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| Rodós - das Tor zur
Festung der Johanniter |
Die Mauer von
Rodós umschließt noch immer die ganze Stadt |
Lindos, die
weiße Stadt an einer gut geschützten Bucht |
Die Akropolis
von Lindos: Tempel und Johanniter-Burg |
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| Kapitänshäuser
an der Hafenpromenade von Symi |
Die Thermen des
Asklepieion auf Kos, Medizin-Zentrum der Antike |
Inmitten von
Kos-Stadt liegen die Ausgrabungen des Forum |
Orthodoxe Kirche
in dem kleinen Bergdorf Zia |
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Der Hafen von
Pothea, der Hauptstadt von Kalymnos |

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Einsam: Die
200-Einwohner-Insel Pserimos |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Die Reiseroute,
beschriebene Orte und Sehenswürdigkeiten: Rhodos: Faliraki
- Oros Profitis Illias
- Agios Nikolaos
- Salakos
- Apollona
- Ródos
(Rhodos-Stadt) - Lindos
- Charáki
(Haráki) - Psinthos;
Symi
(Simi); Kos:
Platáni
- Asklepieion
- Kos-Stadt
- Díkeos-Gebirge
- Asfendiou
- Zia
- Pili
- Kardádema
- Kefalos
- Tigáki;
Kalymnos: Vlihadia
- Pothea; Plati; Pserimos
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Donnerstag, 19. Mai 2005: Rhodos,
Faliraki
Gegen 17.30 Uhr
Ortszeit, nach einem dreistündigen Flug von Berlin-Tegel, landet die
Air-Berlin-Maschine auf dem Flughafen von Rhodos. Beim Anflug sieht man an
der Spitze der Insel die „Metropole“ Rhodos-Stadt, und auch der
Flughafen liegt unmittelbar am Meer, in seiner Nachbarschaft einige Gewächshäuser
– und auch eine kleinere Ortschaft.
Unser Transfer
nach Faliraki, einem der touristischen Zentren von Rhodos, gelegen an der
Nordost-Küste, dauert rund 20 Minuten. Von der Ortschaft selbst sehen wir
dabei eigentlich so gut wie nichts, bleiben an der am Strand vorbeiführenden
Hauptstraße, an der auch die großen Hotels liegen. Uns hat Neckermann im
Rodos Palladium untergebracht, einer sechsgeschossigen Großanlage mit
Garten- und Poollandschaft, ausgewiesen mit vier Sternen. Dabei zählt das
Palladium noch zu den neueren Anlagen, ist erst wenige Jahre alt. Die Häuser
links und rechts stammen überwiegend aus den 70-er Jahren, als sich
Faliraki zum Touristenort mauserte,
Feinen Sandstrand
gibt es allerdings weniger: Auch unser Hotelstrand besteht aus feinem
braunen Kiesel.
Freitag,
20. Mai: Rhodos, Agios Nikolaos – Salakos – Profitis Illias –
Apollona – Rhodos-Stadt (Ródos)
Unser Wandertag
beginnt um 8.30 Uhr. Ziel ist das Oros Profitis
Illias, die „Alpen von
Rhodos“, ein bis knapp 800 Meter hoher Höhenzug im nördlichen Teil des
Inselzentrums.
Etwas mehr als
eine halbe Stunde dauert die Busfahrt, die uns zunächst auf der Küstenstraße
nach Süden führt, bis wir dann
bei dem Ort Kolymbia nach Osten ins Landesinnere abbiegen. Die Straße liegt
direkt neben einem Aquädukt, um einiges kleiner als die antiken römischen.
weitgehend auch aus Beton gebaut, aber den großen römischen Anlagen
nachempfunden: Diese Wasserleitung stammt aus der italienischen Zeit von
Rhodos, die immerhin bis 1947 andauerte, ehe die Briten den kompletten
Dodekanes an Griechenland übergaben. Anders als die Wasserleitung gibt es für
das massive gelbliche italienische Gebäude in einem unscheinbaren Bergdorf
– eine alte Polizeistation? – keine Verwendung mehr, weswegen es nun
auch dem allmählichen Verfall preisgegeben ist.
