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| Porto
Rotondo - Häuser mit voller Blütenpracht |
Dis
Isola Tavolara, ein Felsmassiv vor der Küste |
Felsen,
geformt wie Figuren - hier bei Cala Girgolu |
Am
Bronzezeit-Tempel Albucciu bei Arzachena |
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| In
den Gassen von Palau, einem Hafen an der Nordküste |
Palau
- ein Bergstädtchen mit mittelalterlicher Festung |
San
Giovanni - am Strand ein Wehrturm gegen Piraten |
Capo
Comino - eine Bucht mit langem weißen Strand |
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Cala Gonone
-vom Fischerdorf zum Touristenhafen |

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Fie
unterirdischen Hallen der Grotta de Bue Marino |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Beschriebene Orte und
Tauchplätze: Porto
Istana - Murta Maria
- Porto San Paolo
- Cala Girgolu
- Isola Morola
- Olbia
- Porto Rotondo
- Isola Tavolara
- Capo Coda Cavallo
- Arzachena
und Nuraghe Albucciu
- Palau
- Budoni -
Posada
- Torpe
- San Giovanni
- Capo Comino
- Orosei
- Dorga
- Cala Gonone
- Grotta del Bue Marino
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Donnerstag,
26. Juni 2008: Porto Istana
Gegen
10.15 Uhr landen wir auf dem Flughafen von Olbia: Für die
italienische Provinz hätte man einen so großen Flughafen,
gelegen in einer weiten Talmulde, eigentlich nicht erwartet.
Besonders überraschend: Auf dem Rollfeld stehen einige Maschinen
aus dem Tschad – die man sonst wohl kaum auf einem europäischen
Flughafen, und dann auch noch gleich zu mehreren, findet. Dazu
stehen hier auch noch zwei Maschinen der Feuerwehr, offensichtlich
zum Einsatz gegen Waldbrände.
Obwohl
es noch nicht einmal elf Uhr ist, dürfte die Temperatur bereits
um die 30 Grad Celsius betragen. Am Himmel ist keine einzige Wolke
zu entdecken.
Der
Transfer zu unserem Hotel, dem „Park Hotel Porto Istana“,
dauert keine halbe Stunde. Zumindest teilweise hat die Gegend,
durch die wir auf dem Weg dahin kommen, ihren bäuerlichen
Charakter bewahrt. Man sieht eine Schafherde, einige abgeerntete,
nun nackt wirkende Korkbäume.
Das
Hotel ist eine riesige, weitläufige Bungalowanlage, verfügt über
einen mehr als großzügigen Pool – und ist momentan wohl
ziemlich leer. Die ausländischen Gäste werden wegen der
zunehmenden Hitze gerade weniger, die italienischen Gäste kommen
erst später, mit Beginn der italienischen Schulferien. Aktuell dürfte
es sich sich bei den meisten Gästen des Hotels um junge
italienische Familien mit kleinen Kindern handeln.
Von
einem Ort kann man bei Porto Istana im übrigen eigentlich nicht
sprechen: Gemeint ist damit wohl eher der zumindest zu einem großen
Teil auch zum Hotel gehörende Sandstrand, vor dem natürlich auch
einige Boote liegen. Ansonsten gibt es, abgesehen von einem
Fischrestaurant und einer Bar an der Straße, hier nur noch die
Bushaltestelle.
Freitag,
27. Juni 2008: Murta Maria – Porto San Paolo – Cala Girgolu
– Isola Morala – Isola Tavolara
Wir
wollen zum Tauchen. In der Hotelbeschreibung hieß es zwar, das
„Wassersportzentrum“ – gemeint war damit wohl der Strand –
zu dem auch eine Tauchbasis gehöre, läge nur 300 Meter vom Hotel
entfernt, aber diese Information stimmt nur bedingt. Die
Tauchbasis, mit der das Hotel zusammen arbeitet, liegt nämlich am
Cala Girgolu, an der Bucht des Meeresschutzgebietes um die Isola
Tavolara, eine wirklich schöne Lage – aber gut 20 Minuten
Autofahrt von unserem Hotel entfernt.
Aber
immerhin lernen wir bei dieser Tour – wir fahren in dem Wagen
eines anderen Tauchgastes mit – ein kleines Stück von der Insel
kennen. Zunächst einmal passieren wir Murta
Maria, das Dörfchen,
das Porto Istana am nächsten liegt, nur einige Häuser um den
Kreisverkehr herum gruppiert, aber doch einige teuer scheinende
Geschäfte und vor allem ein Supermarkt, gleich neben der winzigen
Kapelle.
