Sri Lanka, Malediven: Kandy, Seite 4

Im Zentrum von Sri Lanka - die alte Hauptstadt Kandy mit dem "Zahntempel", dem größten Heiligtum des Buddhismus


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Ein Aussichtpunkt über der Stadt

Klicke auf das BildMorgens um sieben Uhr wird im Mahaweli, dem Fluss bei Kandy, bereits fleißig gearbeitet: Die Erde des Flussbodens gibt gutes Baumaterial ab, und so stehen Männer auf Flößen oder am Ufer, schachten in Handarbeit den Fluss aus, füllen die Erde in Säcke, die dann zu den bereit stehenden Lastwagen geschleppt werden.
Eine äußerst ungesunde Knochenarbeit: Viele von denen, die hier arbeiten, sagt Anil, unser Reiseleiter, litten an Rheuma.
Durch den dichten Verkehr von Kandy geht es auf den Aussichtspunkt oberhalb der Stadt. Von diesem Punkt in Kandys Villenviertel sieht man auf den quadratischen See, der die Stadtmitte markiert, die kleine Vergnügungsinsel in seinem Zentrum, den weißen Bau des Zahntempels und schließlich eine alle Gebäude überragende Buddhastatue am anderen Ende der Stadt.

Im Botanischen Garten

Neben dem Zahntempel ist der Botanische Garten die zweite Attraktion Kandys. 200 Menschen sind damit beschäftigt, die aus allen tropischen Ländern zusammen getragenen Pflanzen zu pflegen und hegen, den saftig grünen Rasen sauber zu halten. Teilweise erinnert dieser Botanische Garten dann auch an einen urenglischen Golfplatz, trotz der verschiedenen Palmensorten, die hier gedeihen und der Scharen von Flughunden, die sich in den Gipfeln der Bäume niedergelassen haben.
Prachtstück des Gartens ist ein kleiner Hain auf einer grünen Wiese, wobei sich dieser Hain beim Nähern als ein einziger Baum, ein Ficus Benjamin, entpuppt, der mit seinen breit gefächerten Verästelungen ein kreisrundes Areal von immerhin 600 Quadratmetern bedeckt.

Edelsteine und Folklore

Auch in Kandy gehört der Besuch einer Edelsteinschleiferei zum touristischen Pflichtprogramm. Aber: die wirklich interessanten Stücke, die rohen, ungeschliffenen Steine dürfen hier leider nicht verkauft werden.
Natürlich darf auch die die Folkloreshow nicht fehlen. Eine halbe Stunde dauert die Vorführung der „Kandy Tanzgruppe Dance Lanka“, die im Stadtzentrum über ein eigenes Theater verfügt. Einige der Tänze werden mit akrobatischen Einlagen unterlegt, aber alles in allem wirkt die Vorführung eher wie eine touristische Massenabfertigung, wobei sich die Tänzer auch absolut asynchron bewegen. Aufregender ist da schon der folgende Feuerlauf, bei dem die – männlichen – Mitglieder der Tanzgruppe auf dem Hof über ein brennendes Holzkohlebecken laufen.

Ein Tempel für den Backenzahn des Buddha

Zu Fuß begeben wir uns dann vorbei an dem künstlichen See in der Mitte Kandys zum „Zahntempel“, wo um 19.30 Uhr der Schrein, in dem der Backenzahn des Buddha liegen soll, der Öffentlichkeit präsentiert wird. Zunächst einmal muss man allerdings seine Schuhe an der „Garderobe“ abgeben, passiert dann eine Polizeikontrolle, wo die Besucher mit Metalldetektoren abgesucht werden.
Klicke auf das BildIm Erdgeschoss des Gebäudes werden die Gläubigen von einem Paukenschläger empfangen, im oberen Stockwerk drängen sich die Menschen dann, um in einer Prozessionsschlange an dem Zahn vorbeizuziehen. Ein Séparée unmittelbar vor dem noch verschlossenen Raum ist denen vorbehalten, die an diesem Tag besondere Spenden an den Tempel abgeführt haben.
Pünktlich um 19.30 Uhr wird die silberne Tür der Kammer geöffnet – und im Inneren sieht man ein größeres ebenfalls silbernes Gefäß, in dem das Heiligtum liegen soll. Auch Anil ist fest davon überzeugt, dass da wirklich der Backenzahn des Buddha ist, obwohl Klicke auf das Bildauch er noch nie den Inhalt des Gefäßes mit eigenen Augen gesehen hat.
Nun pilgern die Gläubigen und unzählige Touristen an dem Gefäß vorüber, die Gläubigen verneigen sich, die Touristen knipsen – und wir versuchen, jeweils vor der nun durch den Tempel strömenden Menschenmenge die wichtigen Sehenswürdigkeiten der Anlage zu erreichen.
Als erstes führt uns Anil in den Bibliotheksraum, eigentlich nur ein kleines Zimmer mit einigen Holzschränken, aber in denen werden die alten Bände mit den auf Sanskrit beschriebenen Palmblättern aufbewahrt, einige angeblich bereits gut 2000 Jahre alt, andere, bedruckte Folianten, „erst“ einige Jahrhunderte. Auf dem mittleren Tisch stehen dazu goldene oder elfenbeinerne Buddhafiguren, jede wohl ein Vermögen wert.
Von hier ziehen wir in einen großen Saal voller goldener Buddhafiguren. An den Wänden hängen – neuere – Gemälde, die die Geschichte des Zahns erzählen: Weil der heilige Zahn in Indien von hinduistischen Glaubenseiferern zerstört werden sollte, schmuggelte ihn eine Prinzessin nach Sri Lanka, wo ihn der König zunächst in seinem Thron versteckte, ihm dann einen eigenen Tempel bauen ließ. In der Folgezeit zog der Zahn dann mit in die wechselnden Hauptstädte des Inselreiches, wurde wieder nach Indien entführt, gelangte wieder nach Sri Lanka – und soll nun in eben einem Schrein seinen endgültigen Platz gefunden haben.


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