Ausgangspunkt
unserer Wanderung nach Salakos, dem mit gut über 700 Höhenmetern höchstgelegenen
Bergdorf von Rhodos, ist Agios Nikolaos, ein von außen unscheinbares
winziges Kirchlein, aber unter den noch erhaltenen das älteste Gotteshaus
der Insel. Gestiftet wurde die Kapelle im 14. Jahrhundert von einem
byzantinischen Kaufmann, und die inzwischen schon völlig ausgehöhlten,
dick gewachsenen Platanen, dürften wohl fast aus der gleichen Zeit stammen.
Doch während die Zeit der Platanen allmählich abgelaufen sein dürfte, ist
das Gotteshaus immer noch in Betrieb, wovon auch die reichlich ausliegenden
Wachskerzen zünden, deren Rauch die Ikonen an den Wänden inzwischen aber
schon dunkel verfärbt hat.
Ziegenweg ist der
Name des Wanderweges, ein durchaus bequemer, auch gar nicht all zu steiler
Weg, der vor allem durch Olivenhaine führt, vorbei an Zypressenwäldchen,
umsäumt von unzähligen Disteln – und auch einem Drachenwurz, einer
seltenen Pflanze, deren Blüte fast aussieht wie die Blüte einer
Bananenstaude. Von den Ziegen bekommen wir allerdings nur den überall
herumliegenden Kot zu sehen, entdecken dazu einen leer stehenden Stall –
doch die Tiere selbst sind nirgends zu entdecken.
Nach etwa zwei
Stunden sehen wir die Häuser von Salakos, einem Dorf, das außer seiner für
Rhodos bemerkenswerten Rekordhöhe keine Besonderheiten zu bieten hat – außer
einem kleinen Teich am Dorfrand, gespeist aus klarem frischen Quellwasser,
wo wir nun eine verdiente Rast einlegen. Zwei Enten schwimmen in dem kalten
Wasser, im Gestrüpp daneben haben wir nun auch unsere Ziegen.
Auf den Profitis
Illias fahren wir nun über eine kurvenreiche Bergstraße mit dem Bus.
Profitis Ilias bezeichnet heute eine kleine weiße Kirche, als ehemaliges
Kloster von über den Bergen umgeben von Mauern und noch immer mit einigen,
nun versperrten, Mönchszellen versehen, geschätzt wegen der Quelle, die
ein erfrischendes Wasser abgibt.
Geschätzt wurde
der Ort offensichtlich auch von dem italienischen Faschistenführer Benito
Mussolini. Der ließ hier oben nämlich im so genannten „Südtiroler
Landhausstil“ ein Chalet errichten, Hitlers Berghof nachempfunden, mit
einem Hauptgebäude und darum herum liegenden Wirtschaftsgebäuden, von
denen die meisten nun nur noch Ruinen sind, eines aber als Ausflugslokal
genutzt wird, während im Chalet selbst nach jahrelangem Leerstand und
Verfall gerade die Umbauten für ein Hotel laufen.
Bei der
Weiterfahrt nach Apollona sehen wir in
einiger Entfernung den Attavyros, mit 1200 Metern der höchste Berg auf
Rhodos. Allerdings: Sein Gipfel ist völlig kahl, nicht einmal ein Baum ist
zu sehen – nur Steine und Sand.
Nach dem
Mittagessen in Apollona geht es wieder zurück nach Faliraki. Den Namen der
Restaurants und Kneipen nach zu urteilen, ist dieser Ferienort fest in
englischer Hand. Lokale heißen
hier schlicht „Pub“.
Für 13 Euro
fahren wir von unserem Hotel nach Rhodos-Stadt, nach Ródos, wie der Ort
wohl am richtigsten umschrieben heißt. Wir verlassen das Taxi an dem
kleinen Strand vor der Stadtmauer, in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Es ist
eigentlich ein schöner Sandstrand, fast weißer als der in Faliraki –
aber trotzdem, vielleicht wegen der Nähe zur Straße, mag hier niemand
liegen.