Von
dem Hafen selbst ist bei der Durchfahrt durch Porto San Paolo zwar
wenig zu sehen – aber dafür ist der Ort um einiges größer als
Murta Maria, hat nicht nur Geschäfte und Pizzerien, sondern
dazu auch einige Pensionen, ein Ort, der sich aktiv auf den
Fremdenverkehr eingestellt hat.
Das
kann man in der Form von Cala Girgolu so nicht sagen – im
Gegenteil. Kurz vor Cala Girgolu reicht die Machia, die von
Felsbrocken durchsetzte Buschlandschaft, fast bis ans
Meer. Bei einer Weggabelung zeigen Hinweisschilder zum
Strand als auch zu der Tauchbasis, zu der wir wollen – und so
nehmen wir den bequemeren, asphaltierten Weg, der tatsächlich
nach kurzer Strecke auf einem Parkplatz direkt an einem kleinen,
aber feinen Sandstrand endet.
Nur:
Hier sind weder ein Ort noch die Tauchbasis, nur der Strand. Um
dahin zu gelangen, müssen wir den unscheinbaren Feldweg durch die
Machia nehmen, der jedoch nach den Hinweisschildern ins Nirgendwo
zu führen scheint. Dafür parkt hier in der Machia nun ein
einsames Auto, davor sitzt ein Mann, versucht wohl, zufällig
vorbeikommende Passanten abzuwimmeln. Und kurz hinter dieser
„Grenzstation“ beginnt dann die Ortschaft mit ihren in die Hügel
geschirmten Grundstücken, abgeschirmt – so, als sei das hier
eine Wohnsiedlung öffentlichkeitsscheuer Multimillionäre.
Der
Strand, von dem aus wir dann auf Tauchtour gehen, ist nicht sehr
groß – aber mit einer fantastischen Sicht aus der Bucht heraus,
auf das Meeresschutzgebiet der Isola Tavolara, deren gewaltiges
Felsmassiv das ganze Panorama bestimmt.
Mit
dem Schlauchboot geht es nun vorbei an der Isola Tavolara, die von
dieser Seite als kahler, langgezogener Felsen erscheint, in den
man mit etwas Fantasie die Form eines Dinosauriers
hineininterpretieren könnte, an einer Vielzahl kleiner Felsen,
auf denen Schwärme von Möwen ihr Zuhause gefunden haben, vorbei
an der etwas flacheren und nun begrünten Isola Morola, deren östliches
Ende wir nun ansteuern.
Hier
geht es in eine Tiefe von etwa 17 Metern hinunter zu unserem
ersten Tauchgang. Dabei bewegen wir uns durch eine
Unterwasser-Felslandschaft, bewachsen teilweise mit dichtem
Seegras und einer Art Farnen, bewohnt unter anderem von
Barrakudas, die mitunter kleinere Gruppen von allerdings selten
mehr als einem halben Dutzend Fischen bilden, dazu auch etlichen
Barschen.
Den
zweiten Tauchgang, diesmal in eine Tiefe von 15 Meter, machen wir
vor einem winzigen Felsen mit schreienden Möwen vor der Isola
Tavolara. Neben uns ragten beim Tauchen die Wände des Felsens
teilweise steil wie Mauern, umgeben von weiteren Felsbrocken,
mitunter bewachsen, die dann Canyons bilden, in denen ab und an
Mulden und Aushöhlungen zu entdecken sind.
Auf
einigen dieser Steine wachsen kleine gelbe Korallen, und versteckt
in einer Mulde hat sich ein Tintenfisch verschanzt, bewegt nur
seine großen Augen. Ab und an entdeckt man einen der roten,
allerdings auch „mageren“ Seesterne.
Gegen
15 Uhr sind wir wieder im Parkhotel von Porto Istana.
Samstag,
28. Juni
2008: Olbia - Porto
Rotondo
Unmittelbar
vor unserem Hotel hält der Bus der Linie 5, fährt nach Olbia und
weiter nach Porto Rotondo. Das wäre eigentlich eine ideale
Busverbindung – würde sie denn etwas öfter als nur alle zwei
Stunden verkehren. Und auch dieser Fahrplan ist, wie wir noch
mitbekommen werden, mit Vorsicht zu genießen.
