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| Ildir, ein Dorf
aus den Ruinen des griechischen Erythrai |
In der alten
Karawansei des Basars von Izmir |
Alacati - das
Dorf mit den fünf Mühlen auf Cesme |
Sigacik, zu
Zeiten der Genueser noch befestigte Handelsstadt |
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| Der Tempel des
Dionysos - die Überreste des griechischen Teos |
Die
Säulenstraße des antiken Ephesus |
Herzstück von
Ephesus: Die Fassade der Bibliothek |
Die
Säule vom Artemis-Tempel, eines der sieben Weltwunder |
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Einsame
Ziegenställe bei Yaylaköy,
Halbinsel Cesme |

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Auf der
Akropolis des antiken Pergamon |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Reiseroute und
beschriebene Orte: Türkei, Ägäis-Küste:
Cesme - Ilica -
Ildir
(Erythrai)
- Izmir - Alacati
- Seferihisar –
Sigacik
(Teos) – Doganbey – Gümussü – Özdere –
Selcuk (Ephesos) –
Degirmende - Dalyan –
Kücükbahce – Yaylaköy
– Karaburun – Mordogan - Bergama (Pergamon)
Griechenland, Insel
Chios: Chios-Stadt –
Nea Moni –
Mesta – Pyrgi
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Samstag, 31. März 2001: Izmir –
Cesme – Ilica
Nach
knapp drei Stunden Flugzeit von Berlin geht die Maschine der Pegasus in
den Landeanflug auf den Flughafen von Izmir. Es ist kurz vor 16 Uhr
Ortszeit, wir fliegen über ein bergiges Gelände, die Hügel sind
saftig grün bewachsen, allerdings ohne Wald, eine Landschaft, die so
lieblich, ohne jeden Eindruck von Wildheit, auch in den Voralpen liegen
könnte.
Von den Hügeln geht es auf Flachland über, ein Feld
neben dem anderen, eine Region intensiver landwirtschaftlicher Nutzung.
Dann setzt die Maschine auf der Rollbahn auf. Izmirs
Vororte reichen bis an den Flughafen heran: Endlose Blöcke vier- bis
sechsstöckiger eintöniger Gebäude. Man merkt der Stadt an, dass sie
in den vergangenen zwei oder drei Jahrzehnten reglerecht explodiert sein
muss. Die Vororte, durch denen die gut ausgebaute Autobahn führt,
ziehen sich endlos hin, das Häusermeer reicht bis auf die Bergkuppen,
und immer noch wird weiter gebaut.
Ein Kontrast: Vereinzelt sieht man auf dem freien Flächen
kleine Schafherden weiden.
Weiter Richtung Cesme gehr es an Feldern und
Olivenhainen vorbei und nach etwa ein und einer halben Stunde haben wir
Cesme erreicht.
Auch von Cesme sehen wir nicht viel mehr als
ordentliche, saubere, aber letztlich auch eintönige Ferienanlagen
voller kleinerer und mittlerer Bungalows. Unser Hotel, das Altin Yanus,
ein riesiger Komplex, ein Ort im Ort, liegt am Rande des zu Cesme gehörenden
Ilica, ausgestattet mit einem eigenen Yachthafen
Sonntag,
1. April 2001: Cesme
Am Vormittag kommt es immer wieder zu kurzen
Regenschauern – was bei unserem Spaziergang nach Cesme sich schon
etwas lästig auswirkt.
Zunächst geht es – momentan menschenleeren –
Strand von Ilica entlang, ein eher kleiner Strand, im gegenwärtigen
Zustand auch nicht sehr sauber, aber den jetzt im Sand liegenden
Eisenstangen der Sonnenschirme nach zu urteilen schon auf den Beginn der
Saison wartend.
Schließlich, weil es am Wasser nicht mehr weiter
geht, müssen wir wieder hoch auf die Straße: Die Ferienregion von
Cesme, ein Komplex gleichartiger Bungalows neben dem anderen, liegt noch
im Dornröschenschlaf: Nicht einer dieser Bungalows ist derzeit bewohnt.
Nach etwa einer Stunde, der letzte Teil der
Wegstrecke führt uns an der Schnellstraße entlang, haben wir den
Ortskern von Cesme erreicht: Eine Hauptstraße mit zweistöckigen Häusern
links und rechts – und in jedem Haus natürlich ein kleines, mitunter
auch ein größeres Geschäft.
Unser Ziel ist der sonntägliche Bauernmarkt, der am
Rand des eigentlichen Ortes mehre Straßen mit Beschlag belegt hat, und
der um diese Jahreszeit tatsächlich noch ein Bauernmarkt ist – wo das
Gemüse, das Fleisch und der Käse, auch Honig, aus den umliegenden Dörfern an die Städter verkauft wird, und auf
dem sich die Bauern selbst – am Rand des Marktes – mit Werkzeugen
und billigen Haushaltsartikeln eindecken. Es sind meist ältere Männer,
die die Marktstände betreiben, mitunter ältere Frauen, aber nur selten
ist ein jüngerer Verkäufer zu sehen. Auffällig ist, dass einige der
älteren Männer gelbe Kopftücher tragen.
Bei unserem weiteren Spaziergang durch Cesme landen
wir bei einem Juwelier: Karin kauft für 90 Mark einen Ring aus 2,5
Gramm Gold und einem blauen Amethyst, Susanne, die Freundin von Michael,
ein Pärchen aus Hamburg, einen etwas schwereren Goldring für 150 Mark.
Dann sitzen wir – diesmal ohne etwas zu kaufen – beim Apfeltee in
einem Geschäft für Lederwaren. Der Verkäufer erzählt, dass Cesme
zwar noch vor Antalya der erste Touristenort in der Türkei gewesen sei,
sich der Tourismus dann aber in den vergangenen 15 Jahren nicht weiter
entwickelt habe. In diesem Jahr hoffe man aber auf eine erfolgreiche
Saison.
Obwohl Cesme nun wirklich keine neue Stadtgründung
ist, scheint entlang der Hauptsraße kein Haus älter als höchstens 30
Jahre alt zu sein. Das ändert sich erst, als wir uns allmählich dem
Hafen nähern und auf ein großes, fast festungsartiges Bauwerk aus
grauen Feldsteinen stoßen, offensichtlich ein Relikt aus der Zeit, als
die Region von Cesme unter Kontrolle der Genuesen stand. Um dieses alte
Gemäuer herum befindet sich ein kleiner Platz, von dem enge und krumme
Gassen steil nach oben führen. Hier nun liegt das eigentliche alte
Cesme mit seinen kleinen Häuschen hinter verfallenden Mauern, umgeben
von winzigen Gärten und schließlich die mächtige Festung der
Genuesen, abgesichert durch eine starke Außenmauer und dann noch einem
hinter dieser Mauer liegenden Burggraben. Von dieser Festungsanlage aus
wurde einst die ganze Bucht kontrolliert.
Die Festungsmauer entlang gehen wir nun zum Hafen
hinunter. Von hier aus starten auch – momentan allerdings nur einmal wöchentlich,
jeweils am Donnerstag – die Fähren auf die griechische Nachbarinsel
Chios, deren Berge man bereits von hier aus sehen kann. Es gibt noch
eine kleine Strandpromenade, die aber jetzt auch fast menschenleer ist.
