaten und Flugblättern der
damaligen antisemitischen Propaganda, zum großen Teil Karikaturen, die die
Juden als Erfüllungsgehilfen von Stalin zeigen, während auf den Tafeln
rechts die Namen der 70000 ermordeten lettischen Juden verzeichnet sind.
Wirkungslos blieb die NS-Propaganda übrigens nicht – und zahlreiche Letten
haben sich, wie Edith erzählt, an den von den Nationalsozialisten betriebenen
Verfolgungsmaßnahmen und den Massenmorden aktiv und willig beteiligt.
Vom
Ghetto-Museum aus fahren wir zu den Resten der „Großen
Choral-Synagoge“. Neben
deren Ruine steht nun ein Denkmal, bestehend aus weißen Stelen, mit den Namen
der Letten, die während der NS-Okkupation verfolgte Juden gerettet hatten. Es
sind doch einige hundert Namen, die hier auf den Säulen verzeichnet sind.
Von
der Synagoge selbst sind außer den Fundamenten und links und rechts einigen
Außenmauern keine größeren Reste erhalten geblieben. Zu Beginn der
Judenverfolgung hatten sich 300 Menschen in die Synagoge geflüchtet, die dann
von den Nationalsozialisten angezündet wurde. Aber der Bau war damals nicht völlig
abgebrannt: Weiter abgerissen – was man nun von den Außenmauern sieht, sind
Rekonstruktionen – wurde er in der folgenden Stalin-Ära!
Durch
die Hauptstraße des einstigen Ghettos, vorbei am Jüdischen Krankenhaus,
einem unscheinbaren weißen Gebäude, bei dem der Putz abblättert, sowie an
halb zerfallenen, wohl auch leer stehenden Mietshäusern fahren wir nun zu dem
Park, der einst der Jüdische Friedhof Rigas
war.
Daran
erinnern allerdings nun nicht viel mehr als der Gedenkstein mit dem Davidstern
am Eingang des Parkes sowie die verstreuten Fundamenten einiger Grabstellen.
Zerstört wurde der Friedhof, wie Edith berichtet, erst in sowjetischer Zeit,
weil die Stadtverwaltung hier einen weiteren Park errichten wollte. Geworden
ist daraus allerdings nur ein kleiner, unscheinbares Parkgelände -
während die Grabsteine wohl für den Straßenbau verwendet wurden.
Unsere
nächste Station ist die Gedenkstätte von Rumbula, ein
Wald, der während der NS-Okkupation noch außerhalb des Stadtgebietes von
Riga lag, begrenzt von einem Bahndamm und einem kleinen Flüsschen, der nun
allerdings fest vollständig versandet und zugewachsen ist, so, wie auch das Wäldchen
nicht mehr außerhalb der Stadt liegt, sondern zum Stadtwald wurde, von den
Einwohnern Rigas auch gern als Ausflugs- und Picknickziel genutzt wird.
Dabei
soll er doch eigentlich als Gedenkstätte und Mahnmal für 40000 Rigaer und
lettischen Juden dienen, die hier von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
Ein Mahnmal weist den Weg, den die Verfolgten zunächst entlang getrieben
wurden, dann markieren Hügel mit Gedenksteinen die Stellen, an denen die
Opfer in mehreren Lagen übereinander liegend verscharrt wurden.
Lediglich
von einer jungen Frau ist verbürgt, dass sie das Massaker überlebt hat.
Wegen ihrer blonden Haare und ihres „nordischen“ Aussehens konnte sie den
Nazi-Schergen weis machen, sie wäre nur wegen eines Irrtums im
Todestransport. Die verunsicherten Wachen ließen sie gehen, die Frau fand
Unterschlupf bei einem Freund – und wurde dann in der Sowjetzeit nach
Sibirien deportiert, weil sie angeblich eine Kollaborateurin gewesen sein
soll. Später durfte die Überlebende nach Israel ausreisen, wo sie dann ein
Buch über ihr Leben schrieb.
