Israel -  Totes Meer, See Genezareth, Jerusalem, Seite 7

Bethlehem in Palästina - Besuch in der Geburtstkirche



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Über die Grenze

Der Grenzübergang in das palästinensische Autonomiegebiet ist weit unkomplizierter als erwartet. Links und rechts des Überganges zieht sich zwar tatsächlich die hohe wie hässliche Betonmauer in die Länge, aber wir passieren die Grenze, ohne dass wir unsere Pässe vorzeigen müssen, überhaupt ohne dass hier jemand einen Blick in den Wagen wirft.
Klicke auf das BildUnd auch Bethlehem ist anders als man es erwarten würde. Die Stadt beginnt unmittelbar hinter der Grenze, und fast überall, nicht nur an der Hauptstraße, sieht man eine rege Bautätigkeit. Vor einigen Jahren, so Amos, unser Reiseleiter, sei das noch anders gewesen, hätte man den Eindruck einer verfallenden Stadt bekommen.
Davon ist nun angesichts vieler neuer Häuser nichts mehr zu bemerken, und entlang der Hauptstraße, in der Nähe der Geburtskirche, müssen wohl auch alle älteren Gebäude in der letzten Zeit renoviert worden sein.
Verfall sieht man nicht – auch wenn Bethlehems Hauptstraße mit eher weniger Geschäften, kaum Cafés und Restaurants und nur wenigen Menschen auf der Straße auf ein langweiliges Provinznest schließen lässt.

Die Geburtskirche

Klicke auf das BildHauptplatz und die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt, die Geburtskirche, liegen sich unmittelbar gegenüber. Wie schon die Grabeskirche ist auch die Geburtskirche ein eher klotziger Bau, einer Festung nicht unähnlich – und wahrhaft festungsartig mutet dann auch der kleine, bis auf eine niedrige Öffnung zugemauerte Eingang an, vor dem man sich, um hindurchzukommen, erst einmal bücken muss.
Das ist hier allerdings keine von den Gläubigen erzwungene Demutshaltung. Mit der Verkleinerung des Einganges wollten die christlichen Hausherren nach der islamischen Eroberung schlichtweg verhindern, dass die Moslems auf ihren Pferden in das Heiligtum reiten.
Klicke auf das BildDieses eigentliche Heiligtum, die vermeintliche Geburtsstätte Christi, liegt noch unter der Kirche. Steintreppen führen in das Gewölbe – und natürlich herrscht auch wieder großer Andrang vor der Nische, in der das Jesuskind gelegen haben soll, nun behangen mit Öllampen und durch ein Gitter geschützt. Ein orthodoxer Priester wacht darüber, dass hier alles seinen ordentlichen Gang geht.
Wieder geht es eine steinerne Treppe aufwärts, nun nicht zurück in die alte Kirche, sondern in einen schönen, bepflanzten Hof, der zur neuen katholischen Kirche führt. Wie auch an den anderen heiligen Stätten herrscht hier nämlich eine absolute Rivalität zwischen den einzelnen Glaubensrichtungen, was dann eben so weit führt, dass die katholischen Mönche und Priester nicht so ohne weiteres jederzeit und auf jedem Weg in die Geburtshöhle dürfen, sondern sich mit dem zu begnügen haben, was ihnen die griechisch-orthodoxe Kirche zugesteht.

Am Hauptplatz

Klicke auf das BildEin neu eröffnetes Fremdenverkehrsbüro, eine Moschee, einige Andenkenläden – das ist der der Kirche gegenüber liegende Hauptplatz von Bethlehem. In dem geräumigen Restaurant, in dem wir nun zu Mittag essen, sind wir allerdings die einzigen Gäste. Und auch das Souvenirgeschäft an der Hauptstraße, in dem wir uns anschließend noch etwas umsehen, könnte vermutlich einiges mehr Kundschaft verkraften. Vor allem im Angebot: Geschnitzte Krippenspiele in allen Größen, manche zum Preis von einigen hundert Euro – aber sicherlich immer noch preiswert im Vergleich zu dem, was solche Handarbeiten in Europa kosten würden.


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