Wir trinken noch einen Kaffee, fahren dann mit dem
Dolmus zurück ins Hotel. Der aktuelle Fahrpreis: 450.000 Türkische
Lira pro Person, etwa eine Mark.
Montag, 2. April 2001: Ilica
Ein
Fitness- und Wellness-Tag im Hotel: Den Vormittag verbringen wir am
beheizten Meerwasserpool des Altin Yunus mit seiner Wassertemperatur von
etwas über 30 Grad, in der Sauna und im Hamam. Um 15 Uhr habe ich einen
Friseurtermin. Einmal Haare schneiden kostet hier sechs Millionen Lira,
also rund zwölf Mark.
Danach unternehmen wir noch einen Spaziergang an der
Küste, einmal über die kleine Landzunge vor Ilica, ein Wanderweg, der
etwa eine Stunde an der Küste vorbeiführt. Zunächst einmal geht es
dabei allerdings an den hübschen Ferienhäusern vorbei, die momentan
noch auf ihre Bewohner warten.
Die Steilküste zerfällt in kleinere Buchten, das
Wasser hat die herausragenden Felsen unterhöhlt, so dass manche dieser
Felsen aussehen wie eine auf runden Pfeilern ruhende Brücke, die aber
vor ihrem Zielpunkt abrupt abbricht. Vereinzelt blüht bereits in voller
Röte der wilde Mohn.
Nach eine Stunde endet dieser Rundweg wieder am Hafen
unseres Hotels.
Dienstag, 3. April
2001: Ilica – Ildir (Erythrai)
Wir wollen mit dem Dolmus nach Ildir – was aber zunächst
einmal bedeutet, sich bei den Einheimischen wegen des richtigen Weges
durchzufragen. Unsere Hotelanlage liegt nämlich nicht etwa nur am Rand
von Ilica, sondern schon sehr extrem am Rand, genauer gesagt, von Ilicas
Ortskern fast so weit entfernt wie vom Ortskern von Cesme.
Also heißt es zunächst, den Dolmus-Stop für die
Verbindung nach Ilica ausfindig zu machen. Zwar kommen einige Wagen
vorbei – doch die meisten fahren nur zum Altin Yunus und dann wieder
zurück nach Cesme, für uns also genau in die falsche Richtung
Dann endlich kommt das Sammeltaxi, das in den eigentlichen Ort
Ilica fährt – für 400.000 Lira pro Person.
Der Ortskern von Ilica mutet an ein einst
aufstrebendes Touristenstädtchen, das dann irgendwann einmal
„vergessen“ wurde: Angefangene Bauten, die nie fertig gestellt
wurden eine größere Pension, an der bereits der Zahn der Zeit neigt.
Lediglich das in der Nähe liegende Sheraton-Hotel vermittelt den
Eindruck eines florierenden Geschäfts.
Was auf der Landkarte aussieht wie eine kleine
einsame Straße entlang einer ziemlich gerade verlaufenden Küste, die
vor Ildir lediglich noch an Sifne vorbeiführt, erweist sich als eine
Strecke durch ein gebiet von Ferienanlagen, in denen die Bungalows dicht
an dicht stehen. Dennoch sehen wir hier immerhin zwei Schaf- und
Ziegenherden.
Auch die Küste sieht – zu ihrem Vorteil allerdings
– etwas anders: Eine kleine, malerische Bucht folgt der anderen, wobei
die Landschaft hinter Sifne, nun gibt es auch keine Ferienanlagen mehr,
deutlich an Schönheit zunimmt.
Ildir endlich ist ein Dorf, dass sich nicht durch
Ferienanlagen ankündigt. Der Führer für die antiken Stätten von
Erythrai ist in das Dolmus zugestiegen, und nun fahren wir eine enge
Gasse hinauf Richtung Ruinenstadt.
Seit 27 Jahren arbeite er nun als Fremdenführer in
den Ruinen, berichtet der Guide in einem Kauderwelsch aus deutschen,
englischen, französische und auch etlichen türkischen Brocken, und
seine Autorität als Fremdenführer bezieht er vor allem aus seiner
schwarzen Mütze, auf der ein nicht weiter identifizierbares Abzeichen
prangt. Aber immerhin hat er in den 27 Jahren hier vermutlich jeden
einzelnen Stein kennen gelernt.
Unmittelbar am Eingang zur antiken Anlage liegt zunächst
eine monumentale Grabstätte, wo uns unser Guide auf lose herumliegende
Mosaikstückchen aufmerksam macht – theoretisch könnte Erythrai ein
Eldorado für Steine“sammler“ sein. Dann geht es an einem
Avocadofeld vorbei, das auf der alten Agora liegt zum Theater. Viel ist
nicht mehr vom Theater erhalten: Einige Fundamente des alten Bühnenhauses
in dem Talkessel unterhalb des halbrunden Hügels und die Steintreppe,
die zu den oberen, noch heute vorhandenen, Sitzreihen führt. Aber
dennoch vermittelt dieses Ruinenfeld einen Eindruck von der Größe, die
die um 700 vor Christus gegründete griechische Polis gehabt haben muss.
Beendruckend ist aber vor allem der Ausblick, den man
von diesen oberen Sitzreihen über die Küste und die – unbewohnten
– vorgelagerten Inseln hat. Hier scheint die Natur noch unberührt.
Noch etwas höher als die oberen Theatersitzreihen
steht die Ruine einer christlichen Kirche, von der nur noch die Außenmauern
erhalten sind und verlaufen schließlich auch die Reste der antiken
Stadtmauer. Aber wiederum beeindruckender: Der Ausblick, diesmal nun auf
eine kleine Bucht und vor allem auf die roten Ziegeldächer von Ildir,
aus denen als einziger erhöhter Punkt das Minarett der Moschee
herausragt. Bei einigen der älteren Häuser von Ildir, viele davon
selbst schon eine Ruine, gewinnt man beim Abstieg in den Ort den
Eindruck, dass sie aus den Steinen des Ruinenfeldes von Erythrai
errichtet wurden.
Zum Abschluss unserer Tour öffnet der Wächter für
uns sein „Privatmuseum“, eine Steinhütte, in der sich die Funde aus
der Stadtanlage nur so stapeln: alte Gewichte aus Ton, Grabtafeln mit
griechischer Inschrift und schließlich ein marmornes Knie, kleines
Bruchstück eines Kunstwerkes, das vielleicht noch irgendwo unter der
Erde liegt.
In einem Dorfgasthaus essen wir noch Fisch und Kebab,
trinken Raki, während an einem der Nachbartische die Arbeiter von den
Avocadofeldern ihre Pause verbringen.
Gegen 16 Uhr steigen wir dann wieder in das Taxi zurück
nach Ilica.
Mittwoch, 4. April 2001:
Izmir
Einige Daten über Izmir, die uns der Reiseführer
unserer Stadtrundfahrt berichtet: 4,2 Millionen Einwohner zählt die
drittgrößte Stadt der Türkei, erstreckt sich über 32 Kilometer
entlang der Bucht, und die begehrtesten, aber auch teuersten Wohnungen,
liegen entlang der Promenade an der Bucht, auf der wir nun zur Fährstation
fahren.
