Dubrovnik, das mittelalterliche Ragusa, Split, die alte römische Kaiserstadt - das sind an der Dalmatinischen Küste die Perlen der Adria.

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Kroatien: Dalmatien - Inseln, Buchten, Wasserfälle und ein Steinbruch der Geschichte

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In den Gassen der Altstadt von Dubrovnik, "Perle der Adria" Panoramablick auf Dubrovnik, das mittelalterliche Ragusa Mali Ston,  Fischerort mit bekannter Austerzucht Der Biokovo-Nationalpark an der Makarska-Riviera

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Makarska - das Zentrum der "Makarska-Riviera" Mittelalterliches Stadtbild von Hvar, Hauptstadt der Adria-Insel Panoramablick über den Krk-Nationalpark In den engen Gassen der Küstenstadt Trogir

Panoramablick auf Split, die Hauptstadt Dalmatiens

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Splits Altstadt - gebaut inden Palast von Kaiser Diocletian

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Die Reiseroute: Dubrovnik,   Konavle, Cavtat, Mali Ston, Neum, Igrane, Tucepi, Biokovo, Makarska, Insel Brac,   Sumartin, Selca, Bol, Insel Hvar, JelsaHvar (Stadt), Krka-Fälle, Sibenik, Trogir, Split

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Freitag, 15. Mai 1998: Berlin - Frankfurt - Dubrovnik

Mit der Gepäckausgabe auf den Flughäfen ist es doch immer das gleiche: Irgend etwas geht schief. In Frankfurt gibt es Probleme mit dem Förderband. Meine Tasche - und das Gepäck der Mitreisenden - kommen nicht. Entweder läuft das Förderband leer - oder gar nicht. Eine halbe Stunde muss ich warten, komme dadurch zu spät am ITS-Schalter an, die anderen Leute unserer Gruppe sind schon weg, und ich mache mich nun allein auf den Weg zur Abfertigung von Croatia-Airlines - wo ich dann allerdings als erster eintreffe.

Pünktlich um 17.30 Uhr startet die Maschine, nach 19 Uhr überfliegen wir die Adriaküste: Felsige Berge, grüne Inseln - und schließlich Dubrovnik, dessen mächtige Stadtmauern auch aus der Luft deutlich zu erkennen sind.

Die Dörfer auf dem Weg zwischen Flughafen und Dubrovnik machen einen sauberen und sogar erstaunlich wohlhabenden Eindruck. Allerdings: Neben den Neubauten sieht man noch häufig die Ruinen des Krieges, und in einigen Fassaden sind die Einschüsse noch deutlich sichtbar.

Unser Hotel liegt auf der Halbinsel Lapad, außerhalb der Stadt. Eine Besonderheit nicht nur unseres Hotels: Weil die Küste so steil ist, die Felshänge fast bis ans Meer reichen, liegt der Eingangsbereich mit der Rezeption im obersten Stockwerk - und dann fährt man mit dem Fahrstuhl zu den Zimmern hinab.

Samstag, 16, Mai 1998: Dubrovnik - Konavle - Cavtat - Mali Ston - Neum - Igrane - Tucepi

Ich verschlafe - und für mich geht’s nun ohne Frühstück zur Stadtbesichtigung nach Dubrovnik.

Außerhalb der Stadtmauern ist Dubrovnik ein reizvolles mediterranes Städtchen mit schmucken Häusern, steilen, kurvigen Straßen, die sich die Abhänge hinunterschlängeln, und natürlich Palmen am Straßenrand.

Hinter der Stadtmauer erschließt sich dann aber eine völlig andere Welt. Ein Übersichtsplan zeigt zwar an, welche Gebäude von Ragusa, wie Dubrovnik im Mittelalter hieß, während des Krieges beschädigt wurden - vom Granateinschlag bis zum weggeschossenen Dach - doch diese Kriegsschäden sind inzwischen fast völlig beseitigt. Hier steht eine intakte mittelalterliche Stadt, so, wie sie seit Jahrhunderten gestanden hat - und nur die zahlreichen Straßencafés zeigen an, dass wir uns am Ende des 20. Jahrhunderts befinden.

Die Häuser an der Hauptstraße sind dreistöckig, müssen zu ihrer Entstehungszeit auf den Besucher einen Eindruck von Macht und Reichtum ausgeübt haben.

Unser Stadtrundgang beginnt mit einem Besuch des Franziskanerklosters, in dem sich die angeblich älteste Apotheke der Welt befindet. Tatsächlich steht an einer Seite des Säulenganges um den Innenhof eine Apotheke, die noch immer genutzt wird - und auf der gegenüberliegenden Seite dient die alte Apotheke als Museum mit antiken Büchern, Waagen und Arzneitöpfen.