Dazu
berichtet Edith von einer weiteren vermeintlichen Rettung aus dem Wald von
Rumbula, eine Geschichte, an der sie aber ihre Zweifel äußert. Eine der von
ihr betreuten Riga-Besucher habe erzählt, auch sie sei hier als Kind zur
Erschießung hergetrieben worden, wäre aber nicht getroffen, sondern noch
lebend zusammen mit den Toten verscharrt worden und hätte sich Stunden später
befreien und aus dem Wald fliehen können. Die Frau, so Edith, habe, wie sie
herausfand, tatsächlich in Riga gelebt, sei aber in der Zeit der
NS-Okkupation eher eine junge Frau als ein Kind gewesen.
Der
zentrale Hügel von Rumbula, gekennzeichnet von der Nachbildung einer Menora,
ist nun bedeckt von kleinen Feldsteinen, alle in der Form von Tränen. Dazu
tragen die Feldsteine die Namen der hier Ermordeten – und die davor in die
Erde eingelassenen Pflastersteine die Straßennahmen des Rigaer Ghettos.
Ein
kleinerer schwarzer Granitstein zeigt unterdessen, wie zu Sowjetzeiten mit dem
Gedenken an den Holocaust umgegangen wurde. Der Stein zeugt Hammer und Sichel,
dazu in mehreren Sprachen die Inschrift „Den Opfern des Faschismus“.
Dass in Rumbula allerdings alle Ermordeten Juden waren, kommt auf
diesem Gedenkstein nicht vor, sollte damals wohl auch vergessen gemacht
werden.
Etwas
weiter entfernt, fast schon außerhalb der Stadt, liegt die andere große
Gedenkstätte Rigas, im Wald von Bikernieku, dem
Wald, wo während der NS-Okkupation rund 20000 Juden aus ganz Europa ermordet
wurden. Die Anlage der Gedenkstätte ist ähnlich der von Rumbula, nur dass
hier im Zentrum keine Menora, sondern die Skulptur eines in zwei Teile
gebrochenen Davidsternes steht, die Gedenksteine dazu zu Gruppen
zusammengestellt sind, bei jeder Grippe dazu eine schwarze Granitplatte liegt
mit dem Namen einer der Städte, aus denen die Opfer des Massenmordes kamen,
auch aus deutschen Städten wie Coburg, Hamburg, Köln und Berlin.
Durch
Rigas Außenbezirke fahren wir nun zurück Richtung Altstadt. Da
geht es nun vorbei an den monotonen Plattenbauten der 60-er und
70-er Jahre des 20. Jahrhunderts, von den Rigaern als Sowjethäuser
bezeichnet, hier meist kleiner als die Plattenbau-Siedlungen in
anderen Städten, aber nicht minder eintönig. Wir kommen dann
auf, wie Edith sagt, „Rigas längste Straße“, fast einen
Boulevard, mit Wohn- und Geschäftshäusern, aber auch ehemaligen
Fabrikgebäuden, von denen zumindest die vorderen Fassaden an
Jugendstil-Paläste erinnern.
Die
Betreuung durch das Rigaer Tourismus-Büro, ist lückenlos: kurz
vor 19 Uhr werde ich von Unna, einer Studentin der
Betriebswirtschaft, im Nebenjob ebenfalls für das Tourismus-Büro
tätig, zum Abendessen abgeholt. Unser Restaurant, 20 Minuten Fußweg
von meinem Hotel entfernt, liegt in der so genannten Vorstadt,
entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts, ein Viertel der
gediegenen Wohnhäuser, alles solide wirkende Altbauten.
Unser
Restaurant, das Charlestons, ist zunächst noch leer, füllt sich
dann aber allmählich – und scheint zu den gerade
„angesagten“ Lokalen der Stadt zu zählen.
Dennoch halten sich die Preise im Rahmen. Ein großes Steak
kostet, Beilagen inklusive, 11 Lats, umgerechnet also rd. 15 Euro.
Freitag, 1.