Bei
der Anfahrt von Murta Maria wirkt Olbia zunächst wie eine
Lagunenstadt, nett anzusehen mit seinen flachen, rotbraunen Häusern,
und den größeren Schiffen, die – in einiger Entfernung – in
den Hafen einlaufen.
Bei
der Durchfahrt durch Olbia relativiert sich dieser Eindruck dann
allerdings: Eigentlich wollen wir im Stadtzentrum aussteigen –
doch etwas, was ein Stadtzentrum sein könnte, eine etwas geschäftigere
Straße, ein etwas belebterer Platz, ist bei der Durchfahrt mit
dem 5-er-Bus nicht zu erkennen.
Und
ehe wir uns versehen, haben wir das, was dem Zentrum noch am nächsten
kam, schon passiert, fahren durch die eintönigen Vororte – und
entscheiden uns deshalb, gleich weiter bis zur Endstation, bis
Porto Rotondo zu fahren.
Porto
Rotondo, der südliche Ausläufer der Costa Smeralda, der
„Smaragdküste“, vermittelt bereits eine Ahnung von dem, was
im Zentrum dieser Küste der „Reichen und Schönen“ sein könnte.
Entlang
der Hauptstraße bewegen sich die schicken Restaurants und
Pizzerien zwar augenscheinlich noch auf dem „normalen“
gehobenen Niveau – aber dieses Niveau steigert sich dann, wenn
die gekachelte, für Autos gesperrte Gasse zur Mole hinabläuft.
Auf
dem Weg zum Hafen steht auch die skurrile Attraktion des Porto
Rotonods: ein leicht geschwungener hölzerner Glockenturm, wohl
der verspielte Luxus eines reich gewordenen, aber katholisch
gebliebenen Hafenstädtchens.
Und
zu diesem Reichtum dürften auch die unscheinbaren Cafés an
dieser auf dem Boden mit Fischmustern versehenen Gasse beitragen:
Vor einem kleinen Laden stehen nur einige Hocker und Tische, die
Kellnerin fragt auch nur, ob man ssein Getränk mit oder ohne
Alkohol haben möchte, bringt dann ungefragt einige Knabbereien
– und für das nichtalkoholische Mixgetränk, das gut ein
normale Milchshake mit Eis gewesen sein könnte, darf man dann
seine zehn Euro entrichten.
Aber
dafür ist man hier auch nur noch wenige Schritte vom Hafen
entfernt, ein Hafen, in dem sich die einihe hundert Boote, die
hier liegen, vielleicht nicht unbedingt an Größe, so doch aber
an Mondänität gegenseitig zu übertreffen versuchen. Aus dem
meist strahlenden Weiß allerdings besonders hervorstechend: eine
Pracht-Yacht in dunklem Holz, fast könnte es Teakholz sein, mit
dem ausgewiesenen Heimathafen Madeira.
Das
Manko der Buslinie 5: Man kann sich nicht auf die Fahrpläne an
den Haltestellen verlassen. Für uns heißt das jedenfalls: Gut
eine Stunde müssen wir vergeblich warten, ehe wir die Rückfahrt
nach Olbia antreten können.
Diesmal
sind wir etwas schlauer, verlassen den Bus in einer der engeren
Straßen mit den etwas älter wirkenden Häusern – sind aber
weit davon entfernt, im „Stadtzentrum“ gelandet zu sein.
Einheimische, die wir danach fragen, scheinen in dem Urteil, was
denn nun Olbias Zentrum sei, auch unterschiedlicher Auffassung zu
sein, weisen uns jedenfalls in ganz unterschiedliche
Richtungen.
Immerhin
gibt es in der Nähe der alles andere als spaziergängerfreundlichen
Hafenstraße einige ältere Gassen, entdecken wir in einer dieser
Gassen sogar ein halb verfallenes, winziges Steinhaus mit
zugemauerten Fenstern, eines von den Gebäuden, wie sie in
vergangenen Jahrhunderten als einfache Wohnhäuser nicht unüblich
waren – aber hier lässt sich nicht einmal einschätzen, ob es
sich um ein nun denkmalgeschütztes Gebäude handelt oder einfach
nur um eine Ruine, die abzureißen man vergessen hat.
Da
die wenigen Geschäfte, die wir überhaupt sehen, auch noch
geschlossen haben, fahren wir mit dem nächst erreichbaren Bus
wieder zurück nach Porto Istana.
Sonntag,
29. Juni 2008: Parkhotel Porto Istana
Wir
verbringen einen faulen Tag am Swimmingpool unseres Hotels.
