e Dagoba von Kalutara

Sri Lanka, Malediven: West und Südküste, Seite 7

An Sri Lankas Westküste nach Süden - von Negombo über Beruwela und Bentota nach Wirawila und zurück


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Die Dagoba von Kalutara

Rund 300 Kilometer beträgt die Entfernung von Negombo, Sri Lankas Touristenzentrum im Norden der Hauptstadt Colombo, nach Wirawila am Rand des Yale-Nationalparks, eine Tour, für die man einen ganzen Tag einplanen sollte – und zu der man am besten im Morgengrauen startet. Wir brechen morgens um 5.30 Uhr auf – und haben unser Ziel knapp zwölf Stunden später gegen 17 Uhr erreicht. Schließlich legen wir auch etliche Stopps ein, um den Wechsel von der Westküste zur Südküste auch wirklich zu erleben. Es ist der Wechsel in eine völlig andere Landschaft.
Bei Kalutara, der Ort, an dem der Kalu Ganga ins Meer mündet, legen wir auf der nördlichen Seite des Flusses einen Fotostopp ein, schauen dabei auf die übergroße Dagoba, die das Zentrum der Tempelanlage auf der südlichen Seite bildet. Vor etwa 50 Jahren wurde diese Dagoba errichtet, als Tempelareal genutzt wird der Ort natürlich schon viel länger. Beim Vorbeifahren fällt dann auf: Während die Kuppeln sonst völlig verschlossen sind, es keinen Zugang zur Dagoba gibt, sind hier rund herum Fenster eingebaut. Und unmittelbar neben dem buddhistischen Tempel steht eine weiße katholische Kirche – dass die verschiedenen Religionsgemeinschaften ihre Bauten in direkter Nachbarschaft errichten, scheint auf Sri Lanka fast ein Prinzip zu sein.

Bei den Toddy-Trappern von Beruwela

In der Umgebung von Beruwala – die Straße führt immer am palmenbewachsenen Sandstrand entlang – passieren wir das Gebiet der Toddy-Trapper. Toddy – das ist der Blütensaft der Palmen, aus dem der Arak, der einheimische Schnaps gebrannt wird. Dafür werden die Palmenspitzen angezapft, in luftiger Höhe verlaufen die „Rohre“, die „Pipelines“ zwischen den einzelnen Palmen, der Saft fließt zu den verschiedenen Auffangstationen, Bällen, die ebenfalls weit oben befestigt sind und dann von schwindelfreien Männern heruntergeholt werden. Was dann in den Behältern gesammelt wird, eine weiße, klebrige Flüssigkeit, sieht allerdings wenig appetitlich aus, riecht auch nicht gerade anregend.

Die Warane von Bentota

Klicke auf das BildKlicke auf das BildBei Bentota nehmen wir in einem Kurhotel unser Frühstück. Die Anlage verfügt über eine Sauna, es werden verschiedene Kräuterbäder angeboten, aber vor allem interessiert uns der direkt an den Fluss angrenzende Garten. An der Kaimauer tummeln sich im Wasser einige Warane, mit ihren langen Köpfen auf den ersten Blick Wasserschlangen nicht unähnlich, dann könnte man sie beim zweiten Hinsehen für kleine Krokodile halten. Die Tiere sollen allerdings völlig harmlos sein – und bei der Weiterfahrt beobachten wir später noch zwei weitere Warane, die vor uns die Straße überqueren, um von einem Tümpel in den nächsten zu kommen.
Ein Strandspaziergang in dem neu aufblühenden Touristenzentrum von Bentota: Der Strand, an dem mehrere bessere Hotels, darunter ein Fünf-Sterne-Hotel der singhalesischen Taj-Gruppe liegen, ist breit, weiß und sauber, bietet aber keinerlei Schatten. Nur Schatten findet man hier nicht.

