Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Reiseroute und
beschriebene Orte: Thailand: Trat
- Aranya Prathet
- Koh Chang mit Ao Bang Bao
- White Sand Beach
- Dan Mai
- Ao Phangnga Nationalpark;
Tauchplätze
und Koh Changs Nachbarinseln: Kho Khlum
- Hin Rap
- Hin Look Bat
- Koh Maak
- Koh Rung
- Koh Thain
- Koh Thong Lang
- Pinnacles
- Koh Yak
- Song Dean
- Koh Whai;
Kambodscha: Poipet
- Siem Reap
- Angkor Thom
- Angkor Wat
- Kralanh
- Sisophon
Reisebericht
herunterladen Mehr Thailand-
und Kambodscha-Bilder
als Postkarte oder zum Download
Sehen Sie auch die Reisevideos von Koh
Chang und Angkor
Wat
Foren: Fragen
und Antworten zu Reisen in Thailand Fragen
und Antworten zu Reisen in Kambodscha
Haben
auch Sie eine
Webseite zum Thema Reisen ins Netz gestellt? Dann tragen Sie sich doch
bitte in meinem Reisekatalog
für alle Themen rund ums Reisen
ein. Dazu können Sie sich auch gern in der allgemeinen Linkrotation
eintragen, wo es auch um andere Themen geht. Fragen zum Thema dieser
Webseite stellen Sie bitte nicht per E-Mail, sondern in
meinem Forum.
Mehr Reisen suchen
Samstag, 12. März 2005:
Bangkok – Trat – Koh Chang
Es
ist bereits kurz vor 17 Uhr Ortszeit, als wir – mit erheblicher
Verspätung – auf dem Flughafen von Trat landen. Beim Anflug
sieht man auf eine fast kurios anmutende Feld- und
Wasserlandschaft, auf schnurgerade Kanäle, von denen nicht
wirklich klar ist, ob sie Fischteiche oder Reisefelder voneinander
trennen, aber offensichtlich doch Tümpel, die noch gar nicht so
lange unter Wasser stehen können, weil in ihnen noch Bäume und
Sträucher wachsen. Dazu sehen wir auf Wasserläufe, von denen
eben so wenig klar ist, ob es sich nun um Flüsse oder Lagunen
handelt. Wasser und Land gehen fließend ineinander über.
Schließlich
der Flughafen von Trat: Man fühlt sich in eine Spielzeugwelt
versetzt, in einen Flughafen wie aus einem Dagobert-Duck-Comic,
mit einer einzigen Landebahn, einem Bodenpersonal, das uns auf dem
Rollfeld gleich nach dem Ausstieg aus unserer grün angemalten
alten Propeller-Maschine freundlich begrüßt, uns zu der
„Bahn“ führt, wie sie normalerweise in Freizeitparks
verkehren, die uns hier aber zur „Abfertigungshalle“, einem
luftigen, aus Holz gebauten Pavillon transportiert.
Eine knappe Stunde
hat der Flug von Bangkok nach Trat gedauert, das letzte Stück
einer unter einem unglückseligen
Stern stehenden Anreise. Wegen Sturm über Frankfurt waren wir
gestern mit fast zweistündiger von Berlin gestartet, hätten die
Condor-Maschine um 14 Uhr nach Bangkok dennoch gerade noch
erreicht – aber die hatte, weil die Crew aus Kuba zu spät kam,
selbst über vier Stunden Verspätung. So kamen wir erst gegen 10
Uhr vormittags in Bangkok an – eine Stunde, nachdem unsere ursprünglich
für Trat gebuchte Maschine schon gestartet war.
Doch
so müde wir auch sind: Der erste Eindruck von Trat läst den Ärger
vergessen. Von der Stadt selbst sehen wir auf dem Transfer zur Fährstation
nach Koh Chang allerdings nichts – außer einem farbenfrohen
buddhistischen Tempel gleich am Flughafen, die um Trat herum
liegenden Gummibaumplantagen und einigen kleineren
Farmersiedlungen. Auch die Fährstation, ebenfalls bestehend aus
einigen kleineren Gebäuden, lässt nicht unbedingt auf die Nähe
eines urbanen Zentrums schließen. Aber vom Festland aus sieht man
wunderbar die dicht bewachsenen, grünen Berge von Koh Chang, nach
Phuket immerhin die zweitgrößte Insel Thailands. Während wir
auf die Insel übersetzen, verschwindet die Sonne rot leuchtend am
Horizont.
Koh
Changs Fährstation ist auch nicht aufregender als der Hafen auf
der anderen Seite. Das einzige, was hier unter den Bretterbuden
auffällt: Eine Busstation, an der groß steht, dass hier die
Busse nach Kambodscha abfahren.
Die
Straße führt gleich steil und kurvenreich in die Berge von Koh
Chang – und nach einigen Minuten Fahrzeit sehen wir unter uns
ein blühendes Städtchen, die Uferstraße entlang gezogen wie
eine Western-Stadt. Wir passieren White Sand Beach, das
touristische Zentrum von Koh Chang, ein Ort voller Boutiquen,
Restaurants, Bars und unzähligen Hotelanlagen, die aber selbst
wenigstens keine Betonburgen sind, sondern sich in Landschaft und
Ort fast unauffällig einfügen.
Hinter
diesem Ort lodert ein kleiner Waldbrand, gleich direkt an dem
Waldstück entlang der Straße. Kleinere Feuer sieht man hier überall
– ob das hier nun gelegt und vielleicht etwas außer Kontrolle
geraten ist, ob es zufällig entstand, das lässt sich nicht
sagen. Aber die Einheimischen nehmen das brennende Stück Wald
kommentarlos hin, wie es ist.
Unsere
Anlage, das Tropicana, liegt noch ein ganz schönes Stück weiter
südlich, selbst schon im südlichen Teil der Insel. Es ist
bereits 19 Uhr, als wir endlich in unserem Domizil einchecken können.
Sonntag,
13. März 2005: Hotel Tropicana (Kai Bae Beach) – White Sand
Beach
Das
Tropicana liegt am Kai Bae Beach, nur ein kleines Stück nördlich
vom Lonely Beach, dem südlichsten Strand der Insel – und
unmittelbar vor unserem Strandabschnitt blickt man auf eine Gruppe
von sechs weiteren kleinen Inselchen. Bemerkenswert ist der
Unterschied zwischen Ebbe und Flut: Bei Flut reicht das Wasser bis
fast an die vordersten Gebäude unserer Bungalow-Anlage, einem
wahren Labyrinth künstlicher Lagunen, in denen sich die
Goldfische tummeln, bei Ebbe zieht sich das Wasser vielleicht
zwei- bis dreihundert Meter weit zurück. Und: Das Meerwasser ist
fast lauwarm.
Bevor
wir uns jedoch an den Strand legen, fahren wir am Vormittag mit
dem Taxi, kleinen Lastern, die ihre Fahrgäste auf den beiden
Sitzbänken auf der hinteren offenen Ladefläche platzieren, noch
einmal zum White Sand Beach. Denn in unserer Nachbarschaft ist
zwar ein buddhistischer Tempel an der Hauptstraße und eine
Elefanten-Trekking-Station zu finden, auf den ersten Blick aber
weder eine Touren-Agentur, die auch geöffnet hätte noch eine
Tauchbasis.
Die
Fahrt mit dem Taxi kostet 30 Baht pro Person, also etwa 0,60 Euro.
Unser Weg führt nach Norden führt an einer weiteren
Elefanten-Station vorbei, dazu an zwei Abzweigungen, die in den
Dschungel auf den Bergen und, so die Hinweisschilder, zu den
Wasserfällen der Insel führen.
