Italien, Kampanien: Neapel, Seite 1

Ein Streifzug durch Neapel, vom Piazza Piazza Guiseppe Garibaldi durch die Altstadt zum Hafen, zum Castel Nuovo und dem Castel dell’Ovo


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Von Neapels Vororten zum Piazza Guiseppe Garibaldi

In den Außenbezirken, bei der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt, erscheint Neapel zunächst einmal so, wie man sich einst wohl Süditalien generell vorgestellt hat: Halbfertige Häuser, unverputzt, daneben verfallende Ruinen, über allem der Hauch von Stagnation und eben auch Verfall.
Klicke auf das BildDoch schon wenige Minuten später, inmitten des chaotischen Verkehrs der Innenstadt, entfaltet dieser Hauch von Verfall seinen ganz eigenen Charme, seine eigene Mischung von Morbidität und Lebenskraft. Man sieht etliche, einst hochherrschaftliche Häuser, verziert mit Ornamenten und ausgestattet mit kleinen Balkonen, auf denen nun die Wäsche zum Trocknen hängt, einige wohl gerade restauriert, zumindest aber mit einem frischen Farbanstrich versehen, andere dagegen, die nach Jahrzehnten in der stickigen Luft wohl mehr als nur einen frischen Farbanstrich gebrauchen könnten.
Die Piazza Guiseppe Garibaldi ist das Herz Neapels, der Hauptplatz, Knotenpunkt der Bus- und Straßenbahnlinien – und dabei selbst ein Platz ohne Zentrum, durchsetzt von Bauzäunen, mit einem nicht einmal sonderlich beeindruckenden Garbibaldi-Denkmal eher an seinem Rand.
Klicke auf das BildDie Geschichten von Taschendieben, die auf ihren Vespas herumrasen, im Kopf, bewegen wir uns entsprechend vorsichtig, tragen die Rucksäcke vor dem Bauch – doch das einzig Kriminelle, was wir tatsächlich sehen, ist ein eher harmlos anmutendes Hütchenspiel, harmlos jedenfalls im Vergleich zu dem, was auf dem Berliner Alexanderplatz abläuft.
Der Corso Guiseppe Garibaldi führt in südlicher Richtung zum Piazza Nolana, an dem ein mittelalterlich anmutendes Stadttor, halb überbaut von einem älteren Wohnhaus, den Eingang zu einem Markt markiert. Das ist wohl das, was man unter einem „typischen Altstadt-Markt“ in einer engen, als Fußgängerzone ausgewiesenen Gasse versteht: Stände von Fischhändlern, Stände mit Lederwaren, Schuhen, dazu auch allerlei Trödel und natürlich darf auch ein Zieharmonikerspieler hier nicht fehlen.

Auf der Prachtmeile Corso Umberto I

Der Corso Umberto I ist eine der wichtigen Verkehrsadern, mit Buslinien – und einem vergleichsweise schmalen Bürgersteig, nicht gerade eine Flaniermeile. Aber angelegt wurde er offensichtlich als Pracht- und Präsentationsmeile.
Rund um den Piazza Nicola Amore stehen die gleichmäßig ausgerichteten Prachtbauten vom Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, alle geschmückt mit Herkulesfiguren, die auf die Mitte des Platzes schauen.

Rund um den Hafen

Klicke auf das BildGegenüber dem Hafen liegt das Castel Nuovo, zur Hafenseite hin ein dunkles, abweisender Gemäuer, fast fensterlos, die Wälle beinahe steil nach oben ragend. (Auf alten Darstellungen wird das Castel Nuovo, errichtet in der Herrschaft von Karl I von Anjou im 13. Jahrhundert allerdings fast immer weiß dargestellt.)
Auf seiner Landseite mit der der Stadt zugewandten Seite gibt sich die Burg, in der heute der Stadtrat von Neapel tagt, allerdings mehr als freundlich. Hier befindet sich auch das mit Ornamenten verzierte Hauptportal, ganz in weiß gehalten – ein pittoresker Gegensatz zu den braunen Rundtürmen.
Klicke auf das BildDas Castel Nuovo, auch Maschio Angioni genannt, dient heute vor allem als Museum, wobei die Gemälde neapolitanischer Maler im Mittelpunkt stehen. Aus dem 17. Jahrhundert haben wir hier vor allem religiöse Motive, Kreuzigungsdarstellungen, Bilder vom Opfertod christlicher Märtyrer, alles meist düster gehalten, gemalt mit dunklen Farben. In den oberen Stockwerken finden sich die Werke aus dem 19. Jahrhundert, wobei hier die Heldentaten von Garibaldi im Vordergrund stehen. Und schließlich, das Prachtstück des Museums: Das alte Bronzetor, das einst das Castel selbst verschloss.
Von der Galerie des Castels aus übersieht man die Bucht von Neapel, bis hin zu den vorgelagerten Inseln – und, auf der anderen Seite der Bucht, natürlich den Vesuv mit seiner abgebrochenen Spitze.
Klicke auf das BildAn der Hafenpromenade findet man das Castel dell’Ovo, das „Eier-Kastell“, ursprünglich angelegt in der Zeit der Römer. Die Burg aus der Zeit der Normannen, etwa 200 Jahre älter als das Castel Nuovo und auf einer kleinen vorgelagerten Insel gelegen, verdankt seinen merkwürdigen Namen einer Legende, nach der Vergil ein Ei in das Gemäuer gesetzt haben soll – und Neapel so lange bestehen würde, wie das Ei ganz bliebe.
Klicke auf das BildSchon von weitem sieht man die Mauern dieses Kastells die Strandpromenade mit ihren vornehmen Hotels überragen, weit gigantischer als das Castel Nuovo, mit seinen zweckmäßigen, kantigen Formen, auf alle Schnörkel verzichtend, auch viel moderner erscheinend als die jüngere Burg.
In seinem Inneren eine eigene, schweigsame Stadt, mit ansteigenden Straßen und Gassen, mit Torbögen und Plätzen. Und von ihren Wällen aus sieht man wieder auf den Vesuv...
Neben dem Castel dell’Ovo liegt das alte Borgo Marinari, einst wohl ein kleiner Fischerhafen in Nachbarschaft zu Neapel, nun, unmittelbar neben dem Yachthafen, ein Ort der Fischlokale, Cafeterias, der – teuren - Restaurants.



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