Kroatien, Dalmatien: Split, Seite 5

Eine Tour durch Split, der Metropole von Dalmatien, der Stadt aus dem römischen Kaiserpalast



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Auf den Spuren der Antike

Klicke auf das BildSplits Vorstädte wurden auf den Überbleibseln der alten Römerstadt gebaut - und so passieren wir bei der Anfahrt die Reste der römischen Aquädukte, immer noch als Wasserleitungen in Betrieb, nun gelegen zwischen "modernen" Wohnblocks im sozialistischen Stil der 50’er und 60’er Jahre.
Von der Hafenpromenade findet man ganz leicht den Eingang zur eigentlichen Altstadt: Der Turm der Kathedrale ist ein sicherer Kompass.
Das deutsche Konsulat befindet sich übrigens zusammen mit dem britischen unmittelbar an der Hafenpromenade, schräg gegenüber liegt ein "Café Genscher" - die Verehrung der Kroaten für die Bundesrepublik Deutschland und ihren Ex-Außenminister hat schon fast peinliche Züge.
Einige der Wohn- und Geschäftshäuser an der Hafenpromenade, die sich auf den ersten Blick kaum von "normalen" Häusern unterscheiden, gehören bereits zum Diokletian-Palast. Die Säulen ihrer Vorbauten stammen aus der Römerzeit - denn während der Völkerwanderung wurde die mittelalterliche Stadt in den Palast hineingebaut.


Palast-Ruinen als eigene Stadt

Klicke auf das BildDurch ein Tor geht es nun in den Palast-Stadt-Bezirk, wobei wir zunächst einige "Museumsgewölbe" inspizieren. In die Decken dieser Gewölbe sind Löcher hineingeschlagen worden: Über den Palast-Gewölben liegen die frühen mittelalterlichen Wohnhäuser - und die brauchten eben auch Schächte für Abfälle und Abwässer, das dann eben einfach in die darunter liegenden Römergewölbe ging.
Mittelalterliche Steinbauten zwischen römischen Säulengängen, das Mausoleum Diokletians als christliche Kirche - die Nutzung eines antiken Palastes als mittelalterliche Stadt prägt das ganze Areal. Respekt vor Altertümern ist eben eine Erfindung unserer Zeit - und selbst unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg entstanden hier noch einige Neubauten, die jetzt gar nicht hierher zu passen scheinen.
Das Faszinierende der Tunnelgewölbe, die in die Altstadt führen, ist aber  gar nicht die Mächtigkeit dieses 1700 Jahre alten Baus, es ist schlicht und ergreifend der Umstand, dass dieser Haupttunnel, der Promenade und Altstadt verbindet, nun als Unterstand der Souvenirhändler genutzt wird.
Das Faszinierende sind nicht das Mausoleum Diokletians, der Kirchturm daneben oder die Sphinxen davor; das Faszinierende ist, dass man unmittelbar vor dieser Kulisse in einem Café sitzen kann, das sind die improvisiert aufgestellten Tische und Stühle in den alten Palastnischen, die aus den Fenstern hängende Wäsche zwischen antiken Mauern, das moderne Geschäft in einer wie auch immer früher genutzten Halle oder Kammer.
So gesehen machen selbst die profanen Neubauten aus der Zeit nach 1945 - es sind ohnehin nur wenige - ihren Sinn.


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