e Dagoba von Kalutara

Sri Lanka, Malediven: Galle, Seite 8

Ein Bummel durch Galle, dem ehemaligen holländischen Stützpunkt an Sri Lankas Westküste


Anzeige

 




Das Video bei YouTube

Druckversion dieser Seite (PDF)

Anzeige




Ein Friedhof am Ortseingang

Am Ortseingang von Galle liegt ein äußerst merkwürdiger Friedhof. An seinem Rand steht eine offene Kappelle, in die sich mitunter auch eine der auf dem Friedhof grasenden Kühe verirrt. An diese Kapelle schließen sich die Gräberfelder an, die Grabsteine, christliche und islamische, wie Anual, unser Reiseleiter sagt, ordentlich in Reih und Glied, doch zwischen den Grabsteinen eben immer wieder nach Futter suchende Kühe.

Herberge mit langer Tradition

Klicke auf das BildWir fahren mit dem Wagen durch das Tor der mächtigen Mauer zur Altstadt, parken dann unmittelbar hinter der Mauer vor dem New Oriental Hotel, dem ersten Gebäude, das der Besucher der alten holländischen Festung zu Gesicht bekommt.
Seit 350 Jahren wird dieser Ort als Herbergsplatz genutzt, seit 150 Jahren stünde jetzt das derzeitige Hotelgebäude, lassen wir uns von einem der weiß gekleideten Kellner erzählen. Die Jahresangaben mögen vielleicht nicht ganz richtig sein – doch das New Oriental gehört sicherlich zu den Kleinoden von Hotels aus kolonialer Zeit.
An den Wänden hängen alte Stiche, Abbildungen aus der holländischen Periode, dazu exotisch anmutende Erinnerungen an das British Empire – und schließlich verfügt die Anlage über einen kleinen, aber dafür um so feineren tropischen Garten mit Sitzbänken unter wildem Pflanzenwuchs und sogar einem Goldfischteich.

Relikte aus der Zeit der Holländer

Klicke auf das BildUnser Stadtspaziergang führt nur kurz durch Galle selbst hindurch, am New Oriental und der daneben liegenden einige hundert Jahre alten holländischen Kirche vorbei, dann in eine Nebenstraße, die zu dem ebenfalls noch aus holländischer Zeit stammenden Gerichtsgebäude führt. Der früher wohl einmal gelbe Bau, der auch heute noch als Bezirksgericht genutzt wird, könnte – wie die meisten anderen Gebäude in Galle auch – durchaus einen frischen Anstrich vertragen.
Auch der große Platz vor dem Gericht, eine grüne Wiese mit einigen uralten knotigen Bäumen, macht den Eindruck, als hätte er schon bessere Tage gesehen: Ein demolierter Lastwagen gammelt vor sich hin, keine Parkbank lädt zum verweilen.

Eine Stadt wie ein Museum

Über ganz Galle liegt etwas Museales und Marodes – wobei die Stadt ständig vom Zerfall bedroht zu sein scheint. Doch das scheint eben nur so. Unser nun folgender Galle-Rundgang führt auf der noch gut erhaltenen Befestigungsmauer um die komplette Altstadt herum.
Der Wall ist auch für die Einwohner von Galle ein beliebter Spazierweg – und dabei fallen immer wieder die in arabischer Art gekleideten Moslems auf, die hier einen durchaus bedeutenden Bevölkerungsanteil stellen. Auch die große weiße Moschee, die sich über die roten Ziegeldächer der Altstadt erhebt, braucht sich neben den christlichen Kirchen nicht zu verstecken. Nur buddhistische oder hinduistische Tempel sind, zumindest von der Befestigungsmauer aus, innerhalb der Altstadt nicht zu entdecken.
Immer wieder führt unser Weg auf der Mauer zu größeren Plateaus, vorgelagerten Befestigungen und Bollwerken und mitunter müssen wir über die ehemaligen Kanonenstellungen hinwegspringen. An einem der Seeseite zugewandten Seite der Stadtmauer hat heute die Armee Quartier bezogen, ihr Areal noch einmal mit Stacheldraht vor Besuchern abgeschirmt. Neben der Armeestellung grasen wieder Kühe, an einer anderen Stelle werden ehemalige Befestigungsbauten als Ziegenstall genutzt.
Die dichte Bebauung der engen Gassen unterstreicht auf der einen Seite den städtischen Charakter der Festung, die Grünflächen, die sich mitunter aber auf hügeligem Gelände an die Innenseite der Wälle anschließen, lassen auf der anderen Seite den Ort in einem ländlichen Licht erscheinen.

Anzeige