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Reiseroute und
beschriebene Orte: Abu Dhabi -
Singapur -
Bali: Kuta Legian (mit
Tour zum Kintamani) - Tanah Lot -
Mengwi - Marga
- Baturiti - Bedugul -
Gigit - Singaraja
- Lovina Beach - Banjar
- Pupuan - Legian - Lombok:
Lembar - Mataram -
Senggigi -
Sukarara - Penujak -
Rambitan - Kuta Beach -
Bangsal - Gili Air -
Bali: -
Denpasar - Barat National-Park -
Singapur
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Mittwoch, 8. März 1995: Berlin - Abu Dhabi
Um 16.30 Uhr startet die
Maschine der Garuda-Airline vom Flughafen Schönefeld, gegen 22.30 Uhr MEZ, allerdings
1.30 Uhr früh Ortszeit, legen wir einen zweistündigen Zwischenstop auf dem Flughafen von
Abu Dhabi ein.
Wir nutzen die Zeit für eine Besichtigung der Duty-Free-Halle:
Ein zweigeschossiger Bau mit einer riesigen Säule, die die als Sternenhimmel angelegte
Kuppel zu halten scheint. An den Verkaufsständen und in den Läden werden vor allem
Kristallwaren, Kamele, Moscheen, offenkundig relativ preiswert, angeboten.
In einer Nische stehen diverse Pokale: Auszeichnungen
verschiedener Marketing-Wettbewerbe für die gelungenste Duty-Free-Anlage. Die
Auszeichnungen scheinen mir verdient.
Donnerstag, 9. März
1995: Singapur - Kuta Legian (Bali)
Gegen 6.3O Uhr MEZ, also 13.30 Uhr Ortszeit, haben wir die
nächste Zwischenlandung in Singapur. Vorher waren wir über mehrere kleine Inseln
geflogen, über Bohrinseln und über zahlreiche Schiffe, die den Hafen von Singapur
anlaufen.
Der internationale Flughafen von Singapur blitzt vor
Sauberkeit. Der ganze Boden ist mit Auslegware bedeckt. In den Hallen befinden sich zwei
künstlich angelegte Wasserfälle, davor Blumenschmuck, der, wie ein "Gärtner"
sagt, jede Woche erneuert wird.
Der ganze Duty-Free-Bereich misst
wohl mehrere Fußballfelder -
und ist eine einzige Nichtraucherzone. Ein einziges "Raucherzimmer" ist auf dem
ganzen Flughafen zu finden.
In den Geschäften gibt es Foto- und Videoartikel, vom Preis,
so mein Eindruck, allerdings nicht sehr vom Angebot in Deutschland verschieden, dazu
Parfüms, Alkohol, Leder und Gold.
Um 17.45 Uhr Ortszeit soll es mit einer neuen Maschine direkt
nach Bali weitergehen. Unsere Abflugzeit wäre nach MEZ also 10.45 Uhr. Die Maschine, die
uns nach Singapur brachte, fliegt nach Jakarta weiter.
Um 20.15 Uhr Ortszeit, es ist 13.15 Uhr MEZ, also nach gut
20stündiger Flugreise, landet die Maschine auf Bali, Denpasar Airport. Die Abfertigung
geht zügig; nach einer knappen Stunde ist alles erledigt.
Ein Bus bringt uns ins Balisani-Hotel von Kuta. Der erste
Eindruck von Kuta: Ein Restaurant, ein Souvenirgeschäft neben dem anderen. Der Strand
liegt direkt an der Hauptstraße, und am Strand haben sich die Imbissbuden aneinandergereiht. Kuta erscheint als Touristenzentrum, das zumindest baulich allerdings
noch nicht von den großen Hotelanlagen zerstört ist.
Auch das Balisani ist ein Bau im traditionellen Stil, errichtet
vor allem aus Holz und Bast.
Freitag, 10. März
1995: Kuta/Legian (Bali)
Am Vormittag unternehmen wir einen Spaziergang durch
Legian,
das zur Touristenregion Kuta gehörende "Dorf", in dem unser Hotel liegt. Als
Besonderheit fällt auf: Vor den meisten Häusern, auch den Restaurants und Geschäften,
stehen kleine Plastikschüsseln mit Blütenblättern. Die Dächer haben zum Teil
tempelartige Aufbauten.
Ansonsten dreht sich hier alles um den Tourismus. Für 20.000
Rupien pro Person buchen wir bei einem örtlichen Tourenveranstalter für Samstag die
"Vulkan-Tour".
