Oman - Muscat, Sawadi, Oasenstädte:  Muscat, Seite 2

Ein Besuch in Muscat (Maskat), der Hauptstadt des Oman - zwischen Sultan-Quaboos-Moschee, Souq und Regierungsviertel


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Moschee der islamischen Baustile

Klicke auf das BildErste Station fast jeder Muscat- oder auch Maskat-Tour ist die Sultan Quaboos Grand Mosque, die 2001 nach sechs Jahren Bauzeit eröffnete größte Moschee des Landes, und, wie uns unser Reiseleiter Kamal, einer der vielen muslimischen „Gastarbeiter“ aus Sri Lanka versichert, die viertgrößte Moschee der Welt.
Wobei: Die Größe dieser in der Tat gewaltigen Anlage am Rand der omanischen Hauptstadt ist nur ein Aspekt. Entscheidender wohl: Es ist eben keine typische „omanische“ Moschee, sondern vereinigt so ziemlich alle Baustile der islamischen Welt, angefangen vom arabischen über den andalusischen bis zum Stil der indischen Mogulen. So jedenfalls erklärt uns Reiseleiter Kamal die Anlage, die man durch mehrere hintereinander folgende hoch gebaute filigrane Torbögen betritt.
Zumindest für europäische Touristinnen ist dieses Betreten allerdings nicht so einfach. Eine schon ältere Frau aus unserer Gruppe wird von der strengen Kontrolleurin zurück geschickt, weil ihre hochgeschlossene Bluse angeblich zu durchsichtig ist; bei einer anderen Touristin wird bemängelt, dass ihr Umhang immer noch den Halsansatz sehen lasse.
Dabei gibt es im Oman keinen offiziellen Schleier- oder Verhüllungszwang, und auf den Straßen von Muscat sieht man auch junge Frauen in Jeans, ganz ohne Kopftuch, auch wenn das aber eher die Ausnahme ist. Dennoch, auch Kamal, der von sich selbst sagt, früher ein entschiedener Gegner des Schleiers gewesen zu sein, wird nicht müde, uns gegenüber den Schleier als Ausdruck der Freiheit zu rechtfertigen. Die Frau habe das Recht, ihre Schönheit vor den Blicken der Männer zu verbergen. Etwas weniger aus der Sicht der Frau ist allerdings die andere Erklärung, die Kamal so zusagen als sein unschlagbares Argument hinterher schiebt: Wer einen Sack voller Diamanten besitze, würde den ja auch nicht jedermann herumzeigen, sondern ihn sorgfältig in einem Tresor verschließen. Und seine Frau wäre nun einmal das wertvollste, was ein Mann besitzt. Also: Der Schleier als der Tresor des Ehemannes, in dem die Frau ein geschlossen wird – was Kamal dann so aber natürlich nicht sagt.
Klicke auf das BildDer Unterschied von Mann und Frau findet sich auch in der Bauweise der Moschee: Der Gebetsraum der Frauen ist sicherlich prächtiger und größer als die Haupträume anderer Moscheen, aber nichts im Vergleich zu dem Gebetsraum der Männer. Auf dessen Boden liegt, so heißt es, der größte Teppich der Welt, innerhalb von vier Jahren von 600 iranischen Frauen geknüpft, und von der Decke hängt, weit beeindruckender als dieser Teppich, ein Kronleuchter in Gestalt eines Wolkenschiffes, bestehend aus 1200 einzelnen Leuchten, auch das hier der größte Kronleuchter der Welt.
Am Faszinierendsten ist aber die Gesamtanlage selbst, geprägt von einer geradlinigen Architektur, die ohne alle Schnörkel auskommt, ein Spiel mit weißem Marmor und Ocker.

Zwischen Hafen und Souq

Klicke auf das BildKlicke auf das BildVon der Moschee geht es nun zu dem – eher kleinen – Hafen, dem Mina Quaboos, wo sich auch der Eingang zum überdachten Souq findet. Von der Hauptsraße gehen, wie bei anderen Souqs auch, weitere Nebenstraßen ab, es gibt zwei runde „Hauptplätze“, wobei an einem dieser Plätze ein älterer Mann säckeweise Spazierstöcke verkauft, und am Ende der Hauptstraße steht man auf einem freien Vorplatz, wo einige Gewürzhändler ihren Geschäften nachgehen.
Hier auf dem Souq tragen fast alle Händler den traditionellen weißen Burnus, was auch bei den meisten männlichen Kunden das beliebteste Kleidungsstück zu sein scheint. Weibliche Händler gibt es nicht, dafür aber natürlich jede Menge Kundinnen, hier fast alle verschleiert.
Im Angebot des Souq: Sehr viele Textilien, Weihrauch und Parfüms, dazu haben einige Stände auch ein kleineres Elektronikangebot. Europäer jedenfalls können durch den Basar streifen, ohne aufdringlich von Laden zu Laden gezerrt zu werden – eine angenehme Erfahrung in diesem wohl tatsächlich traditionellen Souq.
Die engen Gassen rund um den Souq sind durchnumeriert, eigentlich einfach, sich hier zu orientieren, wenn man das System durchschaut hat - und dabei doch so eng und verwinkelt, wie man sich eine arabische Altstadt vorstellt.

Das Regierungsviertel

Klicke auf das BildKlicke auf das BildWir lassen nun das Zentrum von Muscat hinter uns, fahren Richtung Süden, zum Al-Alam-Palast, dem Verwaltungspalast des Sultans. Die hintere Front dieses Palastes, dem Kernstück eines ganzen Palastviertes mit einer Vielzahl von Ministerien, liegt an einer geschützten Bucht, dem „Privathafen“ des Sultan.
Am Ende der Bucht steht eines der vielen Forts, die man fast überall sieht. Dieses Fort, bis in die 70er Jahre ein Gefängnis, dient nun als Privatmuseum des Sultan – Zutritt nur für auserwählte Gäste.
Wir besuchen ganz in der Nähe ein anderes Museum, das Bait Al Zubair-Museum, gegründet von einem vermutlich recht reichen Omani, wo nun die traditionellen Krummdolche zu bewundern sind und die traditionellen Trachten, wobei sich vor allem die Gesichtsmasken der Frauen von Landstrich zu Landstrich schon erheblich unterscheiden, fast das ganze Gesicht bedeckend etwa bei den Beduinen, Andeutungen von Masken, die markante Gesichtszüge und vor allem die Augen eher betonen als verdecken.

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