Sri Lanka, Malediven: Pinnawela, Dambulla und Polonnaruwa, Seite 2

Eine Tour in Sri Lankas Norden - zum Elefantenwaisenhaus von Pinnawela, zum Höhlentempel von Dambulla und in die Konigsstadt Pollonaruwa


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Von Negombo nach Norden

Auf dem Weg von Negombo nach Norden, Richtung Polonnaruwa: Schon bald entdecken wir am Straßenrand unsere erste dörfliche Stupa, kein besonders großer Bau, das ursprüngliche Weiß schon weitgehend verschmutzt, aber mit bunten Fahnen geschmückt. Es liegen auch einige frische Blumen vor dem buddhistischen Heiligtum.
Zwei Dinge gehören, so berichtet unser Reiseführer Anil, immer zu einer Stupa: Ein Bodhi-Baum, Ableger jenes Baumes, unter dem Buddha seine Erleuchtung empfing, sowie eine Reliquie von Buddha selbst, die dann innerhalb der hohlen Kuppel aufbewahrt wird.
Kein Quadratmeter entlang unseres Weges, zunächst noch eine gut ausgebaute zweispurige Straße, ist ungenutzt: Wir kommen an unter Wasser stehenden Reisfeldern vorbei, auf denen sich Wasserbüffel und Kuhreiher tummeln, an Kokosnuss- und Bananenplantagen. Wir sehen einfache Lehmhütten, daneben aber auch kleine, solide aus Stein gebaute Ein-Familien-Häuschen.

Im Elefanten-Waisenhaus von Pinnawela

Klicke auf das BildUnser erstes Etappenziel ist das „Elefantenwaisenhaus“ von Pinnawela, kein Haus, sondern ein großzügiges Gelände mit viel Wald, in dem etliche Dutzend Elefanten mit ihren Pflegern leben.
Auch die Bezeichnung Waisenhaus trifft den Kern nicht genau: Ziemlich am Eingang werden die Besucher von einem angeblich 52 Jahre alten Tier mit halb abgebrochenen, früher wohl sehr eindrucksvollen Stoßzähnen begrüßt. Der Senior, der zwar angekettet, aber friedlich im Gras steht, ist blind, wäre ohne die Hilfe von Menschen wohl kaum überlebensfähig. Das gilt auch für das junge Tier, das auf seinen drei Beinen der Herde hinterher humpelt – Opfer eine Landmine.
Höhepunkt für die Besucher ist die um neun Uhr beginnende Fütterung. Die jüngeren Tiere werden unter ein Dach getrieben, angekettet, damit sie sich nicht ins Gehege kommen – und dann aus großen Flaschen mit Milch gefüttert.
Bei unser Weiterfahrt in den Norden passieren wir Kurunegala, laut Anil die „längste“ Stadt in Sri Lanka. Tatsächlich ist das Landstädtchen ein lang gezogenes Straßendorf oder eben auch eine Straßenstadt, durch die sich nun der Verkehr staut: Ein Wochenmarkt zieht offensichtlich Besucher aus der ganzen Umgebung an.

Der Höhlentempel von Dambulla

Klicke auf das BildGegen Mittag haben wir Dambulla erreicht, steigen, beäugt von neugierigen Rhesusaffen mit fast menschlichen Gesichtern, den Felsen empor zu den Tempelhöhlen.
Gefilmt und fotografiert werden darf nur auf dem Vorplatz des hoch gelegenen Tempels, von dem aus man einen wunderbaren Rundblick über das grüne Tal, seine Hügel und den entfernt liegenden künstlichen See genießt. Die Höhlen mit ihren Buddhastatuen und den 1500 Jahre alten Fresken sind für Fotoapparate tabu.
In der ersten Höhle befindet sich eine etwa zehn Meter lange Statue des gestorbenen Buddha mit halb geöffneten Augen, eine andere Höhle beherbergt einige Dutzend Statuen des meditierenden Buddha, die Höhle am Ende des Platzes schließlich den schlafenden Buddha.
Beeindruckend in dieser klassischen Anlage des Buddhismus: Eine kleinere Höhle ist einer Hindu-Gottheit gewidmet, drei Hindupriester nehmen die Opfergaben der Gläubigen entgegen, Früchte und Kleingeld, erledigen dann für die Spender die Gebete.

Im Elefantenland vor Polonnaruwa

Etliche Kilometer vor Polunnaruwa beginnt das „Elefantenland“ – und an der Straße laden einige Stationen zur „Elefantensafari“. Zehn US-Dollar pro Person zahlen wir für einen halbstündigen Elefantenritt, der uns über morastige Feldwege zu einem kleinen See führt, in den unser Reittier dann steigt, um zumindest ein „Halbbad“ zu nehmen und einmal den Rüssel voll Wasser zu nehmen.
Klicke auf das BildAls bequem kann man einen solchen Ritt kaum bezeichnen – dafür schaukelt die Sänfte auf dem Elefantenrücken dann doch zu heftig. Ein Erlebnis ist aber die Aussicht aus der luftigen Höhe: Wir entdecken mehrere Chamäleons und schließlich auch einen Mungo, der ziemlich gemächlich durch das Gras schleicht.
Bei der Weiterfahrt entdecken wir zunächst zwei Pfauen, dann in vielleicht hundert Meter Entfernung auf einer Lichtung am See eine große Elefantenherde von etwa 50 Tieren. Selbst für die Einheimischen ist der Anblick einer so großen Herde von Wildelefanten eine Besonderheit – und sogar die Linienbusse halten an, damit sich die Fahrgäste an dem Schauspiel erfreuen können.

In der alten Königsstadt

In der alten Königsstadt Polonnaruwa aus dem 12. Jahrhundert verschaffen wir uns erst im Museum einen Überblick. Ein Modell zeigt den Königspalastes und den großen Buddha-Tempel, dazu sind etliche kupferne Kleinmünzen, verrostetes Handwerkszeug, und natürlich unendlich viele Buddha-Statuen, sowohl aus Stein wie aus Metall, in allen Größen ausgestellt.
Klicke auf das BildAuf dem Gelände selbst sind vom Königspalast nur noch eine mächtige Ziegelmauern und die Audienzhalle geblieben; gut erhalten ist dagegen das königliche Bad, das zu seiner Zeit der Inbegriff verschwenderischen Luxus gewesen muss.
Sorgsam wiedererrichtet wurde ein kleiner Hindutempel, in dessen Mittelraum ein mit frischen Blumen geschmücktes Phallussymbol für die Fruchtbarkeit steht. Davor liegen in Schälchen kleine Münzen, Opfergaben von Gläubigen, die auf Nachwuchs hoffen. Wie auch in Dambulla wirken Buddhismus und Hinduismus hier friedlich nebeneinander.

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