Der Strand liegt rund 200 Meter von unserem Hotel entfernt. Es
ist tatsächlich weißer Sandstrand, aber nicht sehr breit. Die Wellen sind zwar ideal
für Surfer, aber leider nicht für Schnorchler.
Lästig: Ständig werden wir wegen Massage, Maniküre oder
Uhrenkauf angesprochen. Eine Masseurin, angeblich 28 Jahre alt und Mutter von vier
Kindern, behauptet, sie hätte das "studiert".
Harry, der Mann, der hier für 10.000
Rupien die Sonnenschirme
verleiht, kommt, wie er sagt, aus Sumatra. Dort lebte er noch als Reisbauer.
Um 17 Uhr starten wir zur Kechak-Tanzveranstaltung in einem
kleinen Dorf bei Denpasar. Male holt uns mit seinem Taxi vom Hotel ab.
Das Dorf, in das wir fahren, macht einen wohlhabenden Eindruck.
Überall sind Reisfelder; dazu werden Rinder gehalten. Neben dem Theater steht ein
Hindu-Tempel. Ein Schild macht darauf aufmerksam, dass Frauen während ihrer Periode den
Tempel nicht betreten dürfen. Ich frage einen alten Mann, ob ich fotografieren darf,
verstehe, dass er "Ja" sagt, aber das erweist sich als Missverständnis.
Dem Männerchor des Kechak-Tanzes wird eine hypnotisierende
Wirkung nachgesagt. Erst wirkt das monotone "Chat-Chat" auf mich lediglich wie
nervtötendes "Zickezacke" - aber dann kann auch mich der hypnotischen Wirkung
tatsächlich nicht mehr entziehen.
Einschließlich Abendessen kostete uns der Ausflug 29 US-$.
Samstag, 11. März
1995: Kintamani (Bali)
Die Vulkan-Tour nach Kintamani
erweist sich als
"Kaffeefahrt" auf balinesisch. Drei Geschäfte - eine Silberschmiede, eine
Holzschnitzerei und eine Gemäldega1erie - werden angefahren, aber weil aus unserer
sechsköpfigen Reisegruppe niemand etwas kaufen will, sind wir statt wie geplant um 17 Uhr
bereits um l6 Uhr wieder in Legian.
Die Stationen, die wir außer den Läden noch angefahren haben:
Ein Theater mit Barong-Tanzvorführung, danach die heilige
Elefantengrotte in Goa Gajah (in der Höhle ist außer den Statuen in den Nischen
allerdings nichts zu sehen) und schließlich den Vulkan Kintamani.
Aus der Ferne glaube ich, tatsächlich Rauch über dem Vulkan
auszumachen. Aber wegen des bewölkten Himmels und des ständigen Regens ist die Sicht
sehr schlecht. Bei gutem Wetter muss diese Aussicht aber wirklich beeindruckend sein!
Kein Dorf, durch das wir kommen, ist ohne Tempel, meist sind es
sogar mehrere auch in den kleinsten Ortschaften.
In den zahlreichen Kanälen waschen die Frauen ihre Wäsche.
Sonntag, 12 März
1995: Tanah Lot - Mengwi - Marga - Baturiti - Bedugul - Gigit - Singaraja - Lovina Beach
(Bali)
Morgens um neun Uhr holt uns Male vom Hotel
ab.
Als erstes fahren wir nach Tanah
Lot, ein Tempel auf einem
Felsen im Meer. Der Strand ist schwarze Lava. Für 1000 Rupien dürfen wir in einer Höhle
am Strand eine schwarzweiß gestreifte heilige Schlange bewundern.
Danach fahren wir zum "Tempel der königlichen
Familie" in Mengwi.
Male, unser 37jähriger Fahrer, berichtet uns,
dass jedes Dorf
mindestens drei Tempel hat - jeweils einen für Shiva, für Brahma und einen für Vishnu.
Dazu kommen dann aber noch für jedes Haus die jeweiligen Ahnentempel. Tatsächlich sehen
manche Dörfer eher wie Tempelanlagen als wie bäuerliche Siedlungen aus.
Heilig sind den balinesischen Hindus aber auch die Affen. Unser
nächstes Ziel ist deshalb auch der Affentempel bei Marga. Rund 300 Rhesusaffen,
aufgeteilt in drei Großfamilien, lassen sich hier von den Touristen füttern und von den
Einheimischen anbeten.