Bei
Tageslicht ist White Sand Beach nicht so beeindruckend wie in der
Dunkelheit. Abgesehen von einigen größeren Hotelanlagen und
einigen wenigen Häusern sind die meisten Gebäude aus Holz
gebaut, die Straße wirkt verschlafen. Aber am Hauptplatz finden
wir unsere Touren-Agentur, buchen zwei Tauchtage, dazu eine dreitägige
Tour nach Angkor Wat in Kambodscha. Der Abstecher nach Kambodscha
kostet inklusive der Visa und der Eintrittsgelder für die
Tempelanlagen ganze 10.000 Baht pro Person, etwas weniger als 200
Euro.
Die
Straßen sind deshalb so leer, weil sich das Leben schon am
Vormittag am Strand abspielt. Der ist wirklich regelrecht weiß
– und die Touristen tummeln sich hier beinahe wie in einem öffentlichen
Strandbad.
Noch
am späten Vormittag sind wir wieder im Tropicana, essen Mittag
schließlich in der „Blue Lagoon“, einem kleinen
Thai-Restaurant an der Lagune neben unserem Hotel. Die Ansammlung
von kleinen Häusern hier wirkt wie ein Fischerdorf auf Stelzen,
direkt ins Wasser gebaut.
Am
Abend müssen wir dann noch einmal nach White Sands Beach, um in
der Touren-Agentur nun unsere Anzahlung für die Tauchausflüge
und den Kambodscha-Trip zu vervollständigen. Bei der Rückfahrt
sehen wir wieder einen Waldbrand, diesmal etwas weiter oben in den
Bergen. Die Funken sprühen wie bei einem Vulkanausbruch, aber die
Einheimischen schenken dem einfach keine Beachtung.
Montag, 14. März
2005: Ao Bang Bao – Koh Khlum – Hin Rap – Hin Look Bat
Der
Wagen von „Ploy Scuba Diving“ ist pünktlicher als erwartet:
Um 8.45 Uhr sollen wir abgeholt werden, bereits eine Minute vor
der Zeit klingelt in unserem Bungalow das Telefon. So präzise
Zuverlässigkeit hatten wir nun wirklich nicht erwartet.
Die
Fahrt nach Ao Bang Bao, das ehemalige Fischerdorf ganz im Süden
der Insel, wo sich nun auch die Tauchbasis nicht nur von „Ploy
Scuba Diving“ befindet, führt über eine Strecke, die um
einiges hügeliger und steiler ist als das, was wir bereits
zwischen dem Norden und unserer Anlage erlebt haben. Aber auch die
Aussicht, die man von einigen der gerade genommenen Höhen auf die
Küste nehmen kann, ist dafür um einiges imposanter. Und der
Dschungel, der wieder bis gleich an die Straße reicht, erscheint
noch undurchdringlicher als im Norden.
Vom
Fischerdorf Ao Bang Bao hat sich allerdings auch nicht viel mehr
als die bauliche Anlage erhalten: Eine in die Bucht führende
Mole, links und rechts davon auf Stelzen ins Wasser gebaut die
einzelnen Holzhäuser, nun aber überwiegend keine Fischerhütten
mehr, die gibt es eben nur noch am „Ortsrand“, dafür aber
Restaurant an Restaurant, Fischladen an Fischladen, wo in den
Plastikbehältern Krebse, Lobster und Garnelen ihrem Ende in einem
der Restaurants entgegensehen, eine Reihe von Andenkengeschäften
und eben die Tauchbasen.
Mit
dem Speedboot steuert unsere Tauchergruppe nun zunächst die südlich
vorgelagerte Insel Kho Khlum an, eine wohl gar nicht mal so kleine
Insel mit einem hohen unter Dschungelbewuchs liegenden Berg und
einem malerischen Sandstrand, aber mehr als dieser vielleicht
hundert Meter lange Strandstreifen öffnet sich dem Besucher
nicht. Die sich an den Strand anschließenden Berge sind zu steil,
der Wald zu dicht – und links und rechts vom Strand versperren
massive Felsen jedem, der eine Inselumrundung machen möchte, den
Weg. Das ist der Strand, an dem geschnorchelt wird und an dem man,
von den Rauchplätzen außerhalb kommend, das Mittagessen nimmt.
Unser
erster Tauchplatz nennt sich Hin Rap und wird durch zwei winzige
Felsinselchen mitten im Meer markiert. Normalerweise sollen sich
hier in sechs bis sieben Meter Tiefe Schildkröten aufhalten, die
eigentliche Attraktion dieses Tauchplatzes.
Unter
Wasser erschließt sich uns nun eine Felslandschaft, in der auf
den einzelnen Felsbrocken Korallen in Trichterform hochgewachsen,
oben geöffnet, teilweise mit Rundungen um den Bauch, so, als lägen
hier tönerne Amphoren aus einem antiken Wrack. Dazu machen sich
überall knallbunte Seeanemonen breit, die in ihrer fast schon übertriebenen
Farbenpracht an kleine Plüschtiere erinnern. In einiger
Entfernung kreuzt ein armlanger Sniper unseren Weg, zum Schluss
begegnen wir noch einem kleineren Kofferfisch. Nur die Schildkröten
bekommen wir heute nicht zu Gesicht.
Unser
zweiter Tauchgang – nach dem Mittagessen am Strand von Koh Khlum
– führt uns zum Hin Look Bat. Diesmal ist es nicht mehr als ein
einzelner aus dem Wasser ragender Stein, nicht einmal mehr als
Eiland zu bezeichnen, der den Tauchplatz markiert.
Bis
auf 14 Meter Tiefe gehen wir hinunter, in einen regelrechten
Korallengarten, in dem momentan aber das vorbeiströmende Plankton
uns mitunter nicht viel mehr als zwei Meter Sicht gewährt. Erst
gegen Ende des Tauchganges klart die Sicht auf und schließlich
entdecken wir, neben diversen Schwärmen kleiner Fische, auch zwei
Muränen.
Etwa
gegen 16 Uhr fahren wir wieder von Ao Bang Bao zurück ins
Tropicana. Der letzte Eindruck von Ao Bang Bao: Auch, wenn das
Fischerdorf zum Touristenörtchen geworden ist – einige der
einheimischen Bräuche haben das überlebt. Neben dem Parkplatz läuft
gerade ein Hahnenkampf. Zwar gibt es nicht viele, ausschließlich
männliche. Zuschauer, abe3r die feuern die beiden Streithähne
doch leidenschaftlich an.
Dienstag, 15. März
2005: Ao Bang Bao – Koh Maak – Koh Rung (Ko Rang) – Koh
Thain - Koh Thong
Lang
In
der Nacht hat es geregnet, am Morgen überrascht uns ein erneuter
Regenschauer beim Frühstück. Auch, wenn das am Tag der einzige
Regenguss bleiben wird, ist es doch den ganzen Tag über bewölkt
– und auf dem Meer werden wir einen starken Wellengang haben,
der die Tour mit dem Speedboot teilweise als Achterbahnfahrt
erscheinen lässt.
Kurz
vor neun Uhr werden wir vom Wagen der Tauchbasis abgeholt, fahren
dann wieder nach Ao Bang Bao, lassen auf unserem Kurs Richtung Koh
Maak die Boote der Krabbenfischer rasch hinter uns, erreichen nach
etwa 40 Minuten auf und ab über den Wellen die ausufernde
Inselwelt von Koh Maak, einer der größeren und bewohnten
„Trabanteninseln“ von Koh Chang.
Man
sieht bei der Anfahrt an die verhältnismäßig flache Insel
einige kleine, weiße Sandstrände, ab und an einfache Siedlungen
aus Holzhütten direkt am Ufer, und schließlich biegen wir in
einen künstlich angelegten Kanal, der zur Anlegestelle des
Panorama Resort führt, wo wir noch einige Taucher abholen. Am
Abend, so erzählen die Divemaster, würden die Babyhaie in diesen
Kanal bis an die Anlegestelle kommen. Vielleicht ist das aber auch
nur Taucherlatein...
