Island, Vulkantour: Golden Circle, Seite 2

Auf dem "Golden Circle" zum Thingvallavatn und nach Thingvellir, zum "Goldenen Wasserfall" und nach Geysir, dem Feld der heißen Springquellen



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Mosfellsdalen – rund um Reykjavik

Klicke auf das BildWir verlassen Reykjavik, fahren durch die Ebene von Mosfellsdalen, umgeben von entfernt liegenden Höhenzügen, auf denen man noch den Schnee liegen sieht. Ab und an passieren wir eine Pferdekoppel – und auch einige kleinere, verlassene Neubausiedlungen, die allerdings nie fertig gestellt wurden. Nun verschandeln diese Bauruinen als Denkmäler der isländischen Finanzkrise die Landschaft.
Richtige Dörfer sieht man dagegen nicht, nur einzelne Höfe, allein stehende Häuser, darunter auch ein – bescheiden wirkendes – weißes Gebäude, das ehemalige Wohnhaus von Halldór Laxness, Autor der „Islandglocke“ und der wohl bedeutendste Schriftsteller Islands. Dass dieses fast typische Ein-Familien-Haus nun ein Literatur-Museum ist, sieht man ihm bei der Vorbeifahrt jedenfalls nicht an.

Thingvallavatn und Thingvellir

Klicke auf das BildDie Gegend, die wir nun passieren, erscheint als Einöde, in der nur einige wenige Grase und Moose wachsen, dann stoppen wir am Thingvallavatn, dem größten See Islands, bereits Teil des Nationalparks Thingvellir. Darauf weist an unserem Haltepunkt aber nur das Schild hin, auf dem man auch sieht, wo man gerade steht.
Auffällig im See ist aber eine kahle Insel, ein aus dem Wasser schauender Hügel. Tatsächlich handelt es sich bei der Insel Sandey auch um einen Lava- und Aschehügel, entstanden bei einem früheren Vulkanausbruch.
Ansonsten ist diese westliche Seite des Sees eine Einöde, in der auf dem Lavagestein auch kaum etwas zu wachsen schein. Auf der Ostseite sieht es da schon anders aus.
Bei der nur wenige Minuten dauernden Weiterfahrt zum Nationalpark-Zentrum sieht man auf der Ostseite einen Wald – und eine dunkle Felskante. Der Verlauf dieser nicht sonderlich hohen, ansonsten auch aus dieser Entfernung nicht wirklich beeindruckenden Felskante ist die Grenze Europas, die Linie, an der die europäische Kontinentalplatte sich immer weiter von der amerikanischen Kontinentalplatte entfernt.
All das erfährt man dann bei einer Multi-Media-Show im Besucherzentrum, wo man sich auf der „amerikanischen“ Seite Islands befindet. Zu Fuß, allerdings über einige Brücken, vorbei an einer kleinen Kirche, geht es dann durch das „Niemandsland“ von Amerika nach Europa.
Klicke auf das BildDabei nimmt man zunächst den Weg unterhalb der amerikanischen Felskante entlang, passiert dabei einen Platz, der mit der isländischen Fahne gekennzeichnet ist. In der Zeit der Wikinger-Siedler war dies der Platz, an dem während der Volksversammlungen der Gesetzessprecher stand – ein Ort, der auch heute noch neben dem Parlament als zentraler Platz der isländischen Demokratie gilt.
Dabei wurde die Autorität des Gesetzessprechers früher hier sicherlich auch durch seinen Standort unterstützt. Denn die nun in der Nähe wirklich gewaltige Felswand, steil aus der Erde ragend, fast gerade verlaufend, nur mit einigen Einbuchtungen, lässt auch die größte Menschenversammlung klein erscheinen.
Die Brücken führen über die mit dem See verbundenen Wasserläufe. Dabei ist das Wasser in diesen mitunter extrem schmalen Canons so klar, dass man auch noch gut die Felsformationen unter Wasser sehen kann. In einiger Entfernung, auf der amerikanischen Seite, erkennt man einen hohen Wasserfall, wohl auch der von einem der Flüsse, die diese See- und Canonlandschaft speist.
Hier treffen wir auf eine Gruppe Taucher, die, gut ausgerüstet mit Trockenanzügen, in das gerade zwei Grad Celsius messende Wasser hinab wollen. Fische gibt es hier keine, erzählen die Taucher, auch von Vegetation könne eigentlich nicht die Rede sein – aber auch in einer Tiefe von 22 Metern habe man hier noch einen einmalig klaren Blick auf die Felsformationen.
Der Wald des Nationalparks ist – mit europäischen Augen gesehen – kein all zu dichter Wald, die Bäume sind meist so genannte Zwerg- oder Krüppelbirken, zu denen Martina den Scherz erzählt, wie man in einem isländischen Wald die Orientierung wieder findet, falls man sich einmal verlaufen hat. Die Lösung des Problems: Einfach aufstehen! Dennoch haben sich wohl gerade einige Ziegen hierher verlaufen. Denn eigentlich dürfen in diesem Nationalpark auch keine Haustiere grasen – aber vielleicht macht man da ja auch gerade wegen der Ascheschicht rund um den Eyjafjallajökull, die immerhin auf einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen liegt, auch eine Ausnahme.

