Tagebuch einer Wochenendtour nach Neapel, der Hauptstadt von Kampanien - mit Ausflügen nach Capri, in die antike Ruinenstadt von Herculaneum und zum Krater des Vesuv...

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Italien, Kampanien: Neapel, Capri, Hercunaleum – eine Wochenendtour an den Vesuv

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Piazza Nolana - ein mittelalterliches Tor zum Markt Das Castel Nuovo- die Festung am Hafen von Neapel Castel dell'Ovo - erbaut von den Normannen Marina Grande - der Zugang zur Felseninsel Capri

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Ein Glockenturm markiert das Zentrum von Capri-Stadt Die Stadt Capri - enge Gassen auf dem Felsen  Ein Garten mit Säulenpavillon - in Herculaneum Mosaiken, der Schmuck vornehmer römischer Häuser

Die Reste der Taverne von Herculaneum 

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Am Krater des Vesuv, geprägt von seinen Ausbrüchen

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Beschriebene Orte und Sehenswürdigkeiten: Neapel: Piazza Guiseppe Garibaldi, Castel Nuovo, Castel dell’Ovo; Capri: Marina Grande, Blaue Grotte, Stadt Capri; Ercolano, Herculaneum, Vesuv

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Freitag, 24. Juni 2005: Neapel

Kurz nach zehn Uhr trinken wir unseren ersten Capuccino in einem Café am Flughafen. Etwa gegen 9.30 Uhr waren wir nach zwei Stunden Flugzeit von Berlin gelandet, hatten kurz zuvor eine grüne, bergige Landschaft überflogen.

Und nun Neapel, Hauptstadt von Kampanien: Mit dem Bus – das Ticket kostet drei Euro – geht es vom Airport in die Innenstadt, zum Piazza Garibaldi.

Hier in den Außenbezirken erscheint Neapel aber zunächst einmal so, wie man sich einst wohl Süditalien generell vorgestellt hat: Halbfertige Häuser, unverputzt, daneben verfallende Ruinen, über allem der Hauch von Stagnation und eben auch Verfall.

Doch schon wenige Minuten Später, inmitten des chaotischen Verkehrs der Innenstadt, entfaltet dieser Hauch von Verfall seinen ganz eigenen Charme, seine eigene Mischung von Morbidität und Lebenskraft. Man sieht etliche, einst hochherrschaftliche Häuser, verziert mit Ornamenten und ausgestattet mit kleinen Balkonen, auf denen nun die Wäsche zum Trocknen hängt, einige wohl gerade restauriert, zumindest aber mit einem frischen Farbanstrich versehen, andere dagegen, die nach Jahrzehnten in der stickigen Luft wohl mehr als nur einen frischen Farbanstrich gebrauchen könnten.

Die Piazza Guiseppe Garibaldi ist das Herz Neapels, der Hauptplatz, Knotenpunkt der Bus- und Straßenbahnlinien – und dabei selbst ein Platz ohne Zentrum, durchsetzt von Bauzäunen, mit einem nicht einmal sonderlich beeindruckenden Garbibaldi-Denkmal eher an seinem Rand.

Im Kopf haben wir natürlich die Geschichten von Taschendieben, die auf ihren Vespas herumrasen, bewegen uns entsprechend vorsichtig, tragen die Rucksäcke vor dem Bauch – doch das einzig Kriminelle, was wir tatsächlich sehen, ist ein eher harmlos anmutendes Hütchenspiel, harmlos jedenfalls im Vergleich zu dem, was auf dem Berliner Alexanderplatz abläuft.

Wir suchen unser Hotel, das Plaza am Piazza Principe Umberto, etwas nördlich vom Piazza Garibaldi gelegen, werden aber erst von Passanten in Richtung Süden geschickt, weil nämlich dort vom Piazza Garibaldi auch der Corso Umberto I abgeht, eine der Hauptstraßen von Neapel.

Schließlich finden wir dann aber doch noch unser Hotel, geben aber erst einmal nur unser Gepäck ab, weil die Zimmer erst gegen 12 Uhr bezugsfertig sein werden, wir es aber erst kurz nach elf Uhr haben.