Es folgt der Besuch eines weiteren Klosters, dem Franziskanerkloster von der Bauart her völlig gleich, diesmal aber mit einem Museum für sakrale Bilder, vor allem den heiligen Baselis darstellend, den Schutzpatron des mittelalterlichen Ragusa.

Die eigentliche Sehenswürdigkeit Dubrovniks ist aber sicherlich kein einzelnes Gebäude, nicht der Dom, nicht der Kirchturm, sondern das Ensemble, die engen Gassen mit ihren Treppen, die sich von der Hauptstraße abzweigen, aus deren Fenstern die Wäsche zum Trocknen aushängt.

An der Hauptstraße nehme ich in einem Café einen Tee und einen Apfelstrudel, und gegen 12 Uhr verlassen wir Dubrovnik Richtung Süden, um zunächst in Konavle Mittag zu essen. Das Restaurant unterhält eine eigene Forellenzucht. Es liegt an einem schnell fließenden Bach, hat auch einige Wasserbecken für die Fische - und einige hölzerne Wasserräder mit einem Durchmesser von ca. drei Metern.

Unsere nächste Station ist Cavtat, ein friedliches Fischerstädtchen mit einigen Restaurants an der romantischen Hafenpromenade.

Die Hauptstraße nach Norden entlang geht es - wieder an Dubrovnik vorbei - nach Mali Ston, einem kleinen Ort, wo Austern gezogen werden. So hübsch die Bucht hier auch sein mag - der Ort selbst ist noch geprägt von den Spuren des Krieges. Am "Hafen" sind die Fassaden und die Räumlichkeiten der beiden Restaurants wieder instandgesetzt, aber der "Rest" der Gebäude sind reine Ruinen.

Bei unserer Weiterfahrt zur Makarska-Riviera passieren wir nun hinter einer großen Brücke die Grenze nach Bosnien-Herzogowina. Eine Polizeistation, eine Fahne - aber keine Kontrollen. Das Polizeihäuschen hätte auch eine andere Bedeutung als eine Staatsgrenze haben können.

Das Badestädtchen Neum ist die einzige Ortschaft in dem kleinen Küstenstreifen Bosniens. Wie auch die anderen Orte an diesem Teil der Adriaküste ist Neum steil in die Hänge gebaut - und stehen inmitten der kleinen Häuser nun leider einige hässliche Hotelklötze, in die aber keine Gäste mehr kommen.

Wieder in Kroatien legen wir an der Makarska-Riviera einen Zwischenstop in dem kleinen Ort Igrane ein. Im Hafen des Fischerstädtchens liegen einige Boote, es gibt einen Kiesstrand - und vor allem enge Gassen. Ich habe den Eindruck, als seien die kroatischen Dörfer und Städte schon immer auf Verteidigung hin angelegt worden.

Nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unser Tagesziel, das Ferienzentrum Tucepi.

Sonntag, 17. Mai 1998: Biokovo - Makarska

Unser erstes Ziel des Tages ist der Nationalpark Biokovo, eine Felslandschaft mit dem höchsten Punkt von 1700 Metern, bewachsen mit Büschen, auf mittlerer Höhe auch von einigen Fichtenwäldern und durchzogen von einer schmalen einspurigen Straße, die kaum genug Platz für unseren Reisebus bietet. Früher, so erklärt Nino, unser Reiseleiter vom Kroatischen Fremdenverkehrsbüro, war diese noch in der Zeit der österreichischen Herrschaft gebaute Straße die einzige Verbindung Makarskas mit dem Hinterland.

An einem Restaurant legen wir einen Stop ein und marschieren vielleicht fünf Minuten zu einem Aussichtspunkt über die Dalmatinische Küste. Ein weißer Gedenkstein erinnert an die Partisanenbewegung, die auch hier im Gebirge während des zweiten Weltkrieges aktiv war - und unter uns liegt das malerische Makarska mit den vorgelagerten Inseln.

Wir fahren die kurvenreiche Straße weiter hinauf, müssen immer wieder anhalten, wenn uns ein Fahrzeug entgegenkommt. Auf unserem Weg sehen wir vereinzelte Steinmauern, Reste früherer kleiner Dörfer, auch einige bestellte Kartoffeläcker.

Schließlich stoppen wir wieder und machen uns zu Fuß auf den Weg zu einem 1400 Meter hohen Felsgipfel. Hornvipern, die hier leben sollen, bekommen wir während unseres vielleicht 30minütigen Marsches nicht zu Gesicht, aber immerhin kreuzt vielleicht hundert Meter entfernt eine Bergziege, ein Mufflon, unsere Route. Dem Mufflon scheint auch diese Entfernung noch zu nahe zu sein - und eilig klettert es die gegenüberliegenden Felsen hoch.