Durch das Tor
gelangen wir unmittelbar in die Gassen der Altstadt, die um diese Zeit
wieder vom geschäftlichen Treiben beherrscht sind, von Händlern und
Souvenirjägern. Jedes dieser Altstadthäuser aus grauem Stein scheint
darauf angelegt gewesen zu sein, in den unteren Räumen ein Geschäft zu
beherbergen. Auffällig die hölzernen Erker: Die stammen in der Regel aus
der osmanischen Zeit, als Frauen nicht so ohne weiteres auf die Straße
durften, aber von den hölzernen Erkern aus so unbeobachtet am Treiben auf
der Straße zumindest passiv teil haben konnten.
Wenig Treiben,
beinahe Stille herrscht dagegen in der so genannten Ritterstraße in der
Nachbarschaft des Archäologischen Museums. Die verschlossenen Gebäude hier
wirken fast abweisend. Das ist, neben der Palast des Großmeisters, das alte
Zentrum der Macht, hier lebten, nach Nationalitäten geordnet, die Ritter
des Johanniterordens.
Am Großmeisterpalast
verlassen wir kurz die Stadt, gelangen zum Festungsgraben, steigen dann –
für fünf Euro Eintritt – auf einen nicht einmal sonderlich hohen
Kirchturm, von dem aus man auf die benachbarte Moschee, auf den Großmeisterpalast
und schließlich über die gesamte Stadt schaut. Unser Ródos-Spaziergang
endet danach wieder am Hafen, an den drei Mühltürmen, die wie Wehrtürme
– vermutlich waren sie das auch – die Hafeneinfahrt bewachen.
Samstag,
21. Mai: Rhodos, Lindos - Charáki (Haráki) – Psinthos
Bei der Anfahrt
von Norden kommend der erste Blick auf Lindos: Unterhalb eines steilen
Felsens mit einer wehrhaften Burg auf seiner Spitze liegt ein kleines Städtchen
am Meer, ein Städtchen ganz in Weiß.
Und dieses Städtchen
ist so klein, dass die Busse nicht einmal in seine Nähe kommen. Die Wagen
halten oben an der Hauptstraße, das letzte Stück des Weges hinunter ans
Meer geht es zu Fuß. Und als erstes gelangt man dabei an den Stadtplatz,
ein Kreisverkehr für die Taxis, die schon noch bis hierher fahren dürfen,
ein Baum in der Mitte – und seitlich in einer Mauer der antike Brunnen von
Lindos. Dieser Brunnen scheint zwar aus der osmanischen Zeit zu stammen,
weist schließlich eine arabische Inschrift auf – stammt aber bereits aus
der antiken griechischen Periode.
Bereits bei der
Anfahrt fiel die Bucht von Lindos auf, nun sieht man, wie blaugrün das
Wasser hier wirklich ist, dazu auch die kleinen Inseln vor der Einfahrt der
Bucht, Inseln, die dem natürlichen Hafen einen zusätzlichen Schutz bieten.
Zwar zählt Lindos
heute nur noch 800 Einwohner, in den Sommermonaten täglich aber ein
Vielfaches an Besuchern. Entsprechend ist nun auch das Gedränge in den
engen Gassen, durch die sich neben den Fußgängern auch einige Esel quälen,
von denen sich die bequemeren Touristen den Weg zur Akropolis hoch tragen
lassen. Gepflastert sind die Gassen mit einem schwarz-weißen Mosaik aus
Kieselsteinen, ein Mosaik, dass sich auch in die einstigen einstöckigen –
ein auch nur aus einem Raum bestehenden – einstigen „Kapitänshäuser“
fortsetzt.
Weiß getüncht
sind diese Kapitänshäuser allerdings erst seit wenigen Jahrzehnten. Ursprünglich
waren sie in der Naturfarbe des Backsteins gehalten, wurden erst in den fünfziger
Jahren des 20. Jahrhunderts getüncht.
