Bodensee: Meersburg, Mainau, Konstanz, Friedrichhafen, Lindau und mehr, Seite 4

Das moderne Friedrichshafen, Stadt des Zeppelin, und das mittelalterliche Handelszentrum Lindau auf einer kleinen Bodensee-Insel


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Stadt der frühen Luftfahrtindustrie

Friedrichshafen ist die Stadt des Zeppelin. Das Zeppelin-Museum ist gleich am Hafen, und ganz in der auf einem kleinen Platz vor der Kirche steht der Buchhornbrunnen mit seiner Vielzahl von Symbolen für die Stadtgeschichte, zum großen Teil aus dem Bereich der Technik, wo der Zeppelin natürlich nicht fehlen darf.
Klicke auf das BildAllerdings war die Zeppelin-Produktion, die in Friedrichshafen angesiedelte Industrie auch die Ursache dafür, dass sich Friedrichshafens Stadtbild nun von allen anderen Städten am Bodensee unterscheidet: Das machte Friedrichshafen während des Krieges nämlich zum regelmäßigen Ziel der Luftangriffe, deren Zerstörungen dazu führten, dass es in Friedrichshafen heute faktisch keine Altstadt gibt, bis auf wenige Ausnahmen alle Gebäude erst nach dem Krieg errichtet wurden.
Klicke auf das BildEntsprechend modern ist die Hafenpromenade voller Straßencafés und Restaurants – und einem Aussichtsturm, einer über 20 Meter hohen Stahlkonstruktion, die ein wenig an ein Baugerüst erinnert.
Um den Zeppelin geht es dann auch wieder im Stadtpark, der sich direkt an die Hafenpromenade anschließt, zunächst am Zeppelin-Brunnen, bei dem allerdings nicht ersichtlich ist, was er mit der Luftschifffahrt zu tan hat. Aber ganz in der Nähe gibt es noch ein – kleines – Denkmal für den von hier stammenden Dichter Gustav Schwab und schließlich wieder, als größtes Monument im Park, die Zeppelinsäule in Form eines lang gezogenen schwarzen, sich zur Spitze hin verdünnenden Zylinders.

Bayerischer Löwe am Hafen von Lindau

Klicke auf das BildMit dem Schiff geht es nach Lindau, die bayerische Stadt am Bodensee. Am ummauerten Hafen wacht so auch eine große Löwen-Statue – und steht daneben, auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt, Bayerns einziger Leichtturm. Auf der Hafenpromenade dann ragt immer noch sein mittelalterlicher Vorgänger empor, auch der weit über den See sichtbar.
Lindau ist das absolute Kontrastprogramm zum modernen Friedrichshafen, eine Stadt, die ihr ursprüngliches Bild fast vollständig erhalten hat. Dabei ist Lindau auch heute noch die Stadt der Dachgärten. Für den Anbau von Gemüse etwa hatten die Bewohner auf der kleinen Insel schließlich keinen anderen Platz, wobei die Dachgärten heute allerdings nur noch der Zierde dienen.
Ziemlich im Zentrum der Altstadt, an einem ruhigen Platz, findet sich die Peterskirche, ein rund 1000 Jahre alter Bau aus grauem Feldstein, nicht übermäßig groß, aber doch der mit Abstand größte Bau in der Umgebung. Gleich daneben: der so genannte „Diebsturm“, ganz in weiß, das ehemalige Stadtgefängnis.
Klicke auf das BildVom einstigen Reichtum der kleinen Handelsstadt am Bodensee zeugt unterdessen das ehemalige Rathaus, nun noch als Standesamt genutzt, mit seinen bunt bemaltem Giebel und den Wappen der Orte, mit denen Lindau in enger Wirtschaftsbeziehung stand.
Ein Blick in die Nebengassen, teilweise so eng, dass man beinahe die gegenüberliegenden Häuser gleichzeitig berühren kann: In einer dieser Gassen, dem Zitronengässchen, steht auch eines der wenigen Fachwerkhäuser der Stadt, gehalten in den bayerischen Farben Blau und Weiß. Tatsächlich wurden im Mittelalter die meisten Häuser verputzt, war das Fachwerk nicht sichtbar, musste in Lindau bröckelnder Putz ersetzt werden. Sichtbares Fachwerk ist so auch selten authentisch, gibt eher die Mittelalter-Vorstellung der Romantik wieder.
Letzte Station unseres Lindau-Bummels: der Marktplatz, momentan allerdings eher eine Großbaustelle, mit seiner evangelischen und katholischen Kirche, dem Museum und einer ehemaligen Klosteranlage.


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