Wir passieren noch ein Fichtenwäldchen und stehen schließlich auf dem Felsplateau, sehen über die komplette Küste bis zu dem vielleicht 50 Kilometer entfernten Split. Demnächst, so erklären die örtlichen Reiseführer, werde hier in den Bergen die Saison für Drachenflieger eröffnet.

Nach dem Mittagessen - es gibt Lamm am Spieß - steuern wir kurz unser Hotel an, fahren dann nach Makarska, zum Hauptort dieses Küstenstreifens. Von der Anlage her unterscheidet sich Makarska nicht von den benachbarten Orten, nur, dass hier alles etwas größer ausfällt. Eine Hafenpromenade mit Palmen, Kirchtürmen, Cafés und Rathaus, dahinter schließen sich die engen verwinkelten Gassen an.

In Makarska findet gerade der Mazoret, der Wettkampf der Trachtengruppen der Region, statt. Kleine Mädchen marschieren im Gleichschritt und stockschwingend zu Verdis Triumphmarsch und dem River-Kwai-Song - und den meisten Applaus des einheimischen Publikums bekommt die Gruppe aus Mostar, das ja nicht zu Kroatien, sondern zu Bosnien-Herzogowina gehört. Ich bin mir nicht sicher, ob der Applaus wirklich der Vorführung gilt oder nicht vielmehr eine Demonstration des kroatischen Nationalismus und seines Anspruchs auf bosnisches Gebiet ist.

Gegen 18 Uhr sind wir wieder in unserem Hotel in Tucepi.

Montag, 18. Mai 1998: Insel Brac: Sumartin - Selca - Bol; Insel Hvar: Jelsa - Hvar (Stadt)

Ein Regentag auf den Adriainseln Brac und Hvar!

Gegen 10 Uhr verlassen wir unser Hotel in Tucepi, trinken in Makarska an der Strand- und Hafenpromenade noch einen Kaffee, setzen dann mit der Autofähre nach Brac über. Rund eine Stunde dauert die Überfahrt im Regen und bei diesiger Sicht.

Wir landen in dem kleinen Hafenstädtchen Sumartin, besuchen dann zunächst eine Marmorfabrik. Rund 400 Menschen arbeiten auf der Insel in den Marmorsteinbrüchen, und, so erzählt man hier, auch beim Bau des Weißen Hauses in Washington sei Marmor aus Brac verwendet worden. Hundert Jahre würde der Marmorvorrat auf der Insel bei bisherigem Abbautempo noch reichen.

Der Marmor wird in riesigen Blöcken angeliefert, dann in eine Sägemaschine gelegt, die mit 100 Tonnen Zugkraft pro Bewegung im Lauf von sechs Stunden den Block in einzelne Platten zerlegt.

Unsere nächste Station ist das Bergdörfchen Selca. Neben der Kirche liegt ein winziger Park mit dem Namen Genscher-Park, darin steht dann eine Bronzebüste des früheren deutschen Außenministers. Nach Genschers Tod, so ein Beschluss der Gemeinde, soll die Büste seiner Geburtsstadt Halle vermacht werden.

Die bergige Landschaft des Inselinneren wird bestimmt von Buschland, vereinzelt sehen wir Esel, dazu einige Ziegen und Schafe.

In einem Hotel des Ferienortes Bol essen wir gegen 15 Uhr Mittag, setzen dann mit einem Tragflächenboot auf die Nachbarinsel Hvar über, wo wir in Jelsa an Land gehen. Wegen des Regens kommt ein Spaziergang durch den Ort leider nicht infrage, und so geht es also gleich weiter zum Ort Hvar auf der anderen Seite der Insel.

Im vorigen Jahr hat es auf Hvar einen Waldbrand gegeben - und die schwarzen Baumstümpfe stehen noch immer kahl an den Hängen. Auffällig: Überall liegen Haufen aufgetürmter Steine, mitunter auch lange Mauern bildend, die sich durch die Landschaft ziehen. Nur durch solche aufwendige "Entsteinungsaktionen" konnten die Bauern hier über Generationen hinweg ihre Felder bestellbar halten.