Unser erstes Ziel in Izmir ist der Wochenmarkt,
gelegen in einem Stadtteil, dessen deutscher Name auf „Gegenüberliegende
Seite“ lautet, und den wir mit einer Fahre Baujahr 1958, aber
offensichtlich gut in Schuss, ansteuern. Vom Wasser aus gesehen scheint
Izmir ausschließlich aus Hochhäusern und Glaspalästen zu bestehen.
Der Wochenmarkt, eine Ansammlung von Marktständen
vor allem für Gemüse, Plastikwaren, preisgünstigen Textilien, Fisch
und auch Blumen, muss ein beliebtes Einkaufszentrum darstellen: Von der
Fläche her ist der Markt inmitten einer uninteressanten Wohngegend zwar
nicht imposant, dafür aber überfüllt von einer drängenden
Menschenmenge und lärmend vom Geschrei der Händler. Aus deren Geschrei
ist vor allem das „Bir Million“ – „Eine Million“ – herauszuhören.
Eine Million Lira sind nach dem heutigen Wechselkurs der Banken
allerdings nicht mehr als 20 Pfennige.
Für eine Million Lira kaufen wir immerhin drei Paar
Socken, für einen kleinen Damenrucksack aus Kunstleder zahlen wir nicht
mehr als fünf Millionen Lira. Ich frage mich, womit die Markthändler
bei diesen Inflationsraten – im Vergleich zu unserem letzten Umtausch
hat die Lira fast 20 Prozent verloren – ihren Gewinn machen wollen.
Nach 45 Minuten steigen wir wieder in unseren Bus,
der uns nun in den Stadtteil Kaptan bringt, wo wir in einem Straßenrestaurant
zu Mittag essen.
Kaptan ist ein durch und durch moderner Stadtteil mit
breiten Fußgängerzonen – obwohl der Bezirk selbst eigentlich älter
ist, bereits zu osmanischer Zeit Teil des Stadtgebietes von Izmir,
damals Smyrna, war. Aber nur wenige Gebäude, darunter das deutsche
Konsulat an der Uferpromenade und der – grünliche – Prachtbau
der Börse haben die Kämpfe zwischen Türken und Griechen und
den Brand von Smyrna Anfang der 20’er Jahre überstanden. Diese
Ereignisse dürften wohl wesentliche Ursache dafür zu sein, dass Izmir,
obwohl als Siedlungsgebiet 5000 Jahre alt, weitgehend geschichtslos
wirkt.
Und nicht nur die meisten Gebäude aus der Zeit vor
1920 sind verschwunden. Noch vor 20 Jahren, so erzählt unser
Reiseleiter, seien regelmäßig Hunderte von Delfinen zur Paarung in die
Bucht von Izmir gekommen. Durch die Abwässer der Metropole und die
Verschmutzung durch den Schifffahrtsbetrieb des Hafens ist die Bucht von
Izmir heute jedoch biologisch tot und
an die Delfinschwärme erinnert nur noch ein Denkmal an der
Strandpromenade.
Erhalten geblieben ist allerdings der Uhrturm, den
einst Kaiser Wilhelm dem Sultan als Geschenk vermachte, und der heute,
mitten in der Parkanlage von Konak stehend, das Wahrzeichen der Stadt
ist.
In Konak besuchen wir den Basar, laut unserem
Reiseleiter der zweitgrößte Basar, hinter Istanbul, in der Türkei,
ein Gewirr von Gassen und Gässchen mit einer Gesamtlänge von 25
Kilometern, in denen sich über 10.000 große und kleine Läden
aneinander drängen.
Was hier Basar genannt wird, ist allerdings kein
zusammenhängendes überdachtes Gebäude, sondern ein Stadtviertel der
Geschäfte, ein Viertel, in dem –
eben eine Ausnahme in Izmir – die meisten Gebäude den Lauf der Zeit
überstanden haben, man deshalb einen Eindruck erhält, wie das Leben in
Smyrna ausgesehen haben könnte.
Manche der Gassen sind von Weinranken wie überdacht,
andere führen zu regelrechten Plätzen, Orten der Ruhe und der Cafés
– und dank des Minaretts der Moschee hat man auch immer eine
Orientierung, wo in etwa man sich gerade befindet.
Angenehm im Vergleich zu anderen orientalischen
Basaren: Möglicherweise weil hier Touristen eher eine Ausnahme sind,
kann man auch in aller Ruhe vor einem Geschäft die Auslagen anschauen,
ohne gleich von einem Verkäufer bestürmt zu werden.
Schlepper gibt es natürlich aber auch hier – und
Michaels Theorie, wie man sich solcher Schlepper am besten entledigt,
erweist sich in der Praxis als schlicht falsch. Michael meint nämlich,
man müsse nur einen unmöglich erscheinenden Wunsch äußern, und dann
würde der Schlepper von sich aus kapitulieren.
Konkret heißt das: Michel fragt den Mann, der sich
uns andienen will, ob es irgendwo einen Zylinderhut zu kaufen gebe. Das
Ergebnis: Unser Schlepper führt uns zu einigen infrage kommenden
Textilläden, auch aus dem eigentlichen Basar heraus, aber natürlich
ohne Ergebnis. Und auch, nachdem ihn Michael mit zwei Millionen Lira,
ein in Augen unseres Begleiters natürlich zu geringer Betrag,
abgefunden zu haben glaubt, weicht er uns nicht von der Seite, bis wir
in jenes Ledergeschäft flüchten, das als Treffpunkt unserer
Reisegruppe dient.
Erst einige Minuten später können wir uns wieder
unbehelligt auf den Weg in den Basar machen, nun wieder in den rötlichen
langgezogenen Backsteinbau der Karawansei, wohl der ursprünglichste
Teil des Basars. Heute sind in den Gewölben die „besseren“ Geschäfte
untergebracht, die Läden, für die sich Touristen noch am ehesten
interessieren: Kristallläden, Schmuckgeschäfte, Antiquariate, wo ich
sogar ein alten Schweizer Juristenhandbuch entdecke, das aber vermutlich
noch lange auf einen Käufer warten dürfte. Für 6,5 Millionen Lira –
gefordert hatte der Händler 7,5 Millionen – kaufe ich eine Kupfermünze
aus osmanischer Zeit, ein 40-Kurtulus-Stück, nach islamischer
Zeitrechnung Jahrgang 1255.
Gegen 17 Uhr verlassen wir Izmir wieder, sind kurz
nach 18 Uhr wieder im Altin Yunus.
Donnerstag, 5.
April 2001: Insel CHIOS (Griechenland): Chios-Stadt – Nea Moni –
Mesta – Pyrgi – Chios – Cesme
Kurz
nach acht Uhr morgens sind wir im Fährhafen von Cesme, um unsere
Tickets für die Überfahrt auf die griechische Ägäis-Insel Chios zu
kaufen. 30 US-$ kosten Hin- und Rückfahrt, und um neun Uhr soll die Fähre
in See stechen.
