Oman - Muscat, Sawadi, Oasenstädte:  Al Sawadi, Seite 1

Das Fischerdorf Al Sawadi und die Tauchplätze der Daymaniyat-Inseln


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Ein Fischerdorf am Sandstrand

Klicke auf das BildDie zur Batinah-Ebene gehörende Küstenlandschaft ist flach, trocken, und auf beiden Seiten der Straße grasen am Gebüsch die Ziegenherden. Vor der Küste liegt eine Gruppe von Fels-Inseln, die Sawadi-Inseln, auf einem Küstenfelsen weiter südlich steht ein kleines Fort.
Das ist die Umgebung des Fischerdorfs Al Sawadi. Der Strand liegt voller Boote. Fischer flicken hier ihre Netze, und die Wohnhäuser, meist einfache einstöckige Bauten, reichen bis an den breiten Strand, durch den man wie durch eine Sandwüste läuft. Vor den Häusern sitzen verschleierte Frauen und unterhalten sich. Die Kinder sprechen uns freundlich an und auf den sandigen Dorfgassen tummeln sich die Ziegen.
Nur Geschäfte, Einkaufsmöglichkeiten sind in diesem vielleicht typischen Dorf nicht zu entdecken.
Dafür gehört zur Gemeinde von Al Sawadi aber noch unser eine Spaziergang entfernt liegendes Strandhotel, von dem aus neben den Landausflügen auch tägliche Tauchausfahrten zu den nahe gelegenen Daymaniyat-Inseln anbbietet.

Delfine vor den Daymaniyat-Inseln

Klicke auf das BildUngefähr eine Stunde ist man dahin mit dem Boot unterwegs, eine Tour, zunächst an einer Halbinsel mit alter Festung, vorbei führt, dann weiter in Richtung Muscat geht.
Das Wasser ist voller Fischschwärme, die die spiegelglatte Oberfläche perlen lassen, und schließlich kreuzt eine Schule von Delfinen unseren Weg. Die Tiere schwimmen vor unserem Boot her, manche springen einen Salto, und auch, wenn sie immer einigen Abstand zu uns wahren, scheint sie die Begegnung mit einem Tauchboot nicht weiter zu beunruhigen. Eine ganze Weile bleibt die Schule in unserer Nähe, und einzelne Tiere tauschen schließlich auch dicht neben unserem Boot auf, um dann aber gleich wieder in die Tiefe zu verschwinden.

Leopardenhai im „Aquarium“ der östlichen Inseln

Unser erster Tauchplatz an den östlichen Daymaniyat-Inseln wird „Aquarium“ genannt, ist durch Bojen markiert – und hier liegen auch zwei kleinere Fischerboote. An dieser Stelle ist das Fischen mit Reusen, von denen wir unten einige sehen werden, erlaubt.
Das Unterwasser-Plateau besteht aus einer Reihe von Riffblöcken, verteilt über dem sandigen Untergrund, das Ganze in einer Tiefe von etwas über 20 Metern.
Klicke auf das BildUnten stoßen wir zunächst auf eine Muräne, dazu Schwärme von Schnappern und auch Papageienfischen, dazu Rotmeerwimpelfische, schließlich auch auf einen kaum zu erkennenden Steinfisch.
Und dann passieren wir den Ruheplatz eines Leopardenhais. Das gut zwei Meter lange Tier liegt ruhig am Boden, scheinbar schlafend, lässt sich durch uns, die wir allerdings nun schon etwas Abstand wahren, nicht aus seiner Fassung bringen, ebenso wenig wie der kleine Schiffshalter an seiner Seite, der gerade den Bauch seines Gastgebers von Parasiten befreit. Ein geradezu friedliches Bild!
Kurz vor dem Auftauchen sehen wir schließlich noch zwei Tintenfische und schließlich einen mindestens eineinhalb Meter langen Trompetenfisch.