Der Ort Hvar, ebenfalls ein Hafenstädtchen, unterscheidet sich wesentlich von den Orten auf dem Festland: Über der Stadt selbst erhebt sich auf einem Berg ein mächtiges Fort aus napoleonischer Zeit, unmittelbar am Hafen liegt der Stadtplatz, der ganz dem Marcusplatz in Venedig nachempfunden sein soll. Ein großes Gebäude, das Arsenal, liegt unmittelbar am Hafen, das obere Stockwerk dient als Theater, mit seinen etwa 150 Parkett- und Logenplätzen das älteste noch immer bespielte Gemeindetheater Europas. Die meisten Häuser sind aus grauem Felsstein, und am Ende des Platzes stehen schließlich die Barockkirche und der Glockenturm. Um den Platz herum schließen sich wie auch sonst die engen Gassen an - eine Stadt, die abgesehen von einem Hotelbau an der gegenüberliegenden Seite der Hafenpromenade ihr mittelalterliches und barockes Bild fast vollständig erhalten hat.

Unser Palace-Hotel, vor dem Hafen, am Anfang des Platzes gelegen, ist diesem Bild übrigens völlig angepasst. 130 Jahre ist es alt, und zu seinen ersten Aktionären gehörten auch Angehörige des britischen Königshauses, zu seinen Gästen Botschafter, Monarchen und Präsidenten. Angeblich ist es das älteste Hotel im heutigen Kroatien, soll von hier aus der Tourismus auf den Adriainseln seinen Lauf genommen haben.

Dienstag, 19. Mai 1998: Split - Krka-Fälle - Sibenik - Trogir - Split

Kurz vor sieben Uhr verlässt unsere Fähre den Hafen von Hvar, und etwa zwei Stunden später sind wir wieder auf dem Festland in Split. Unser Bus für die Weiterfahrt zu den Krka-Wasserfällen steht schon bereit.

Splits Vorstädte wurden auf den Überbleibseln der alten Römerstadt gebaut - und so passieren wir nun die Reste der römischen Aquädukte, immer noch als Wasserleitungen in Betrieb, nun gelegen zwischen "modernen" Wohnblocks im sozialistischen Stil der 50’er und 60’er Jahre.

Die Krka fließt breit in ihrem Bett im Tal, überall Buchten bildend, jede Menge kleiner Inseln in ihrem Strom. Das ist jedenfalls das Bild, das man von der höher gelegenen Straße aus gewinnt. Schließlich verlassen wir an einem Parkplatz den Bus, wandern ein kleines Stück bergab, stehen dann an dem Aussichtspunkt, von dem aus die Fälle in ihrer Gesamtheit überschaut werden können. Die einzelnen Fälle sind dabei nicht einmal besonders beeindruckend, nicht besonders hoch, nicht besonders tosend - der Eindruck von Imposanz ergibt sich aus ihrer Gesamtheit. Der Fluss stürzt zwei oder drei Meter tief in sein Bett, fließt nun etwas schneller als zuvor einige Meter weiter, erreicht dann die nächste Stufe, und so geht es über etliche "Treppen" immer weiter. Es ist durchaus nachvollziehbar, warum die Produzenten vom "Schatz im Silbersee" die Krka-Fälle als Kulisse ihres Karl-May-Films wählten - denn vor und hinter den Fällen ist das Wasser auch noch von erstaunlicher Klarheit.

Als - außerplanmäßigen - Programmpunkt steuern wir nun die alte Hafenstadt Sibenik an, wo wir die Kathedrale, ganz aus Marmor gebaut, besuchen. Kein Kapitell ist hier gleich dem anderen - neben der ausschließlichen Verwendung von Marmor und Stein, auf Holz wurde völlig verzichtet, die zweite Besonderheit dieses Sakralbaus.

Um die Kathedrale herum schließen sich wieder die engen Gässchen an, wo in den oberen Stockwerken die gegenüberliegenden Balkone fast aneinander zu stoßen scheinen.

Faszinierender finde ich aber die Aussicht von der Küstenstraße auf die vor Sibenik liegenden Inseln des Kornati-Archipels. Die meisten dieser Inseln erheben sich wie kleine grüne Hügel kurz vor der Küste aus dem Wasser, doch am beeindruckendsten scheint mir eine völlig flache Insel, die bis an ihren Strand heran ganz und gar mit einem kleinen Dorf bebaut ist. Früher hätten die Bewohner dieses Dorfes vom Schwammtauchen gelebt, und der höchste Punkt läge ganze sieben Meter über dem Meeresspiegel, weiß Nino über diese kleinste unter den bewohnten kroatischen Inseln zu berichten.