Unsere
heutigen Tauchgründe liegen um die Insel Koh Rung (nach der
Schreibweise der thailändischen Touristenkarte; im
Thailand-Reiseführer von Richard Döring heißt die Insel Ko
Rang), ein Revier, dass sich die Boote der Taucher mit einer
ganzen Anzahl von Fischerbooten teilen.
Der
erste Tauchplatz liegt an der winzigen Felsinsel Koh Thain, ein
Tauchplatz von maximal 26 Metern Tiefe, wobei man die Felsinsel
aber etwa in 14 Metern Tiefe umrundet, ein Tauchgang, der in 50
Minuten bequem zu bewältigen ist.
Unser
Abstieg beginnt über einem schmucken Korallengarten, in dem ich
zumindest eine Muräne entdecke, überqueren aber schon kurz
danach eine Felslandschaft, die teilweise fast schon an eine
Steinwüste erinnert. Einige einzelne Korallenschnüre treiben in
der Strömung, der Boden ist von Seeigeln übersät. In einer großen,
bereits abgestorbenen Muschel hat ein kleiner dunkler Fisch einen
wohl sicheren Unterschlupf gefunden. In vielleicht zehn Metern
Entfernung kreuzt ein Sniper als der einzige größere Fisch
dieses Tauchganges unsere Route.
Am
Strand von Koh Rung halten wir unsere Mittagspause. Der
Strandabschnitt ist vielleicht knapp hundert Meter lang, keine
zehn Meter breit, dahinter beginnt bereits der Dschungel – und
bewohnt von zahlreichen Krebsen, die Muschelschalen als ihre Häuser
durch den Sand spazieren tragen. Herrlich aber die Aussicht aufs
Meer, wo sich eine ganze Inselwelt ausbreitet, eine Welt von
verwunschenen paradiesischen Flecken, wozu dieses Stück Strand
aber selbst auch gehört.
Der
zweite Tauchplatz Koh Thong Lang liegt nur wenige hundert Meter
von unserem ersten Tauchplatz entfernt – und bietet doch eine völlig
andere Unterwasserwelt. Zwischen fünf und sieben Metern Tiefe
bilden die bunten Korallen – Weichkorallen, Fächerkorallen und
wieder eine Unmenge von Trichterkorallen – eine eigene
Landschaft mit Bergen und Schluchten, eine Heimat für Papageien-
und Lippenfische, und selbst einen kleinen Rochen entdecken wir
flach am Boden liegend. Ungewöhnlich scheint mir auch die
Vielzahl großer Muscheln, teils am Boden, teils wie fest
verwachsen an den Korallen, die ihre Schalen fast schon bedrohlich
öffnen und schließen.
Es
ist schon nach 16 Uhr, als wir wieder nach unruhiger Heimfahrt in
Ao Bang Bao wieder festen Boden unter uns spüren – wobei der
„feste Boden“ hier zunächst auch nur den Holzboden der
Stelzenhäuser meint. Aber immerhin: Es schwankt nicht mehr!
Mittwoch, 16. März
2005: Ao Bang Bao
Am
Vormittag fahren wir nach White Sand Beach, um unsere Passbilder für
das kambodschanische Visum machen zu lassen, sowie etwas Geld zu
tauschen, sind über Mittag dann am Pool des Hotels – und fahren
gegen 16 Uhr mit dem Sammeltaxi nach Ao Bang Bao, um das Örtchen
einmal genauer zu sehen. Auf der Hinfahrt zahlen wir 75 Baht pro
Person, abends gegen 20 Uhr für die Rückfahrt dann allerdings
schon 100 Baht.
Ao
Bang Bao ist wirklich nicht viel mehr als die vielleicht zwei- bis
dreihundert Meter lange in die Bucht laufende Mole, an deren
Spitze nun die Boote festgemacht haben. Zwar läuft gerade, als
wir den „Hafen“ erreicht haben, ein kleineres Fischerboot ein
– aber an der Mole selbst machen nur die Schiffe für
Schnorchel- und Tauchausflüge fest. Lediglich einige Angler
versuchen von der Mole aus ihr Glück – ansonsten hat das
Treiben zumindest hier mit dem Original-Fischerdorf nichts mehr zu
tun.
Auch
die Häuser links und rechts der Mole sind – abgesehen von der
Gesundheitsstation – dem Tourismus geweiht: Vor allem als
Fischrestaurants und als Tauchbasen. Aber immerhin: Sitzt man in
einem dieser Restaurants am Wasser, mit Blick auf die etwas weiter
ab liegenden, ebenfalls auf Stelzen stehenden kleinen Hütten im
Wasser, auf die davor liegenden kleineren Boote, so hat sich das
Ambiente des weltabgeschiedenen Fischerdorfes zumindest teilweise
erhalten.
Donnerstag, 17.
März 2005: Koh Chang – Trat – Aranya Prathet – Kambodscha:
Poipet – Siem Reap
Es
ist noch nicht ganz sieben Uhr früh, als unser Minibus bereits
vor dem Tropicana auf uns wartet. Mit uns fahren zwei Israelis,
die von Trat über Bangkok nach Hause fliegen wollen; in
White Sand Beach holen wir noch eine Dänin ab, die wie wir
bei Sab Sunya Tour einen „All-Inclusive“-Trip nach Angkor Wat
gebucht hat, allerdings nur für zwei Tage, dazu einen Schweden,
der lediglich den Transfer nach Kambodscha hat, sich dort dann auf
eigene Faust bewegen will.
Von
Trat aus geht es nun nach Norden, bis wir schließlich das
Grenzgebiet erreichen. Doch wie fern die eigentliche Grenze dabei
noch immer ist, können wir nicht einmal erahnen. Das Land links
und rechts der Straße wird eingenommen von landwirtschaftlich
genutzten Flächen, womöglich Weideland, aber vom Dschungel sind
kaum einmal mehr Reste geblieben. Regelmäßig passieren wir nun
Polizeiposten, die sich für uns aber lediglich durch die durch
Tonnen markierten Fahrbahnverengungen bemerkbar machen.
Kontrolliert werden wir nicht.
In
Aranya Prathet, der thailändischen Grenzstadt, bekommen wir
unser Visum. Dafür stoppen wir an einem Gebäude, das der
Beschriftung nach zum einen eine Zweigstelle des kambodschanischen
Generalkonsulats ist, zum anderen aber auch ein Fotostudio für
die Passfotos, wovon man eines für das Visum braucht und schließlich
auch noch eine Tourenagentur. Auf dem hinteren Teil des Geländes
befindet sich ein weiteres Gebäude, das sich als Niederlassung
der Journalisten- und Reporterorganisation dieser Provinz
ausweist.
Der
Chef der Station und wohl auch der Eigentümer des ganzen Geländes
erzählt von sich, er stamme aus dem Norden des Landes, lebe seit
32 Jahren aber schon in dieser Region und habe früher als
Kameramann für ABC gearbeitet. Ich biete ihm eine Zigarette an,
aber lehnt dankend ab, weil er nicht rauche. Er würde nur Heroin
spritzen, sagt er und lacht dabei, als hätte er gerade einen
herausragenden Witz gerissen. Ein Händler, der auf die plumpe
Tour potenzielle Kunden ködert? Oder ein Polizeispitzel? Oder
einfach nur ein Witzbold auf der unteren Skala des Humors?
