Nordindien, Rajasthan - Udaipur, Seite 2

Streifzüge durch Udaipur, die Stadt des Maharani am Picholasee


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Ein Hotel-Palast im See

Klicke auf das Bild Etwa eine halbe Stunde dauert die Fahrt vom Flughafen zu dem wohl bekanntesten Hotel von Udaipur, dem "Lake Palace", dem Hotel im Picholasee, in dem auch Teile des James-Bond-Films "Octopussy" gedreht wurden. Auf dem Weg dorthin passiert man zunächst einmal das Tor zum Stadtpalast, ein Eisentor mit spitzen Dornen, das in früheren Zeiten die Angriffe von Elefanten-Kavallerie abwehren sollte, dann geht es vorbei ein den rötlichen Mauern des Palastes mit seinen Türmen zur Anlegestelle, von wo aus die Boote zum Inselpalast ablegen.
Der Hotelpalast, der die ganze Insel bedeckt, ist nicht das einzige Bauwerk im See. Daneben liegt noch eine weitere kleinere Insel, bebaut mit einem Krematorium und in einiger Entfernung eine andere Insel mit einem anderen Palast.
Einmalig der Blick vom Hotelfenster über den See: Man erkennt den Festungscharakter des Stadtpalastes, und daneben schließen sich, fast mittelalterlich, die Häuser der Stadt an.

Durch die Altstadt zum Jagdish-Tempel

Klicke auf das BildEin Streifzug durch die Altstadt von Udaipur, mit 700.000 Einwohnern für indische Verhältnisse eine kleine Stadt, wie Lalit, unser indischer Tourguide, meint: Viele Hausfassaden sind mit bunten Bildern bemalt, beispielsweise mit Elefanten, durch die engen Gassen streifen Kühe, Frauen pumpen Wasser aus den Stadtbrunnen. An zahlreichen Ecken stehen Hindu-Schreine, an denen die Menschen beten.
Udaipur erscheint als eine Stadt des Handwerks: Aus Blättern werden Schalen für den Haushaltsgebrauch hergestellt, auf der Straße klopft eine Frau Lehm für eine Töpferei, es gibt etliche Bäckereien.
Wir kommen an einem Jain-Tempel vorbei, dessen größter Schatz die Nachbildung einer Tempelanlage im Himalaja ist, das ganze Modell aus Marmor, das Wasser mit blauem Lapzus-Stein dargestellt.
Klicke auf das BildEin dreistöckiger Uhrturm markiert das eigentliche Stadtzentrum, dann stehen wir auch schon am Jagdish-Tempel.
Eine Treppe führt zu dem höher gelegenen Bauwerk, das von zwei Elefanten aus Marmor bewacht wird. Unterhalb dieser Elefantenstatuen haben sich einige Priester oder Gurus versammelt, darunter ein fast nackter älterer Fakir, der aus einem Schillum Haschisch raucht. Allerdings: Da sie Geld nehmen, um sich fotografieren zu lassen, scheint es sich bei den Männern eher um Touristen-Nepper zu handeln.