Oktober 2010: Altstadt-Bummel mit Rathaus-Passage, Schwarzhäupterhaus,
Schwertbrüderhaus und Dom, Zentralmarkt, Nationaloper,
Freiheitsstatue und Laima-Säule, Daugava, Rigaer Vorstadt und
Jugendstil
Kurz
vor zehn Uhr holt mich Juris, mein Reisebegleiter für die Alt-
und die so genannte Vorstadt, im Hotel ab.
Zunächst
geht es wieder Richtung Rathaus und Schwarzhäupterhaus, durch die
Gassen, durch die ich auch schon am Vortag gegangen bin. Juris ist
übrigens nicht nur, wie er mir erzählt, Reiseleiter, sondern
betreibt auch einen Antiquitätenhandel, organisiert Konzerte und
makelt mit Immobilien. Mehr als einen Job zu haben scheint in
Lettland völlig normal.
In
einer der Nebengassen sind vor dem grauen Eingang eines
Restaurants etliche mittelalterlich anmutende Wimpel über die
Straße gespannt, stehen dazu mittelalterliche Karren vor den Häusern.
„Rosengral“ heißt das Lokal, ist Rigas einziges Lokal mit
„authentisch“ mittelalterlicher Küche, liegt dazu an der
„Rosen-Gasse“, benannt nach einer mittelalterlichen
Adelsfamilie, die wohl eine der reichsten Familien der Stadt war.
Jedenfalls,
so berichtet Juris, rankte sich um den Reichtum der Rosens die
Legende, dass die Tempelritter nach dem Verbot ihres Ordens durch
den Papst einen Teil ihrer Schätze in Riga bei den Rosens
versteckt hätten, darunter auch den Heiligen Gral.
Eine
andere, wahrscheinlichere Quelle des Reichtums der ehemaligen
Hansestadt an der Ostseeküste ist in fast jedem Schaufenster auch
des kleinsten Andenkenladens in der Altstadt zu bewundern:
Bernstein, Klumpen unterschiedlicher Grüße, verarbeitet zu
Broschen, Anhängern, Ketten und kleinen Bäumchen. Und Bernstein
gibt es natürlich auch in den Geschäften der unterirdischen Ladenpassage,
die man unter dem neuen Anbau des Rathauses eingerichtet hat.
Eines
der Geschäfte hier bietet dazu auch noch handgestrickte Fäustlinge
an, Handschuhe, die die Finger aber frei lassen, eine der großen
Strick-Traditionen des Landes. Früher hätten die Mädchen auf
den Dörfern fast ihre ganze freie Zeit mit dem Stricken solcher
Handschuhe verbracht, berichtet Juris, weil es nämlich üblich
war, dass die Braut bei ihrer Hochzeit jedem gast ein Paar solcher
Handschuhe schenkt. Und dabei seien die Muster und Farben je nach
Region oder Dorf völlig unterschiedlich, gebe es diesen Teil der
lettischen Nationaltracht in einigen hundert Variationen.
Ebenfalls
in der Rathauspassage zu sehen: Die schwarzen Reste des Stammes
einer alten Eiche, die hier bei den Schachtarbeiten ausgegraben
wurde.
Vom
Rathaus geht es zum gegenüberliegenden Schwarzhäupterhaus,
vorbei an der Rolandsfigur, die in der Mitte des Platzes steht.
Auch wenn das Schwarzhäupterhaus vielfach auch als das
herausragende Mittelalter-Denkmal Rigas schlechthin gilt –
errichtet wurde es in dieser Form erstmals im 17. Jahrhundert, ist
also, wie die meisten anderen „Mittelalter-Denkmäler“ Rigas,
ein Barock-Bau. Und das, was die Besucher heute sehen, ist auch
nur eine nach Fotos erstellte Rekonstruktion.
Denn
das barocke Schwarzhäupterhaus war im Krieg zerstört worden,
wurde in der Sowjetzeit auch noch nicht wieder aufgebaut. Überhaupt,
so Juris, hätten die Sowjets an der Altstadt kein wirkliches
Interesse gehabt, ließen sie weitgehend verkommen, planten eine
Straße quer durch die Altstadt, die Errichtung weiterer
Plattenbauten.
