Nordindien, Rajasthan - Jodhpur und Mandore, Seite 4

Erkundungen in Jodhpur, der "Blauen Stadt" und in Mandore, der alten Hauptstadt des Reiches von Jodhpur



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Die Dörfer der Bishnoi

Einige Kilometer vor Jodhpur stehen Gazellen auf einem Feld. Lalit, unser Reiseleiter, erzählt, dass hier in der Gegend Angehörige der hinduistischen Bishnoi-Sekte leben, eine Religionsgemeinschaft, die alle Tiere schützt, weswegen die Gazellen selbst in die Dörfer der Bishnoi gehen würden.


Das Fort Mehrangarh

Klicke auf das BildDas erste Ziel in Jodhpur selbst ist das auf einem Berg über der Stadt gelegene Fort Mehrangarh, eine Anlage aus dem 17. Jahrhundert, umgeben von mächtigen Wällen. Von innen erweist das Fort dann als Klicke auf das BildMischung zwischen Palast, Festung und eigener Stadt.
Faszinierend sind hier die Fassaden mit den holzgeschnitzten Fenstern, die zahlreichen Innenhöfe - und schließlich der Blick über die Stadt mit ihren blauen Häusern, in der Ferne umgeben von den Resten der alten Stadtmauer.
Unterhalb des Forts befindet sich an einem See das Mausoleum für einen verstorbenen Maharaja. Die Leiche des Maharajas wurde allerdings auf dem See verbrannt, so dass die Anlage selbst lediglich ein Memorial darstellt.

In der Altstadt

Klicke auf das BildEin Streifzug durch die Altstadt von Jodhpur, in die engen Gassen mit ihren blau angemalten Häusern: Je tiefer man in die Altstadt eindringt, desto enger werden die Gassen.
Zunächst befinden wir uns in einer Geschäftsstraße mit allen möglichen Läden. Hier verkehren noch Rikschas, Pferde- oder Kamelkarren, Mopeds und Fahrräder. Aber jedesmal, wenn sich zwei Fahrzeuge entgegenkommen, führt das bereits zum Chaos. Dann werden die Gassen schmaler, nur noch Mopeds können passieren, und schließlich stehen sich die Häuser so dicht gegenüber, dass man einem entgegenkommenden Fußgänger in einen Haueingang ausweichen muss. Unterbrochen wird dieses Gewirr jedoch regelmäßig von kleinen Plätzen.
Allerdings: Das malerische Touristenbild der blauen Stadt wird getrübt von dem Unrat an fast jeder Ecke, der offenen "Kanalisation", in der das Wasser als schmutzige Brühe steht statt hindurchzufließen und auch einigen toten Ratten zwischen den Schmutzbergen.
Und außerhalb der Altstadt ist der Verkehr auf den Straßen höchst aggressiv: Wer sich nicht durchsetzt, kommt auch nicht durch. Wir nehmen eine Motorrikscha - und bei der hiesigen Fahrweise ist es nicht angeraten, auch nur einen Arm aus dem offenen Gefährt zu lehnen. Aber bei den Rikschafahrern verbinden sich Glück, Routine, Frechheit und wohl auch rasche Reaktionsgabe.

Die Ahnentempel von Mandore

Außerhalb der „neuen“ Stadt Jodhpur liegen die Ruinen von Mandore, der alten Hauptstadt des Reiches von Jodhpur.
Klicke auf das BildKlicke auf das BildDie erste Sehenswürdigkeit: Gleich hinter dem Stadttor von Mandore ist eine offene Halle in den Felsen geschlagen worden, ausgeschmückt mit Heldenfiguren aus der Sagenwelt..
Vor allem ist Mandore mit seinen zahlreichen Ahnentempeln, viele davon nach der Aufgabe der eigentlichen Stadt errichtet, ein Ausflugsziel der Inder selbst - und ein Anziehungspunkt für Bettler, Schlangenbeschwörer und Andenkenverkäufer, die sich hier gnadenlos um die wenigen westlichen Touristen scharen und zum ständigen Begleiter werden.
Lalit macht uns auf einen vielleicht achtjährigen Jungen mit Ohrringen aufmerksam. Die Ohrringe besagen, dass der Junge bereits verlobt ist. Das bedeutet nicht, dass er seine Verlobte auch kennen muss. Lalit berichtet, dass es bei ihm ebenso war: Vor der Hochzeit hatte er seine Frau gerade drei mal getroffen; die Ehe war von den Eltern arrangiert worden.



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