Auf dem Golden Circle zum Gullfoss, dem Goldenen Wasserfall

Klicke auf das BildDas nächste Ziel unserer „Golden-Cirle-Tour“ zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Süden Islands ist der Gullfoss, der angeblich schönste Wasserfall der Insel, der „Goldene Wasserfall“. Bei meinem Besuch im vergangenen Herbst hatten Eisblumen die Ränder des über 70 Meter tiefen Canons bedeckt, nun bildet die Gischt über der Schlucht ihre feuchten Wolken, spürt man auf dem Weg an den Kaskaden, über die das Wasser in die Tiefe stürzt, immer einen leichten Regen – obwohl doch kein Tropfen vom Himmel fällt. Da kommt es einem auf der Felsplattform neben dem Haupt-Wasserfall schon fast „trocken“ vor, ist man fasziniert vor allem von dem Tosen der Wassermengen.
Auf der Hochebene oberhalb des Wasserfalls befindet sich ein Restaurant, eher als Kantine eingerichtet, in dem wir nun aber unser äußerst schmackhaftes Mittagessen nehmen. Zur Wahl stehen die isländischen Nationalgerichte, eine Suppe mit Lammfleisch und eine Pilzsuppe.

Am Strokkur, dem größten Geysir Islands

Natürlich darf auf der „Golden-Circle-Tour“ der Besuch von Geysir, dem Feld der explodierenden heißen Quellen, nicht fehlen. Die Attraktion des Feldes ist natürlich der Strokkur, der größte der Geysire, der regelmäßig, angeblich rund alle sieben Minuten, seine Wasserfontäne rund 20 Meter hoch aus seiner Erdspalte hinausschießt. Auf die Zeitangabe sollte man sich allerdings nicht zu sehr verlassen: Die Uhren der Kräfte im Erdinneren scheinen eher unregelmäßig zu gehen. Also muss man das Wasser im Becken des Strokkur genau beobachten. Bilden sich Blasen, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die Explosion kurz bevorsteht – aber zwangsläufig erfolgen muss sie deshalb noch nicht. Manchmal beruhigt sich das Wasser auch wieder, und man muss eben noch weiter warten.
Klicke auf das BildZiehen sich die Blasen dann aber zu einer großen, bläulich schimmernden Blase zusammen, ist dies der Beginn des Ausbruchs. Sekundenbruchteile darauf schießt die Säule von Wasser und Dampf nach oben, fällt dann in sich zusammen, läuft das Wasser wieder zurück in die Tiefen des Erdlochs.
Der Geysir, der Namensgeber dieses Feldes und all er anderen heißen Quellen dieser Art, hatte schon vor einigen Jahren aufgehört, sein Wasser hinauszuschießen, war sozusagen erloschen. Nun, seit dem Ausbruch des Eyjafjallajökull, ist auch er wieder aktiv, wenn auch nur unregelmäßig, vielleicht fünf oder sechs mal am Tag. Seine Fontäne erreicht auch nicht mehr die alte Höhe von bis zu 50 Metern, kommt allenfalls auf zwölf Meter – aber immerhin.
Einen Blick hinein ist übrigens am Rande des Geysir-Feldes der so genannte „Kleine Geysir“ wert. Dessen Becken misst nicht viel mehr als einen Meter Durchmesser, und weil das heiße Wasser zwar ständig brodelt, aber nicht hoch schießt, kann man sich fast über diesen Geysir beugen, glaubt dabei, in das Innere der Erde zu schauen.


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