Wir gehen nun den Corso Guiseppe Garibaldi ein Stück nach Süden bis zum Piazza Nolana, an dem ein mittelalterlich anmutendes Stadttor, halb überbaut von einem älteren Wohnhaus, den Eingang zu einem Markt markiert. Das ist wohl das, was man unter einem „typischen Altstadt-Markt“ in einer engen, als Fußgängerzone ausgewiesenen Gasse versteht: Stände von Fischhändlern, Stände mit Lederwaren, Schuhen, dazu auch allerlei Trödel und natürlich darf auch ein Zieharmonikerspieler hier nicht fehlen.

Diese Marktstraße verbindet den Corso Guiseppe Garibaldi mit dem Corso Umberto I – und über den gehen wir nun zu unserem Hotel zurück, checken dort ein – und machen uns nun über den Corso Umberto I auf den Weg zum Hafen.

Während links und rechts von dieser Hauptstraße tatsächlich die engen neapolitanischen Altstadtgassen abgehen, ist der Corso Umberto I eine der wichtigen Verkehrsadern, mit Buslinien – und einem vergleichsweise schmalen Bürgersteig, nicht gerade eine Flaniermeile. Aber angelegt wurde er offensichtlich als Pracht- und Präsentationsmeile. Rund um den Piazza Nicola Amore, momentan auch der allerdings gerade eine Baustelle für eine U-Bahn-Station, stehen die gleichmäßig ausgerichteten Prachtbauten vom Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, alle geschmückt mit Herkulesfiguren, die auf die Mitte des Platzes schauen.

Restaurants findet man an dieser Prachtstraße aber eher nicht – und so essen wir an einem kleinen Platz in einer der Nebengassen, im Schatten einer verfallenen Kirche, auf derem Dach bereits die Bäume wachsen, zu Mittag.

Innerhalb der Altstadt kann man wohl fast alle Wege zu Fuß erledigen – und schließlich erreichen wir den Hafen, wo wir zunächst für den kommenden Tag für 43 Euro zwei Fährtickets für die Überfahrt nach Capri kaufen.

Gegenüber dem Hafen liegt das Castel Nuovo, zur Hafenseite hin ein dunkles, abweisender Gemäuer, fast fensterlos, die Wälle beinahe steil nach oben ragend. (Auf alten Darstellungen wird das Castel Nuovo, errichtet in der Herrschaft von Karl I von Anjou im 13. Jahrhundert allerdings fast immer weiß dargestellt.)

Auf seiner Landseite mit der der Stadt zugewandten Seite gibt sich die Burg, in der heute der Stadtrat von Neapel tagt, allerdings mehr als freundlich. Hier befindet sich auch das mit Ornamenten verzierte Hauptportal, ganz in weiß gehalten – ein pittoresker Gegensatz zu den braunen Rundtürmen.

Das Castel Nuovo, auch Maschio Angioni genannt, dient heute vor allem als Museum, wobei die Gemälde neapolitanischer Maler im Mittelpunkt stehen. Aus dem 17. Jahrhundert haben wir hier vor allem religiöse Motive, Kreuzigungsdarstellungen, Bilder vom Opfertod christlicher Märtyrer, alles meist düster gehalten, gemalt mit dunklen Farben. In den oberen Stockwerken finden sich die Werke aus dem 19. Jahrhundert, wobei hier die Heldentaten von Garibaldi im Vordergrund stehen. Und schließlich, das Prachtstück des Museums: Das alte Bronzetor, das einst das Castel selbst verschloss.

Von der Galerie des Castels aus übersieht man die Bucht von Neapel, bis hin zu den vorgelagerten Inseln – und, auf der anderen Seite der Bucht, natürlich den Vesuv mit seiner abgebrochenen Spitze.

Nun laufen wir die Hafenpromenade entlang zum Castel dell’Ovo, dem „Eier-Kastell“. Die Burg aus der Zeit der Normannen, etwa 200 Jahre älter als das Castel Nuovo und auf einer kleinen vorgelagerten Insel gelegen, verdankt seinen merkwürdigen Namen einer Legende, nach der Vergil ein Ei in das Gemäuer gesetzt haben soll – und Neapel so lange bestehen würde, wie das Ei ganz bliebe.

Schon von weitem sieht man die Mauern dieses Kastells die Strandpromenade mit ihren vornehmen Hotels überragen, weit gigantischer als das Castel Nuovo, mit seinen zweckmäßigen, kantigen Formen, auf alle Schnörkel verzichtend,  auch viel moderner erscheinend als die jüngere Burg.

In seinem Inneren eine eigene, schweigsame Stadt, mit ansteigenden Straßen und Gassen, mit Torbögen und Plätzen. Und von ihren Wällen aus sieht man wieder auf den Vesuv...