Die türkische Passkontrolle macht jedoch die
Hoffnung auf eine pünktliche Abfahrt zunichte. Um neun Uhr wird nämlich
überhaupt erst der Schalter geöffnet, und auch wenn nur wenige Fahrgäste
auf das Schiff wollen, insgesamt nicht einmal 20 Personen, zieht sich
die Kontrolle nun doch über eine halbe Stunde hin, weil jede einzelne
Pass- oder Ausweisnummer n den Computer eingegeben werden muss. Und als
endlich alle Fahrgäste an Bord sind, müssen wir auf den Kapitän
warten, der immer noch irgendwelche Formalitäten in der Grenzstation zu
erledigen hat. Erst kurz nach zehn Uhr werden die Leinen Los gemacht,
kann unser Griechenland-Ausflug mit einer guten Stunde Verspätung
beginnen.
Erst beim Auslaufen aus dem Hafen von Cesme erkennt
man die tatsächlichen Ausmaße der alten Genuesen-Festung, die wir
bereits bei unserem ersten Cesme-Besuch gesehen hatten. Doch nun nimmt
man auch hinter der zum Hafen liegenden Festungsmauer den Burghof war,
auf den dann eine die eigentliche Festung schützende weitere Mauer
folgt. Wer immer diese Mauer überwunden hätte, wäre also lediglich in
eine tödliche Falle gelaufen.
Etwas mehr als eine Stunde dauert die Überfahrt.
Chios erscheint zunächst als eine – außerhalb der Hauptstadt –
fast unbewohnte Insel, bestehend lediglich aus kargen, nackten Höhenzügen.
Erst später entdeckt man auf den Bergen der Südseite kleine
vereinzelte Haine, während der Norden auch bei größerer Nähe nichts
von seiner Kargheit einbüßt.
Ein Kirchturm und ein Minarett ragen über Häuser
der Hafenpromenade hinaus: Chios-Stadt scheint – zumindest zu dieser
Jahreszeit – ein gemächliches Fleckchen zu sein, und auch von den
zahlreichen Cafés im Hafengebiet verbreiten keinerlei Anfälle von
hektischer Betriebsamkeit.
Nach den Grenzformalitäten – Pass vorzeigen und an
der Zollkontrolle vorbeilaufen – suchen wir die Tourismusinformation
am Hafen auf, tauschen etwas Geld und kaufen uns eine Landkarte der
Insel. Dann gehen wir kurz hinter dem Hafen zum zu dem Zentralplatz,
trinken noch einen Kaffee – und steigen dann für unsere af drei
Stunden angesetzte Inselrundfahrt ins Taxi.
4000 Drachmen pro Stunde nimmt unser noch junger
Fahrer, der sagt, schon sein Vater und sein Großvater hätten als
Taxifahrer gearbeitet. Er selbst sei, bevor er ins Taxigewerbe
eingestiegen ist, acht Jahre zur See gefahren. Tatsächlich schreiben
auch die Reiseführer, dass Chios die Heimatinsel vieler griechischer
Seeleute ist.
Wir verlassen die Stadt in westlicher Richtung,
wollen zunächst in das Kloster Nea Moni, dass nämlich um 13 Uhr seine
Pforten schließt. Die Hügel steigen langsam an, wir schauen auf kleine
Täler, sehen die erste Ziegenherde, die die Straßenherde passiert.
Dann blicken wir in einem verschlungenen Tal unterhalb der Straße auf
die grauen Feldsteinmauern und roten Ziegeldächer der aus dem 11.
Jahrhundert stammenden Klosteranlage.
Ein kleiner Teil der Anlage ist zum archäologischen
Grabungsgebiet geworden, halb zerfallene Wirtschaftsgebäude werden
gerade rekonstruiert und es gibt ein kleines Museum, das zu besuchen uns
allerdings die Zeit fehlt – doch vor allem ist die alte Kirche mit
ihren noch halb erhaltenen Kuppelmalereien, den auf Lesepulten
aufgeschlagenen liegenden Büchern und den Ikonen nach wie vor ein
aktives Kloster. Eine alte Nonne spricht uns an, wobei sie aber eben nur
Griechisch spricht, sich uns also nicht verständlich machen kann, aber
jedenfalls gebe ich eine kleine Spende für den Erhalt des Klosters,
trage uns in das große Gästebuch ein.
Avgonyma heißt die erste Ortschaft, die wir bei
unser Weiterfahrt in den Süden der Insel passieren: Ein Dorf mit
abweisend wirkenden Feldsteinhäusern, jedes nur mit einem kleinen
Fenster auf der dem Umland zugewandten Seite, fast, als sollte jedes Gebäude
seine eigene wehrhafte Burg sein.
Wir fahren die Küstenstraße entlang, kommen an
romantischen Buchten mit absolut einsamen Stränden vorbei. Das Wasser
hat einen grünlichen Schimmer und sieht ausgesprochen einladend ein.
Allerdings gibt es an diesen Stränden in der Regel auch nicht einen
einzigen Baum, der einem Besucher Schatten spenden könnte.
Schließlich erreichen wir Mesta, eines der größeren
Dörfer der Insel, wo wir für einen Kaffee und einen Rundgang einen längeren
Stopp einlegen. Mestas Häuser sind eng aneinander gebaut, der ganze Ort
ist eine in sich verschlungene Festung. Mitunter ersetzen in dieser
Dorfanlage massiv gemauerte Tunnel die Straßen – und da, wo es Straßen
gibt, sind sie in der Regel so schmal, dass man mit ausgebreiteten Armen
die Häuser links und rechts gleichzeitig berühren kann.
In der Mitte befindet sich – eigentlich selbstverständlich
– die Kirche und der Dorfplatz mit dem einzigen Kaffee, dass wir in
dem Ort entdecken. Mesta wäre sein Lieblingsort auf Chios, sagt unser
Fahrer – und irgend wann einmal würde er sich hier ein Haus kaufen
wollen. So romantisch Mesta auf den Besucher auch wirkt: Zumindest am
Dorfrand arten einige bereits zerfallende Gebäude offensichtlich tatsächlich
auf neue Besitzer.
Pyrgi, unser nächstes Ziel, ist der Hauport des Südteils
und um einiges größer als Mesta. Auch die Gassen sind wesentlich
breiter, so dass wir hier mit dem Auto direkt bis zur Kirche und dem
Dorfplatz fahren können – wobei ein Lastwagen auch hier kaum eine
Chance hätte, hindurch zu kommen.
War Mesta ein Festungsdorf, so gibt sich Pyrgi als
ein Schmuckdorf – wo der Ehrgeiz der Bewohner darin zu bestehen
scheint, das prachtvollste und am einfallsreichsten gestaltete Haus zu
haben. Sämtliche Fassaden, sowohl von der Kirche als vom
unscheinbarsten Wohnhaus, im
Ort mit allen möglichen geometrischen Mustern bedeckt – ganz so, als
wären sie gekachelt.
Wir fahren nun wieder hoch in den Norden, passieren
kurz vor Chios-Stadt blühende Zitronen- und Apfelsinenfelder, sind dann
nach dreieinhalbstündiger Rundfahrt wieder am Hafen.