Aber
das nach der Unabhängigkeit wieder errichtete Schwarzhäupterhaus
kommt dem Original wohl ziemlich nahe, einschließlich der alten
Uhr an der Spitze der Vorderfront. Diese Uhr muss im 17.
Jahrhundert wirklich als Meisterwerk der Technik gegolten haben,
zeigte sie doch nicht nur die Stunden und Minuten, sondern auch
den jeweiligen Tag an, ein damals hochmodernes Fabrikat aus Nürnberg,
das an dieser prominenten Stelle den Reichtum und die Bedeutung
Rigas betonte.
Die
Kellergewölbe des Schwarzhäupterhauses beherbergen nun das
Hanse-Museum der Stadt, in dem alte Waagen und Handels-Utensilien
gezeigt werden, aber auch Originalstücke von der ursprünglichen
Fassade. Unter den Ausstellungsstücken: Der Gipsabdruck einer
Figur des Drachentöters St. Georg, die einst auch die Fassade
zierte.
In
den oberen Stockwerken unterdessen hat den alten Reichtum der
Gilde wieder voll herausgestellt. An den Wänden der repräsentativen
Räume hängen nun die Rekonstruktionen alter Stadt-Gemälde,
insbesondere von Lübeck, der Stadt, der Riga wohl besonders
verbunden war, die Vitrinen sind voll von massiven Silberarbeiten,
von Modellschiffen, Pokalen und anderem mehr alles aus schwerem
Silber.
Vom
Schwarzhäupterhaus sind es nur wenige Schritte – innerhalb der
Altstadt liegen eigentlich alle wichtigen Orte nur wenige Schritte
voneinander entfernt – zur St. Peter Kathedrale, deren 124 Meter
hoher Turm nun alle anderen Gebäude weit überragt. Hier sind wir
allerdings noch zu früh: Der Turm kann erst ab 11 Uhr bestiegen
werden – und so verpasse ich das Panorama, das man von der
Turmspitze aus zu sehen bekommen soll.
Wir
wenden uns statt dessen dem Schwertbrüderhaus
zu. Der weiße Bau ist eher unscheinbar, zeichnet sich allenfalls
durch seine drei großen, nun mit Holzläden verschlossenen
Fenster aus, zeigt weder Fachwerk noch Verzierungen, ist aber, aus
dem 14. Jahrhundert stammend, der älteste in Riga noch erhaltene
weltliche Steinbau.
Schnell
werfen wir noch einen Blick in die nun evangelische St.
Johann-Kirche mit ihrer spätgotischen Rückfront, kommen an einem
kleine Stück der alten Stadtmauer vorbei und an einem Haus, an
dem eine Gedenktafel an den Aufenthalt von Richard Wagner
erinnert, passieren ein recht hübsches Jugendstilhaus,
besuchen dann das Gebäude der Handwerkergilde, innen nicht
weniger prächtig als das Schwarzhäupterhaus eingerichtet, stehen
schließlich am mittelalterlichen Dom.
Für
5000 Plätze war dieser älteste Bau, der eigentlich am Anfang der
Rigaer Geschichte steht, angelegt gewesen – was man ihm von
außen nicht einmal unbedingt ansieht. Verglichen mit den
mittelalterlichen Sakralbauten anderer Städte wirkt eher ohnehin
eher unscheinbar, wuchtig in seiner Umgebung, aber nicht besonders
prächtig oder kunstvoll. Und doch war dies eben für mehrere
Jahrhunderte das gewaltigste Gebäude der Stadt.
Mit
dem Wagen fahren wir nun an die Daugava, zu den Hallen des Zentralmarktes.
Am Zentralmarkt herrscht dichtes Gedränge – und Juris steckt
seine Brieftasche in eine vermeintlich sichere Innentasche seiner
Jacke. Der Zentralmarkt, der täglich einige zehntausend Kunden
anlockt, sei auch der Treffpunkt der Taschendiebe, warnt er mich.