Wie die Kapitänshäuser
im einzelnen gebaut und genutzt wurden, besichtigen wir bei einem Beispiel,
das nun als Caféhaus dient – wobei hier eigentlich nur der ummauerte Hof
für das Restaurant genutzt wird. Die Torrahmen sind mit Ornamenten geschmückt,
in das Mauerwerk sind Keramiken als weiterer Schmuck eingelassen, doch das
Haus selbst besteht nur aus einem einzigen Raum, den sich die komplette
Familie teilt. Das Paar des Hauses schläft auf einem Podest, in dessen
Hohlraum die Haushaltsartikel aufbewahrt werden, die übrige Familie
verbringt die Nacht auf den Polstern, die dann eben tags über als
Sitzgelegenheit herhalten müssen. Und: Der Fußboden besteht, wie auch die
Gassen und die Höfe, aus den Mosaiken des Kieselsteins.
Fast
dreidimensional erscheint durch ein solches Mosaik nun der Fußboden der
frisch restaurierten Kirche von Lindos. Im Mittelpunkt des kirchlichen
Lebens stehen aber natürlich die Ikonen, die auch den letzten
Quadratzentimeter der Kirchenwände bedecken, die biblische Geschichte
nacherzählen – und hier auch noch eine ungewöhnliche Darstellung des
heiligen Christopherus, gemalt mit einem Hundekopf, beinhalten. Dies ist
wohl eine der ganz wenigen Chistopherus-Darstellungen dieser Art.
Der Aufstieg auf
die Akropolis, vorbei an unzähligen Verkäuferinnen gestickter Decken jeder
Größe, gestaltet sich einfacher, als es die Fremdenführer vorher den
Besuchern einreden. Beim Aufstieg jedenfalls sind es die mächtigen Mauern
der Johanniterfestung, eine Verstärkung der ohnehin schon fast
uneinnehmbaren Anlage, die der Akropolis ihr Bild aufdrücken.
Hat man dann aber
die letzten steilen Stufen zum Wehrturm genommen, ergibt sich ein ganz
anderes Bild. Zunächst fallen da die – rekonstruierten – griechischen Säulen
ins Auge, eine Hinterlassenschaft der archäologischen Ausgrabungen durch
die Italiener in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Deren Ziel
war nämlich, die alte Anlage wieder her zu stellen, allerdings ohne
besondere Rücksicht auf historische Originalität. Immerhin: Der Tempel der
Athene, der nun auf dem höchsten Punkt des Felsens steht, könnte, das
moderne Baugerüst einmal weggedacht, vielleicht wirklich so ausgesehen
haben wie er nun aussieht.
In jedem Fall
hat man von hier oben einen fantastischen Blick auf Lindos, auf das
massive Felsgrab eines Heiligen – und schließlich auf die herzförmige
St.-Paulus-Bucht mit ihrem türkisfarbenen Wasser.
Unser Mittagessen
nehmen wir in Charáki, auch Haráki genannt, ein kleines Inseldorf mit
einem weißen Sandstrand an einer beschaulichen Bucht. Ähnlich wie bei
Lindos gibt es auch hier in der Nachbarschaft des Ortes einen felsigen Berg,
auf dem die Wälle einer weiteren Johanniterfestung stehen. Doch im
Unterschied zu Lindos geht es hier weit beschaulicher zu – obwohl die
Liegen am Strand, die Cafés und Restaurants auf einen kleinen Tourismus,
allerdings ohne große Hotelkomplexe, schließen lassen.
Den Abend
verbringen wir in Psinthos, einer Gemeinde im nördlichen Inselinneren. Vor
dem obligatorischen „Griechischen Abend“ mit der üblichen Folklore
besichtigen wir noch die Kirche des Ortes, größer und neuer als die Kirche
in Lindos, aber wieder voll mit Ikonen, der Fußboden wieder mit den zum
Mosaik gelegten Kieselsteinen bedeckt.
Unmittelbar vor
der Kirche steht ein, allerdings eher unscheinbares, „Kriegerdenkmal“
zur „Erinnerung“ an den 21. April, den Tag des Militärputsches.
Lediglich das Emblem der faschistischen Militärjunta wurde vom Denkmal
entfernt.