Neben dem Castel dell’Ovo liegt das alte Borgo Marinari, einst wohl ein kleiner Fischerhafen in Nachbarschaft zu Neapel, nun, unmittelbar neben dem Yachthafen, ein Ort der Fischlokale, Cafeterias und Restaurants. Aber auch kein billiger Ort: Für vier Capuccinos und zwei Eis zahlen wir stolze 24 Euro!

Mit der Straßenbahn fahren wir zurück zum Hotel. Versehentlich fahren wir dabei auch noch schwarz: Die Fahrkarten gibt es nicht am Zug, auch nicht an den Haltestellen, sondern die müsste man extra, wie wir später erfahren, in einem Tabakladen kaufen, dann im Waggon abstempeln lassen. Aber selbst wenn wir Fahrkarten hätten: Ob wir durch dieses Gedränge bis zu den Stempelautomaten durchgekommen wären? Dazu steht die Bahn ständig im Stau, weil die Autos hier auch auf den Straßenbahngleisen fahren.

Zu Fuß kommt man in Neapel wohl doch noch am bequemsten voran!

Am Abend gehen wir noch in ein kleines Restaurant in der Nähe unseres Hotels, zahlen hier für einen Salat, ein Beefsteak ohne alle Beilagen und zwei Glas Wein wieder 24 Euro.

Samstag, 25. Juni 2005: Capri

Um 9.10 Uhr verlässt unsere Katamaran-Fähre den Hafen von Neapel und geht auf die ca. 50-minütige Überfahrt nach Capri.

Capri: Das ist eine felsige Steilküste, teilweise sicherlich 50 oder noch mehr Meter hoch, fast vertikal abfallend, eine Insel, die nur an wenigen Stellen wirklich anzulanden ist.

Und Marina Grande, der Haupthafen der Insel, der Hafen, der auch von den Fähren angefahren wird, ist da geradezu ein Mittelmeer-Bilderbuchhafen mit Yachten, auf der Mole liegenden Fischerbooten, einer Hafenpromenade mit Restaurants und einem kleinen Hotel, das ganze vor einem sanft ansteigenden Hügel, links und rechts aber umgeben von steilen Felsen.. Auf dem Hügel sieht man die Häuser des Ortes Capri, das Stadtzentrum zu erkennen an dem, die anderen Gebäude überragenden Glockenturm.

Doch bevor wir den Hügel zum Ort Capri emporsteigen geht es mit dem Boot zur Blauen Grotte. Vielleicht 20 Minuten dauert die Fahrt, vorbei zunächst an zwei Badestränden, mehr Badeanstalten, gleich hinter Marina Grande, dann weiter die schroffen Felsen entlang, in deren Nischen die Möwen nisten.

An der Blauen Grotte herrscht dann erst einmal Stau! Bevor wir von unserem großen Boot auf eines der kleinen Ruderboote umsteigen können, müssen wir also erst einmal warten, bis die Gäste der anderen Ausflugsschiffe abgefertigt sind. Denn genau das ist es hier: Massenabfertigung!

Sitzen auf den Bänken der Ruderboote ist auch unmöglich. Wir müssen uns, jeweils vier Passagiere pro Ruderboot, auf den Boden hinhocken, dann, bei Einfahrt in die Blaue Grotte selbst, möglichst Flach auf den Boden legen, Hände und Kopf einziehen. An einer Eisenkette ziehend bringt uns der Bootsführer so durch den schmalen und niedrigen Schlund der Grotteneinfahrt. Die Feldwände sind nur wenige Zentimeter von unseren Köpfen entfernt.

In der Grotte selbst herrscht zunächst einmal absolute Dunkelheit. Nach einigen Augenblicken hat man sich dann daran gewöhnt, dass Licht hier nur durch den schmalen Zugang eindringt – doch dieses Licht wird so vom Wasser reflektiert, dass das Wasser nun wirklich azurblau zu leuchten scheint.

Nach dem Ausflug zu diesem Naturwunder machen wir uns nun an den Aufstieg zur Stadt Capri. Der steile Weg, teilweise ummauert, ist links und rechts gesäumt von hübschen Villen und Landhäusern, die meisten mit Gärten, in denen die Zitronen blühen.