Montag,
30. Juni 2008: Isola Tavolara – Capo Coda Cavallo – Cala
Girgolu
Kristallklares,
blaues Wasser: So gibt sich das Mittelmeer rund um den
Marine-Schutzpark von Tavolara, den wir bei einem Bootsausflug –
Preis: 70 Euro pro Person – durchkreuzen.
Schon
kurz hinter der Ausfahrt von Porto Istana stechen die kleinen
Felsinseln ins Auge mit ihren bizarr geformten Steinen, in denen
man die eine oder andere Figur zu erkennen glaubt, Inseln, die vor
allem den unzähligen Möwen, von denen es hier etliche Arten
gibt, als Nistplätze dienen.
Die
Isola Tavolara, die Hauptinsel dieses kleinen Archipels, liegt in
einem feinen Dunst. Dennoch
erkennt man auch aus der Ferne die Antennenmasten, die diskret aus
den Felsen herausragen, die Zeichen der Nato-Abhörstation, die
sich auf Tavolara befinden.
Eine
flache Landzunge schiebt sich von der Insel ins Wasser, ganz
flach, aber mit einem Sandstrand, der eine ganze Reihe von Badegästen
angelockt hat – und gleich an diese Landzunge schließt sich,
unterhalb eines grün bewachsenen Hanges, die „Siedlung“ von
Tavolara an. Die besteht allerdings nur aus einigen Wirtschaftsgebäuden
– wobei allerdings am „Hafenbecken“ auch die Reste eines
wohl früher recht eindrucksvollen, befestigten Bauwerkes zu
erkennen sind.
Doch
immerhin: nähert man sich der Isola Tavolara so von dieser Seite,
glaubt man, man würde auf einer wahrhaft grünen Insel anlanden.
Aber
dieser grüne und „urbane“ Flecken macht nur einen winzigen
Bruchteil der Insel aus: Unmittelbar dahinter erhebt sich wieder
der Fels, bei einer Umrundung von Tavolara hat man wieder den
Eindruck eines gigantischen Schlachtschiffes, bestehend aus bräunlich-rotem
und grauem Gestein, mit glatten Wänden – in die aber schon
etliche Wunden, also Höhlen und Mulden, geschlagen wurden.
Am
Capo Coda Cavallo legen wir einen Badestop ein: Der schmale Strand
– Attraktion vor allem wegen seiner Aussicht auf den Marinepark
von Tavolara und die Felsen – ist über weite Strecken
allerdings ziemlich steinig. Wer hier schmerzfrei ins Wasser will,
sollte doch besser Badeschuhe dabei haben.
Als
nächstes laufen wir eine winzige Bucht bei Cala Girgolu an: Das
ist eine der Buchten, die man vom Wasser aus als abgelegene,
einsame Strandabschnitte wahrnimmt – die dann aber doch nicht so
richtig einsam sind, auch, wenn man in unmittelbarer Nähe keine
Siedlung entdecken kann.
Die
Besonderheit dieser Bucht jedenfalls sind die Felsen, die sie
umgeben: Eine herausragende Stele hat etwa die Form eines Phallus,
ein anderer Felsen die Gestalt eines urzeitlichen Tieres – wobei
der Kopf jedoch irgendwie auch an den „Lehrer Lempel“ der
Wilhelm-Busch-Zeichnungen erinnert.
Auf
dem Rückweg nach Porto Istana passieren wir noch das aus dem
Wasser ragende Wrack eines hier gesunkenen japanischen Frachters,
nun eines der Tauchziele der Region.
Dienstag,
1. Juli
2008: Arzachena (Nuraghe Albucciu) – Palau
Über
Olbia fahren wir mit einem Leihwagen nach Norden, durch die Berge
in Richtung der Costa Smeralda. Die Straße durch die Berge ist
gut ausgebaut, allerdings auch voller scharfer und mitunter
steiler Kurven.
Kurz
vor der Ortschaft Arzachena befindet sich, gleich neben einem
Restaurant, ein Informationsbüro, in dem man auch die
Eintrittskarten zu den benachbarten Nuraghes, den bronzezeitlichen
Tempeln und Steinbauten des Hirtenvolkes, das damals auf Sardinien
lebte, kaufen kann.
Ein
Feldweg führt von der Straße weg durch die Talebene von
Arzachena, vorbei an vereinzelten Gehöften und Weinfeldern.