Jedenfalls
versucht er von der Dänin noch etwas Geld herauszuschlagen. Da
sie ja schon morgen zurück fahre und da sein einziger Fahrgast
sei, würde das Geld, das er für ihren Transport von der Agentur
bekommen habe, nicht einmal seine Unkosten decken. Da müsse sie
schon noch etwas dazu zahlen. Die Dänin argumentiert, dass sie
doch schon bezahlt habe, telefoniert mit ihrer Agentur auf Koh
Chang, aber eine richtige Klärung der Angelegenheit gibt es
nicht. Morgen werde man dann weiter sehen...
Wir
wechseln nun den Wagen, fahren an einem größeren Tempelkomplex
vorbei, erreichen gleich daneben einen nicht minder großen Markt
mit Einkaufszentrum. Das ist die thailändische Seite der Grenze.
Dutzende von Lastwagen stehen hier im Stau – und irgendwie ist
es nicht klar, ob sie hier auf ihren Grenzübertritt warten oder
darauf, ihre Ladung auf dem Markt los werden zu können.
Wir
verlasen unseren Wagen, laufen die letzten Schritte zum Grenzgebäude
der thailändischen Polizei, wo die Formalitäten schnell erledigt
sind, werden nun von neuen Guides zum kambodschanischen Grenzgebäude
geschleust. Auf diesem Stück zwischen den beiden Grenzkontrollen
heißt es: Auf die Taschen aufgepasst! Ein vielleicht achtjähriger
Junge bettelt mich an, will, dass ich ihm einen Geldschein in
seine Mütze lege, die er vor sich hält, ganz dicht an mich
heran, wird aber von einem unserer Guides weg gescheucht. Nun
merke ich, dass der Reißverschluss meiner Bauchtasche schon halb
geöffnet war. Zum Glück fehlt aber nichts.
Von
der kambodschanischen Seite aus ziehen Männer Handkarren zur
Grenze, nicht nur mit Waren, sondern auch mit Passagieren beladen.
Diese Form von Kuli-Arbeit sieht man in Thailand jedenfalls nicht.
Auch
auf kambodschanischer Seite sind die Formalitäten schnell
erledigt – und gleich hinter der Grenze stehen wir auf dem wohl
belebtsten Platz von Poipet, ein Kreisverkehr, mit einer
Buddha-Statue in der Mitte, darum herum 3einige größere Gebäude,
eines davon, gleich hinter dem Grenzgebäude, ein neues Hotel. Man
sieht eine ganze Reihe von Baustellen, und an einigen wird auch an
etwas höheren Häusern, vielleicht mit fünf oder sechs
Stockwerken, gearbeitet.
Unsere
Guides bringen uns jetzt zu der Travel-Agentur die uns zu unserm
Hotel in Siem Reap, dem Monarch Angkor Hotel, bringen soll. Die
Agentur ist untergebracht in einem Gebäude, das aus der französischen
Kolonialzeit stammen könnte, vielleicht einem ehemaligen Hotel
mit großzügiger Lobby und bunt bemaltem Stuck an der Decke, nun
aber mit allmählich ergrauenden Wänden. Nur: Es geht nicht
weiter. Es ist bereits nach ein Uhr, wir liegen bereits hinter
unserem Zeitplan, nach dem wir bereits gegen 16 Uhr in Siem Reap
in unserem Hotel sein sollen, und nun heißt es, der Bus würde frühestens
um 15 Uhr weiter fahren, weil die Agentur noch auf weitere
Passagiere warte. Außerdem habe ihn die thailändische Agentur
nur dafür bezahlt, dass er uns nach Siem Reap bringe, wie wir von
dort in das Hotel kämen, wäre unsere Sache. Nach seinem Wissen
seien auch gar keine Hotels vorgebucht, meint der Mann von der
kambodschanischen Agentur.
Die
Dänin hat genug von ihrem Kambodscha-Trip, will nur noch nach
Thailand zurück – und kauft für 1600 Baht von dem Agentur-Chef
einen angeblichen Fahrschein, mit dem sie angeblich bis nach Koh
Chang kommen soll. Koh Chang ist als Fahrziel auf diesem
angeblichen Ticket allerdings nirgendwo angegeben: Das schreibt er
selbst per Hand hinzu.
Gegen
15 Uhr besteigen wir nun – mit doch mulmigen Gefühl, was uns
denn wohl erwartet – den ziemlich Bus, der bis auf den letzten
Platz mit europäischen und amerikanischen Passagieren sowie mit
Gepäck gefüllt ist.
Eigentlich
hatte ich links und rechts der Straße außerhalb der Städte und
Ortschaften vor allem Dschungel erwartet. Doch davon gibt es nicht
einmal eine Spur. Soweit das Auge reicht sieht wieder wie auf der
thailändischen Seite auf Felder, die hetzt in der Trockenzeit
geradezu ausgedörrt sind. Doch merkwürdig: Ab und zu stehen
einige armselige Holzhütten am Rand der Straße, doch richtige größere
Dörfer scheint es hier nicht zu geben. Ich werde den beklemmenden
Eindruck nicht los, dass das Teile der Killing Fields der Roten
Khmer sein könnten, von Hunderttausenden Zwangsarbeitern
gerodeter Dschungel und nun zur Versteppung preis gegebenes Land.
Die
Straße jedenfalls ist nur streckenweise mit Asphalt belegt, überwiegend
nicht mehr, als eine schlaglochreiche Staub- und Geröllpiste,
unterbrochen ab und an von einer gewagten Brückenkonstruktion über
ausgetrocknete Fluss- oder Bachläufe.
Für
eine knappe Stunde machen wir Rast an einem Restaurant, dass doch
ziemlich einsam hinter Sisophon steht. Bis Siem Reap sind es nun
noch rund hundert Kilometer.
Doch
je mehr wir uns Siem Reap nähern, desto grüner wird die
Landschaft, und schließlich passieren wir auch einige Dörfer,
die beinahe im Dschungel zu liegen scheinen. Die Dörfer bestehen
fast ausschließlich aus einfachen Holzhütten, auf Stelzen
stehend, vor den meisten Hütten ein Brunnen oder ein Wasserloch.
Die sich wüst von den Masten verteilenden Stromleitungen, die man
in Koh Chang aber bei jeder Ansammlung auch der bescheidensten Häuser
sieht – die fehlen hier gänzlich.
Gegen
20 Uhr erreichen wir über die – nun gepflasterte – Straße
mit großen, hell erleuchteten Hotelbauten Siem Reap. Hier gibt es
Massagesalons, Restaurants, große Geschäfte – alle3s hell
erleuchtet. Für jemanden, der aus den wenige Kilometer entfernten
Dörfern kommt, muss das hier eine andere Welt sein.
Unser
Bus bringt allerdings tatsächlich nur zu einem Traveller-Hotel
ziemlich in der Mitte der Stadt.
Wir müssen uns nun doch ein Taxi, hier ein Tuk-Tuk – nehmen,
das uns allerdings auch zu einem falschen Hotel bringt, einem
durchaus luxuriösen Palast, der allerdings nur so ähnlich wie
unser gebuchtes Hotel heißt. Die Hotel-Chefin überlässt uns für
fünf Dollar ihren Wagen und ihren Fahrer – und gegen neun Uhr können
wir endlich in unserem gebuchten Hotel einchecken.
Schließlich
werden wir auch noch von zwei Vertretern unserer hiesigen
Tourenagentur zu einem – verspäteten – Abendessen in ein
Restaurant gefahren. Unser Aufenthalt in Siem Reap und Angkor Wat
verspricht erfreulicher als unsere Anreise zu verlaufen.
Freitag, 18. März
2005: Angkor: Angkor Thom – Angkor Wat
Die
von den Gästen des Monarch Angkor bestaunte Besonderheit des
Hotels: In einem Bassin hinter dem Eingangsgebäude schwimmen zwei
so genannte Drachenfische, der kleinere vielleicht 1,5, der größere
knapp zwei Meter lang, von der Statur her ähnlich wie Welse.