Aber wir haben noch etwas Zeit für einen Spaziergang
durch den alten Stadtteil Kastro. Wir laufen die mächtige alte
Stadtmauer bis zu dem früheren Stadttor entlang
Der Eingang durch das Tor verläuft allerdings nicht geradeaus,
sondern hinter dem Tor geht es nach links in die alte Innenstadt –
eine bei Festungen nicht ungewöhnliche zusätzliche Sicherungsmaßnahme,
den Zugang möglichst schwer passierbar zu machen.
Innerhalb dieser Mauern ist ein ruhiger Stadtteil,
fast ganz ohne Autos, weil die Straßen zu schmal sind, ein- bis zweistöckige
Häuser, viele mit Vorgarten, andere aber bereits zu Ruinen verfallen
– eine Mischung zwischen Idylle und Zerfall.
Um 16.30 Uhr beginnt das Einschecken für die Rückfahrt
zunächst damit, dass wir die 100 Drachmen Hafengebühr pro Person
bezahlen müssen, dann noch einmal zur Passkontrolle – und um 17 Uhr
legt die Fähre wieder ab Richtung Cesme.
Freitag, 6. April 2001: Ilica
Ein fauler Tag im Hotel zwischen
Warmwasserpool und Sauna, am Nachmittag noch mit einem Spaziergang über
die Landzunge.
Samstag, 7. April 2001: Alacati –
Cesme
In
Alacati, einer kleinen Landgemeinde bei Cesme, ist heute Wochenmarkt.
Wir wollten zwar ohnehin den Ort besuchen – aber der Markt erhöht natürlich
die Attraktivität.
Alacatis Wochenmarkt ist um einiges größer als der
von Cesme, zumindest, was seine flächenmäßige Ausdehnung betrifft.
Neben Obst, Gemüse, unendlich viel Käse, Blumen, den obligatorischen
Haushaltswaren gibt es ein reichhaltiges Billigangebot an Textilien,
Tischdecken usw. Sogar ein Teppich“geschäft“ hat als Marktstand geöffnet.
Mittelpunkt von Alacati ist die Moschee mit einem
Vorplatz, an dem drei Cafés geöffnet haben, man nun im Schatten unter
einem „Dach“ aus Weinreben sitzt. Der Boden dieses Vorplatzes ist
als Mosaik mit schwarzen Ornamenten gearbeitet, ähnlich, wie wir es auf
Chios gesehen haben. Tatsächlich war Alacati zu osmanischer Zeit laut
der mit Erklärungen versehenen Cesme-Karte des Tourismusbüros eine
weitgehend griechische Gemeinde – und davon zeugt auch die Moschee
selbst. Der Grundriss der Moschee lässt nämlich eindeutig ein
Kirchenschiff erkennen – an das dann eben irgendwann einmal das
Minarett gesetzt wurde.
Zwischen den Cafés am Vorplatz gibt es noch einige
weitere kleinere Geschäfte, eingebaut in die ehemaligen Kirchenräume,
darunter auch eine Fleischerei. Kurz vor 13.30 Uhr schließt der
Fleischer seinen Laden – um dann als Muezzin die Gläubigen zum Gebet
zu rufen. Keiner der Einheimischen lässt sich dadurch aber von seinen
Alltagsgeschäften abhalten, und auch am Tisch neben uns spielen die
beiden dort am Tisch sitzenden Türken weiter ungerührt ihre Partie
Tavlar.
Alacati ist ein Ort der weiß getünchten Häuser –
und an etlichen sieht man auch noch die hölzernen Balkone. Bei unserem
Rundgang stoßen wir an unserem Ortsrand noch auf eine zweite Moschee,
diesmal die ursprüngliche Moschee, weit kleiner als die im
Ortsmittelpunkt, aber eben von Anfang an als Moschee gebaut, mit einem
kleinen islamischen Friedhof daneben.
Bevor wir Alacati verlassen, besichtigen wir noch die
vier altertümlichen Windmühlen, die auf einer Anhöhe vor dem
Ortseingang stehen. Die runden Außenmauern aus Feldstein sind zwar
rekonstruiert wurden – das Innere der Mühlen hat man bei den
Rekonstruktionsarbeiten bisher aber übersehen. In der einzigen
unverschlossenen Mühle führt zwar eine steinerne Wendeltreppe drei
Meter hoch bis unter das halb verfallene Dach, mehr ist aber nicht zu
sehen.
Mit dem Dolmus fahren wir nach
Cesme, um noch etwas
Geld zu tauschen, nehmen dann den Weg, der gleich am Stadteingang links
in die Berge hoch führt. Nach etwa hundert Metern befinden wir uns in
einem der noch ursprünglichen Ortsteile, kommen an einem Brunn3nbau aus
osmanischer Zeit vorbei, der – nun mit moderner Wasserleitung und
Schlauch – noch immer als Wasserspender dient.
Schließlich stehen wir vor einer eher kleinen, aber
wohl schon älteren Moschee, neben der ein relativ großer Friedhof mit
zahlreichen Grabmälern aus weißem Marmor. Interessant: Auf etlichen
Grabsteinen wird als Geburtsjahr der Verstorbenen „13..“ angegeben,
verstorben dann „19..“ auf einigen auch 2000. So findet man die
islamische Zeitrechnung, die als offizielle Zeitrechnung für die Türkei
von Ata Türk abgeschafft wurde, und die christliche Zeitrechnung auf
den Grabmälern vereint.
Schließlich endet unser Rundweg wieder am Hafen, wo
wir in einem einheimischen Lokal noch einen Tee trinken – und nicht
bezahlen müssen, weil wir, als die einzigen Europäer, völlig
unerwartet als „Gäste des Hauses“ gelten.
Danach fahren wir mit dem Dolmus wieder zurück in
unser Hotel.
Sonntag, 8. April
2001: Ilica
Etwa 45 Minuten laufen wir vom Altin Yunus bis zum
Ortskern und der Hafenanlage von Ilica. In Ilica gibt es im Meer ein natürliches
Thermalbad, das wir besuchen wollen.
Die Thermalquelle liegt genau an der Hafenmole, das
Gestein im Wasser trennt das heiße vom „kalten“ Wasser, bildet eine
natürliche Badewanne, die nicht nur von Touristen, sondern auch von
Einheimischen gern besucht wird.
Die „Badewanne“ misst eine Länge von nicht ganz
zehn Metern, ist vielleicht drei Meter breit – und das Wasser in ihr
weist von vielleicht 40 Grad an alle möglichen Temperaturen aus, ist an
verschiedenen Stellen sogar fast kochend heiß. Es weht ein recht kühler
Wind – aber in dem dampfenden Wasser lässt es sich gut aushalten.
Vor unserem Bad im heißen Wasser hatte uns ein älterer
Türke angesprochen – „Gastarbeiter Achmed“ – der lange Zeit in
Deutschland gelebt hat und nun gegenüber dem Sheraton-Hotel in Ilica
ein Restaurant betreibt. Hier essen wir Mittag, mieten uns dann bei
Hanye Tours – die Agentur gehört Achmeds Schwager – für Montag und
Dienstag ein Auto und buchen für Mittwoch einen Ausflug nach Pergamon.