Im Palast des Maharani

Klicke auf das BildKlicke auf das BildÜber dem Eingang zum Stadtpalast prangt eine Sonne mit dem Gesicht eines Maharajas, Sinnbild des Herrschergeschlechts von Udaipur, deren Angehörige sich für direkte Abkömmlinge der Sonne halten, ihre tatsächliche Ahnenreihe aber immerhin bis ins siebte nachchristliche Jahrhundert zurückverfolgen können. Das aktuelle Oberhaupt der Familie, den Maharani, eine Rangstufe noch über dem Maharaja, der einzige Maharani Indiens, einen alten Herren mit Hemingway-Bart und Schlapphut, bekommen wir per Zufall zu Gesicht, wie er gerade die Rekonstruktionsarbeiten an seinem Palast inspiziert.
Auffällig im Inneren des Palastes ist die auf Verteidigung ausgerichtete Anlage der engen Gänge, der Räume und vor allem der Türdurchlässe. Diese Durchgänge führen jedesmal über eine hohe Stufe, die der ortsunkundige Angreifer erst überschreiten muss, unter einen niedrigen Torbogen hindurch, unter dem er sich bücken muss - und in diesem Augenblick dem Verteidiger natürlich hilflos ausgeliefert ist.
Tatsächlich ist Udaipur eine der wenigen Rajputen-Städte, die auch nie von den islamischen Mogulen erobert wurde.
Anhand der Palastanlage erzählt uns Lalit einiges über das Leben der Maharajas, über die Herrscher der kriegerischen Rajputen. So kommen wir beispielsweise in ein "Freitod"-Zimmer: Hatte eine Tochter des Herrschers mehrere Hochzeitsbewerber, durfte sie sich aber aus politischen Gründen für keinen entscheiden, blieb ihr nur das Gift. Und für diese Zeremonie gab es sogar einen eigenen Raum!
An einer Brandmauer unterhalb des Schlosses wurden die Elefantenkämpfe ausgetragen. Die beiden Elefanten standen sich, durch die Mauer getrennt, gegenüber, ihre Rüssel ineinander verknotet. Dann hatten die Treiber ihren Elefanten dazu zu bringen, dem Gegner den Rüssel auszureißen. Bei diesem Spiel starb zumindest immer der unterlegene Elefant - und wurden dessen Treiber gleich mit hingerichtet.
Faszinierend ist aber in jedem Fall die Aussicht, die man von den Türmen des Stadtschlosses über das alte Udaipur hat.
Im Palastgebäude ist noch eine Malschule untergebracht, an der momentan 60 Schüler in der traditionellen Malweise Udaipurs unterrichtet werden. Auf die Besonderheit dieser Schule hatte uns Lalit bereits im Palast selbst aufmerksam gemacht: Ein Gemälde zeigt eine Tigerjagd. Der Betrachter sieht zwar 13 Tiger auf dem Bild, tatsächlich handelt es sich aber nur um drei Tiere, die in unterschiedlichen Bewegungsabläufen dargestellt sind.

Bootstour zum Jag-Mandir-Palast

Klicke auf das BildEine Fahrt über den See: Zunächst geht es Richtung Stadtufer, zu den Treppen, die von den Häusern ins Wasser führen und die Funktion öffentlicher Plätze zu erfüllen scheinen. Kinder baden im See, Frauen waschen ihre Wäsche und auch sich selbst. Einige Meter höher geht das städtische Leben seinen normalen geschäftlichen Gang, während sich hier auf diesen Treppen seit Jahrhunderten nichts verändert zu haben scheint.
Klicke auf das BildZiel unserer Bootstour ist der Jag-Mandir-Palast, der Palast, den man auch vom Lake-Palce-Hotel aus auf der etwas entfernteren Insel sieht. Bei der Anfahrt erscheint der Palast mit seinen Kuppeln und Mauern wie eine verlassene verwunschene Anlage. Die einzigen Dauerbewohner des Palastes sind heute tatsächlich die unzähligen Tauben, die vor den wenigen menschlichen Besuchern keinerlei Scheu zeigen.
Von der zentralen Kuppel des Palastes genießt man einen Rundblick über den See, auf das Stadtschloss - und auf das Lake-Palace-Hotel.

Ein Garten für die Prinzessin

Außerhalb der Stadt, auf dem Weg nach Jodhpur: eine Gartenanlage, die für die Tochter eines Maharajas angelegt wurde. Natürlich gehören dazu auch das "Gartenhäuschen", ein diesmal allerdings etwas kleinerer Palast, diverse Springbrunnen und schließlich, als Mittelpunkt der Anlage, ein künstlicher Tümpel, über und über mit Seerosen bewachsen. uch wenn Patong das touristische Herz von Phuket ist: Nähert man sich dem Ort aus südlicher Richtung, macht er einen eher langweiligen Eindruck, mit monotonen Straßen und Häuserreihen.

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