Sonntag,
22. Mai 2005: Rhodos – Symi (Simi) – Kos mit Platáni
– Asklepieion – Kos-Stadt
Um 8.30 Uhr legt
unsere Katamaran-Fähre vom Hafen von Rodós ab, werden wir einen letzen
Blick auf die Wälle und den Großmeisterpalast, der sich über alle anderen
Bauten der
Johanniter-Hauptstadt erhebt.
Eine Stunde später
läuft die Fähre bereits den Hafen von Symi an. Die Bucht, in die wir
fahren, ist angesichts der doch bescheidenen Ausmaße dieser Insel ziemlich
groß, umrahmt von hohen Bergen. An den Hängen dieser Berge hat sich nun
auf beiden Seiten der Bucht die Stadt ausgebreitet, bestehend aus gelblichen
Häusern, fast mondän wirkend, wie kleine Villen, und das auch ziemlich
dicht an dicht, ohne dass man irgendwo etwas wie ein Straßensystem
entdecken kann. Lediglich die große Kirche, auch sie an den Hängen eines
Berges, hoch über den meisten anderen Häusern gelegen, sticht aus diesem
Bau-Gewirr hervor.
Auch die
Hafenpromenade, an der wir schließlich kurz anlegen, zieht sich um die
gesamte Bucht – und es bleibt eben auch die einzige erkennbare Straße.
Gegen 11.00
erreichen wir die Insel Kos. Der erste Eindruck von Kos-Stadt: Wir haben
hier die kleinere Ausgabe von Rhodos vor uns, eine mittelalterliche
Johanniter-Stadt mit einem schützenden Wall, der sich um die ganze Stadt
schließt. Doch dieser Eindruck täuscht. Tatsächlich wurde die gewaltige
Stadtmauer teilweise durchbrochen, teilweise 1935 von einem Erdbeben zerstört
und nur an einigen Stellen zwischen Hafen und Altstadt ist sie wirklich noch
die wehrhafte Anlage, die sie einmal gewesen sein muss.
Direkt vom Hafen
aus fahren wir in das nahe gelegene Platáni, benannt nach den uralten
Platanen, die hier zu finden sind, das Zentrum der auf Kos lebenden Moslems.
Auf der Fahrt von Kos nach Platani fällt aber vor allem auf: Kos ist geprägt
vor allem seinen antiken Ausgrabungen, auf die wir nun links und rechts der
Hauptstraße stoßen, auf ein kleines Odeon, auf die Reste des
Dionysos-Tempels, von dem kaum mehr als die Fundamente und die Rampe
blieben, auf der die Opfertiere zum Altar gebracht wurden, auf die
Grundmauern antiker Wohn- und Badehäuser.
In Platáni schließlich
sieht man mehrere Moscheen. Der Dorfplatz allerdings weist weder Kirche noch
Moschee auf, ist dafür aber ganz offensichtlich das Zentrum der
Gastronomie, wartet gleich mit einer ganzen Reihe von – für die Touristen
gedachten – Lokale auf, die mit griechisch-türkischen Gerichten
aufwarten.
Das Asklepieion,
dieses antike Großkrankenhaus, gleichzeitig Tempel des Äskulap, liegt in
einem eigenen archäologischen Park, etwas außerhalb von Platáni, und über
diese Parkwege gelangen wir nun zu dem Heiligtum.
Links sieht man
dabei zunächst die gewaltigen Ruinen der ehemaligen Thermen, in der Mitte
der Anlage die Treppen, die zu den höheren Stufen des Krankenhauses, in der
Antike das medizinische Zentrum des östlichen Mittelmeerraumes und
gleichzeitig Krankenhaus einer Großstadt mit vielleicht 100.000 Einwohnern.
Daran erinnert ein
kleines Denkmal aus Marmor, gewidmet einem dieser antiken Ärzte, der es
immerhin zum Leibarzt des römischen Kaisers Claudius brachte und so in
seiner Heimatstadt als wohlhabender Mäzen auftreten konnte.