Einen glücklichen Eindruck machen die beiden imposanten Fische in
ihrem viel zu kleinen und extrem flachen Gefängnis allerdings
nicht.
Um
acht Uhr werden wir von dem Fahrer, der uns gestern schon zum
Abendessen gebracht hat und unserem neuen Guide abgeholt. Unser Führer
durch die Anlagen von Angkor heißt Loeong Sovann (E-Mail: leoung_sovann@yahoo.com),
ist 36 Jahre alt, verheiratet. Seine Kindheit verbrachte er während
des Indochinakrieges und der Herrschaft der Roten Khmer, als seine
Eltern mit ihm aus der Stadt aufs Land geflohen sind. In dieser
Zeit, so bereichtet er, sei in Kambodscha, das einst wohlhabender
als Thailand gewesen wäre, alles zerstört worden – von den
amerikanischen Bomben, von den Roten Khmer und auch von den
Vietnamesen. Auf Kambodscha, so Leoung, seien schließlich sogar
mehr amerikanische Bomben als auf Vietnam gefallen.
Als
er dem Dorf, in das er geflohen war, nach Siem Reap gekommen sei,
so berichtet Loeong weiter, sei das eine Reise von zwei Tagen
gewesen; befahrbare Straßen habe es damals nicht mehr gegeben,
Siem Reap war vollständig zerstört, ältere Häuser sieht man
hier wirklich nicht, und als in den neunziger Jahren dann die
ersten Touristen kamen, seien lediglich zwei Tempel zur
Besichtigung frei gegeben gewesen. Bei den anderen Tempeln suchte
man noch nach den versteckten Landminen. Bei unserer Tour durch
Angkor werden wir dann noch Opfer dieser Landminen treffen: Verstümmelte,
blinde Musikanten, die zum Überleben auf die Spenden der
Tempelbesucher angewiesen sind.
Angesichts
des Ausmaßes dieser noch gar nicht so lange zurück liegender
Zerstörungen ist Siem Reap eine geradezu blühende Stadt. Auf
unserem Weg nach Angkor passieren wir nicht nur Hotels fast aller
großen internationalen Ketten, sondern etwa auch ein großes
modernes Krankenhaus, in dem gerade ein internationaler
Medizinerkongress tagt.
Gleich
am Stadtrand, noch ein gutes Stück von Angkor entfernt, beginnt
wieder das ländliche Dorfleben. Zwar leben die Menschen, wie man
beim Vorbeifahren sieht, hier in diesem Dorf auch von den
Schnitzereien und Figuren, die den Touristen als Andenken verkauft
werden, aber von seiner Art und Weise unterscheidet es sich doch
nicht von den anderen Dörfern. Selbst stabilere Holzhäuser
bilden unter den armseligen Hütten die Ausnahme, zu jedem
kleineren Gehöft gehört ein Brunnen oder manchmal auch nur ein
einfaches Wasserloch, mitunter sieht man ein dickes Schwein
zwischen den Stelzen der Häuser herumlaufen.
Und
in einiger Entfernung sieht man nun auch drei aus der Ebene
hervorragende Steinbauten: Die drei Türme des Tempels von Angkor
Wat. Unser Weg durch die Anlagen des antiken Angkor beginnt auch
an diesem Kolossalbau, umgeben von einem See oder umgeleiteten und
begradigten Fluss. Doch wir lassen jetzt noch den Tempel von
Angkor Wat links liegen, fahren weiter zur alten Königsstadt
Angkor Thom.
Vielleicht
hundert Meter lang ist die mit großen Steinen bepflasterte Straße,
auf der linken Seite die Dämonenfiguren, auf der rechten Seite
die Statuen der „Nagas“, der Schutzgötter, die zu dem mächtigen
Eingangstor der alten Königsstadt, Regierungssitz des mächtigen
Reiches von Angkor, führt. Von hier aus herrschte der König von
Angkor im 12. Jahrhundert fast über das gesamte Indochina.
Allerdings, so erklärt Loeong, war Angkor Thom eben keine Stadt
im europäischen Sinn, sondern einzig der Sitz des Königs, der
hier mit seinen Ministern lebte, geschützt von der Armee, die die
dicken Mauern der Anlage bewachte. Das Volk lebte außerhalb
dieser Mauern in Häusern aus Holz – denn Stein war für die Häuser
der Gottheiten vorbehalten.
Auch
an dem Eingangstor hat sich die Detailverliebtheit der Erbauer von
Angkor erhalten. Bis auf den letzten Zentimeter sind die Steine
mit Reliefs geschmückt, die von der hinduistischen Götterwelt
erzählen. Dabei waren die Erbauer von Angkor allerdings bereits
Buddhisten.
Der
Bayon-Tempel, unser nächstes Ziel, war der Haupttempel des
Komplexes von Angkor Thom, ein Tempel, der es sicher mit den großen
Tempeln auf Java oder in Indien aufnehmen kann – und der doch
nur ein Vorgeschmack auf Angkor Wat selbst ist. Auch hier
vermischt sich wieder das Imposante mit dem Detail, die
monumentale Anlage mit ihren herausragenden Türmen mit den
Reliefs, die hier vor allem dem Affengott Hanuman gewidmet sind,
von seinem Kampf mit der Armee der Dämonen erzählen.
Von
hier geht es weiter zur Terrasse der Elefanten, dem einstigen Zeremonienplatz, und dann zu einem wahren Kleinod unter den Anlagen
von Angkor, zum ehemaligen Königstempel, im Vergleich zu den
anderen ein eher kleiner Bau, aber unvergleichlich, weil nirgends
wie hier in dieser – am wenigsten erhaltenen – Anlage Natur
und Kultur ineinander verschmelzen, man sieht, wie der Dschungel
sich sein Reich vom Menschen zurück erobert. Auf den Mauern des Königstempels
wie auf seinen Türmen wachsen die Bäume des Urwaldes, haben ihre
Wurzeln in das Mauerwerk geschlagen, halten es an der einen Stelle
zusammen, bringen es an der anderen Stelle dagegen zum Einsturz.
In
einem der besseren Restaurants der Stadt nehmen wir unseren Lunch,
fahren dann für die Mittagspause von gut einer Stunde zurück ins
Hotel. Trotz der glühenden Mittagshitze ist die Stadt noch immer
ziemlich lebhaft, und selbst auf dem Markt herrscht voller
Betrieb. Eine ausgiebige Mittagspause, wie sie in anderen
tropischen Städten durchaus üblich sind, kann sich Siem Reap
offensichtlich noch nicht leisten.
Etwa
gegen 15 Uhr fahren wir wieder hinaus nach Angkor, vorbei am
Banteay Srey-Tempel, einer der ältesten Tempel dieses Komplexes,
besuchen dann den Ta Prom-Tempel, treffen auch hier wieder wie
schon in den anderen Tempeln auf etliche buddhistische Mönche in
ihren orangenen Kutten. Neben den Touristen – noch lange nicht
in solchen Scharen vertreten wie an den ägyptischen Pyramiden,
aber doch so viele, dass man nirgends wirklich allein ist – sind
es auch die Mönche, die von ihren alten Heiligtümern wieder
Besitz ergreifen. In allen Tempeln werden auch Räucherstäbchen für
die Opferstöcke verkauft, sieht man Menschen vor den – mitunter
zerstörten – Buddha-Statuen beten.
Auf
unserer Weiterfahrt nach Angkor Wat entdecken wir am Straßenrand
schließlich auch eine zahlenmäßig allerdings nicht sehr starke
Affenhorde. Am Nachmittag, so hatte Loeong vorausgesagt, würden
die Affen aus dem Wald hervorkommen, um die Touristen anzubetteln.