Schließlich erreicht man ein Gatter mit geöffnetem Tor – die
Markierung für das Tempelareal von Nuraghe
Albucciu.
Der
letzte Teil des Weges ist gewunden und steil: Schließlich geht es
jetzt ja auch auf den Felsen hinauf – wobei dieser Felsen für
die bronzezeitlichen Sarden womöglich der bedeutendste Teil
dieses Tempels war. Denn auch, wenn die allerdings nur auf
italienisch gehaltene Hinweistafel einen recht beachtlichen
Tempelumriss zeigt, so sieht man am Endpunkt des Wanderweges doch
nur die Reste einer eher kläglichen, aus Feldsteinen aufgetürmten
Mauer. Diese Mauer hat wohl ursprünglich einen nicht all zu großen
Raum an dieser Seite des Felsens umschlossen, ein Areal, auf dem
es nun blüht und sprießt, sogar ein kleiner Baum wächst – ein
idealer Ratsplatz mit Panoramablick auf das Tal im Schatten des mächtigen
Felsens.
Vielleicht
müsste man diesen Felsen noch umrunden, um auch die übrigen
Teile des Tempels zu entdecken – doch dazu steht uns nun gerade
in der Mittagsglut nicht wirklich der Sinn.
Statt
dessen fahren wir durch Arzachena, eine eher unscheinbare
Landgemeinde, die allerdings zum Hinterland der Costa Smeralda zählt,
nach Palau, dem Fährhafen auf die vorgelagerte Insel La Maddalena
und zum nahe gelegenen Korsika.
Es
ist zwar gerade 15 Uhr, helllichter und drückend heißer Tag –
aber wohl, weil es hier gerade geregnet hat, am Himmel noch einige
vereinzelte dunkle Wolken zu sehen sind, leuchten hier die Straßenlaternen.
Sparsamkeit zählt nicht zu den Tugenden der Costa-Smeralda-Orte.
Besonders
geschäftig ist der Ort um diese Uhrzeit allerdings auch nicht: Am
Hafen, von dem aus man bereits nach La Maddalena sieht, lassen
sich nur wenige Leute blicken, und die meisten Geschäfte sind
geschlossen, werden nach den Hinweisschildern erst gegen 17 Uhr
wieder öffnen.
Vielleicht
200 Meter vom Hafen und seiner eleganten Hafenpromenade entfernt
liegt um die recht beachtliche weiße Kirche herum das Zentrum des
ursprünglichen Palau, bestehend aus maximal zweistöckigen Häusern
mit schmucklosen Fassaden, einen kleinen Platz mit schmalen Gassen
um die Kirche herum bildend, ein Platz für Fußgänger, denn die
Autos sind von hier verbannt.
Hier
nehmen wir noch einen Kaffee, fahren dann, weil wir nicht bis zur
allgemeinen Geschäftsöffnung um 17 Uhr warten wollen, zurück
nach Porto Istana, machen zuvor
aber noch einen Stopp oberhalb von Palau, um das Panorama über
die Bucht und den Archipel von Maddalena zu genießen..
Mittwoch,
2. Juli 2008: Budoni – Posada – Torpe – San Giovanni –
Capo Comino – Orosei – Dorga – Cala Ganone – Grotta del Bue
Marino
Etwa
gegen 10 Uhr sind wir auf der Küstenstraße nach Süden: Der nächste
größere Ort, durch den wir
hinter Porto San Paolo kommen, ist das Straßendorf Budoni.
Zwar ist Budoni von seinen Ausmaßen und auch der Anlage her tatsächlich
nicht viel mehr als ein Straßendorf, aber doch mit erheblichem
Verkehr – und einer Geschäfts- und Restaurant-Dichte, die um
einiges höher als die in Olbia ist. Budoni hat sich schließlich
zum Versorgungszentrum der umliegenden Strände entwickelt.
Wir
bleiben auf der Küstenstraße - und sehen schon bald den Hügel,
auf dem das Städtchen Posada mit seinem
Wehrturm, dem Castello della Fava, steht. Posada ist genau
das, was man sich unter einem italienischen Bergstädtchen
vorstellt: Die ersten Häuser stehen am Rande des Hügels,
schmale, kurvenreiche Straßen schlängeln sich allmählich nach
oben - und über allem thront der Wehrturm. Ein
"Zentrum" hat Posada da natürlich nicht - das ist die
"Hauptstraße", die schließlich an einem Parkplatz
endet. Eine Treppe führt zu einer Aussichtsplattform, von der aus
man über das Tal schaut, zwischen den Häusern geh ein Weg weiter
nach oben zur Spitze des Berges, wo sich in der Mitte eines freien
Feldes der viereckige Wehrturm erhebt. Allerdings: Unten vom Tal
aus wirkt dieser Turm weit imposanter als aus der Nähe
betrachtet.
