Island, Vulkantour: Zum Eyjafjallajökull, Seite 3

Vom Faxi über Skálholt und Hella zu den Füßen des brodelnden Eyjafjallajökull und nach Skógar, zum Wasserfall und zum Museum



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Vulkanasche als Reiseandenken und ein Wasserfall der Lachse

Klicke auf das BildEinstimmung auf eine Vulkantour zum Eyjafjallajökull kurz nach dem Ausbruch: Im Andenkenladen von Geysir, dem Feld der heißen Quellen, stößt man dann auf ein skurriles Angebot: Vulkanasche von Eyjafjallajökull im Schmuckglas für die Vitrine.
Den ersten Stopp auf unserer Fahrt zum immer noch Asche ausspuckenden ilkan legen wir am Faxi ein. Ungewöhnlich an diesem Wasserfall ist schon einmal der Name: Schließlich endet er nicht, wie die anderen isländischen Wasserfälle, auf „Foss“.
Dann ist es aber auch kein sonderlich hoher Felsen, den der Faxi hinabstürzt, eher eine Stufe innerhalb einer weiten, landwirtschaftlich genutzten Ebene, durch die der Klicke auf das BildFluss ziemlich ruhig fließt und auch nach seinem Sturz nicht wesentlich beschleunigt. Dazu ist der Faxi ist auch wesentlich breiter als die anderen Wasserfälle.
Seine wichtigste Bedeutung für die Isländer ist aber wohl, dass man hier Lachse fangen kann, und dafür gibt es sogar eine Hölzerne Treppe, an der sich die Lachsangler aufstellen können. Momentan ist aber wohl keine Lachssaison. Jedenfalls ist der Platz verwaist, so wie auch der Schafpferch, der hier keine hundert Meter entfernt steht. Dass hier aber wohl sehr wohl auch zu dieser Zeit hier gearbeitet, kann man riechen: Hier wurde frischer Dung ausgebracht!

Von Islands alter Hauptstadt Skálholt über Hella ins Vulkangebiet

Klicke auf das BildEine einsame weiße Kirche auf einem Hügel, daneben ein Gästehaus, unterhalb der Kirch ein archäologisches Grabungsfeld, in dem aber nicht viel mehr als einige Fundamente zu erkennen sind, das alles mit Blick auf einen kleineren See und einen Berg: Das ist Skálholt, einst die bedeutendste Ortschaft Islands, im Mittelalter Sitz des Bischofs, ein Ort, der immerhin 200 Einwohner zählte, als Reykjavik gerade mit 120 Bewohnern die Stadtrechte verliehen bekam. Nun ist Skálholt nicht viel mehr als ein kurzer Zwischenstopp, ein Ort, der praktisch vom Erdboden verschwunden ist.
Klicke auf das BildDie Hekla, Islands großen Vulkan vor Augen, fahren wir nun in den Dunst dunkler Wolken. Die Wagen, die uns entgegenkommen, haben das Licht eingeschaltet. Allerdings: Das ist keine Aschewolke, das sind Regenwolken! Auf einer Koppel nehmen wir einige Islandpferde auf. Die Tiere stehen ganz normal auf ihrer Weide, scheinen durch die Nähe des Eyjafjallajökull auch nicht beunruhigt.
Erst als wir die Ortschaft Hella passieren, zeigen sich auf der Windschutzscheibe unseres Wagens auch Aschepunkte. In Hvollsvöllur legen wir dann einen letzten Stopp vor dem Eintritt ins „Vulkan-Gebiet“ ein. Fahrer, die gerade vom Vulkan kommen, waschen auf dem Rastplatz ihre Wagen, Martina, unsere Reiseleiterin, gibt an uns Atemschutztücher aus, trägt allerdings selbst auch keines – wie überhaupt die meisten Einheimischen auf diese Schutzmaßnahme verzichten. Bei der Weiterfahrt wirbelt dann auch unser Wagen wie alle anderen Fahrzeuge die Asche auf der Straße auf, zieht er eine lange Staubwolke hinter sich her.