Und
dann Angkor Wat! Das ist keine Brücke, das ist eine aus mächtigen
Steinquadern gebaute Allee, die über das Wasser zur Außenmauer
der Anlage führt, und diese Steine, sagt Loeong, sind es auch,
die Angkor Wat zum achten Weltwunder machen, erreichtet zu Beginn
des 12. Jahrhunderts in etwas mehr als 30 Jahren Bauzeit. 800.000
Menschen sollen unmittelbar beteiligt gewesen sein, aber beschäftigt
haben muss dieser Bau noch viel mehr. Denn es sind etliche
Millionen von Steinquadern, die aus mindestens 80 Kilometer
Entfernung hierher geschleppt wurden, jeder einzelne von ihnen
hier dann millimetergenau bearbeitet. Eine Meisterleistung der
Logistik zu einer Zeit, als in Europa ein Dom das höchste
Meisterwerk an Baukunst darstellte.
Steht
man dann im Eingangstor zur Anlage von Angkor War, fällt zusätzlich
die absolute Symmetrie der Architektur auf. Die Allee ist
schnurgerade auf das Zentrum, auf den mittleren Turm ausgerichtet,
nirgends gibt es auch nur die geringste Abweichung von dieser
Symmetrie.
Der
Turm auf der Außenmauer weicht davon nun allerdings ab, ist oben
schlichtweg abgebrochen. Als die Thai die Khmer besiegt hatten,
wollte der König von Thailand wenigstens einen Teil des Tempels
von Angkor Wat nach Bangkok schaffen lassen, erzählt unser Guide.
Aber die thailändischen Soldaten hätten eben nur dieses kleine
Stück vom Eingangsturm abschlagen können und nach zwei Monaten mühsamen
Transportes, bei dem sie kaum vorwärts gekommen wären, hätten
sie es aufgegeben, auch nur dieses kleine Teilstück als
Siegestrophäe nach Hause zu bringen. Deshalb habe man im
Bangkoker Tempel Wat Pra Keo einfach ein kleines Modell von Angkor
Wat angefertigt.
Von
der Außenmauer bis zum eigentlichen Tempelbau sind es noch einmal
vielleicht 200 Meter, doch bevor wir den Tempel betreten, gehen
wir zur linken Seite der Anlage, wo sich die drei Türme in einem
weiteren See spiegeln. Hier seht man den Tempel doppelt.
Als
erstes kommt man, wenn man denn den Tempel selbst betritt, in die
Große Galerie, eine den Tempel umgebende Halle, deren Innenwand
ganz und gar von Reliefs bedeckt ist. Auch hier wird wieder die
Geschichte des Affenkriegers Hanuman und seines Kampfes gegen die
Armee der Dämonen erzählt, bis auf die Kleidung der Soldaten
absolut detaillierte Schlachtgemälde auf Hunderten von Metern.
Und die Hallen erlebten auch den realen Krieg. An einer Stelle
zeigt uns Loeong das Einschussloch, dass eine Gewehrkugel in der
Galerie hinterlassen hat. Das Blei steckt immer noch im Gestein
und soll dort wohl auch für alle Zeiten bleiben.
Präziser
kann man nicht arbeiten. Wir sehen eine Säule mit feinen
Ornamenten, auf der ganzen Höhe die einzelnen Darstellungen fein
aufeinander abgestimmt, aber das ist nicht ein Stein, hier wurden
drei Steine so genau aufeinander gesetzt, dass man nur bei
genauestem Hinsehen die hauchdünnen Fugen mühsam erkennt.
Der
Hohe der Stufen, die auf die obere Galerie führen, nach zu
urteilen, wurde Angkor Wat aber ohnehin nicht für normale
Sterbliche errichtet. Ohne Geländer ist der Aufstieg auf den
hohen, aber auch schmalen und teilweise abgebrochenen Treppen ein
doch ziemlich halsbrecherischer Akt, für den man besser
schwindelfrei sein sollte. Doch an einer Stelle der oberen Galerie
findet sich dann doch wenigstens für den etwas sicheren Abstieg
eine Treppe mit Geländer. Nach unten sehen empfiehlt sich während
dieses Abstiegs dennoch nicht.
Kurz
vor 18 Uhr geht die Sonne unter, hüllt die ganze Anlage in ihr rötliches
Licht – Zeit, dieses Achte Weltwunder wieder zu verlassen!
Bevor
wir zum Abendessen gefahren werden, machen wir noch einen kurzen
Stopp an einem Souvenirladen. Verkauft werden Tücher,
Schnitzereien aus Büffelhorn, Silberarbeiten. Alle Preise sind in
Dollar angegeben. Man kann zwar handeln, aber das Preisniveau hier
liegt doch um einiges höher als für vergleichbare Arbeiten etwa
in Thailand.
Samstag, 19. März
2005: Siem Reap – Kralanh – Sisophon – Poipet –
Aranya Prathet – Koh Chang
Der
Tag beginnt mit einer unangenehmen Überraschung. Laut unserem
Reiseplan sollen wir um 8.30 Uhr das Hotel verlassen, haben dann
noch eine kleine Shopping-Tour durch die Stadt – und nun werden
wir schon um 6.30 Uhr von der Rezeption angerufen, bekommen die
Mitteilung, dass wir bereits um 7.30 für die Rückfahrt zur
Grenze abgeholt werden. Wir werden dann zwar auch um 7.30 Uhr nach
einem hastig herunter geschlungenen Frühstück von einem Minibus
abgeholt, aber eben nur bis zur Busstation an einer Tankstelle
gebracht, wo wir dann über eine halbe Stunde auf den eigentlichen
Bus warten müssen. Der ist diesmal noch etwas klappriger und noch
überfüllter als der Wagen, den wir auf dem Weg hierher hatten.
Einen
ersten Stopp für etwa 15 Minuten legen wir in Kralanh ein, einem
unscheinbaren Provinzstädtchen. Wir halten an einem Laden, in dem
Reisende sich mit Verpflegung versorgen können, aber gleich beim
Aussteigen von Dutzenden Kindern umringt werden, die Postkarten
oder kleine Armbändchen verkaufen oder einfach auch nur betteln.
Sisophon,
die nächste Provinzstadt, ist um einiges größer, verfügt auch
bereits über eine ganze Reihe neu errichteter massiv und gediegen
wirkender Steinhäuser, von denen einige als Guesthouses
ausgewiesen sind. Auf einem Berg über der Stadt sieht man einen
schmucken, offensichtlich ebenfalls neuen Tempel, gleich darunter
aber auch wieder eine Ansammlung ärmlicher Holzhütten.
Kurz
vor 14 Uhr – wir haben wieder an dem gleichen Restaurant wie bei
der Fahrt nach Siem Reap eine gut einstündige Rast eingelegt –
kommen wir an der Grenze in Poipet an. Diesmal läuft unser
Weitertransport aber weitaus unproblematischer ab. Wir werden am
Bus von einem neuen Guide in Empfang genommen, durch den
kambodschanischen Teil der Grenzformalitäten geschleust, dann,
noch auf der kambodschanischen Seite, in ein Spielcasino gebracht,
in dem die einarmigen Banditen ständig am Rattern sind. In diesem
Casino – am Eingang weist ein Schild darauf hin, dass das Mitführen
von Schusswaffen hier untersagt ist – bekommen wir nun auch
unseren Lunch.
Dann
geht es über die Grenze nach Thailand, wo bereits unser neuer
Fahrer auf uns wartet. Der muss nun aber doch mächtig Gas geben.
