Island, der Süden: Blaue Lagune und Selfoss, Seite 1

Von Bláa Lonid, der "Blauen Lagune", in das Landstädtchen Selfoss zu Füßen des Hekla, Islands größtem Vulkan



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Die „Blaue Lagune“, Islands beliebteste Badeanstalt

Klicke auf das BildBláa Lonid, die „Blaue Lagune“ ist schon weitem zu sehen, nämlich in Form des weißen Dampfes, der in dicken Schwaden aus ihr empor steigt. Diese weißen Dämpfe sind allerdings weniger natürlichen Ursprungs, so wie auch die ganze Lagune. Die entstand nämlich erst dadurch, dass man hier ein Kraftwerk errichten wollte, das Erdinnere anzapfte – und dabei eher ungewollt auch das heiße Wasser an die Oberfläche sprudeln ließ.
Bei der Anfahrt zur „Blauen Lagune“ passiert man schon einige Wasserläufe, die auf den ersten Blick vereist aussehen, bei denen auch die Steine am Ufer von einer weißen Kruste bedeckt sind. Das ist allerdings kein Eis, sondern Silizium, das hier das ganze Wasser durchsetzt hat.
Eine schmaler Gang führt wie eine kleine Schlucht vom Parkplatz durch das aufgetürmte Lava zum Eingang der „Blauen Lagune“, die sich hier zunächst wie eine „normale“, moderne Badeanstalt gibt, eine Badeanstalt mit Umkleidekabinen, Duschräumen, Restaurant und immerhin einer halben Million Besuchern jährlich.
Klicke auf das BildDer Badebetrieb findet allerdings – ganz unabhängig von den Temperaturen – im Freien statt. Tritt man aus dem Gebäude in das Außengelände, ist es allerdings dort auch weit weniger kalt als man es erwarten dürfte. Und das liegt sicherlich vor allem an dem warmen Wasser in dem großen, allerdings nirgends tiefer als 1,50 Meter reichenden Naturbecken, aus dem auch jene Dämpfe aufsteigen, die wir schon von weitem gesehen haben. Man kann also überall bequem stehen – was man aber doch nicht für längere Zeit tun sollte, weil es sonst doch extrem frisch wird.
Zum Badebetrieb der Blauen Lagune gehört – neben einem Wasserfall – auch eine Natursauna, betrieben durch die heißen Dämpfe aus dem Erdinneren, die allerdings durch ein Röhrensystem in den kleinen, dunklen Saunaraum geleitet werden. Die Dämpfe haben den Boden der Sauna so erhitzt, dass man sich an dem durchaus die Füße verbrennen könnte.

Auf der Küstenstraße über Grindavik durch die Lavalandschaft zum Hekla

Klicke auf das BildGegen 18 Uhr sind wir wieder auf der Küstenstraße, fahren unserem Ziel entgegen, dem Hekla-Hotel zu Füßen des gleichnamigen Vulkans. Überraschend dabei: Bis etwa gegen 19 Uhr haben wir sogar noch Tageslicht – und dazu einen Vollmond, der als riesige helle Scheibe nur knapp über der Erde zu hängen scheint.
Nicht weit von der Blauen Lagune entfernt passieren wir zunächst die Ortschaft Grindavik, ein weit auseinander gezogenes Fischerstädtchen, eher ein Dorf mit rund 1500 Einwohnern – aber für diese Größe einem erstaunlich großen Sportstadion.
Hinter Grindavik ist die Straße durch die Lavalandschaft, immerhin eine der Hauptrouten Islands, vorübergehend nicht mehr asphaltiert. Damit gilt nun Tempo 80 Km/h als Höchstgeschwindigkeiten, aber auch die sollte man mit einem normalen Wagen hier besser nicht ausfahren.
Es ist eine menschenleere Gegend, die wir nun zunächst passieren. An einem Aussichtspunkt in der Nähe des Meeres, markiert durch zu „Trollen“ aufgehäuften Steinen, legen wir einen kurzen Stop ein. Nur ein einsames Haus steht auf dem Lavafeld an der Küste.


Selfoss und der Hekla

Je mehr wir uns Selfoss nähern, desto landwirtschaftlicher wird die Region. Wir sehen Schafherden und Ponys auf der Weide – und manchmal sogar schwachen Grasbewuchs und kleine Bäume.
Begegnung mit einem Polarfuchs, der von der Straße weg eilig in Richtung der dunklen Berge läuft: Das Tier ist völlig weiß – was gerade auf dem schwarzen Untergrund keine wirklich gute Tarnung ist.
Klicke auf das BildSelfoss ist die Landwirtschafts-Stadt in Süd-Island, ein Ort, der sich um eine Brücke herum gebildet hat und sich dann innerhalb von hundert Jahren zu einer – für isländische Verhältnisse – regionalen Metropole entwickelt hat. Hier gibt es Supermärkte, Lokale – aber nun am Abend sieht man dennoch keinen Menschen mehr auf der Straße.
Gleich hinter der Stadt beginnt wieder die Lavalandschaft, und an manchen Stellen steigt der Dampf aus der Erde. Schließlich, es ist längst dunkel, haben wir unser Hotel, das zur Gruppe „Farm-Urlaub in Island“ gehörende Hekla-Hotel erreicht.
Welcher von den Bergen, die man weit weg von unserem Hotel aus sieht, mag denn nun die Hekla sein, jener Vulkan, den man früher auch als „Tor zur Hölle“ bezeichnete? Ginge es nach dem Aussehen, könnte man sich für das zwar flache, aber in die Länge gezogene und zerborstene Massiv entscheiden, das von seiner Form her noch am ehesten als „Tor zur Hölle“ anzusehen wäre. Aber Hekla heißt übersetzt „Haube“ - und tatsächlich ist die Hekla jene ganz friedlich anmutende gleichmäßige Erhebung, mit ihrer schneebedeckten Kuppe scheinbar eher ein Ziel für Wintersportler, ohne jede Spur eines Kraters oder Schlotes. Jedenfalls aus der Ferne gesehen!

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