An den Reisterrassen von Baturiti geht es nun vorbei durch die
Berge zum Wassertempel von Bedugul. In 1300 Meter Höhe liegen hier die Wolken so tief,
dass von dem Tempel im See nur schemenhafte Umrisse zu erkennen sind.
Beim heiligen Wasserfall von Gigit
regnen wir schließlich
völlig ein.
Als nächstes kommen wir durch
Singaraja, die alte Hauptstadt
mit dem Löwendenkmal auf ihrem Hauptplatz, und erreichen schließlich am Abend den
schwarzen Lavastrand von Lovina Beach.
Montag, 13. März
1995: Lovina Beach - Banjar - Pupuan - Legian (Bali)
Morgens um 6.30 Uhr stechen wir mit einem Auslegerboot
in See, kreuzen rund zwei Stunden vor dem Strand - aber die "versprochenen"
Delphine lassen sich nicht blicken.
Gegen 11 Uhr brechen wir auf, zunächst zum buddhistischen
Tempel von Banjar. Die Statuen, so erläutert unser buddhistischer Führer vor Ort,
stammen alle aus Thailand. Die Gesamtanlage wirkt viel klarer strukturiert als die der
hinduistischen Tempel, die wir bisher auf Bali gesehen haben.
45 Grad soll die Wassertemperatur in den warmen Quellen
betragen, die wir anschließend besuchen. Einige Leute baden gerade in den Quellen -
obwohl es wieder einmal in Strömen gießt. Mit der Rücksichtnahme von Touristen auf die
einheimischen Gebräuche scheinen die Balinesen keine guten Erfahrungen gemacht zu haben:
"Nackt baden verboten" betont ein Hinweisschild ausdrücklich.
Immerhin sind die Balinesen so schamhaft, dass sie selbst die
Statuen ihrer Götter an den entscheidenden Stellen mit Tüchern verhüllen!
Über die Reisterrassen und Tabakfelder von Pupuan geht es nun
zurück nach Kuta/Legian. Für 500 Rupies kaufen wir bei einem fahrenden Kiosk
balinesische Suppe. Das Rezept: Nudeln, ein Ei, Erdnüsse, dazu Fleischklößchen.
Male ist seit 14 Jahren Taxifahrer, bekommt 180.000 Rupien im
Monat, ernährt davon sich, seine Frau, einen achtjährigen Sohn und eine
eineinhalbjährige Tochter. Bevor er Fahrer wurde arbeitete er auf dem Reisfeld
seines Vaters. Nun hat sein Bruder das Reisfeld geerbt, der von der Ernte eines Hektars
seine ganze Familie ernährt. Bei drei Ernten im Jahr kommt er auf 9000 Kilogramm Reis,
genug, dass die Familie davon leben kann. Trotzdem sei er als Taxifahrer besser dran,
meint Male.
Geerntet wird der Reis übrigens, wenn die Stauden gelb
geworden sind. Nach der Ernte muss das Feld bis zur nächsten Aussaat dann erst einmal
einen Monat lang ruhen.
Dienstag, 14. März
1995: Legian (Bali)
In der Nacht hatte ich einen Grippeanfall. Nun verbringen
wir den ganzen Tag am Hotel-Swimmingpool.
Mittwoch, 15 März
1995: Lembar - Mataram - Senggigi (Lombok)
Kurz vor sieben Uhr brechen wir vom Balisani auf, stechen
dann gegen neun Uhr vom Bonua-Hafen aus in See.
Die zweistündige Überfahrt mit dem Luftkissen-Express nach
Lombok führt an kleinen Inseln mit Buchten aus weißen Sandstränden vorbei.
Gegen 11 Uhr erreichen wir Lembar, den Hafen von Lombok,
gelegen in einer fast ganz umschlossenen - und damit hervorragend geschützten - Bucht.
Abgeholt werden wir von Dan, einem 23jährigen Jurastudenten,
der nun in den Ferien bei "Bali-Vacanza" jobbt. Dan wird uns die ganze Zeit auf
Lombok begleiten.
Wir fahren eine gut ausgebaute Straße nach Norden. Es ist die
Zeit der Reisernte, und auf der Straße liegen überall Tücher ausgebreitet mit Reis, der
nun in der Sonne trocknet.
Wir kommen durch die Inselhauptstadt
Mataram, einer Stadt mit
weiß getünchten Häusern, die einen arabischen Eindruck hinterlassen.
