Sri Lanka, Malediven: Sigiriya und Matale, Seite 3

Eine Tour ins Zentrum von Sri Lanka - zur Felsenfestung von Sigiriya, nach Matale und ins Land der Gewürze


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Eine Fluchtburg als „achtes Weltwunder"

Klicke auf das BildDer dunkle Felsen mit den roten Farbeinsprengseln von Sigiriya macht bereits aus der Entfernung einen beherrschenden Eindruck. Doch bevor man das Gelände der eigentlichen Felsenfestung betritt, durchquert man die Überreste eines antiken Wassergartens, einer Ansammlung von Bassins auf gepflegter grüner Wiese, die älteste nachweisbare Parkanlage in Südasien.
Gut 3000 Menschen würden täglich nach Sigiriya pilgern, schätzt unser ReiseleiterAnil, und obwohl es gerade erst gegen neun Uhr morgens ist, drängen sich auf den steilen Treppen zum Felsen hoch bereits die Besucherschlangen. Anil bezeichnet Sigiriya nicht einmal übertrieben als das „achte Weltwunder“, ein Weltwunder, das wir allerdings einem Vatermörder aus dem fünften nachchristlichen Jahrhundert verdanken.
Die Geschichte von Sigiriya: Ein Prinz ermordet seinen Vater, muss dann fliehen, errichtet auf dem als uneinnehmbar erscheinenden Felsen seine Fluchtburg, wird aber trotzdem 18 Jahre später von der Armee seines aus Nordindien herangezogenen Bruders besiegt.
Wie immer der rächende Bruder das angestellt haben mag: Die Felsenfestung im Sturm zu nehmen wird ihm kaum möglich gewesen sein. Mächtige Monolithen dienten, noch heute an den eingeschlagenen Stufen erkennbar, als Wachtürme, und der eigentliche kegelförmige Felsen von Sigiriya ragt dann gleich steil insgesamt rund 400 Meter in die Höhe.
Neben den eisernen Treppen aus unserer Zeit sind noch die eingeschlagenen Stufen erkennbar, ein Auf- bzw. Abstieg, der damals eher beschwerlicher als heute gewesen sein muss.

Bei den „Wolkenmädchen"

Klicke auf das BildAuf halber Höhe befindet sich die erste Plattform, die, für die Sigiriya zu einem der bekanntesten Touristenziele Sri Lankas wurde, die „Wolkenmädchen“, heute noch zwölf erhaltene in den Fels gemalte vollbusige Tänzerinnen oder mit feinen Gesichtern, die Farben noch immer so frisch, als wären sie erst vor kurzem aufgetragen worden. Neben dem schmalen Plateau mit den „Wolkenmädchen“ führt ein durch eine Mauer geschützter Gang an das Ende des ersten Plateaus. Das Besondere dieser „Spiegelmauer“: Hier wurden in früheren Zeiten die Fresken durch die Sonne reflektiert, so dass alles als ein gigantisches Felsgemälde erschienen sein muss.
Von diesem ersten Plateau bereits hat man einen Rundblick über die dicht bewaldete Umgebung bis zu den Hügeln in der Ferne, unmittelbar unter dem Felsen der Wasserpark als sattgrünes, geordnetes Einsprengsel in der urwüchsigen Landschaft.
Von der Residenz des prinzlichen Vatermörders ist dagegen nur wenig geblieben. Ein ummauertes Bassin diente als Schwimmbad, von einem Löwentor begann der Aufstieg auf die eigentliche Plattform des Felsens. In der Mitte dieser zweiten Plattform markiert ein eingelassener Stein die höchste und letzte Stufe – mehr ist hier von der ganzen Prachtentfaltung nicht geblieben.

Batik und Schnitzereien

Auf unserer Weiterfahrt über Matale nach Kandy legen wir drei Shopping-Stopps ein: An einer Batikfabrik und einer Holzschnitzerei sowie schließlich an einer Gewürzfarm..
Die Batikfabrik, so berichtet Anil, gehört einem bekannten einheimischen Künstler, der die Vorlagen für die Motive liefert, meist Elefanten oder Szenen aus dem Dorfleben. Mit dem Auftragen der Farben auf die Stoffe, dem Einwachsen und schließlich dem Auswaschen des Wachses sind nur Frauen beschäftigt, die jedes einzelne Stück mit der Hand bearbeiten.
Ausschließlich Handarbeit bekommen wir auch in der Holzschnitzerei zu sehen: Buddhastatuen, fein ziselierte Möbel wir zum Tische, Preis um die 600 US-Dollar, Masken und natürlich wieder Elefanten in allen Größen.

Eine hinduistische Hochzeit

Klicke auf das BildIn Matale besuchen dann den Hindutempel, einen der größten in der Gegend. Mit ihren Türmen voller geschnitzter Götterfiguren und den Löwen an den Ecken des Gebäudes wirkt der Hindutempel für westliche Augen weit lebensfroher als die im Vergleich dazu zurückhaltenden buddhistischen Anlagen.
Klicke auf das BildPer Zufall werden wir Gäste einer hinduistischen Hochzeitsgesellschaft, die in dem großen Saal neben dem Tempel feiert. Der Bräutigam, wie uns gesagt wird ein reicher Geschäftsmann, steht aufgeputzt wie ein Maharadscha aus dem Bilderbuch auf der Bühne neben seiner wesentlich jüngeren Braut zum Hochzeitsfoto bereit, hinter den beiden ein goldener Pavillon als Kulisse. Im Saal tummeln sich unterdessen die gut gekleideten Hochzeitsgäste zum Plausch untereinander, während die ärmeren in gewöhnlicher Alltagskleidung in der letzten Reihe sitzen und sich am Festmahl vergnügen.

Gewürze für die Medizin

Hinter Matale steuern wir noch eine Gewürzplantage an: Seit zwölf Generationen sei sie im Familienbesitz, erzählt uns der jetzige Besitzer, und ihr eigentlicher Schatz, den wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen, seien die alten Schriften, in denen von Generation zu Generation das Wissen um die heilende Kraft der Gewürze weitergegeben und ergänzt wird.
Auffällig: Um die einzelnen Pflanzen herum wurden Kokosnussschalen aufgehäuft, was angeblich bewirkt, dass die Pflanzen zwar langsamer wachsen, aber ihr Wirkungsgrad erhöht wird. Schenkt man den Worten des Eigentümers vom „Lords Spice & Herbal Garden“ Glauben, bewirken die Gewürze in der Ayurveda-Medizin wahre Wunderdinge: Öle beseitigen Krampfader auf Lebenszeit, ein Gemisch aus Sandelholz, Zimt und Nelken stärkt den Zahnschmelz und befreit ebenfalls auf Dauer von jeder Form von Zahnbelag. Nach einer Woche bereits sei der Zahnbelag verschwunden, nach acht Wochen stelle sich dann die bleibende Wirkung ein.


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