Für den Wagen, einen türkischen Fiat, zahlen wir 70 Mark pro Tag, die
Pergamon-Tour kostet 65 Mark pro Person. Im gegenüberliegenden
Foto-Shop gebe ich meine drei bisher verknipsten Filme zur Entwicklung.
Übermorgen sollen sie fertig sein – für 6000 Lira, also knapp 12
Mark pro Film.
Montag, 9. April
2001: Seferihisar – Sigacik
(Teos) – Doganbey – Gümussü – Özdere – Selcuk (Ephesos) –
Degirmende – Izmir – Ilica
Unser
Wagen wir mit etwa zehnminütiger Verspätung geliefert. Bevor wir nun
aber nach Teos aufbrechen können, müssen wir erst noch einmal nach
Ilica, den Mann, der uns den Wagen brachte, bei Hanye Tours abliefern.
Nachdem das erledigt und unser Auto, ein Fiat türkischer Produktion,
aufgetankt ist, geht es über die Izmir-Autobahn bis zur Ausfahrt
Seferihisar – Maut: 750.000 TL -, dann weiter über die Landstraße in
das Marktstädtchen hinein.
Das Auffälligste an Seferihisar ist die
ausgesprochene Bauwut, die hier – wie vielerorts an der Ägäis-Küste
– ausgebrochen sein muss. Von der Autobahn kommend hatten wir zunächst
eine zutiefst ländliche Gegend passiert, auch einige Schaf- und
Ziegenherden gesehen, um dann, praktisch unvermittelt auf der grünen
Wiese, auf halbfertige Neubausiedlungen gleichförmiger Mietshäuser zu
stoßen. Die erweisen sich nun als die künftigen Vororte eines
ausufernden Marktfleckens, dessen „türkischster“ Bau noch eine
dreistöckige, doch ziemlich große Moschee zu sein scheint.
Wir nehmen nun den Abzweig nach Sigacik, wenn auch
als Stadt bezeichnet eher ein Dorf, das wir nach wenigen Minuten
erreichen. Der Ortskern ist umgeben von einer nicht viel mehr als zwei
Meter hohen, aber doch sehr dicken Feldsteinmauer, die Sigacic zur Zeit
der Herrschaft der Genuesen vor 600 Jahren den Eindruck einer Stadt
gegeben haben mag, obwohl es kaum je mehr als ein Fischerdorf gewesen
sein dürfte.
Kaum zehn Minuten dauert von dem intakten Stadttor
aus die Durchquerung der stillen Straßen mit den kleinen Häuschen,
viele mit einem Garten – dann erreicht man das halb zerfallene Tor,
das nun direkt zu dem Hafenbecken führt. Von hier aus sieht man auf die
weite Bucht, auf dem Meer schwimmen einige wenige Fischerboote.
Wir unterhalten uns noch kurz mit dem Besitzer eines
Fischrestaurants, der 16 Jahre in Hamburg gearbeitet hat, hier nun ab
und zu von früheren Kollegen besucht wird und ansonsten auf die Saison
wartet. Der Tourismus hat Sigacik bisher allerdings nur am Rande
gestreift.
Unser Ziel sind die bei Sigacik gelegenen Ruinen des
antiken griechischen Teos – und um dorthin zu gelangen, fahren wir nun
die Asphaltstraße hoch in die Berge, wo das Asphalt bald zu Schotter
wird, wir zunähst auch einen gut ausgebauten Picknickplatz zu sehen
bekommen, nur die Ruinen nirgends entdecken können. Ausgeschildert ist
hier nämlich gar nichts!
Zumindest den Dionysos-Tempel – vielmehr das, was
von ihm übrig geblieben ist – finden wir der Schotterpiste folgend
dann doch noch. Im Gras und Gebüsch erheben sich zwei Säulen, das
Fundament ist noch gut erhalten, einige Kapitelle und Säulenreste
liegen auf dem Boden. Einige entfernt liegende Steine lassen die ursprünglichen
Umrisse der Tempelanlage erkennen.
Besucher verirren sich nicht sehr viele hierher. Während
unseres Stopps steigen lediglich zwei türkische Touristen aus ihrem
Auto.
Doganbey, Gümussü und Özdere sind die nächsten größeren
Orte, durch die wir bei unserer Weiterfahrt Richtung Ephesus kommen. Die
Straße führt immer an der Küste entlang, vorbei an weiten von Felsen
umrandeten Buchten und einsamen Stränden. Der Karte nach sollten hier
nur drei kleine Fischerdörfer oder Städtchen auf der Strecke liegen
– tatsächlich aber haben sich diese Orte zu Touristenzentren
entwickelt mit – kleineren – Hotels und größeren Feriensiedlungen,
ähnlich gebaut wie die in Ilica und Cesme, wenn auch noch etwas
kleiner.
Das antike Ephesos, auch Epheseus oder Ephesus, lag
einst auch unmittelbar am Meer. Nun geht es einige Kilometer landeinwärts
zu den Ruinen der griechischen Stadt, die zum Zentrum des römischen
Ostens und des frühen Christentums wurde.
Unser Streifzug durch Ephesos beginnt an einem
Denkmal der christlichen Geschichte, an der etwas abseits der antiken
Stadt gelegenen Höhle der sieben Schläfer. Die Legende erzählt:
Sieben junge Christen flohen vor den Christenverfolgungen des dritten
Jahrhunderts in eine Höhle nahe der Stadt, die Höhle wurde zugemauert,
die Christen schliefen 200 Jahre lang, und wurden, als das Christentum
zur Staatsreligion geworden war, aus ihrem selbstgewählten Gefängnis
befreit.
Von einer richtigen Höhle ist heute nicht mehr viel
zu sehen, dafür von einer Basilika, die in den Felsen hineingesetzt
wurde. Doch die nun ohne Dach dastehenden Mauern des Kirchenschiffes
sind durch einen Zaun abgesperrt. Wegen drohender Zerstörungen sei die
Höhle der sieben Schläfer auf Wunsch der türkischen
Antiken-Verwaltung gesperrt worden, informiert ein Hinweisschild die
Besucher. Auffällig: In den Zaun sind etliche weiße Tücher
eingebunden, ein Symbol der Dankbarkeit für die eine oder andere göttliche
Wohltat.
Bevor wir nun zur eigentlichen antiken Stadt
weiterfahren, trinken wir in einem Restaurant unterhalb der Höhle noch
einen Tee. Das Restaurant sieht aus wie ein Gasthaus aus osmanischer
Zeit: Frauen in Pluderhosen sitzen am Ofen, rollen den Teig, der dann
auf das Eisen über dem Feuer gelegt, anschließend den Gästen als
frisches Brot serviert wird.
Wir halten auf dem Parkplatz von Ephesos, werden aber
gleich von einem Schlepper angesprochen, dass dies gar nicht der Eingang
in die antike Stadt wäre, sondern nur der Ausgang. Hier würden
angeblich nur die Touristenbusse warten, damit die Ephesos-Besucher
nicht den ganzen Weg – immerhin drei Stunden – zurücklaufen müssten.
Aber mit dem Service-Auto würde man uns kostenlos zum Eingang
kutschieren. Die einzige Gegenleistung, die wir dafür zu erbringen hätten:
Ein kurzer Abstecher in die benachbarte halbstaatliche Schmuckfabrik.