Von den übrigen
Anlagen ist allerdings nicht viel erhalten geblieben. Erdbeben, die
Anwohner, die die Anlage als Steinbruch für ihre eigenen Bauten nutzen und
gezielte frühchristliche Zerstörungswut, der vor allem die nackten und
halbnackten Darstellungen von Göttern und Menschen ein Dorn im Auge waren,
haben ihre Spuren hinterlassen. Ab und an sieht man den nun leeren Sockel
einer zerstörten Statue, noch klar erkennbar, wo einst der Fuß eines
griechischen bzw. römischen Gottes oder Helden gestanden hat.
Ungetrübt ist
aber der Blick von den Hügeln des Asklepieions auf die türkische Küste,
die nur wenige Kilometer entfernt liegt. Sogar die Häuser auf der türkischen
Seite kann man von hier aus klar erkennen.
Nun geht es zurück
nach Kos-Stadt, ein Ort, der seit dem zerstörerischen Erdbeben von 1935 vor
allem ein moderner Ort ist. Aber immerhin hat das alte türkische Bad am
Eingang zur Altstadt das Beben überstanden, und auch an der Platane des
Hippokrates, ein längst abgestorbener Baum, dessen Stamm zwar einige Meter
Durchmesser hat, aber bereits völlig ausgehöhlt ist, wohl nur noch durch
das Stahlgerüst gehalten wird, haben wohl mehr die Jahrtausende als das
Beben von 1935 genagt.
In der
Nachbarschaft zur Platane befindet sich eine Moschee, dann kommt auch schon
der Hauptplatz und schließlich befinden wir uns in der so genannten
Bar-Straße, in der Touristensaison das nächtliche Herz von Kos.
Am
Faszinierendsten im Zentrum von Kos ist jedoch das Ausgrabungsfeld des
antiken Forum, ein Gewirr umgestürzter Säulen, Fundamente der alten Geschäfte,
für den Laien alles ohne Struktur, aber eben doch authentische Antike.
Am späten
Nachmittag geht es die Küstenstraße entlang zu unserem am Rand von
Kos-Stadt gelegenen Hotel, dem Iberostar Kipriotis Mares.
Montag,
23. Mai 2005: Kos, Dikeos-Gebirge, Asfendiou – Zia – Pilí –
Kefalos – Tigaki
Unser
Tagesprogramm heißt: Jeep-Safari durch das Díkeos-Gebirge. Als erstes
fahren wir Richtung Asfendiou, ein nettes Bergdorf mit weißen Häusern,
etliche davon aber schon verfallen, alle gelegen an steilen, kurvigen Wegen,
die mit einem normalen Wagen eigentlich kaum passierbar sein dürften. Von
einem unserer Aussichtsstops sehen wir auf das an der Nordküste gelegene
Tigaki mit seinem unmittelbar neben dem Ort gelegenen Salzsee.
Bei Asfendiou
biegen wir ab nach Süden, nach Zia, wo wir einen kurzen Kaffee-Stop
unternehmen. Zia, so winzig es auch ist, zerfällt eigentlich in zwei
Ortsteile. Links und rechts der Hauptstraße liegen die Andenkengeschäfte
und „Supermärkte“, dazu auch einige Lokale, den Berg hoch geht es dann
in das ursprüngliche Bergdorf mit seinen weißen Häuschen an holprigen
Wegen. Wir kommen zu einer kleinen Kirche mit einem vorgebauten weißen
Glockentürmchen. Vom Kirchplatz aus genießt man einen herrlichen Blick auf
die Südküste, und wenige Schritte entfernt, fast am Ortsausgang, hat eine
alte Kräuterfrau ihren Stand aufgebaut.
Bei Pili, einer hübschen
Kleinstadt mit einem richtigen Zentralplatz, nehmen wir wieder Kurs Richtung
Südküste, die wir bei Kardádema erreichen. Hier, an der südwestlichen Küste,
beginnt offensichtlich das eigentliche Strandleben von Kos, immerhin auch
eine Insel, die in der Saison ein Vielfaches an Touristen als an
eigentlichen Einwohnern zählt. Auf der Strecke nach Kefalos liegt ein Club
Meditarrané, befinden sich etliche andere Strandhotels, und der Markusbeach,
an dem wir schließlich eine Weile verbringen werden, ist tatsächlich ein
fast einsamer, langer weißer Sandstrand.