Errichtet
wurden die fünf Hallen des Zentralmarktes, relativ modern
erscheinende Stahlkonstruktionen, in den 20-er Jahren des 20.
Jahrhundert. Die waren damals aber auch kein wirklicher Neubau.
Vielmehr hatte die Stadtverwaltung die Hallen, die die deutschen
Truppen im während des ersten Weltkrieges von ihnen besetzten
Kurlandes für den Bau von Zeppelinen errichtet hatten, hierher
bringen lassen und zu Markthallen umfunktioniert. Entsprechend
hoch und geräumig sind die Hallen nun also auch, weswegen das
Gedränge an den Ständen außerhalb der Hallen auch etwas
größer als in den Hallen selber ist.
Wir
scheuen in die Halle mit dem Fischmarkt. Obwohl es schon fast 12
Uhr mittags ist, gibt es hier immer noch frischen Fisch, teilweise
auch lebende Fische in kleinen Becken, Unmengen von Heringen,
Krabben, Meerestiere aller Art. Der Fischgeruch ist allerdings
auch sehr eindringlich!
Bei
den Einwohnern von Riga, so Juris, sei der Markt nicht nur so
beliebt, weil hier täglich alles frisch sei, sondern vor allem
deshalb, weil die Lebensmittel hier trotzdem billiger als im
Supermarkt wären.
Mit
einigen Minuten Verspätung kommen wir nun an der Nationaloper
an, wo mich Guna bereits zu der vereinbarten Führung erwartet.
Das klassizistische Gebäude stammt, wie ich bei der Führung dann
höre, eigentlich aus dem Jahr 1863, brannte 1885 ab, wurde dann
bis 1888 wieder aufgebaut.
Hier
in der Nationaloper legte man wirklich wert auf die
Originalstücke – und selbst die Kleiderbügel in den Garderoben
sollen noch die ursprünglichen sein. Jedenfalls sehen sie
wirklich sehr altertümlich aus.
Der
Zuschauerraum mit dem Parkett und den drei Rängen sowie den
Logen, nun die Logen des Präsidenten und der Minister, war
ursprünglich auf stolze 1600, nun wegen der
Brandschutzbestimmungen „nur“ noch 1400 Plätze ausgelegt. Und
über der Bühne prangen die Porträts von Wagner, Schiller und
anderen deutschen Dichtern und Komponisten. Der einige
Nicht-Deutsche in dieser Galerie ist Shakespeare. Denn: Die
Lettische Nationaloper war ursprünglich als Opernhaus für die
deutsche Oberschicht von Riga gebaut worden – und bis zur ersten
Unabhängigkeit nach dem Ersten Weltkrieg gab es hier auch nur
deutsche Stücke zu sehen.
Wie
auch immer: Beeindruckend ist jedenfalls vom Balkon der „Belle
Ètage“ der Ausblick auf den unter uns liegenden Park, eine
überaus gepflegte Anlage, wie es sie viele entlang der Kanäle
von Riga gibt.
Nach
dem Opernbesuch schlendern wir an der Freiheitsstatue
vorbei, ein eher typisches Nationaldenkmal im heroischen Stil mit
kriegerischen Darstellungen, dann einer allegorischen Frauenfigur
an der Spitze, die in ihren empor gehobenen Händen einen
Ährenkrank mit drei Sternen hält. Errichtet wurde dieser Bau mit
Spendengeldern aus der Bevölkerung während der ersten
Unabhängigkeit in den Jahren von 1931 bis 1935, genau an der
Schnittstelle von Rigaer Altstadt und ehemaliger Vorstadt, und
zwar auf dem Platz, an dem bis zu diesem Zeitpunkt eine
Zarenstatue stand.
Die
drei Sterne, so die ursprüngliche Bedeutung, stehen übrigens
für die drei Provinzen Lettlands, erzählt mit Juris später bei
meinem zweiten Besuch an der Freiheitsstatue, doch zu Sowjetzeiten
habe man dann versucht, die Geschichte umzudeuten. Da hieß es
dann, die Frauenfigur stelle die Sowjetunion dar, die schützend
die „befreiten“ baltischen Staaten in ihren Händen halte.
