Kroatien, Dalmatien: Biokovo und Makarska, Seite 2

Über Mali Ston zur Felslandschaft des Biokovo-Nationalparks und ein Besuch von Makarska, dem Zentrum der Makarska-Riviera



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Über Mali Ston durch Bosnien nach Norden

Klicke auf das BildDie Hauptstraße nach Norden entlang geht es von Dubrovnik nach Mali Ston, einem kleinen Ort, wo Austern gezogen werden. So hübsch die Bucht hier auch sein mag - der Ort selbst ist noch geprägt von den Spuren des Krieges. Am "Hafen" sind die Fassaden und die Räumlichkeiten der beiden Restaurants wieder instandgesetzt, aber der "Rest" der Gebäude sind reine Ruinen.
Bei unserer Weiterfahrt zur Makarska-Riviera passieren wir nun hinter einer großen Brücke die Grenze nach Bosnien-Herzogowina. Eine Polizeistation, eine Fahne - aber keine Kontrollen. Das Polizeihäuschen hätte auch eine andere Bedeutung als eine Staatsgrenze haben können.
Das Badestädtchen Neum ist die einzige Ortschaft in dem kleinen Küstenstreifen Bosniens. Wie auch die anderen Orte an diesem Teil der Adriaküste ist Neum steil in die Hänge gebaut - und stehen inmitten der kleinen Häuser nun leider einige hässliche Hotelklötze, in die aber keine Gäste mehr kommen.
Wieder in Kroatien legen wir an der Makarska-Riviera einen Zwischenstop in dem kleinen Ort Igrane ein. Im Hafen des Fischerstädtchens liegen einige Boote, es gibt einen Kiesstrand - und vor allem enge Gassen. Man hat den Eindruck, als seien die kroatischen Dörfer und Städte schon immer auf Verteidigung hin angelegt worden.

Die Felslandschaft des Bikovo

Klicke auf das BildDer Nationalpark Biokovo ist eine Felslandschaft mit dem höchsten Punkt von 1700 Metern, bewachsen mit Büschen, auf mittlerer Höhe auch von einigen Fichtenwäldern und durchzogen von einer schmalen einspurigen Straße, die kaum genug Platz für unseren Reisebus bietet. Früher, so erklärt Nino, unser Reiseleiter vom Kroatischen Fremdenverkehrsbüro, war diese noch in der Zeit der österreichischen Herrschaft gebaute Straße die einzige Verbindung Makarskas mit dem Hinterland.
Von einem Aussichtspunkt schauen wir über die Dalmatinische Küste. Ein weißer Gedenkstein erinnert an die Partisanenbewegung, die auch hier im Gebirge während des zweiten Weltkrieges aktiv war - und unter uns liegt das malerische Makarska mit den vorgelagerten Inseln.
Wir fahren die kurvenreiche Straße weiter hinauf, müssen immer wieder anhalten, wenn uns ein Fahrzeug entgegenkommt. Auf unserem Weg sehen wir vereinzelte Steinmauern, Reste früherer kleiner Dörfer, auch einige bestellte Kartoffeläcker.
Schließlich stoppen wir wieder und machen uns zu Fuß auf den Weg zu einem 1400 Meter hohen Felsgipfel. Hornvipern, die hier leben sollen, bekommen wir während unseres vielleicht 30minütigen Marsches nicht zu Gesicht, aber immerhin kreuzt vielleicht hundert Meter entfernt eine Bergziege, ein Mufflon, unsere Route. Dem Mufflon scheint auch diese Entfernung noch zu nahe zu sein - und eilig klettert es die gegenüberliegenden Felsen hoch.
Wir passieren noch ein Fichtenwäldchen und stehen schließlich auf dem Felsplateau, sehen über die komplette Küste bis zu dem vielleicht 50 Kilometer entfernten Split.

An der Makarska-Riviera

Klicke auf das BildUnterhalb des Biokovo-Nationalparks, wieder an der Küste, besuchen wir Makarska, den Hauptort dieses Küstenstreifens. Von der Anlage her unterscheidet sich Makarska nicht von den benachbarten Orten, nur, dass hier alles etwas größer ausfällt. Eine Hafenpromenade mit Palmen, Kirchtürmen, Cafés und Rathaus, dahinter schließen sich die engen verwinkelten Gassen an.
In Makarska findet gerade der Mazoret, der Wettkampf der Trachtengruppen der Region, statt. Kleine Mädchen marschieren im Gleichschritt und stockschwingend zu Verdis Triumphmarsch und dem River-Kwai-Song - und den meisten Applaus des einheimischen Publikums bekommt die Gruppe aus Mostar, das ja nicht zu Kroatien, sondern zu Bosnien-Herzogowina gehört. Ich bin mir nicht sicher, ob der Applaus wirklich der Vorführung gilt oder nicht vielmehr eine Demonstration des kroatischen Nationalismus und seines Anspruchs auf bosnisches Gebiet ist.



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