Doch vor dem
Badeaufenthalt passieren wir noch Kefalos, auch das wieder ein zweigeteilter
Ort, der Strandabschnitt mit Restaurants und auch Hotels, das Bergdorf mit
seinen engen Gassen für die Einheimischen. Am Ortsrand, direkt an der
Hauptstraße von Kefalos steht noch eine weitere Burg, hier eigentlich aber
kaum mehr als eine befestigte Station, aus der Zeit der Johanniter.
Den Rückweg
nehmen wir über Tigáki, ein aber ziemlich ruhig erscheinender Badeort,
dessen Attraktion aber wohl mehr der Salzsee inmitten des Städtchens ist.
Am Ufer dieses Salzsees haben sich einige Flamingos niedergelassen, die sich
nun aber auch von uns menschlichen Besuchern nicht stören lassen, weiter
fast bewegungslos im Wasser stehen bleiben.
Am Abend sind wir
zu einem Empfang Horizon Beach Resort, der wohl mondänsten und auch größten
Anlage auf Kos, eingeladen. Die einzelnen Häuser der Anlage sind im
klassisch-antiken Stil gebaut, neben einer Shopping-Meile gibt es einen
Skulpturenpark – und schließlich einen herrlichen weißen Sandstrand.
Dienstag,
24. Mai 2005: Kos -
Kalymnos mit Vlihadia und Pothea – Plati – Pserimos
- Kos
Der Tag des Inselhüpfens!
Um 8.45 Uhr laufen wir aus dem Hafen von Kos aus, passieren schon bald
Pserimos, das aus der Ferne als wirklich einsame Insel mit vielleicht einem
Dutzend Häusern in einer Bucht erscheint, fahren dann an Plati vorbei, das
sich von dieser Seite als eine absolut kahle Insel, ohne jeden Baumbewuchs,
mit schroff ins Meer abfallenden Felsen zeigt.
Bei Kalymnos schließlich fahren wir vorbei an der Hauptstadt
Pothea, die ebenfalls von kahlen Bergen umgeben ist, nehmen Kurs auf Vlihadia, die südlichste Ortschaft auf der Insel der Schwammtaucher.
Immerhin ein Boot, von dem gerade ein einzelner Taucher in die Tiefe steigt,
sehen wirklich.
Als Ort ist
Vlihadia tatsächlich so winzig, wie eben nur Ortschaften auf kleinen,
abgelegenen Inseln sein können. Auch in die Bucht von Vlihadia dürfte wohl
kaum ein größeres Schiff einlaufen.
Attraktion von
Vlihadia, einem Ort, über den wir nun hören, er sei zumindest in den
Sommermonaten durch eine Buslinie mit der Inselhauptstadt Pothea verbunden,
ist des „Meeresmuseum“, ein privat betriebenes Museum, das sich vor
allem der Schwammtaucherei widmet, aber auch einige andere Exponate zeigt.
Zu sehen sind nun also alte Fotos aus der Zeit der Schwammtaucherei, einer
jener Anzüge, die die Schwammtaucher zu ihrem Helm trugen, in den sie mit
einem Schlauch die lebenswichtige Luft gepumpt bekamen, dazu dunkle Schwämme
aller Größen, aber auch etliche Fischmutationen, kleine Haie, Rochen, Muränen,
alles in Spiritus haltbar gemacht, aber eben ausgestellt mit einer
Systematik, die sich wohl nur dem Museumsbetreiber selbst erschließt.
Unser
Museumsbesuch dauert keine 20 Minuten, dann geht es auch schon wieder auf
das Schiff, um nun nach Pothea zu fahren.
Pothea ist eine
Stadt, die sich ganz auf ihren Hafen konzentriert. Hier gibt es die
Restaurants, auch einige kleine Hotels, die auf die Gäste der Jachten
warten, und die Hafenpromenade ist auch die einzige größere Straße der
Stadt, die einmal das Zentrum der Schwammverarbeitung gewesen ist.