Aber glücklich, so Juris, wurde die sowjetische Stadtverwaltung
mit der Freiheitsstatue nicht – und setzte wohl darauf, dass ihr
der Verkehr, den man damals gnadenlos an ihr passieren ließ,
eines Tages den Rest geben würde. Erst nach der Unabhängigkeit
wurde die Straße mit der Freiheitsstatue dann wieder für den
Autoverkehr gesperrt.
In
unmittelbarer Nachbarschaft zur Freiheitsstatue steht übrigens
eine andere Säule, die, so Guna, der beliebstete Punkt für
Verabredungen in er Stadt ist: Die Laima-Säule, eine
Reklame-Säule für die in Riga seit dem 19. Jahrhundert
hergestellte Laima-Schokolade – und ihrem Aussehen nach zu
urteilen dürfte auch diese Säule noch aus der Wende vom 19. zum
20. Jahrhundert stammen, eine nostalgische Erinnerung an Zeiten,
als Reklame noch etwas Besonderes im Stadtbild war.
Zum
Mittagessen in einem Restaurant an der Daugava fahren wir über
den Fluss – und kommen auf der anderen Seite in ein gänzlich
anderes Riga. Von Urbanität ist hier nichts mehr zu spüren. Man
sieht etliche Holzhäuser, umgeben von wilden Gärten, etliche Gebäude
aber auch verfallen. Das alles wirkt teilweise wie ein
ausgestorbenes Dorf.
Unser
Restaurant liegt gegenüber dem Fährhafen von Riga – wo gerade eine der Fähren
liegt, die täglich nach zwischen Riga und Stockholm verkehren.
Nach
dem Mittagessen geht es wieder zurück auf die andere Seite der Daugava, zunächst
in das Rigaer „Kulturbüro“, wo ich mich mit einigen Mitarbeiterinnen
treffe, die die Veranstaltungen für das Jahr 2014 vorbereiten, wenn Riga eine
der beiden europäischen Kulturhauptstädte sein wird. Ein Teil dieses
Programms, so sagt mir die Vertreterin des Organisationsbüros wird dabei auch
die Vergangenheit und die Zukunft des Bernstein sein. Immerhin, so hätten
auch archäologische Funde gezeigt, hätten die Bewohner des Baltikums über
die Bernsteinstraße schon in der Bronzezeit vor rund 4000 Jahren mit den
damaligen Zivilisationszentren am Schwarzen und am Mittelmeer in regen
Handelsbeziehungen gestanden. Und was die Zukunft des Bernstein betrifft, läge
die weniger in der Schmuckgewinnung, als vielmehr in der medizinischen
Verwendung für Knochen- und Gelenk-Transplantate.
Es
ist schon gegen 16 Uhr, als mich Juris vom Kulturbüro für unsere
Besichtigung der Jugendstil-Bauten
der Rigaer Vorstadt abholt. Der Begriff Vorstadt bezieht sich übrigens
darauf, dass die Stadtmauer mit Erlaubnis des Zaren erst in der Mitte des 19.
Jahrhunderts eingerissen werden durfte – und Riga daraufhin regelrecht
explodierte, die Vorstadt, bis dahin eine Ansammlung kleiner Holzhäuser, zum
neuen urbanen Zentrum wurde. Die wenigen Holzhäuser die diesen Bauboom des
19. Jahrhunderts überstanden, sind nun zwar auch denkmalgeschützt, aber dass
Riga zu weiten Teilen auch zum Unseco-Weltkulturerbe erhoben wurde, verdanke
es nicht so sehr seiner mittelalterlich rekonstruierten Altstadt, sondern vor
allem der Vorstadt mit ihren fast vollständig
und original erhaltenen Jugendstilbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Gleich
neben dem Bürogebäude, in dem sich das Kulturbüro befindet, liegt der Park,
der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schauplatz einer Jugendstil-Ausstellung
war, eine Ausstellung, von dem nun noch der Pavillon steht, in dem man damals
die Eintrittskarten kaufen musste.