Doch hier geht es immerhin über lange Strecken auf gut
ausgebauten Autobahnen. Obwohl die Fahrtstrecke in Thailand um
einiges länger als in Kambodscha ist, brauchen wir hier doch um
einiges weniger an Zeit.
Gegen
19 Uhr sind wir dann auch auf der letzten Fähre nach Koh Chang.
Sonntag, 20. März 2005:
Hotel Tropicana
Ein
fauler Sonntag, der zwar mit einem heftigen Regenguss beginnt,
dann aber doch noch Sonnenschein – und uns am Pool bzw. am
Strand – sieht.
Montag, 21. März 2005: Koh
Rung mit Pinnacles und Koh Yak
Von
Ao Bang Bao geht es wieder mit dem Schnellboot zum Tauchen, wieder
in die Region Koh Rung, wobei wir unser Lunch auch wieder auf Koh
Rung nehmen.
Unser
erster Tauchplatz wird Pinnacles genannt, ist lediglich durch eine
Boje markiert, an deren Verankerung wir absteigen bis auf etwa 14
Meter Tiefe. Es ist ein steiniger Tauchplatz, an dem wir zum
Schluss aber auf einen großen Schwarm junger Barrakudas stoßen,
in dem sich extrem große Fledermausfische wie selbstverständlich
als Gäste bewegen.
Nach
dem Lunch geht es nach Koh Yak, einer kleinen vorgelagerten Insel
gegenüber dem südöstlichen Teil von Koh Rung. Zwischen fünf
und 7,5 Metern Tiefe durchtauchen wir hier einen wahren
Korallengarten mit etlichen Korallenfelsen. Besonders
faszinierend: Die farbenprächtigen großen Muscheln, fest
verankert in den Nischen der Korallen. Dazu sehen wir eine ganze
Anzahl von Fischschwärmen.
Gegen
15.30 Uhr sind wir wieder in Ao Bang Bao.
Dienstag, 22. März
2005: Koh Maak – Koh Rung mit Pinnacles und Song Deang
Unter
düsteren Regenwolken geht es mit dem Schnellboot von Ao Bang Bao
zunächst nach Koh Maak, wo wir vom Panorama Resort weitere
Taucher abholen, dann wieder zum Tauchplatz Pinnacles in der Nähe
von Koh Rung.
Diesmal
steigen wir nicht an der Boje ab, sondern unmittelbar neben dem
Unterwasserfelsen. Im Schatten dieses Felsens erschließt sich
heute eine völlig andere Landschaft als gestern. Wir tauchen
durch regelrechte Canyons, sehen dabei wieder die Schwärme von
Barrakudas, begleitet von Fledermausfischen, begegnen schließlich
einem mindestens 45 Zentimeter langen Kofferfisch, der fast
regungslos am Felsen verharrt. Höhepunkt dieses Tauchganges aber
ist – fast schon am Schluss – das kurze, aber beeindruckende
Zusammentreffen mit einem nicht ganz zwei Meter langen grünlich
schimmernden Napoleonfisch, der in einer Höhle am Grund des
Felsens sein, wohl vorübergehendes, Domizil gefunden hat.
Napoleonfische,
so berichtet unser Divemaster später, wären in den Tauchgründen
um Koh Chang äußerst selten. Für uns war dieser Tauchgang also
ein Glückstreffer!
Nach
dem Lunch auf Koh Rang fahren wir zum Tauchplatz Song
Dean, ein
Tauchplatz, wo man sich in einer Tiefe zwischen 14 und fünf
Metern bewegt. Der Boden ist steinig, aber auf vielen Felsbrocken
wachsen gerade junge Korallen – ein Tauchplatz in der Phase
seiner Entstehung.
Während
wir auf dem Boot am Vormittag nur die Regenwolken sahen, zur
Mittagszeit sogar strahlenden Sonnenschein genießen konnten,
ergoss sich über die nördliche Hälfte von Koh Chang ein
regelrechtes Gewitter. Auch am Abend gibt es wieder einen
regelrechten Wolkenbruch, so dass die künstlichen Fischteiche in
unserer Anlage teilweise überfluten. Den Fröschen allerdings gefällt
das – und sie bedanken sich mit einem lang anhaltenden Konzert.
Mittwoch, 23. März
2005: Bootstour Koh Chang – Koh Whai
Unsere
Schiffstour rund um Koh Chang – der Preis liegt bei 12ßß Baht
pro Person – beginnt am Sapparot Pier ganz im Norden von Koh
Chang, dem Hafen, von dem auch die Fahren nach Trat gehen. Streng
genommen sind es sogar drei Piers, die zusammen unterhalb des auf
einem Hügel gelegenen Tempels den Hafen von Koh Chang bilden: Ein
Pier für die großen Fähren, ein Pier für die Fischerboote –
und eben ein Pier für die Touristenschiffe.
Bewegten
wir uns bisher ausschließlich auf der Westseite der Insel, lernen
wir nun Koh Changs Ostküste, die dem Festland zugewandte Seite
kennen. Große Ressorts sieht man hier keine, und das mit Abstand
beindruckendste Gebäude von Dan Mai, der Inselhauptstadt, ist das
weiße Krankenhaus, das man auch vom Wasser aus gut erkennt.
Ansonsten macht auch Dan Mai nur den Eindruck eines kleinen
Fischerdorfes, bei dem, wie allgemein üblich, ein Teil der Häuser
auf Stelzen im Wasser steht. 1200 Einwohner, so sagt unser
Reiseleiter, soll dieses Hauptstädtchen zählen.
Die
übrigen Fischerdörfer, die man zu sehen bekommt, lassen sich
nicht einmal mehr als Dörfer bezeichnen, sind in der Regel nicht
mehr als Ansammlungen von vielleicht einem Dutzend einfacher Hütten.
Der Wald reicht fast überall bis ans Ufer, wird an einigen
Stellen durch schmale, nicht all zu lange menschenleere Sandstrände
unterbrochen.
Der
Haupteindruck von Koh Chang: Eine bergige, total begrünte Insel
mit stillen Buchten, auf der sich kaum Spuren von Besiedlung
zeigen. Dieser vom Wasser gewonnene Eindruck täuscht natürlich.
Vom
Südostzipfel Koh Changs aus nehmen wir nun Kurs durch eine Welt
kaum zu zählender oder auseinander zu haltender Inseln und
Inselchen, alle dicht bewachsen mit Wald, einige, auf denen man an
einem kleinen Strand eine einsame Hütte sieht, andere wohl gänzlich
unbewohnt, aber eben auch kaum größer als ein Fußballfeld, dafür
aber eben doch mit einem steil aus dem Meer ragenden Berg
versehen.
Unser
Ziel ist Koh Whai, eine Insel, die auch nicht wesentlich größer
als ihre Nachbarn ist, aber doch über einige kleine weiße
Strandabschnitte und ein Touristenresort – ohne Strom oder fließendes
Wasser in den Bungalows – verfügt.
Bevor
wir in Koh Whai zur Mittagspause an Land gehen, schnorcheln wir
noch eine kleine Runde auf den der Insel vorgelagerten Korallenbänken.
Das ist das absolute Schnorchelparadies. Die Hartkorallen reichen
bis vielleicht einem halben Meter unter die Wasseroberfläche, und
man begegnet hier Pagageien- und Lippfischen in Hülle und Fülle.
Am
Bootssteg unterdessen entdecken wir – nach der Mittagspause, als
wir wieder ablegen wollen – einen ganzen Schwarm größerer länglicher
Fische mit einem langgezogenen Maul. Beim Schwimmen hatten wir
zuvor bereits einige kleinere Exemplare dieser ungewöhnlichen Art
entdeckt.
