Oberitalien, der Gardasee - Nord- und Westküste, Seite 2

Die Nord- und Westküste vom Gardasee - Limone und Riva del Garda



Anzeige

 



Das Video bei YouTube

Druckversion dieser Seite (PDF)

Anzeige

 




Limone, Dorf der Zitronen

Von Riva del Garda, der nördlichsten Stadt am Gardasee, bringt uns die Fähre in einer gut halbstündigen Fahrt nach Limone, einem früheren Fischerdorf an der nördlichen Westseite des Sees. Von der Anlegestelle der Fähre geht es auf die vermeintliche Hauptstraße, eine schmale Gasse entlang des Wassers, natürlich mit einem Geschäft in jedem einzelnen Haus.
Klicke auf das BildLimone war im 19. Jahrhundert eines der Zentren des Zitronenanbaus, und das spiegelt sich heute noch im Angebot der Läden wieder. Da gibt es nun Zitronenbonbons, Zitronenschnaps, Zitronenseife und alles andere, was irgendwie mit Zitronen machbar ist. Der Name Limone hat Klicke auf das Bildübrigens nichts mit Zitronen zu tun, sondern leitet sich von Limes, der lateinischen Bezeichnung für Grenze ab – und tatsächlich macht diese Hauptgasse mit ihrer gedungenen Bauweise, ihren die gegenüberliegenden Häuser verbindenden Torbögen einen wehrhaften, festungsartigen Eindruck.
Ganz anders dagegen die großzügig angelegte Uferpromenade mit ihren Palmen und Pflanzenkübeln: Die lädt zum Bummel am See, zum Verweilen in einem der vielen Restaurants ein.
Erstaunlich: Während durch die Hauptgasse die Besuchermassen drängen, sind die verwinkelten steilen Gässchen mit ihrem Kopfsteinpflaster nur wenige Schritte entfernt fast menschenleer. Hierher, wo wir auch einen kleinen Garten mit Zitronenbäumchen entdecken, verirrt sich kaum ein Tourist.
Klicke auf das BildDabei geht es hier zu einer von Limones wirklich beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, zur erhöht auf den Felsen gelegenen Pfarrkirche des Heiligen Benedikt. Die stammt aus dem Jahr 1691 – und hat für die Pfarrkirche eines kleinen Fischerdorfes, das Limone damals war, geradezu imposante Ausmaße. Noch beeindruckender ist allerdings das Innere der Kirche, mit einem prächtigen Altar, voller wertvoller Gemälde. Und von dem Platz vor der Kirche hat man einen einmaligen Panoramablick auf den See.
Klicke auf das BildEine andere Sehenswürdigkeit Limones findet, obwohl an der Hauptgasse gelegen, ebenfalls nur wenig Beachtung bei den Besuchern: Das Tourismus-Museum. Da erfährt man bei freiem Eintritt auf zwei Stockwerken, wie sich der Gardasee-Tourismus entwickelt hat.
Zu den Ausstellungsstücken gehört zum Beispiel eine Vespa, ein den 1950er und 1960er Jahren das Fort-bewegungsmittel der Italien-Reisenden, aber ebenso eine alte Registrierkasse. Schließlich ging es beim Tourismus immer auch ums Geld. Aber hier erfährt man auch, dass 1826 das erste Dampfschiff den Gardasee überquerte, wird natürlich an den Italien-Reisenden Goethe erinnert und darf man schließlich ganz nostalgisch die Gardasee-Werbeplakate aus der Zeit um 1900 bewundern.

Riva - Gediegene Bürgerlichkeit

Am Nachmittag bleibt nach der Rückkehr mit dem Schiff noch Zeit für einen Bummel durch Riva.
Klicke auf das BildVerglichen mit Limone ist das ein geradezu urbaner Ort, geprägt von einem selbstbewussten Bürgertum, dass sich beispielsweise einen weithin sichtbaren Uhrturm am großzügigen Hafen leistete, in drei- bis vierstöckigen Bürgerhäusern wohnte, die teilweise mit Ornamenten Klicke auf das Bildausschmückte.
Der große Platz am Hafen gehört vor allem den Touristen, gleich dahinter dann schließt sich ein noch größerer Platz mit den repräsentativen Verwaltungsgebäuden an. Rivas Straßen schließlich, auch sie natürlich autofrei, sind um einiges breiter als die Gassen der anderen Gardasee-Orte.
Von der Stadtmauer ist allerdings nicht mehr viel zu erkennen: Bei unserem kurzen Spaziergang entdecken wir nur ein einziges Tor, das aus der Altstadt herausführt. Dafür aber fast von jedem Punkt der Stadt aus zu sehen: Der alte Festungsturm, der außerhalb des Ortes oben in den Bergen hoch über Riva liegt.



Anzeige