Bilderbuch-Korallen an der Polizei-Insel

Die Mittagspause verbringen wir vor einer kahlen Felsinsel, kaum mit Büschen bewachsen, mit einem unberührten Strand und einer einsamen Polizeistation, der die Insel auch ihren Namen verdankt: Police Island. Die Polizeistation soll allerdings, so hatte man uns gesagt, gerade für eine Woche nicht besetzt sein, weswegen man mitunter auch Fischerboote sehe, wo sie eigentlich nicht sein dürften.
Klicke auf das BildDer Tauchplatz hier heißt nach der Polizeistation „Police Run“, führt in bis zu 18 Metern Tiefe, und ist ein wahres Bilderbuch-Korallenriff mit Unmengen an Fächerkorallen, Feldern mit Kopfkorallen, und schließlich auch einer Steilwand, die vom Meeresboden bis kurz unter der Wasseroberfläche emporragt, am Boden durchsetzt mit Nischen, Höhlen und kleinen Schluchten.
Versteckt in einer Kopfkoralle entdecke ich eine gescheckte Muräne, deren Umfang annähernd zwei Oberschenkel misst. Das Tier liegt ruhig in seinem Versteck, fast bewegungslos. Ansonsten sieht man hier jede Menge Papageienfische und schließlich auch wieder Trompetenfische. Bei einem späteren Tauchgang am „Police Run“ begegnen uns wieder Muränen in unterschiedlichen Größen. Am Boden liegt ein Steinfisch, eine Schildkröte kreuzt unseren Weg. Schwärme von Fischen ziehen an uns vorbei. Solche Fischschwärme fallen vor allem beim Blick nach oben immer, zu den Gipfeln der Unterwasser-Höhenzüge, immer wieder ins Auge. Am Ende des Tauchganges treffen wir noch auf stark gebaute, gut einen Meter lange Trompetenfische.
Im benachbarten Coral Garden unterdessen wartet ein auf dem sandigen Boden liegender etwa zwei Meter langer Leopardenhai auf uns. An seiner Seite hat sich ein Schiffshalter eingerichtet, es sich auf seinem Wirtstier dabei regelrecht gemütlich gemacht.
Ganz in der Nähe von diesem ungleichen Paar zieht eine Schildkröte an uns vorbei und schließlich zählen noch das Treffen mit einem Kofferfisch und einem Sepir zu den Begegnungen des Tages.

Ein Hummer im Garten von Eden der mittleren Inseln

Der „Garden of Eden“ an der Felsinsel Kasmah Light, eine der mittleren Daymaniyat-Inseln ist ein Tauchplatz der großen Fischschwärme. Schnapper ziehen an uns in Schwärmen vorbei, ebenso Schwärme von Fische, die an Heringe erinnern. 20 Meter tief liegt unser erster Tauchplatz des Tages, ein zerklüftetes Riff – allerdings ist ab 15 Meter Tiefe die Sicht heute nicht besonders. In einer Mulde hat sich ein Hummer versteckt, von dem allerdings nicht mehr als der lange Fühler zu sehen ist.

Muränen und Rochen bei „The Loop“

Der folgende Tauchgang führt uns zu „The Loop“, auch das ein zerklüftetes Korallenriff, nicht viel mehr als 15 Meter tief.
Hier scheinen sich die Muränen zu Hause zu fühlen. Die finden wir hier von klein bis groß, meist fest in „ihren“ Korallen eingenistet, nur eine kleinere Muräne befindet sich wohl gerade auf Wanderschaft, muss sich ihren Stammplatz erst noch suchen.
Klicke auf das BildZwischen den Felsen kommt plötzlich ein großer Rochen hervor, sicherlich mit einer Flossenspannweite von zwei Metern, der Stachel noch etwas länger. Das Tier schwimmt ruhig an uns vorbei, scheint uns nicht einmal zu beachten. Oder wurde es erst durch uns aus seinem Versteck aufgeschreckt? Nach wenigen Sekunden ist es aus unserer Sicht verschwunden, irgendwo im tiefen Blau abseits des Riffs.
Auch ein großer Kugelfisch mag nicht von uns beobachtet werden, schwimmt schnell durch die Nischen des Riffs, während die Schildkröte, die wir schließlich entdecken, es eher gemächlich angehen lässt, in aller Ruhe weiterpaddelt.

An den westlichen Daymaniyat-Inseln

Der Tauchplatz Doc’s Wall liegt am östlichen Rand der westlichen Daymaniyat-Inseln, neben der Felsinsel Little Junn Shallow. Doc’s Wall, das ist eine Unterwasserwand in 20 Meter Tiefe, meist steil nach oben ragend, wobei der Taucher beim Passieren zumindest heute ständig von warmen in kalte Strömungen gerät.
Gleich zu Anfang begegnen wir einer großen Muräne, die, wohl auf der Jagd, über den Boden schwimmt, stoßen wenig später auf einen braunen Stachelrochen von vielleicht einem Meter Spannweite, dann auf eine weitere große gescheckte Muräne und schließlich noch auf einige Rotfeuerfische.
Klicke auf das BildBei einem späteren Tauchgang vor Docs Wall treffen dann auf ein Schildkrötenpärchen. Auch am Walid Junn bestimmen die großen Schwärme, hier von Brassen, das Bild. Dazu bekommen wir aber auch zwei Rochen zu Gesicht, einen ziemlich großen, der ganz ruhig im sandigen Boden liegt, dann in einer Mulde versteckt einen etwas kleineren. Auf unserem weiteren Weg am Riff entlang sehen wir noch Sepire, die sich wie U-Boote, gerade rückwärts schwimmend, von uns fortbewegen und auch noch eine Schildkröte.
Vor Junn, der größten der westlichen Daymaniyat-Inseln, betauchen wir schließlich noch das Mousetrap, eine Unterwasser-Felslandschaft, über deren Gipfel sich Schwärme von Schnappern und anderen Fischsorten tummeln. Außer einem vielleicht 70 Zentimeter langen Kugelfisch sind aber keine größeren Fische zu sehen.

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