Kuba, Seite 1

Varadero: Eine Halbinsel zwischen Atlantik und Karibik als Kubas touristisches Zentrum



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Halbinsel der Hotelanlagen

Eine Brücke führt über Kanal, der die Halbinsel Varadero vom kubanischen Festland trennt. Nun führt die Straße fast nur noch an Hotelanlagen vorbei, darunter auch an gewaltigen Klotzbauten wie dem Melila, die man eher als Konferenzhotel in einer Metropole denn als Strandhotel in einer Ferienregion vermuten würde.
Über 60 Hotelanlagen gibt es auf Varadero, fast alle direkt am Strand gelegen, meist aus einer Reihe von kleineren Einzelhäusern bestehend.

Zwischen Atlantik und Karibik

Zur Erkundung von Varadero gibt es wenn man sich nicht etwa ein Fahrrad mieten will zwei Möglichkeiten: Klicke auf das BildMit dem so genannten Beach-Bus geht es zum Preis von fünf CUCs, also fünf US-$, zur Hop-on-Hop-Off-Tour über die Halbinsel. Die andere Variante: man mietet einen Oldtimer mit Fahrer, was dann aber über 100 US-$ kostet.
In jedem Fall aber wird die Fahrt nach Varadero-Stadt, vorbei an einer Lagune, einen Meeresarm mit einem kleinen Hafen voller Yachten und Ausflugsbooten, zur Fahrt zwischen zwei Meeren, zwischen dem Atlantik und der Karibischen See. Der Unterschied ist augenfällig: Auf der Atlantik-Seite ist das Meer von den Wellen aufgewühlt, auf der Karibik-Seite dagegen fast spiegelglatt. Allerdings wartet die Atlantikküste mit einem fast ununterbrochenen Sandstrand auf, während an der Karibikküste von Strand nicht die Rede sein kann.

Ein Besuch in Varadero-Stadt

Varadero-Stadt zeigt sich als ein endlos langes Straßendorf.
Klicke auf das BildEin Namenszug, gebildet aus etwas über einen Meter hohen bunten Plastikbuchstaben, markiert den Ortseingang von Varadero, zumindest dann, wenn man von der Halbinsel selber kommt, dann schließt das mehr als überschaubare „Ausgehviertel“ des Städtchens an, eine Ansammlung von Cafés, Restaurants und einigen wenigen Boutiquen. In unmittelbarer Nähe finden sich einige Hotels, allerdings viel kleiner als die auf der Halbinsel selbst, mit denen nicht einmal ansatzweise zu vergleichen.
Was dann folgt ist allerdings eine endlos wirkende Kette von klassischen einstöckigen Wohnbauten, oft mit einem kleinen Hof oder Garten. Irgendwo in der Mitte gibt es auch ein neueres Einkaufszentrum, offensichtlich da, wo das Stadtzentrum liegen müsste.
Klicke auf das BildEndstation und Startpunkt der Beach-Bus-Linie ist am anderen Ende der Stadt, unterhalb der Brücke, die Varadero mit dem Festland verbindet.
Ganz in der Nähe der Brück, fast direkt am Wasser gelegen, steht das Haus, das ein bekannter Amerikaner hat bauen lassen. Um 1930 ließ Al Capone die großzügige in grauem Feldstein gehaltene Villa errichten. Allerdings residierte der Mafia-Chef aus Chicago so gut wie nie in auf Varadero, nutzte die Villa fast ausschließlich als Depot für seine Schmuggelware. Heute dient sie als Restaurant vor allem für betuchte Touristen.



Am Golfplatz und der Dupont-Villa

Der Golfplatz, gelegen ziemlich in der Mitte der Halbinsel, misst eine Länge von zwei Kilometern, unterscheidet sich für den Nicht-Golfer zunächst einmal nicht von anderen Golfplätzen.
Klicke auf das BildDie „Sehenswürdigkeit“ des Platzes ist noch am ehesten das jetzige „Golfhotel“, ein Haus mit acht Gästezimmern und natürlich einem Restaurant, eine längliche zweistöckige in weiß gehaltene Villas mit hölzernen Balkonen an der Rückseite. Von der schaut man auf den etwas tiefer liegenden langen Sandstrand, der ohne jede Unterbrechung bis an die einige hundert Meter entfernte nächste Hotelanlage reicht.
Neben dieser Villa befindet sich die ehemalige Garage mit Platz für die vier Autos des einstigen Besitzers, eines reichen US-Bürgers namens Dupont, nun der Geräteschuppen der Golfanlage. Dieser Mr. Dupont verfügte auf Varadero aber nicht nur über ein Haus und vier Autos, sondern hatte vor seinem Haus auch noch seine Yacht zu liegen hatte, mit der er innerhalb weniger Stunden Miami erreichen konnte. Dorthin setzte er sich dann wohl auch 1959 nach dem Sieg der Revolution ab.

Die Marina

Klicke auf das BildZumindest von außen gesehen macht die Marina, rund 200 Meter von der Spitze der Halbinsel auf der Atlantik-Seite gelegen, mit ihren Hotelbauten und Geschäften einen weit urbaneren Eindruck als Varadero-Stadt. Dieser Eindruck von urbanem Leben ist jedoch wegen der pandemiebedingten Flaute des Tourismus weitgehend gefehlt.
Die Marina stellt zwar tatsächlich einen recht großen Komplex mit Appartementhäusern, Hotels und auch Geschäftsbauten dar, doch momentan steht davon fast alles leer, lässt sich auch kein Mensch auf der Hafenpromenade blicken. Nur ein Kaffee, ein kleiner „Supermarkt“ und ein einsames Andenkengeschäft haben gerade geöffnet.
Dennoch: Die Marina ist angelegt wie eine eigenständige kleine Stadt, wenn auch gerade wie eine Geisterstadt. Auch auf den zahlreichen am Kai liegenden Katamaranen ist niemand zu sehen. Nur, wenn einer der Katamarane zum Ausflug zu den vorgelagerten Eilanden in See sticht, füllt sich der Kai mit etwas Leben.


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