Eine Schildkrötenfarm am Strand von Kosgoda

Kosgoda ist ein kleines Dörfchen ohne Besonderheiten – bis auf eine private Meeresschildkrötenfarm unmittelbar am Strand. Die Eier würden am Strand nachts von den Schildkröten gelegt, dann von den Leuten der Farm gesammelt, und in ein kleines umzäuntes Gehege gebracht, wo sie, die einzelnen Gelege sorgsam getrennt und auch nach Schildkrötenart kenntlich gemacht, wieder eingegraben werden. Ob man Klicke auf das Bilddabei aber wirklich sorgsam mit den Eiern umgeht, muss bezweifelt werden: Zur Anschauung für die Touristen befindet sich ein Ei in einem mit Sand gefüllten Topf, wird bei Bedarf herausgenommen, um es den Touristen vorzuführen. In der runden wichen Schale spürt man bereits etwas krabbeln – doch ab das Schildkrötenjunge bei diesen ständigen Störungen nach dem Schlüpfen lebensfähig sein wird, dürfte auf einem anderen Blatt stehen.
Angeblich, so der örtliche Führer, könnten Meeresschildkröten bis zu 300 Jahre alt werden, einen Durchmesser von rund zwei Metern erreichen. Die drei Tiere, die in einem der Bassins schwimmen, sollen rund zehn Jahre alt sein, haben einen Panzerdurchmesser von vielleicht 50 Zentimetern, wiegen gut und gerne ihre 40 Kilogramm. An den Rändern der Panzer sind einzelne Stellen angebrochen, möglicherweise Bissspuren. Die langen Hälse sind weich, doch die Schnäbel machen einen harten und kräftigen Eindruck.
Ein Becken ist den gerade geschlüpften Tieren vorbehalten. Drei Tage sollen sie alt sein, messen nur wenige Zentimeter – und noch in der Nacht wolle man sie ins Meer zurückbringen. Dort, so der Schildkrötenfarm-Guide, würden aber nur zwischen zehn und 15 Prozent der Tiere überleben.

Seenigma, Koggala, Welligama, Dondra – die Fischerdörfer des Südens

Klicke auf das BildSeenigama, der nächste Stopp auf unserer Fahrt in den Süden, ist ein weiteres Fischerdorf, das sich vor allem durch eine kleine vorgelagerte Insel auszeichnet, auf der ein buddhistischer Tempel errichtet wurde. Vor dieser Insel, keine 50 Meter vom Ufer entfernt, haben einige Fischerboote angelegt.
Koggala wird in den Reiseführern nicht nur wegen seiner Strände, sondern auch wegen der Stelzenfischer erwähnt: Die Fischer sitzen mit ihren Angeln auf den etwa zwei Meter aus dem Wasser ragenden Stelzen, warten darauf, dass ein Fisch anbeißt. Als wir den Ort durchfahren, sind aber nur zwei Männer dabei, ihre Stelzen wieder aufzurichten. Beim Fischen ist niemand zu beobachten.
Klicke auf das BildEine der Attraktionen in der Bucht von Welligama ist wieder eine vorgelagerte Insel, auf der diesmal kein Tempel, sondern das als Hotel genutzte Haus eines wohlhabenden Australiers. Vom Land aus gesehen wirkt die Anlage wild romantisch. Bei Ebbe, so wie zu der Zeit, zu der wir hier sind, kann man die Insel übrigens fast zu Fuß erreichen.
In der Nähe von Dondra legen wir in einem auf einem Hügel gelegenen Hotelanlage – sie gehört einem Engländer, der den ganzen Berg in eine britische Parklandschaft verwandelt hat – eine weitere Pause ein: Von dem Aussichtspunkt blickt man auf eine leicht geschwungene Bucht mit weißem Strand, umgeben vom dichten Grün – absolute Fotoidylle.

Von Dikwella nach Wirawila

Klicke auf das BildDer letzte kurze Stopp des Tages gilt der rund 50 Meter hohen Statue des stehenden Buddha in Dikwella: Ein parkähnlicher Weg, auf beiden Seiten mit Blumenläden bestückt, führt zu der Kolossalstatue, die ein Anziehungspunkt vieler Gläubiger ist.
Gegen 17 Uhr haben wir unser Ziel erreicht, checken uns im Safari-Hotel von Wirawila ein, Am Ufer des großen Sees beobachten wir Fischreiher und Störche sowie die Herden weidender Büffel. In der Ferne sieht man die teilweise bizarr geformten grünen Berge des Hochlandes.