Nun
geht es wieder nach Norden, an Ao Bang Bai auf Koh Chang vorbei,
zurück an die Westküste mit ihren Touristenanlagen. Vor der
Bucht von Ao Bang Bao hat ein Passagierschiff, das eigentlich
weiter nach Malaysia sollte, seinen letzten Ankerplatz gefunden.
Weil es den Weg nicht mehr schaffte, liegt es nun hier – und
soll eigentlich zum schwimmenden Spielcasino umfunktioniert
werden. Doch die Realisierung dieser Pläne lässt wohl noch auf
sich warten.
Der
südliche Teil der Küste ist felsig, und auf den Klippen tummeln
sich jetzt am fortgeschrittenen Nachmittag kleinere Horden von
Makaken. Schließlich heißt diese Teil der Küste auch
Affenfelsen!
Am
Loneley Beach und auch an unserem Resort vorbei geht es nun noch
ein kleines Stück nach Norden, bis wir – nicht weit vom
Tropicana entfernt, noch südlich vom White Sand Beach – wieder
an Land gehen.
Donnerstag, 24.
März 2005: Pinnacles – Koh Thong Lang
Ein
Tauchtag, der mich wieder von Ao Bang Bao zu den Pinnacles und zum
Lunch auf Koh Rung führt – nachdem wir wieder, fast schon
obligatorisch, auf Koh Maak einen weiteren Taucher abgeholt haben.
Die
Pinnacles sind ein Tauchplatz, dessen Vielfalt im Schatten des
Unterwasserfelsens sich erst nach und nach erschließt. Wir
tauchen wieder ab mit einen Schwarm kleiner Barrakudas, begleitet
von Fledermausfischen, tauchen durch Canyons und unter Felsvorsprüngen,
die fast schon aussehen wie schmale Höhlen, hindurch, entdecken
wieder eine großen
Kofferfisch und einen blau gepunkteten Rochen – und dann schließlich
auch einen Schwarm großer Barrakudas, jeder von ihnen sicher über
einen Meter lang.
Am
Nachmittag geht es dann zu den Korallengärten von Koh Thong Lang,
ein Tauchplatz, der bis nicht ganz 15 Meter Tiefe reicht, und wo
wir – neben mehreren größeren Kofferfischer und einer kleinen
Muräne – eine Vielzahl von Rochen finden.
Lachte
zur Mittagszeit noch die Sonne, sind inzwischen dunkle Wolken über
dem Meer aufgezogen, und schließlich fängt es, während wir noch
auf dem Boot sind, in Strömen an zu regnen. Total durchnässt,
mehr vom Regen als von den Wellen, kommen wir in Ao Bang Bao an,
wo der Himmel nicht minder düster ist, es eher stärker als schwächer
gießt. Und die Wagen, mit denen wir morgens von der Tauchbasis
abgeholt und am Nachmittag zurück gebracht werden, haben auf der
hinteren Ladefläche, wo die Passagiere sitzen, kein Deck!
Die
kurze Aufwärmphase in der Tauchstation nutzt da gar nichts.
Pudelnass und durchgefroren komme ich schließlich im Hotel an.
Freitag, 25. März
2005: Ao Phangnga National Park
Obwohl
am Himmel dunkle Wolken aufziehen, bleibt es doch ein trockener
Tag – zum Glück für uns, da wir zum Preis von 1200 Baht pro
Person für diesen letzten kompletten Tag unseres
Inselaufenthaltes die so genannte „Koh Chang Safari“ gebucht
haben. Und die zeigt, wie zentral doch das Tropicana liegt!
Das
erste Ziel dieser Safari ist nämlich die Elefantenstation, die
gleich bei uns an der Hauptstraße liegt. Ein halbstündiger Ritt
auf den Riesen des Dschungels ist angesagt.
Es
ist ein doch eher bequemer Weg, von unzähligen
Elefantenaustritten breit getreten und mit Elefantendung besät,
der und nun an die Peripherie des Dschungels führt. Etwas abseits
von der Station äst ein Elefantenbulle mit wohl einst doch mächtigen
Stoßzähnen, von denen nun aber die Spitzen abgebrochen sind.
Gleich
nach dem Elefantenritt besuchen wir den Wat Klong Prao Tempel,
einen gerade vier Jahre alten Tempel, in dem, so unser Tourguide,
derzeit zehn Mönche leben. Einer dieser Mönche hat ein Affenbaby
auf seinem Arm, gerade vier Monate alt. Die Mutter sei von
Wilderern erschossen worden, erzählt der Mönch, und Einheimische
hätten ihm dann das Kleine gebracht, das er nun mit der
Milchflasche aufzieht.
Vom
Tempel geht es – ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft
gelegen – zu einer Gummibaumplantage. Da befindet sich aber
lediglich eine ältere Frau, die uns an einem der Gummibäume
zeigt, wie man durch Querschnitte in die Rinde das weiße Öl
gewinnt – wobei die Bäume allerdings normalerweise früh gegen
fünf Uhr geschnitten werden sollen. Dazu sehen wir noch eine
mechanische Presse, mit der das Gummi zu trockenen Matten gepresst
wird, und nach ca. 15 Minuten ist auch die Exkursion in die Welt
des Gummis schon beendet. Schließlich wollen wir vor allem ja zum
Klong Pu-Wasserfall im Ao Phangnga
Nationalpark, und nach Meinung
unserer Tourguides würde es schon bald anfangen zu regnen.
Vom
Eingang des Nationalparks, auch der nur wenige Kilometer nördlich
vom Tropicana gelegen, läuft man vielleicht 20 Minuten über
einen Waldweg entlang des Flusslaufes, hört bereits in der Ferne
das Rauschen des Wasserfalls. Auf nicht ganz einem halben Meter
Breit stürzt das Wasser hier etwa 30 Meter tief von den Felswänden
in ein Becken, wo sich in dem zunächst eiskalten Tümpel auch
etliche schwarze Fische tummeln. Kaum vorstellbar, dass dieser
Wasserfall und dieser kleine See zwischen den Felshängen, an
dessen tieferen man auch nicht mehr auf dem Grund stehen kann,
noch vor wenigen Tagen ausgetrocknet gewesen sein soll, nur wegen
des Regens der letzten Tage wieder zum Leben erwacht ist.
Auf
dem Weg nach Ao Bang Bao, wo wir nun unser Mittagessen haben, gibt
es noch auf einem der Bergrücken einen kurzen Zwischenstopp an
einem Aussichtspunkt, von dem man aus auf die – unbewohnten –
Inseln vor der Westküste sieht. Mit dem Lunch in einem der
Fischrestaurants von Ao Bang Bao endet dann unsere Safari, geht es
wieder zurück ins Tropicana.
Samstag, 26. März
2005: Koh Chang – Bangkok
Rückreise
mit Hindernissen: Um 14 Uhr werden wir zwar noch pünktlich aus
unserem Hotel abgeholt, sind auch um 15 Uhr auf dem Flughafen von
Trat – aber die Bangkokairways-Maschine soll mit einer Stunde
Verspätung erst um 18 Uhr abfliegen.
Um
18 Uhr kommt dann die Ansage: Der Flug ist – angeblich ist in
Bangkok zu schlechtes Wetter – generell gestrichen. Also werden
wir nun in einen Bus nach Bangkok gesetzt, müssen aber dafür
erst mal noch einmal 400 Baht pro Person zahlen. Das Geld sollen
wir irgendwann einmal über die Agentur, von der wir unsere
Tickets gekauft haben, erstattet bekommen...
Kurz
vor 23 Uhr sind wir dann, nachdem wir am Flughafen von Bangkok
abgesetzt wurden und von dort ein Taxi nehmen mussten, in unserem
gebuchten Hotel, im Bangkok Palace – für eine letzte kurze
Nacht in Thailand.
Online: |