Gut 20 Minuten dauert die Wanderung, dann haben wir den Glockenturm, den man auch vom Hafen aus sieht, erreicht. Gleich neben dem Platz mit dem Glockenturm befindet sich der Aussichtspunkt, von dem aus man nun die Bucht mitsamt dem Hafen überschaut.

Das andere markante Gebäude von Capris Zentrum ist eine weiße Kirche, ausgestattet mit einer prachtvollen, großen Orgel und zahlreichen Gemälden – etwas zu groß erscheinend für einen so kleinen Ort, wie Capri ohne seine Besucher nun einmal ist.

Ansonsten ist der Ort Capri ein Ort der weißen Häuser und engen Gassen, durch die nicht einmal ein Mofa kommt. Aber: Es gibt wohl keine Luxus-Boutiquen-Kette, die hier nicht ihre Niederlassung hat!In den Andenkengeschäften – und davon gibt es beinahe in jedem Haus eines – werden vor allem Keramiken aller Größen und Preisklassen, von kleinen Kacheln bis zu lebensgroßen Figuren, verkauft, und überall werden auch Zitronenliköre in ausgefallenen Flaschen sowie alle anderen Produkte, die man aus Zitronen gewinnen kann, angeboten.

Gegen 19.10 Uhr fahren wir mit der letzten Fähre des Tages zurück nach Neapel. Soweit wir es beobachten können, hat sich nun auch Capri geleert, dass bis dahin vor allem von Tagesbesuchern bevölkert wurde.

Sonntag, 26. Juni 2005: Hercunaelum (Ercolano) – Vesuv

Am Morgen fahren wir mit der Regionalbahn nach Ercolano. Das Ticket hin und zurück kostet zum Wochenendtarif ganze 2,80 Euro – wobei sich der Fahrschein als „Touristenfalle“ erweist. Um den Bahnsteig zu betreten, muss man nämlich durch eine Sperre, die man dadurch öffnet, indem man das Ticket hineinschiebt. Wer allerdings, wie wir in unserer Naivität, glaubt, der Fahrschein wäre nun auch bereits entwertet, erliegt einem teuren Irrtum. Das merken wir, als wir in Ercolano aussteigen und am Ausgang in die Fahrscheinkontrolle geraten. 34 Euro müssen wir nun nachzahlen.

Die alten und schmuddeligen Züge, bei vielen selbst die Fenster mit Graffiti besprüht, sind an diesem Sonntagmorgen absolut überfüllt. Allerdings dauert die Fahrt nach Erolano auch nur wenige Minuten.

Das moderne Ercolano ist ein mit Neapel zusammengewachsener Vorort mit eintönigen Wohnhäusern beidseits der Bahnlinie.

Von der Bahnstation aus geht es „bergab“ zum antiken Herculaneum, dessen Grabungsfeld tatsächlich etwa 20 Meter unter dem durchschnittlichen Höhenniveau der modernen Stadt liegt. Dieses Grabungsfeld, ein archäologischer Park mit einem regelrechten Spazierweg drum herum, hat die Fläche von vielleicht zwei oder drei Fußballfeldern, ist also eher klein.

Was man auf den ersten Blick sieht: Ein Ruinenfeld, das so auch erst vor wenigen Jahren durch ein Erdbeben oder einen Bombenangriff zum Ruinenfeld hätte geworden sein können. Dass dies eine antike Grabungsstätte ist, dass wir hier die Reste einer Stadt sehen, die vor 2000 Jahren beim Ausbruch des Vesuv unter Lava und Vulkanasche begraben wurde, erahnt man allenfalls an den Säulengängen, mit denen einige der Höfe ausgestattet sind.

Der Eingang zum Grabungsfeld befindet auf der entgegengesetzten Seite, so dass man zunächst um die Anlage herumgeht, also das Panorama des antiken Herculaneum genießt, nun umgeben von den Häusern der modernen Stadt.

Das hier war wirklich eine Kleinstadt, aber organisiert wie alle anderen römischen Städte, unterteilt in „Insulis“, also verschiedene Wohnviertel, eine Unterteilung, die hier vielleicht nicht einmal nötig gewesen wäre, die aber von Rom eben übernommen wurde.

Dabei besteht die Stadt – zumindest das, was von ihr wieder frei gelegt wurde – aus lediglich drei Längsstraßen sowie einigen wenigen Querstraßen. Allerdings: Nirgendwo ist eine römische Stadt besser erhalten als hier!