Heute gibt es
nicht einmal ein halbes Dutzend so genannte Fabriken, in denen die Schwämme
verarbeitet werden – wobei die nicht verarbeiteten, dunklen,
naturbelassenen Schwämme aber die besseren sein sollen. Einen solchen
Handwerksbetrieb, den von Nickolas Gourlas, gelegen in einer der engen
Gassen der Stadt, besuchen wir nun.
Vor einigen
Jahrzehnten noch war Nickolas zwischen 20 und 80 Metern Tiefe selbst nach
Schwämmen getaucht. Dort werden die Schwämme mit einem Messer von den
Steinen geschnitten, gleich in einem Korb nach oben aufs Schiff gehievt, und
während der Taucher unten weiter sein Werk verrichtet, dabei bis zu zwei
Stunden unter Wasser bleibt,
treten die Männer oben die Schwämme trocken, befreien sie dabei auch
gleich von ihrer Haut, um zu verhindern, dass sie, was sonst passieren würde,
steinhart werden. Doch für den Taucher war das ganze ein lebensgefährlicher
Job, weswegen Kalymnos wegen seiner zahlreichen Witwen auch „Insel der
schwarzen Frauen“ genannt wurde.
Angeblich hat ein
Virus die Schwämme vor der Küste von Kalymnos befallen, weshalb sich die
Schwammtaucherei nun kaum noch lohne. Die radikale Abfischung und
Ausschlachtung von allem, was das Meer der Ägäis hergab, dürfte aber eben
so ein Grund für das faktische Aussterben der Schwammtaucherei sein. Die
Schwämme, die in den verbliebenen „Fabriken“ verarbeitet werden,
stammen jedenfalls meist aus Kuba.
Jenseits der
Hafenpromenade jedenfalls wird Pothea zu einem verschlafenen Nest, das sich
nur durch seine Größe von den Dörfern unterscheidet, die wir auf den
Inseln gesehen haben. Die Gassen hier sind auch nicht breiter, eben so steil
und kurvenreich, etliche Häuser nur über Treppen erreichbar – und in der
Innenstadt sind viele Häuser, die hier allerdings meist zweistöckig sind,
bereits im Verfall begriffen. Auffällig jedenfalls: Manche Bewohner lassen
wegen der Wärme oder auch, um in der einen oder anderen Form am Straßenleben
teil zu haben, ihre Türen einfach offen stehen. Kriminalität scheint wohl
ziemlich unbekannt zu sein.
Von Kalymnos geht
es nun nach Pserimos. Doch zuvor ankert das Schiff für einen kurzen
Badeaufenthalt vor Plati. Das Wasser ist absolut klar – und außer den
Badegästen von unserem Schiff gibt es hier auch keine Menschenseele. Erst
bei der Weiterfahrt sehe ich, dass es zumindest doch ein Haus auf Plati
gibt. Bewohner sind aber nirgends zu sehen.
Um 15 Uhr
erreichen wir Pserimos, eine 200-Einwohner-Insel mit einem einzigen Ort, das
an einem kleinen Sandstrand liegt. Und weil alle Ausflugsschiffe zur
gleichen Zeit einlaufen, belebt sich jetzt der Strand regelrecht, sind die
Strandcafés beinahe überfüllt.
Aber immerhin: Zu
dem Café, in das wir uns gesetzt haben, gehört sogar ein Hotel, in dem
diejenigen, die die einsamen Stunden hier ebenfalls verbringen wollen, übernachten
können. Nur die Versorgungslage scheint nicht so rosig zu sein. Er habe
zwar eine Zapfanlage, aber weil die Schiffe keine Fässer liefern, könne er
eben kein Fassbier servieren, erklärt uns der Hotel- und
Restaurantbesitzer.
Wie mag sich das
Inselleben wohl gestalten, wenn die Schiffe wieder abgelegt haben? Immerhin
sieht man auch einige Fischerboote am Strand liegen.
Nach zwei Stunden
fahren wir zurück nach Kos, vorbei an der türkischen Küste, laufen schließlich
wieder in den Hafen ein, fahren zum griechisch-türkischen Abendessen nach
Platáni – und verbringen unseren letzten Abend im Dodekanes schließlich
in der „Bar-Straße“ der Inselhauptstadt.
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