Über
Torpe, ein hübsches, verwinkeltes
Landstädtchen, geht es an den Küstenort San
Giovanni, eigentlich nicht mehr als einige Ferienhäuser und
Cafés am Sandstrand, ein ummauerter Hafen für die nicht ganz so
imposanten Yachten - und ein hervorragend erhaltener
mittelalterlicher Wehrturm, rund, nicht einmal sehr groß, aber
doch massiv, gedacht wohl auch eher zur Beobachtung heransegelnder
Piraten denn zur langfristigen Verteidigung.
Weiter
die Küstenstraße nach Süden folgend erreichen wir das Capo
Comino, einen weitläufige, einsam gelegene Bucht mit weißem
Sandstrand, einem kargen vorgelagerten Eiland und einigen
Strandcafés. Trotz der einsamen Lage ist das Capo Comino nämlich
ein recht beliebtes Ausflugsziel.
Orosei
und Dorga, zwei Landstädtchen ähnlich
wie Torpe, kommen wir nach Cala Gonone,
ein Touristen- und Hafenstädtchen - wobei der Hafen hier vor
allem den zahlreichen Ausflugsbooten vorbehalten ist. Schließlich
liegt die Grotta del Bue Marino in unmittelbarer Nähe.
Rund
20 Minuten dauert die Fahrt mit dem Ausflugsboot die Felsküste
entlang zur Grotta del Bue Marino. Immer wieder wird die Linie der
Felsküste unterbrochen von winzigen Buchten mit Stränden, die
offensichtlich alle recht gut besucht sind. Und: Immer wieder sind
große Höhlen in der Küste zu sehen, sehr oft zwei oder drei
unmittelbar nebeneinander - wobei man von der Fahrtstrecke des
Ausflugsbootes auch nicht erkennen kann, wie weit diese Höhlen in
den Fels hineinreichen.
Die
Grotta del Bue Marino -
auch hier befinden sich scheinbar zwei Höhlen nebeneinander,
wobei die eine Höhle aber nur eine zwar große, aber auch kurze
Aushöhlung ist - unterscheidet sich zunächst nicht von diesen
anderen Höhlen. Eine erste Ahnung von ihren Ausmaßen erhält man
jedoch, wenn das Boot in die Höhle hineinfährt, hier wie in
einem geschützten Hafen, der von außen auch kaum eingesehen
werden kann, anlegt.
Und
dann geht es auf eine regelrechte Höhlenwanderung, vorbei an dem
Wasserlauf, der der Grotte eine kühle, feuchte Luft gibt, durch
die einzelnen Hallen dieser bestimmt mehrere hundert Meter langen
Höhle, Hallen, die Namen wie "Saal der Orgelpfeifen",
"Saal der Spiegel" oder, zur Erinnerung an die
Meeressäuger, die hier einst lebten, "Saal der Robben"
tragen.
Und
während man bei dieser Höhlenwanderung über allerdings
sorgfältig ausgebaute Steinwege die vom Boden aufziehende Kühle
des Wassers spürt, fallen dem Besucher von der Höhlendecke nicht
minder kühle Wassertropfen auf den Kopf. Was diese Tropfen im
Laufe von wohl Jahrmillionen schaffen, sieht man an den mächtigen
Stalagmiten, die das Bild in den unterirdischen Hallen bestimmen.
Die Grotta del Bue Marino - eine Kette von natürlich gewachsenen
unterirdischen Kathedralen!
Gut
mehr als eine halbe Stunde dauert unser Aufenthalt in dieser
unterirdischen Welt, dann geht es mit dem Boot wieder zurück nach
Cala Gonone - von wo wir uns nun über die gut ausgebaute
Insel-Autobahn wieder nach Porto Istano fahren.
Donnerstag,
3. Juli 2008: Porto Istano - Olbia
Pünktlich
gegen 10 Uhr werden wir für unseren Transfer abgeholt, sind nach
etwa 20 Minuten am Flughafen von Olbia - von wo aus wir gegen
12.30 Uhr den Rückflug antreten.
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