Hinter Mataram passieren wir einen chinesischen Friedhof.
"Auf Lombok sieht man auch Bali. Aber auf Bali sieht man
nicht Lombok," sagt Dan. Damit meint er wohl, dass Lombok viel multikultureller als
Bali ist.
Unser Hotel liegt in Senggigi, hundert Meter vom Strand
entfernt. Der weiße Sandstrand zieht sich über Kilometer hin. Ein erster
Schnorchelausflug zeigt: Selbst hier in unmittelbarer Nähe der Strandhotels sind noch die
Ausläufer der Korallenbänke zu sehen.
Am Strand entlang wandern wir die zwei Kilometer zum Tempel von
Bolong. Einige Fischer gehen jetzt am Nachmittag ihrer Arbeit vom Strand aus nach. Ein
Ho1zfisch wird ins Wasser gelassen - und wenn der Mann Glück hat, beißen die Fische in
die an dem Holzstück befestigten Köder.
Ein Hinweisschild am Seetempel von Batu Bolong: "Wer den
Felsen beschreibt, ver1etzt uns." Offensichtlich hat man hier bereits Erfahrungen mit
spray-wütigen Reisenden gemacht.
Trotz Touristen: Ein etwa 50 Jahre alter Einheimischer erinnert
uns daran, wo wir uns befinden. Höflich, aber bestimmt, fordert er uns auf, Platz zu
machen: "Sorry, I want to pray."
In einem Strandcafé erzählt uns der Kellner Keko Rama - er
ist 22; sein Vater stammt aus Bali, wofür ihn die anderen als Zugereisten necken - die
Legende von Kuta Beach im Süden Lomboks: Ein wunderbarer Prinz, umworben von drei
Prinzessinnen, konnte sich nicht entscheiden - und verwandelte sich deshalb in einen
Fischschwarm.
Donnerstag, 16.
März 1995: Sukarara - Penujak - Rambitan - Kuta Beach (Lombok)
Zunächst fahren
wir die gleiche Strecke wie am Tag zuvor zurück, biegen dann bei Mataram in Richtung in
Richtung Südosten ab.
In Mataram kommen wir diesmal dabei auch durch das
Regierungsviertel - eine breite Straße mit Gouverneurspalast, Banken etc.
In Sukarara besuchen wir eine Batik-Weberei. Sechs Wochen lang
sitzen die Frauen für einen Sarong oder einem großem Tuch am Webstuhl. Im Alter von
sieben Jahren bereits fangen sie an, die dafür nötigen Muster zu lernen. In der
Erntezeit geht der Reis dann aber doch vor. Darum ist heute hier auch
nur wenig Betrieb.
Unseren nächsten Stop machen wir in
Penujak. Hier werden
Keramiken angeboten. Die Kinder wollen Keramikpfeifen zu 1000 Rupien verkaufen, bieten
dann, weil sie bei uns kein Glück haben, drei Stück zum Preis von einer an.
Rambitan ist tatsächlich ein Museumsdorf mit dreihundert
Einwohnern. Die Hütten sind aus Bast und Bambus, der Boden aus Lehm gestampft. Eine
Hütte besteht aus jeweils zwei Räumen. Der hintere, abgeschlossene Raum, in dem sich
auch die Kochnische befindet, wird von der Frau und den Töchtern bewohnt, der vordere,
luftigere Raum ist für den Mann und die Söhne.
Die anderen Dörfer hier im Süden von Lombok unterscheiden
sich von Rambitan lediglich dadurch, dass keine Touristenströme hindurchwandern und ab
und zu auch einige Häuser aus Stein gebaut sind.
Das Leben im Museumsdorf scheint aber vom hiesigen Alltag nicht
weit entfernt zu sein. Übrigens muss man auch in Rambitan vorher fragen, ob die Menschen
sich wirklich fotografieren lassen wollen. Alle Bewohner sind jedenfalls nicht damit
einverstanden, als Touristenattraktion herzuhalten.
Ein Bild von der Straße: Nackte Kinder baden in den Kanälen
oder Tümpeln, Wasserbüffel suhlen sich im Schlamm.
Schließlich erreichen wir den Strand von
Kuta. Grüne Hügel
erheben sich über dem weißen Strand, das Wasser ist klar und blau, misst bestimmt über
30 Grad.
Allerdings: So einsam kann kein Strand sein,
dass es nicht auch
bettelnde Kinder gibt. Erst wollen sie Kokosnüsse, Ananas oder sonst irgend etwas für
1000 Rupien verkaufen, begnügen sich dann aber doch auch mit hundert geschenkten
Rupien.