An den Füßen des Eyjafjallajökull

Klicke auf das BildWir halten vor Thorvalsseyri. Vor dem Vulkanausbruch stellten die weißen Wirtschaftsgebäude unmittelbar am Berghang, direkt zu Füßen des Eyjafjallajökull, nach Martinas Schilderung vor dem Vulkanausbruch einen der bedeutendsten Landwirtschaftsbetriebe Islands dar. Jetzt steht kein einziges Tier auf den ergrauten Weiden. Nur einige Neugierige, uns eingeschlossen, beobachten von der Einfahrt des Gutshofes aus das Geschehen auf dem Berg.
Klicke auf das BildAuf dessen Kamm ist aber nur Grau zu sehen. Statt der Aschewolke verhüllen nun Regenwolken den Eyjafjallajökull. Das dumpfe Grollen, das aus seiner Richtung zu uns kommt, ist dann allerdings kein Gewitter. Dieses Grollen kommt aus dem Inneren des Vulkans, sagt, dass er noch längst nicht zur Ruhe gekommen ist.
Wie er seine unmittelbare Umgebung verändert hat, sehen wir bei der Weiterfahrt. Vor einem Wirtschaftsgebäude an der Straße sind weiße Säcke aufgestapelt, nun bedeckt von einer dicken Staubschicht. Der Staub liegt auf der Straße nach Skógar, ist nun allgegenwärtig.

Am Skógarfoss

Klicke auf das BildUnser Ziel ist der Skógarfoss, der – bei anderem Wetter – ebenfalls gräulich schimmert, ein 62 Meter hoher Wasserfall fast direkt an der Küste, der bei einer herzförmigen Einbuchtung der Felswand in die Tiefe stürzt. Links und rechts des Wasserfalls haben Eissturmvögel ihre Nester in die Felswand gebaut, manövrieren bei ihrem Flug sicher an dem herabstürzenden Wasser vorbei.
Rechts vom Wasserfall führt ein Weg auf den Berg. Hier beginnt – oder endet – einer der beliebtesten Wanderwege Islands, der für geübte Wanderer auch innerhalb von zwei Tagen bis zu den heißen Quellen von Landmannalaugar führte. Nun trägt zumindest eine Teilstrecke dieses Weges den spöttischen Titel als „Islands heißester Wanderweg“. Bis an den Wegesrand kam nämlich die Lava vom ersten Ausbruch des Vulkans, ist noch immer nicht erkaltet.
Wir fahren noch kurz an dem Freilichtmuseum vorbei, in dem Martina zeitweise arbeitet. Die kleinen Häuser sind aus Torf gebaut, wir sehen eine Schmiede, einen Schafstall und, versehen mit einem großen Fenster, das Wohnhaus, das so wie es da steht, bis in die 40eer Jahre des 20. Klicke auf das BildJahrhunderts auch genutzt wurde. Das ganze haus besteht, so Martina, aus lediglich einem Raum, in dem bis zu zehn Menschen lebten. Eine Heizgelegenheit gab es in solchen alten Bauernhäusern nicht, ebenso wenig eine Kochmöglichkeit.
Vergleicht man das mit den heutigen Lebensbedingungen Islands, ist das eine rasante Entwicklung, die so schnell wo kaum in einem anderen europäischen Land ablief!
Bei der Weiterfahrt nach Stokkseyri passieren wir die Westmännerinseln, der Ort, von dem man nach Martinas Meinung den Ausbruch des Eyjafjallajökull hätte am besten beobachten können. Dabei sind die Westmännerinseln ebenfalls vulkanisch – und beim letzten Ausbruch entdeckten die Bewohner eine neue Variante des Brotbackens. Statt in den Ofen kommt der Brotteig in eine Grube mit heißer Asche, eine Variante, die auf den Inseln immer noch praktiziert wird. Das Brot der Westmännerinseln, ein schwarzes, dem Pumpernickel ähnliches Brot, wird nach Martina auf ganz Island geschätzt.

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