Dafür bekäme unser selbstloser Fahrer dann nämlich Punkte
angerechnet.
Ich bin skeptisch, zumal wir gar nicht wissen, wie
weit diese „Fabrik“ vom Eingang ins antike Ephesos entfernt ist,
kann mich mit meinen Bedenken aber nicht durchsetzen. Die Fabrik ist
tatsächlich etwa zwei Kilometer entfernt – und vor allem ein großes
Schmuckgeschäft, weniger eine Fabrik, und wir werden auch sofort von
einer Horde Verkäufer bestürmt.
Die Schmuckartikel sind allerdings wirklich eine
Augenweide – und für 400 Mark, ursprüngliche Forderung 480 Mark,
kaufe ich einen Aquamarinanhänger an einer Weißgoldkette. Als wir das
Geschäft verlassen, ist unser Schlepper natürlich schon verschwunden.
Ziemlich wütend gehe ich in das Geschäft zurück, treibe einen unserer
Verkäufer auf – und der setzt uns, mittlerweile ebenfalls ziemlich ärgerlich,
in ein Auto, das uns zu dem richtigen Eingang bringt.
Wir zahlen unsere 16 Millionen Lira Eintritt pro
Person, beginnen unseren Rundgang dann an einem der ersten Höhepunkte,
dem neben den Ruinen der Varius-Thermen gelegenen Odeon, dem kleineren,
einst überdachten, Theater und Sitzungssaal der Stadt.
Obwohl seit Jahrhunderten unbewohnt ist Ephesos noch
immer eine internationale Metropole: Touristengruppen aus Japan, Amerika
und allen möglichen Ländern werden zu Scharen durch die Stadt geführt;
vor jedem halbwegs intakten Gebäude erklärt ein Fremdenführer in der
Sprache seiner Gäste die ursprüngliche Funktion. Das ist das glatte
Gegenteil von Erythrai oder Theos, wo man sich noch ungestört in die
Vergangenheit versetzen kann.
Aber auch in Ephesos sind es schließlich die
kleineren Dinge, die zwischen den Bauten entlang der prachtvollen
Hauptstraße ins Auge springen: Eine fein gearbeitete Statue eines
vornehmen Römers, jede Falte in der Toga erkennbar, das ganze leider
ohne Kopf oder aber ein Männer- und ein Frauen Relief auf einem
Marmorblock.
Die Hauptstraße führt zu der Attraktion von
Ephesos, zu der zweistöckigen Fassade der Celus-Bibliothek, dem Motiv
aller Ephesos-Führer, ebenfalls mit einer immer noch schön erhaltenen
weiblichen Statue inmitten der Säulen und dem benachbarten
Herkules-Tor, das zu dem nun weitgehend freien Feld der Staatsagora führt.
Der letzte Großbau auf unserem Rundgang, der übrigens
nicht drei Stunden, sondern nur etwa 90 Minuten dauert, ist das alte
Theater, in dem die Touristenführer nun mit allen möglichen
Deklamationen die herausragende Akustik vorführen.
Von dem alten Stadtkern fahren wir nun wieder vorbei
an der Höhle der sieben Schläfer zum „Haus der Jungfrau Maria“,
das etwa sieben Kilometer entfernt liegt. Das christliche Denkmal liegt
nun inmitten eines Parks – und ist eigentlich nichts weiter als eine
kleine aus zwei Räumen bestehende Feldsteinkirche voller Ikonen und
Dankesgaben. Errichtet wurde diese Kirche, so viel zur archäologischen
Absicherung, auf den Resten eines Wohnhauses, das auf das erste
Jahrhundert datiert wurde. Und weil nach der Bibel Maria wahrscheinlich
von dem Apostel Johannes mit nach Ephesos genommen wurde, wurde dieses
Gebäude dann zur letzten Wohnstätte Marias erklärt und zur
regelrechten Wallfahrtstätte.
Nun sitzt ein Priester oder Mönch gleich neben dem
Eingang, vertieft in seine Bibel, während die Massen an ihm vorbei zu
dem Altar ziehen. Auch die islamischen Gläubigen haben sich hier
verewigt – mit Koranssuren über die Mutter von Jesus.
Unsere letzte Station in Ephesos ist jene Säule, die
auf morastigem Grund als letztes Überbleibsel des Artemis-Tempels
stehen geblieben – besser: wieder aufgerichtet – worden ist: Ein
trauriger Rest von dem Monumentalbau, der einst zu den sieben
Weltwundern der Antike zählte. Über das freie Feld blickt man auf eine
Moschee, auf die auf einem Berg liegende Festung aus byzantinischer Zeit
und schließlich noch die Basilika des Johannes, von der auch nur noch
wenige Säulen stehen.
Wir fahren wieder zur Küste, biegen dann aber auf
die Straße nach Degirmende ab, kommen durch eine bergige
landwirtschaftlich geprägte Region mit zahlreichen Gewächshäusern,
gelangen dann auf die Autobahn nach Izmir, von wo aus wir – bei strömendem
Regen, zurück nach Ilica fahren. Auch in der Nacht regnet es heftig
weiter,
Dienstag, 10.
April 2001: Cesme – Dalyan – lldir – Kücükbahce – Yaylaköy
– Karaburun – Mordogan
Unsere Erkundungstour über die Halbinsel Cesme
beginnt in Cesme-Stadt, wo wir zunächst einmal Geld tauschen müssen.
Dann fahren wir die Straße entlang, die westlich am Hafen vorbeiführt,
kommen an etlichen Hotels vorbei, stehen dann an der Steilküste, von
der aus man auf das gegenüberliegende Chios sieht.
Der nächste Abstecher soll uns nach
Dalyan führen,
ein kleiner Ort auf einer Landzunge vor Cesme, wo laut Karte des
Fremdenverkehrsbüros ein Leuchtturm und auch einige Ruinen einer älteren
Ortschaft stehen sollen. Tatsächlich endet dieser Abstecher am Rande
des Neubaugebietes von Dalyan, an einer Wiese, auf der die Kühe weiden,
an einem Punkt, von der man auf die Bucht herabschaut – aber von einem
Leuchtturm oder von Ruinen nichts zu sehen ist.
Mittags
sitzen wir wieder im Restaurant Mutlu in Ildir, in dem wir schon nach
unserem Besuch der Ruinen von Erythrai gegessen hatten. Weiter nördlich
sollen, wieder laut Karte des Fremdenverkehrsbüros von Cesme, die
Ruinen des Ortes Karareis liegen, die wir als nächstes ansehen wollen.
Die Straße aus Cesme hinaus führt zunächst zu
einer Fischfarm, die allerdings nicht besichtigt werden darf, dann durch
eine karge, hügelige Landschaft zu einem Neubauort mit dem Namen
Gerence Köyü, wo wir einen der Arbeiter der Fischfarm absetzen und
schließlich zurück zur Küste, in deren kleinen Buchten mitunter
einzelne Häuser und kleinere Fischfarmen stehen. Wer einsame Strände
sucht, könnte hier fündig werden: Zwar gibt es keinen Sand, sondern
nur Kieselstrand, aber kaum ein Mensch scheint sich hierher zum Baden zu
verirren.