Dan, so sagt er, verdient in den Ferienmonaten 80.000
Rupien.
Sein Vater ist Reisbauer aus dem Südosten, hat noch vier andere Kinder, verdient zwischen
einer und zwei Millionen Rupien im Monat, seine Mutter kommt im Krankenhaus auf 250.000
Rupien. Mir scheinen diese Verdienstangaben entweder maß1os übertrieben - oder Dans
Vater zählt schon zu den Großgrundbesitzern.
Freitag, 17. März
1995: Bangsal (Lombok) - Gili Air
Am Vormittag lernen wir im Hotel Abu Bakar, Dans Chef
von "Bali Vacanza", kennen. Abu Bakar ist als Seemann fünf Jahre lang auf einem
Frachter gefahren, spricht nun als Folge davon auch ein recht ordent1iches Deutsch.
Die Küstenstraße fahren wir in nördlicher Richtung nach
Bangsal, zum "Hafen" für die Auslegerboote zu den drei kleinen Nachbarinseln.
Auf dem Weg zu dieser "Hafenstadt" kommen wir an kleinen Fischerdörfern und
menschenleeren Buchten vorbei. Die meisten der Fischerhütten stehen auf Pfählen.
Die Überfahrt von Bangsal nach
Gili Air dauert nicht einmal
eine halbe Stunde.
Eine Hafenanlage im eigentlichen Sinn hat Gili Air nicht. Der
weiße Strand, der sich um die ganze Insel zieht, reicht für eine sanfte Anlandung
völlig aus.
Der Vormittag gehört dem Schnorcheln. In Ufernähe schwimmen
kleine, fast ganz durchsichtige Quallen, die bei Berührung ein leichtes Brennen auf der
Haut verursachen. Nach zehn bis 15 Metern beginnen dann die Korallenbänke in blau, braun
und grün, durchzogen von Fischschwärmen.
Am Nachmittag unternehmen wir mit dem Timodo, einer
einspännigen Pferdekutsche, eine Inselrundfahrt. Während die 2000 Einwohner ihr Dorf in
der Inselmitte haben, gehört der Küstenstreifen den Bungalowanlagen, die für die
Touristen errichtet wurden.
Zurück in Bangsal fahren wir auf der Bergstraße durch das
Inselinnere nach Lembar. Dabei kommen wir durch richtigen Bambusdschungel, füttern am
Straßenrand die Java-Affen mit Erdnüssen, passieren Dschungeldörfer, die sich kaum von
dem Museumsdorf Rambitan unterscheiden.
Gegen 17 Uhr stechen wir in Richtung Bali in See.
Samstag, 18. März
1995: Denpasar (Bali)
Die Taxifahrt nach Denpasar kostet einschließlich Sightseeing
45.000 Rupien. Vom Sightseeing haben wir aber nicht soviel wie erwartet: Wegen eines
hinduistischen Feiertages bleibt das Museum geschlossen.
Statt dessen sehen wir uns zunächst das Kaufhaus an: Schuhe,
Sandalen kosten um die 15 Mark, die Preise für Markenartikel wie Adidas sind ebenso wie
in Deutschland.
Denpasar ist im wesentlichen zweistöckig bebaut; in
Ermangelung von Straßenbäumen werden überall Blumentöpfe mit Tropenpflanzen
aufgeste1lt. Die Stadt macht einen durchaus sauberen Eindruck.
Der eigentliche Markt ist in einem zweistöckigen Gebäude
untergebracht; davor steht ein Tempel - eher ein größerer Schrein -, in dem die
Marktfrauen ihre Blumenopfer spenden. Vor der Markthalle sind die Blumen- und Obststände,
im ersten Stock gibt es Gemüse und Gewürze, im zweiten Stock die Textilien.
Anschließend besuchen wir den Tiermarkt. Viele junge Hunde
sitzen in Käfigen, aber auch Hühner - und jede Menge Affen.
Sonntag, 19. März
1995: Barat National Park (Bali)
Für die 150 Kilometer bis zum Nationalpark im Nordwesten
Balis benötigt unser Taxi von Legian aus rund drei Stunden.
