Malediven, Male und Addu-Atoll:  Das östliche Addu-Atoll, Seite 4

Inselhüpfen im östlichen Addu-Atoll, nach Hulhumeedhoo und Viligili



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Delfine vor Hulhumeedhoo

Klicke auf das BildObligatorischer Teil fast aller Malediven-All-Inclusive-Programme ist das „Inselhüpfen“ mit dem Boot, der Besuch einer „Einheimnischen-Insel“ und einer „Robinson-Insel“. Unsere Ziele: Die bewohnte Insel Hulhumeedhoo im äußersten Nordosten des Addu-Atolls und Viligili, wo wir unser Lunch bekommen sollen.
Die Überfahrt von Gan nach Hulhumeedhoo dauert keine Stunde, aber kurz vor unserem ersten Ziel stoßen wir auf eine mindestens 50, vielleicht sogar hundert Tiere zählende Schule von Streifendelfinen. Die Bootsführer entdecken sie natürlich lange vor uns; wir sehen zunächst nichts als einzelne dunkle Punkte zwischen den Wellen, dann ab und an eine Flosse, schließlich ein Tier, das mit der Schnauze zuerst aus dem Wasser schießt, sich einen Moment in der Luft dreht und wieder elegant untertaucht. Dann sind wir inmitten der Schule, und kleinere Gruppen schwimmen links und rechts von uns, vor uns, und paarweise schwimmen auch immer wieder Delfine auf unser Boot zu, tauchen unter dem Bug hindurch.
Scheu vor Menschen, Angst vor den Motorbooten ist bei dieser Delfinschule jedenfalls nicht zu bemerken.


Meedhoo - Hafen und Insel-Zentrum

Klicke auf das BildAuf Hulhumeedhoo gibt es zwei Dörfer, nämlich Meedhoo und Hulhodhoo, wobei der gemeinsame Inselhafen im südlichen Meedhoo liegt. An der Hafeneinfahrt baden gerade vielleicht zwei Dutzend Kinder, im rechteckig ausgebauten Hafenbecken liegen eine ganze Reihe mittelgroßer Boote, und ebenfalls gleich am Hafen wird momentan an einer neuen Moschee gebaut.
Die Hafenumgebung muss auch das Verwaltungszentrum der Insel sein: Hier liegt das Schulgebäude, das Rathaus und ein kleines weißes Haus ist als das örtliche Gericht ausgewiesen.
Als wir die Bananenstauden in einem der Klicke auf das Bildprächtig wuchernden Gärten fotografieren wollen, spricht uns ein Einheimischer mittleren Alters, europäisch gekleidet, an, fragt uns, wo wir herkommen, wie es uns auf den Malediven gefällt – Beginn des üblichen Smalltalks zwischen Touristen und Einheimischen. Hier stellt sich unser Gesprächspartner aber als der Insel-Arzt vor, der Mann, der sich an seine Seite stellt, gehört zum Ältestenrat der Insel, nimmt aber nicht m Gespräch teil.
Immerhin erfahren wir vom Inseldoktor, dass Hulhumeedhoo rund 3000 Einwohner zählt, wobei aber längst nicht alle Insulaner hier auch leben würden; viele seien auf Male, andere arbeiten auf den Touristeninseln. Wer auf Hulhumeedhoo bliebe, ernähre sich vom Fischfang, neben dem Tourismus die einzige Einnahmequelle auf den Malediven.
Dabei sind zumindest die größeren Inseln des Addu-Atolls überaus fruchtbar: In den Gärten der beiden Inseldörfer wachsen nicht nur Kokosnusspalmen und Bananen, überall stößt man auch auf Brotfruchtbäume.
Auf einem dieser Bäume hat sich eine weiße Seeschwalbe niedergelassen, die sich hier durch einen Kopfputz auszeichnen, der sie wie eine Kreuzung zwischen Schwalbe und Papagei ausschauen lässt. Da sich der Vogel nun das Gefieder putzt, komme ich endlich dazu, eines dieser Exemplare zu fotografieren. Mit den anderen Luftbewohnern des Atolls, den überall anzutreffenden Flughunden, die sich meist zu Beginn der Dämmerung in die Luft erheben, habe ich dieses Glück noch nicht gehabt.
Bei unserem weiteren Rundgang durch die Inseldörfer kommen wir an einen alten islamischen Friedhof, mit einer kleinen Moschee in der Mitte, darum herum die nach oben oval geformten Grabplatten aus Koralle, die ältesten bereits schwarz gefärbt.

Viligili, Insel der Krebse

Klicke auf das BildKnapp zwei Stunden dauert unser Aufenthalt auf Hulhumeedhoo, dann brechen wir auf nach Viligili.
Viligili, offiziell eine unbewohnte Insel, auf der momentan allerdings eine neue Hotelanlage entsteht, nach den Worten unseres Bootsführers aber von rund 25 Einheimischen bewohnt, präsentiert sich bei der Anfahrt als ein dichter Urwald mit Kokosnusspalmen, umgeben von einem weißen, flachen Sandstrand.
Ein paradiesisches Eiland, an dessen Strand niemand die Wege der zahlreichen Krebse stört – das ist auch noch der zweite Eindruck. Die Krebse haben am Strand tiefe runde Löcher gegraben, daneben oder davor Sandhügel von 20 bis 30 Zentimetern aufgeschüttet, Maulwurfshügeln nicht unähnlich.
Aber so unberührt kann kein Strand mehr sein, dass sich nicht leere Flaschen und anderer Plastikmüll finden würde. Das Meer ist für viele Malediver eben immer noch der bedeutendste Müllabladeplatz – und die Strömung treibt den Abfall dann hierher.
Was manchen Schnorchler und Schwimmer auch stören könnte: Das Seegras sprießt direkt bis an den Strand Klicke auf das Bildvon Viligili, so dass man kaum sieht, aus was man im Wasser da alles tritt.
Gleich neben dem Strand führt ein vielleicht zwei bis drei Meter breiter Weg durch die Palmen. Wir passieren das Camp der Leute, die gerade im Norden die Hotelanlage errichten, kommen an Palmen vorbei, die gemolken werden, die also angeschnitten werden und bei denen man unter den Schnittstellen Behälter befestigt, um den ausfließenden Sirup aufzufangen.
Vom Hauptweg führt ein wahrhafter Dschungelpfad ins Innere der Insel ab – und an dessen Ende schauen wir auf einen völlig versteckten Süßwassersee, wo auf der anderen Seite des Ufers gerade zwei Reiher zum Flug aufbrechen. Allerdings scheint die Stelle, von wo wir aus auf den See blicken, auch die Heimat der Moskitos zu sein.
Der Weg von unserem Landeplatz zur gegenüberliegenden, dem Meer zugewandten Inselseite ist kaum länger als 50 Meter. Dennoch: Selbst die Luft scheint hier völlig anders als auf der Atoll-Seite zu schmecken, frischer, geprägt von einer klaren Briese vom indischen Ozean. Allerdings gibt es auf dieser Seite – zumindest an der Stelle, die wir sehen – keinen Sand-, sondern einen aus zerbröselten Korallen bestehenden Kiesstrand, und gleich am Ufer befinden sich die scharfzackigen Korallensteine: Dies ist kein Ort, um in dem klaren Meer zu baden, zumal auch eine starke Brandung auf die Korallen schlägt.

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