Über Kataragama zurück in den Norden

Über Kataragama treten wir die Rückfahrt in den Norden an. Der Ort, an einem Fluss gelegen, verfügt über einen lebhaften Marktplatz – und vor allem eine Tempelstätte, die in ganz Sri Lanka berühmt ist, für die Einheimischen fast so wichtig ist wie der Zahntempel von Kandy.
Um zum heiligen Bezirk zu gelangen, überquert man zunächst die Brücke über den Fluss, der für die Gläubigen eine besondere Bedeutung hat: Bevor man zum Beten in einen der zahlreichen Tempel geht, soll man sich hier waschen, sagt Anual,. Tatsächlich nehmen etliche Menschen gerade ein Bad, wobei für uns nicht so recht klar ist, ob es sich nun um eine rituelle Waschung, oder in Ermangelung von fließend Wasser im eigenen Haus um eine ganz „normale“ Körperreinigung handelt. Vermutlich sind die Grenzen aber ohnehin fließend. Und auch zum Waschen der Wäsche ist der Fluss bestens geeignet, wie einige Frauen vorführen.
Hinter der Brücke durchqueren wir nun einen Park, an dessen Hauptweg die Blumenhändlerinnen ihre Stände aufgebaut haben. Verkauft werden aber ausschließlich Lotusblüten als Opfergabe für die Tempel.
Vor dem eigentlichen Tempelbezirk, durch eine Mauer vom übrigen Areal abgetrennt, ziehen wir also wieder unsere Schuhe aus. Mehrere kleinere Tempelbauten stehen in diesem ersten Hof, wieder buddhistische und hinduistische unmittelbar nebeneinander. Auch Anual betet kurz – und dann bekommen wir alle von den Priestern einen gelben Punkt auf die Stirn.
Im hinteren Teil steht dann die große Dagoba, der rein buddhistische Teil des Heiligtums. Buddha-Statuen umrahmen die Dagoba – und überall sitzen die Gläubigen beim Gebet. Auf dem Rasen vor dem Platz steht eine Familie beisammen, die einen offensichtlich scherkranken Angehörigen nun zu Füßen des Heiligtums gelegt haben.
Bevor wir wieder die Küste erreicht haben, macht uns Anual auf die Stände am Straßenrand aufmerksam. In Tongefäßen wird hier geronnene Büffelmilch verkauft. Es gibt sogar kleine Läden, europäischen Eisdielen ähnlich, in denen diese Büffelmilch angeboten wird – Treffpunkte für die Dorfjugend wie eben in einer mitteleuropäischen Kleinstadt die Eisdiele. Mit Honig gemischt schmeckt die Milch wie Yoghurt, vielleicht nur etwas kräftiger.

Die Ferienorte Unawatuna und Hikkaduwa

Unawatuna, das Ferienörtchen in der Nähe von Galle, erreichen, wird in den Reiseführern als Ort der abgelegenen Buchte, die lediglich von einigen Hippies und Globetrottern aufgesucht würden, als absoluter Geheimtipp beschrieben. Wir fahren durch ein wild auswucherndes Feriendorf mit engen, ungepflasterten Straßen, aber bereits mit Souvenirshop an Souvenirshop, Restaurant an Restaurant und Hotel an Hotel. Trotzdem hat das alles, vielleicht gerade durch seine Wildwüchsigkeit, etwas anheimelndes.
Vor gut 20 Jahren noch war Hikkaduwa vor allem ein Fischerdorf mit einem weiten, fast menschenleeren Strand kennen, ein Ort, in dem es einige einfache Unterkünfte unmittelbar an eben diesem Strand gab. Damals hieß es in den Reiseführern, dass leider viele Hippies die Gastfreundschaft der Fischer ausnutzen, sich in deren Hütten einquartieren würden, ohne auch nur eine finanzielle Gegenleistung zu erbringen.
Hikkaduwa heute: Ein drei Kilometer langes Touristenzentrum entlang der Straße, Hotels und Ferienanlagen auf der Strandseite, Restaurants und Souvenirshops auf der Landseite. Und überall werden, auch auf Deutsch, Glasbootfahrten zu den Korallenbänken angeboten.

Ein Vogelpark in Ahungalla

Ahungalla ist der Standort eines privat betriebenen Vogelparkes, in dem man zwar keine ceylonesischen, aber dafür Vögel bewundern kann, die aus der Sicht der Einheimischen exotisch sind: Und da gehören Kakadus aus Australien ebenso dazu wie europäische Enten und Tauben oder amerikanische Truthähne. Aus unserer Sicht noch immer von artgerechter Haltung weit entfernt ist dieser Vogelpark jedoch gemessen an anderen Tierparks in Entwicklungsländern fast ein Tierparadies mit Käfigen in akzeptabler Größe, werden auch keine Vögel, wie man es sonst oft sieht, allein, sondern zumindest immer paarweise gehalten.



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