Norman, unser 40jähriger Fahrer, hat einen eigenen Wagen und
nimmt für die komplette Tour 50 US-$. Irgendwo auf halber Strecke hält er an einem im
Reisfeld stehenden Tempel an, um zu beten.
Gegen 11 Uhr erreichen wir schließlich den Park. Der Eintritt
beträgt einschließlich Führerlohn 25.000 Rupien.
Wir waten durch mehrere kleine
Flussläufe; der Boden ist
feucht, das Gestrüpp dicht. Ein Reh bekommen wir zu sehen, dazu eine Reihe grauer
Java-Affen.
Es sind die gleichen Affen, die sonst an der Straße sitzen und
auf Erdnüsse warten. Aber hier im Dschungel sind sie menschenscheu und verschwinden
sofort, wenn man sich ihnen nähert.
Eigentlich halten wir Ausschau nach einem Schwarzen Affen. Aber
der Führer meint, dass es dafür schon zu spät wäre. Der Schwarze Affe lebt auf
Bäumen, zieht sich aber mit der einbrechenden Mittagshitze zurück, sagt unser Guide.
"He dislikes the sun."
In einem Mini-Zoo bei Negara bekommen wir dann neben Krokodilen
und einem altersschwachen Löwen dann doch noch ein Exemplar der nur auf Bali lebenden
Schwarzen Affen zu Gesicht. Wenn man sich dem Tier nähert, könnte man fast meinen,
dass es ein richtig menschliches Gesicht hat.
Montag, 20. März
1995: Legian (Bali)
Wir verbringen den letzten Tag am Strand von Legian. Am
Vormittag ist die Flut zurückgegangen, und wir wandern nun am Strand entlang rund fünf
Kilometer bis zum Balisani-Suite-Hotel. Da die Flut allmählich zurückkommt, reicht das
Wasser an manchen Stellen aber bis unmitte1bar an die Strandbefestigungen.
Je weiter man vom eigentlichen Ort wegkommt, desto sauberer
wird der Strand - und die Zahl der lästigen Strandhändler nimmt deutlich ab.
Am Nachmittag ist wieder Ebbe. Das Wasser hat sich gut 50 Meter
zurückgezogen.
Dienstag, 21. März
1995: Denpasar - Singapur - Berlin
Um 12 Uhr checken wir in Denpasar ein, um 16.30 Uhr Ortszeit
landen wir in Singapur.
Für eine Stadtrundfahrt vereinbaren wir mit einem Taxifahrer
einen Preis von 25 US-$. Wie sich bald herausstellt, sitzen wir dabei
allerdings einem Missverständnis auf: Er meint den Stundenpreis, wir dachten, die 25 $
wären für die ganze Tour.
Schließlich fahren wir zwei Stunden, also für 50 US-$, mit
seinem Taxi, zunächst durch die Vororte - alles das, was in Deutschland als sozialer
Wohnungsbau gelten würde, aber hier sind das Großsiedlungen zum Teil futuristischen
Zuschnitts.
An der Einfahrt zur Innenstadt zahlt unser Fahrer drei
Singapur-$. Das Ticket für die Innenstadt muss täglich neu gelöst werden, aber
Parkplätze gibt es in diesem Einbahnstraßen-System trotzdem nicht.
Futuristische Bankgebäude, Hotels, Einkaufszentren, kaum eine
ältere Straße, kaum noch eines der alten zweistöckigen Gebäude aus der Ko1onia1zeit.
"Singapur is quick, total1y changing every six month," erklärt unser alter
chinesischer Fahrer.
Zumindest vom optischen Erscheinungsbild nicht geändert hat
sich das Raffles-Hotel, Singapurs führendes Hotel noch aus dem Jahr 1880. Vor dem weißen
Prachtbau - 600 US-$ kostet hier eine Nacht im billigsten Zimmer - parkt eine
Luxuslimousine.
Eine der alten Straßen ist nun - so meint unser Fahrer - zur
Bordellstraße geworden. Sie liegt im Chinesenviertel - und Militärangehörigen ist der
Zutritt verboten. Gleich am Ende dieser Straße steht ein indischer Tempel.
Weitere Stationen unserer Stadtrundfahrt: Der
Präsidentenpalast, ein Neubauprojekt "Wohnen am Wasser" und der alte Markt.
Die Läden schließen hier erst gegen
22 Uhr: Für
950 Singapur-$ kaufe ich noch eine Sony-Videokamera, bevor es wieder zurück nach
Deutschland geht.
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