Das gilt nicht nur für die alte Therme der Frauen. Von der Größe her sind diese Thermen nicht einmal ansatzweise vergleichbar mit denen der wirklich großen antiken Städte, aber diese Thermen hier sind fast vollständig erhalten, noch immer ausgestattet mit ihren Mosaiken an den Wänden und den Fußbodenkacheln, die sich durch nichts von modernen Badezimmerkacheln unterscheiden. Fast scheint es, als könnten diese Thermen nach einer gründlichen Renovierung wieder in Betrieb gehen.

Und das lässt sich auch von den Tavernen sagen. Die Amphoren, fest ins Mauerwerk gelassen, sind in der einen Taverne noch vollständig erhalten, in einer anderen liegen sie (wobei das wohl rekonstruiert sein dürfte!) in ihren hölzernen Regalen.

Diese Sommerhäuser vornehmer Römer hier verfügen über Gärten mit Wasserbassins aus Marmor, im „Haus der Bronze“ steht ein bronzener Kopf, wie man ihn auch in einem Souvenirladen finden könnte.

Immer wieder beeindruckend sind die Mosaiken, die man in fast allen Häusern entdeckt: Tiermotive, Familienszenen, vor allem aber Darstellungen der Götter, zum Beispiel im „Haus des Neptun“. Das alles wirkt so, als wäre es noch am Tag zuvor voller Leben gewesen!

Vorteilhaft vor allem: Hier in Herculaneum sind – zumindest gerade jetzt – nur wenige Touristen, so dass man wirklich fast ungestört stöbern kann.

Nach dem Mittagessen gehen wir wieder zum Bahnhof, weil hier auch die Sammeltaxis zum Vesuv starten. Allerdings müssen wir knapp eine Stunde warten, bis auch wirklich eine Gruppe – mindestens acht Leute – komplett ist. In der Gruppe kostet die Fahrt hin und zurück schließlich nur zehn Euro pro Person, ansonsten müssten wir ein Vielfaches zahlen.

Kurz vor zwei brechen wir also zum Vesuv aus – in der Zeit der größten Hitze!

Durch die engen Gassen am Stadtrand von Ercolano, das hier nun fast ländlich erscheint, geht es hinauf zum Nationalpark des Vesuv. Neben der Straße liegt nun ein Lavafeld, das von seinem letzten Ausbruch 1944 stammt.

Die Fahrt endet an einem Parkplatz, dann zahlen wir noch einmal sechs Euro Eintritt pro Person – und beginnen den Aufstieg zum Krater. Das ist fast eine Prozession, die hier, ausgestattet mit Wanderstöcken, die am Eingang verliehen werden, über den gewundenen Lavaweg nach oben zum Gipfel wandert. Ab und an sieht man am Wegesrand eine Eidechse – und unter uns liegen eben die Reste jenes Lavastromes, der sich 1944 aus dem Krater ergossen hat.

An der letzten Station vor dem Gipfel wartet aber erst einmal ein Getränke- und Andenkengeschäft: Man findet hier Schmuck aus Lavstein – von der Halskette bis zum Ring, aber auch Schachspiele aus Lavafiguren und mehr.

Ein eigentlich bequemer Wanderweg führt um den Krater herum, der nun aber ganz friedlich ausschaut, fast wie die Reste eines Kohle-Tagebaus, mit vereinzelten grünen Büschen auf dem Grund, nicht einmal ansatzweise bedrohlich. Beinahe wäre man versucht, in den Krater hinabzusteigen – wenn denn das nicht durch eine Absperrung verhindert würde.

Lediglich an einer Seite des Kraters findet sich eine schwarze Spur, vielleicht entstanden bei der letzten Eruption. Eine Messtation auf einem Felsbrocken signalisiert allerdings: Dies ist ein aktiver Vulkan – wenn auch wohl der von allen Vulkanen im intensivsten beobachtete!

Das ist aber wohl auch drinend notwendig: Von hier oben sieht man schließlich auf das Häusermeer von Neapel, so, als läge die Millionenstadt direkt zu Füßen des Vulkan.

Gegen 19.00 Uhr sind wir wieder in Neapel. Die Stadt ist um diese Zeit wie ausgestorben, Restaurants und Cafés haben noch geschlossen. Erst gegen acht Uhr finden wir am Piazza Garibaldi ein Lokal, in dem wir etwas essen können. Am nächsten Tag müssen wir schließlich früh aufbrechen, um pünktlich unseren Flieger zu erreichen.

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