Sri Lanka, Malediven: Colombo, Seite 6

Colombo, in der Hauptstadt von Sri Lanka - Besuch im Nationalmuseum und in einem Hindu-Tempel


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Zwei mal quer durch Sri Lankas Hauptstadt

Colombo, Sri Lankas Hauptstadt, ist sicherlich nicht die faszinierendste Stadt des Landes. Eine einfache Durchfahrt auf der Nord-Süd-Strecke zum Beispiel bietet kaum markante Punkte. Da passiert man zunächst ein Kraftwerk mit einem daneben liegenden Slumgebiet. Zwar kommt man dann auch später an einer strahlend weißen Moschee und dem aus britischer Kolonialzeit stammenden Rathaus mit seinen mächtigen Säulen, ebenso prachtvoll weiß, vorbei, aber dann geht es auch durch schon eine breite, ansonsten unauffällige Hauptstraße, die laut Anual, unserem Reiseführer, das Zentrum der Nachtclubs ist. Schließlich, unmittelbar an der Küste, endet Colombo so, wie es begann: Mit einem Slum.
Die Menschen, die hier in den schiefen ärmlichen Holzhütten leben, seien überwiegend Christen, sagt Anual.
Bei einer anderen Route quer durch die Stadt geht es an dem alten klassizistischen Parlamentsgebäude vorbei, durchqueren wir dann das Hochhaus-Viertel, wobei die Hochhäuser meist Hotels und Bankzentralen sind, passieren den Hafen, um den herum noch einige schöne bunte Häuser aus Kolonialzeit stehen, einige von ihnen aber halb leer stehend mit zerbrochenen Fensterscheiben in den oberen ungenutzten Etagen.

Zeugnisse vergangenen Reichtums

Klicke auf das BildUnser richtiger Colombo-Besuch führt uns zum Nationalmuseum, untergebracht in einem weißen Prachtbau aus der Kolonialzeit. Auf zwei Etagen wird den Besuchern hier die Geschichte der Insel beigebracht – wobei wir als Ausländer einen eigenen Museumsführer zur Seite bekommen.
Im Eingangsbereich wird der Besucher – wie könnte es anders sein? – von der Statue eines meditierenden Buddha empfangen, und der buddhistischen Kunst sind auch die meisten Ausstellungsstücke gewidmet. Beeindruckend: Die Schnitzereien aus Elfenbein, Buddhafiguren, kleinere Dagobas, aber auch Alltagsgegenstände wie Kämme, alles äußerst filigran gearbeitet.
Die numismatische Abteilung verrät einiges über die weitgesteckten Handelsbeziehungen Sri Lankas schon in der Antike: Münzen aus Südindien und China wurden hier ebenso gefunden wie Münzen des alten Rom. Um das Jahr 1000 herum hatte Sri Lanka sogar eigene Goldmünzen geprägt.
Auch die Porzellanabteilung verrät einiges über die Handelsbeziehungen: Denn die in China hergestellten Vasen, Tassen, Porzellanschalen wurden alle auf Sri Lanka benutzt – das damals eben zu den reichen Ländern der Erde gezählt haben muss.
Dafür spricht auch der ausgestellte Thron des letzten Königs von Kandy: Ein übergroßer Stuhl aus Gold, besetzt mit einer Unzahl von Edelsteinen. Nur in der Waffentechnik – Speere, kunstvoll verzierte Schwerter und Gewehre mit silbernen Läufen, aber kaum zum schnellen Schießen geeignet – waren die Ceylonesen den Europäern wohl hoffnungslos unterlegen.
Ein weiteres imposantes Ausstellungsstück: Das gut 20 Meter lange Skelett eines Blauwales, der Ende des 19. Jahrhunderts an der Küste Ceylons gefunden wurde.

Ein hinduistischer Tempel

Klicke auf das BildNach dem Museumsbesuch fahren wir noch zu einem nahe gelegenen hinduistischen Tempel, von außen ein einfacher Bau bis auf den hohen mit Götterfiguren bestückten Turm über dem Eingang. Im Tempel selbst stehen eine Vielzahl weiterer Schreine. In einem weiteren abgesonderten und vergitterten Raum stehen einige Figuren des Elefantengottes Ganesha. Und in der Mitte des Tempels befindet sich als weiter abgesonderter Raum das eigentliche Heiligtum, ein kleiner Saal voller Götterfiguren, der aber nicht betreten werden darf.




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