Die Karareis-Ruinen sollten laut Karte noch vor
Kücükbahce,
dem nächsten größeren Ort unmittelbar an der Küste, liegen und
sollten von der Straße aus zu sehen sein. Tatsächlich passieren wir
nur die Gebäude einer Landwirtschaftskooperative. Erst allmählich dämmert
uns, dass mit den Ruinenstätten unserer Karte keine antiken
Ruinenfelder, sondern aufgegebene Dörfer gemeint sind. Und einige
dieser aufgegebenen Dörfer werden eben von landwirtschaftlichen
Kooperativen genutzt.
Kücükbahce selbst besteht aus einigen
Bungalow-Siedlungen – offensichtlich Ferienhäuser für Einheimische,
wie sie überall an der türkischen Ägäisküste aus dem Boden sprießen.
Wir gelangen nun in die Berge, fahren über Serpentinen, kommen an
niedrigen halbrunden Feldsteinbauten vorbei – Ziegenställe. Hier oben
weiden etliche Ziegenherden, und als ich aus dem Auto aussteige, kommt
mir ein Schäfer entgegen, mit dem ich eine Zigarette rauche. Der Mann
hat gerade zwei frisch geschlachtete Lämmer von der Weide gebracht und
eine Ziege im Schlepptau.
Yaylaköy ist der Ort, in dem die Ziegenhirten der
Umgebung leben – ein abweisend aissehendes Bergdorf mit engen Gassen
und Häusern aus grauen Feldsteinen, ein Ort, in dem noch der Esel das
bevorzugte Lasttier zu sein scheint und die Frauen Pluderhosen und Kopftücher
tragen.
Schließlich erreichen wir Karaburun, tanken den Wagen
auf, nehmen die Küstenstraße an der Bucht von Izmir über Mordogan,
trinken noch einen Tee und befinden uns kurz danach auf der Autobahn
nach Cesme und Ilica.
Mittwoch, 11.
April 2001: Bergama (Pergamon)
Unsere Tour – diesmal eine geführte Tour von Hayne
Tours für 65 Mark pro Person – beginnt um acht Uhr morgens. Hinter
Izmir regnet es ständig – so dass wir schon befürchten, unsere
Pergamon-Tour würde ein Schlag ins Wasser. Glücklicherweise hört der
Regen dann doch irgendwann auf – obwohl des den Tag über ziemlich kühl
und bewölkt bleibt.
Bergama, der neue Name des antiken Pergamon, der von
Alexander dem Großen gegründeten kleinasiatischen Metropole, ist eine
noch weitgehend ursprüngliche türkische Provinzstadt mit engen Gassen,
alten Häusern und fast dörflich anmutenden Ausläufern. Der
Unterschied zu Ephesos: In Bergama/Pergamon ist das antike Ruinenfeld
nicht von der türkisch/osmanischen Stadt getrennt, beides ist
ineinander verwachsen.
Unser erster Stopp ist so fast im Zentrum des Ortes,
an der „Roten Halle“, einem massiven Ziegelbau aus der Zeit der Römerherrschaft.
Die Rote Halle, so erzählt unser deutsch sprechender Reiseleiter, sei für
ägyptische Kulthandlungen errichtet worden, eine Geste, mit der
Pergamon seine angespannten Beziehungen zu Ägypten verbessern wollte.
Der Weg zur Akropolis, die von der ganzen Stadt aus
gut sichtbar ist, führt steil nach oben, vorbei an einer abgesperrten
Militäranlage und ländlichen „Vororten“. Und obwohl die Akropolis
von Bergama zu den hundert bedeutendsten Denkmalstätten des
Mittelmeerraumes gehört, es natürlich auch hier etliche Besucher gibt,
ist sie bei weitem nicht so überlaufen wie das antike Ephesos.
Rund 10.000 Menschen lebten ursprünglich auf dem
Burghügel, von dem jetzt aber kaum noch eines der Wohngebäude, sondern
fast nur noch die Tempel erhalten sind – vor allem der mächtige
Hadrians- oder Trajan-Tempel aus der römischen Zeit. Beieindruckend
hier: Eben nicht nur die Säulenhallen auf dem Berg, sondern vor allem
die mächtigen Gewölbe unterhalb der Oberfläche, die gigantischen
Vorratskammern, die die Römer anlegten.
Nur noch einige steinerne Sitzreihen und die nach wie
vor funktionierende Akustik blieben dagegen von dem Theater der
Akropolis – während man an der Stelle, wo einst der Zeus-Altar, nun
im Berliner Pergamon-Museum, stand, nur noch die Fundamente findet.
Nach dem Mittagessen in der Stadt besuchen wir das
Aeskolapion, das alte Krankenhaus, das einst eine eigene Stadt gewesen
muss: Selbst ein eigenes Theater, fast vollständig erhalten und immer
noch Schauplatz von Kulturveranstaltungen gab es, ein ebenfalls noch
erhaltenes Badehaus gigantischen Ausmaßes und natürlich eine Säulenstraße,
von der links und rechts nun die Rinder weiden.
Bestandteil unserer organisierten Tour
ist auch auf
dem Rückweg der fast schon obligatorische Besuch einer Teppichfabrik:
Im Vorführraum werden die Kerims, die Teppiche aus Anatolien und der
Umgebung von Bergama ausgebreitet – aber weil wir nichts kaufen, ist
die Angelegenheit doch recht bald beendet.
Gegen 19.30 Uhr sind wir wieder im Altin Yunus.
Donnerstag, 12. April 2001: Cesme
Shopping in Cesme: Man bekommt den Eindruck, als
sei jeder Basarhändler, fast jeder Mitarbeiter eines Imbissstandes
schon einmal in Deutschland gewesen. Die Besitzerin des Keramikladens am
Hafen ist in Nürnberg aufgewachsen. Der Vater ging mit der Familie zurück
in die Türkei, weil die Tochter mit 16 zu einer Freundin ziehen wollte
– und nun „rächt“ sich die geschäftstüchtige Tochter, in dem
sie ihrem Vater das Raki trinken verbietet.
Unser Lederverkäufer – wir kaufen noch eine
Lederweste und eine Seidenlederjacke für zusammen 1200 Mark – kam aus
Münster zurück in die Türkei, der Junge vom Dönerstand wuchs in
Berlin auf.
Nach Deutschland zu fahren ist alle nicht leicht. Die
Verkäuferin im Goldladen berichtet, dass man sich nachts vor dem
Konsulat in Izmir anstellen muss, um vielleicht am Nachmittag
vorgelassen zu werden. Dann zahlt man 50 Mark Bearbeitungsgebühr –
aber eben ohne Garantie, auch ein Visum zu bekommen, weil nicht nur
Einladungen, Flugtickets etc. verlangt werden, sondern auch sogenannte
„Sicherheiten“, dass die Antragsteller auch wirklich in die Türkei
zurückkehren wollen.
Freitag,
13. April 2001: Cesme
Den größten Teil des Abreisetages verbringen
wir mit Packen und Warten in der Lobby des Altin Yunus.
Um 16.45 Uhr werden wir pünktlich für den Heimflug
abgeholt.
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