Oberitalien - Venedig, Seite 4

Ein Ausflug nach Venedig mit einem Bummel von San Marco zur Rialtobrücke am Canale Grande


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Mit der Fähre in die Lagunenstadt

Klicke auf das BildDie Wege nach Venedig haben keine Spur von der nostalgischen Romantik, die fast alle Filme über die Lagunenstadt prägt. Über eine lange Brücke geht es zum Busparkplatz und die Fährstation, was man aus der Ferne von Venedigs Silhouette erkennt, sind vor allem ein großes Parkhaus und ein Kreuzfahrtschiff.
Auch die Fährstation nichts Romantisch-Nostalgisches zu bieten: Dafür aber starrt das Wasser vor Dreck.
Die Überfahrt nach San Marco, Venedigs historisches und touristisches Zentrum, dauert vielleicht 20 Minuten. Die ersten venezianischen Inseln, die wir dabei passieren, sind auch nicht mit Kirchen und Palästen, sondern mit schlichten Wohnsiedlungen bebaut, nicht unterscheidbar von Vorortsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus in anderen Städten, nur, dass man hier keine Autos sieht.

Über die Kanäle nach San Marco

Unsere Anlegestellte befindet sich an einer Marine-Station, vielleicht 300 Meter und drei Brücken vom Piazza San Marco entfernt. Gegenüber auf der anderen Seite des Wassers sieht man die alte Zollstation und das jüdische Viertel. Andenkenläden mit venezianischen Masken und Gemälden säumen den Weg, die Restaurants sind gut besucht, aber bei weitem nicht überfüllt. Einen Platz fände man noch überall.
Klicke auf das BildDafür stauen sich die Besucher an jeder Brücke, machen Selfies, fotografieren in die Kanäle. Auf denen geht es ruhig zu. Die Häuser, die hier direkt am Wasser stehen, waren in ihren besseren Tagen sicher gediegene Wohnhäuser, doch heute bröckeln die Fassaden, bleiben die meisten Fensterläden verschlossen. Kommen und Gehen herrscht in diesen Häusern jedenfalls nicht, doch ab und an durchquert eine Gondel oder ein Motorboot mit Touristen diese stillen Kanäle.
Unter den Arkaden des Dogenpalastes hat sich eine Besucherschlange gebildet: Wer den Palast besichtigen will, muss sich auf eine lange Wartezeit gefasst machen – kein Programm-punkt für Tagestouristen. Wir haben noch etwas Zeit bis zu unserem geführten Stadtrundgang, genug Zeit für einen Kaffee. Tatsächlich gibt es in einem kleinen Café am Rand des Platzes, direkt gegenüber vom Dogenpalast, noch freie Tische – und eine Tasse Kaffee gibt es sogar für rund fünf Euro, teuer, aber bei weitem nicht so teuer wie erwartet.

Seufzerbrücke und Basilika

Klicke auf das BildUnser Stadtrund beginnt an der Säule mit dem Markuslöwen, wohl der Treffpunkt für die meisten Besuchergruppen. Als erstes geht es an die Seufzerbrücke, die zwar berühmte, aber wenig auffällige Sehenswürdigkeit Venedigs, die geschlossene Verbindungsbrücke vom Dogenpalast zu den Bleikammern. Wer die Geschichte von den Gefangenen, die hier von ihrem Gefängnis zum Gericht bzw. umgekehrt gebracht wurden, nicht kennt, dem wird das weiße Bauwerk mit den winzigen Fenstern, das über den Kanal führt, kaum auffallen.
Klicke auf das BildZurück auf dem Markusplatz ist die Basilika von San Marco unser nächstes Ziel. Hier kommt man ohne langes Schlange stehen hinein, jedenfalls, sofern man keinen Rucksack oder andere große Gepäckstücke bei sich hat, und man darf nicht fotografieren.
Am faszinierendsten in der Basilika und Kathedrale ist sicherlich die Kuppel, nachempfunden der Kuppel der der Hagia Sophia in Konstantinopel. Aber beachtenswert sind ebenso die Fußbodenmosaike, zusammengesetzt aus 16 verschiedenen Marmorarten und schließlich die Mosaiken in den kleineren Kuppeln der Vorkirche, Mosaiken, die die Geschichten der Bibel nacherzählen.
Wir begeben uns in den hinteren Teil des Markusplatzes, in seinen Ausmaßen um einiges größer als der vordere, umrahmt von palastartigen Verwaltungsbauten, auch die größer noch als der Dogenpalast, aber dafür verlieren sich in dieser Weite auch die Menschenmengen.
Einige Profi-Fotografen locken die Tauben mit Futter an, um dann Touristen mit Tauben auf dem Arm aufnehmen zu können. Dabei ist das Füttern der Tauben allerdings verboten – und zumindest Touristen, die dabei ertappt werden, können sich auf eine saftige Geldstrafe gefasst machen.

Durch das Zentrum zum Canale Grande

Klicke auf das BildWir verlassen den Markusplatz durch den Torbogen des Uhrturms, einem fast filigranen in blau gehaltenen Bau mit Glocken unter seiner Spitze, geschmückt mit dem Relief eines Löwen, ziehen durch die engen Gassen von San Marco. Das ist ein durchaus kontrastreicher Spaziergang: Während sich in den Ladenzeilen ein edles Antiquitätengeschäft neben dem anderen befindet, Gemälde und Muranoglas die kleinen Schaufenster ziert, feinfühlig meist ohne Preisangabe, bröckelt von den löchrigen Hausfassaden der Putz. Klicke auf das BildHier zeigt sich Venedig voll und ganz als eine Stadt zwischen Reichtum und Verfall.
Vorbei an einem kleinen versteckten Stadtpalast mit Turm und dem Haus, in dem Goethe bei seinem Venedig-Aufenthalt wohnte, gelangen wir in der Nähe der Rialto-Brücke an den Canale Grande.
An der Brücke befindet sich die frühere Niederlassung der deutschen Kaufleute in Venedig, heute passenderweise als Kaufhaus genutzt, die Brücke, ebenfalls mit kleinen, teuren Geschäften ist so voller Menschen, dass man dort kaum treten kann.


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