Für Trogir bleibt uns nun kaum noch Zeit. Von dem vorbestellten Fischessen nehmen die meisten aus unserer Gruppe nur den ersten Gang, die Fischsuppe in Anspruch, nutzen die verbleibenden 30 Minuten zu einem Rundgang durch die komplett erhaltene mittelalterliche Stadt. Das besondere an Trogir: Die Altstadt liegt auf einer künstlichen Insel. Der Durchbruch durch das Land, die Anlage des Kanals sollte die Bewohner der Stadt vor Türkenangriffen schützen. An die engen Gassen mit ihren grauen Steinhäusern haben sich unsere Augen aber allmählich schon zu sehr gewöhnt, als dass man noch weitere Besonderheiten aufnehmen könnte. Alles in allem bleibt nur der Eindruck eines reizvollen mittelalterlichen Stadtbildes.

Gegen 16 Uhr sind wir in unserem Hotel in Split, brechen kurz darauf zum Rundgang durch die Altstadt auf. Da unser Hotel gleich am Hafen liegt, haben wir bis dorthin nur zehn Minuten Fußmarsch zu absolvieren - und der Turm der Kathedrale ist ein sicherer Kompass für unseren Weg.

Das deutsche Konsulat befindet sich übrigens zusammen mit dem britischen unmittelbar an der Hafenpromenade, schräg gegenüber liegt ein "Café Genscher" - die Verehrung der Kroaten für die Bundesrepublik Deutschland und ihren Ex-Außenminister hat schon fast peinliche Züge.

Einige der Wohn- und Geschäftshäuser an der Hafenpromenade, die sich auf den ersten Blick kaum von "normalen" Häusern unterscheiden, gehören bereits zum Diokletian-Palast. Die Säulen ihrer Vorbauten stammen aus der Römerzeit - denn während der Völkerwanderung wurde die mittelalterliche Stadt in den Palast hineingebaut.

Durch ein Tor geht es nun in den Palast-Stadt-Bezirk, wobei wir zunächst einige "Museumsgewölbe" inspizieren. In die Decken dieser Gewölbe sind Löcher hineingeschlagen worden: Über den Palast-Gewölben liegen die frühen mittelalterlichen Wohnhäuser - und die brauchten eben auch Schächte für Abfälle und Abwässer, das dann eben einfach in die darunter liegenden Römergewölbe ging.

Mittelalterliche Steinbauten zwischen römischen Säulengängen, das Mausoleum Diokletians als christliche Kirche - die Nutzung eines antiken Palastes als mittelalterliche Stadt prägt das ganze Areal. Respekt vor Altertümern ist eben eine Erfindung unserer Zeit - und selbst unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg entstanden hier noch einige Neubauten, die jetzt gar nicht hierher zu passen scheinen.

Von der Beschießung Splits während des serbisch-kroatischen Krieges ist übrigens keine Spur mehr zu erkennen.

Mittwoch, 20. Mai 1998: Split - Berlin

Geschichte ist der Steinbruch für gegenwärtiges Leben - das ist der Grundgedanke, der sich mir bei meinem zweiten Rundgang durch Split erschließt.

Ich bin erst gegen 10 Uhr beim Frühstück, gehe dann wieder an der Hafenpromenade entlang zur Altstadt, bringe bei zwei Capuccinos in einem Straßencafé mein Reisetagebuch auf den aktuellen Stand, passiere schließlich wieder durch den Tunnel zwischen den Gewölben die Altstadt.

Das Faszinierende, so stelle ich diesmal fest, ist aber gar nicht die Mächtigkeit dieses 1700 Jahre alten Tunnelganges, es ist schlicht und ergreifend der Umstand, dass dieser Haupttunnel, der Promenade und Altstadt verbindet, nun als Unterstand der Souvenirhändler genutzt wird. (Allerdings: Zwischen den nachgemachten Miniamphoren, den "römischen" Plastiken und den Aquarellen ist nichts, was mich zum Kaufen animiert.) Das Faszinierende sind nicht das Mausoleum Diokletians, der Kirchturm daneben oder die Sphinxen davor; das Faszinierende ist, dass man unmittelbar vor dieser Kulisse in einem Café sitzen kann, das sind die improvisiert aufgestellten Tische und Stühle in den alten Palastnischen, die aus den Fenstern hängende Wäsche zwischen antiken Mauern, das moderne Geschäft in einer wie auch immer früher genutzten Halle oder Kammer. So gesehen machen selbst die profanen Neubauten aus der Zeit nach 1945 - es sind ohnehin nur wenige - ihren Sinn.

Kurz vor 15.30 Uhr holt mich Jasna, die örtliche Vertreterin von ITS, aus meinem Hotel ab, und an den römischen Aquädukten, die wir schon gestern sahen, geht es nun zum Flughafen, wo die Maschine pünktlich um 17.10 Uhr nach Berlin startet.

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