Bis
in das Jugendstil-Viertel sind es von nur wenige Gehminuten, und gleich als
erstes kann ich zwei direkt nebeneinander stehende luxuriöse Bauten
bewundern, eines in gelb gehalten, das andere bläulich, beide mit Löwenköpfen
und allegorischen Frauenfiguren verziert, Mietshäuser für die oberen 10 000,
zu Sowjetzeiten dann eine Dienststelle des KGB. Das blaue Gebäude dient heute
als Akademie. Das gelbliche Eckhaus daneben, dessen Fassaden an den beiden
Straßen, an denen es steht, übrigens ganz unterschiedlich gestaltet sind,
beherbergt nun die irische und die belgische Botschaft.
Entworfen
hat diese beiden Prunkbauten der Ingenieur Michael Eisenstein, ein zum
Christentum übergetretener Jude, der aus Russland zugezogen war, Vater des
Filmregisseurs Sergej Eisenstein. Michael Eisenstein, von dem wir noch einige
weitere Häuser sehen, hat insgesamt 24 Jugendstil-Bauten dieser Art in der
Rigaer Vorstadt errichten lassen. Nach dem ersten Weltkrieg siedelte er übrigens
nach Berlin über, wo er in den 20-er Jahren starb.
Gleich
neben dem jetzigen Botschaftsgebäude, auf der anderen Seite der Straße
befindet sich etwas einfachere Haus eines anderen Jugendstil-Architekten,
ebenfalls in Gelbtönen, das Haus, in dessen erstem Stockwerk nun das
Jugendstil-Museum zu finden ist. Fantastisch: Der Blick in das mit
Jugendstil-Ornamenten bemalte Treppenhaus, in dem eine Wendeltreppe
schwungvoll nach oben führt, scheinbar wie in eine Kuppel.
Und
von solchen Wohnungen haben die meisten Menschen damals wohl nicht einmal zu
träumen gewagt! Das Appartement für die vornehme Familie zählt etliche Räume,
ein repräsentatives Wohnzimmer, eine Ess-Ecke, einen Empfangsraum, mehrere
kleinere Schlafzimmer, alle mit Jugendstil-Möbeln bestückt, eine Küche,
neben der sich dann auch der winzige Raum für das Dienstmädchen befindet,
ein Badezimmer mit gusseiserner Wanne und einen Toilettenraum mit Wasserspülung.
Die Toilette ist allerdings auch das einzige Originalstück, das sich schon
damals hier an Ort und Stelle befand. Während der Sowjetzeit dienten die
jetzigen Museumsräume nämlich als so genannte kommunale Wohnung – in der
natürlich mehrere Familien leben mussten.
Zurück
in der Altstadt zeigt mir Juris noch kurz den Komplex der „Drei Brüder“,
drei Wohnhäuser, von denen eines noch aus dem 16. Jahrhundert stammt, damit
das älteste erhaltene Wohnhaus der Stadt sein dürfte, bevor ich zum
Abendessen ins Hotel gehe.
2.
Oktober 2010: Altstadt-Bummel
Gegen
10 Uhr holt mich mein Taxi wieder ab zum Flughafen – so dass ich
nach dem Frühstück noch eine knappe Stunde Zeit für einen
letzten Altstadt-Bummel habe.
Der
führt mich natürlich noch einmal zum Dom und zum Zentralplatz
mit dem Straßencafé, wo es jetzt aber fast völlig menschenleer
ist. Nur einige Betrunkene, die ersten, die ich hier sehe,
befinden sich wohl gerade auf dem Nachhauseweg. Auch die Geschäfte
sind vor zehn Uhr noch alle geschlossen.
Auf
dem Flughafen hat sich vor den Abfertigungsschaltern von Baltic
Air eine riesige Schlange gebildet, zumal alle Flüge von Baltic
Air auch zusammen abgefertigt werden. Zum Glück kann ich an dem
fast leeren Schalter der Business Class einchecken – und habe
diesmal auch mit dem Gepäck keinerlei Probleme.
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