Santiago de Cuba - ein Tagesausflug zur Moncada-Kaserne, auf den historischen Friedhof St. Ifigenia, zum Castello del Morro und in die koloniale Altstadt

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Santiago de Cuba - ein Tagesausflug auf den historischen Friedhof St. Ifigenia, zum Castello del Morro und in die koloniale Altstadt


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Von Guardalavaca in den Süden

Nach Santiago führt sogar eine Autobahn. Die ist zwar nicht mit europäischen Autobahnen zu vergleichen, aber doch um einiges breiter und auch noch etwas besser in Schuss, als die ohnehin schon recht ordentlichen Hauptstraßen. An einer Raststätte vor der Autobahnzufahrt legen wir einen kurzen Stopp ein. Auch die normalen Linienbusse halten an dieser Stelle, Busse, die wie umgebaute Lastkraftwagen aussehen. Und: Die Busse, die hier halten, sind bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Gegend, die wir nun passieren, ist noch gezeichnet vom letzten Wirbelsturm: Wo die Berge und Hügel früher bewaldet waren, sind sie jetzt kahl, stehen entlang der Straße die Reste der abgeknickten Bäume.

Stadtrundfahrt im Oldtimer

Um sieben Uhr früh war der Bus aus Guardalavaca abgefahren, gegen 11 Uhr haben wir Santiago de Cuba erreicht. Am Hotel Las Américas wechseln wir die Wagen, steigen vom Reisebus in einen Oldtimer, einen braunen Plymouth, Baujahr 1953. Die Frontscheibe hat einen Knicks, die Vorderbank – Fahrer- und Beifahrersitz gehören hier zusammen – ist durchgesessen und auch schon etwas aufgeleiert. Aber ansonsten fährt der Oldtimer tadellos.

Über die Las Américas, den repräsentativ angelegten Boulevard, geht es nun vorbei an den Universitätsbauten und am Stadion, über den Platz der Revolution mit dem kolossalen Reiterdenkmal zur Moncada-Kaserne, zu der Kaserne, die Fidel Castro 1953 mit seinen Freunden zu stürmen versuchte. Verwunderlich: Das Kasernengelände mit Unterkünften, Verwaltungsgebäuden, Exerzierplätzen und allem, was dazu gehört, liegt mitten in einem Wohngebiet. Die Kaserne ist nun natürlich ein Museum – und ihre Mauern tragen die Porträts der Revolutionäre, die bei dem gescheiterten Angriff 1953 gefallen sind.

Am Grabmal für José Marti

Unser erstes Ziel ist der Friedhof Sta. Ifigenia, ein geradezu mondän erscheinender Friedhof nicht etwa mit kleinen Denkmälern auf den einzelnen Grabstellen, sondern eine Anlage mit ganzen Straßen voller meist großer, weißer Gedenksteine auf  imposanten Marmor- oder Steinplatten. Nicht ganz in dieses Schema passen das Familiengrab der Bacardis, ein grauer Granit wie eine Pyramide und die einen Halbkreis bildende Mauer, der Gedenkstein für die Gefallenen der Moncada-Kaserne.

Das bedeutendste Denkmal hier ist aber das Mausoleum für den Nationalhelden José Marti, ein klassizistischer Bau, in dem der von einer Fahne bedeckte Sarg des Dichters und Freiheitskämpfers steht, dazu ein Denkmal, das den Nationalhelden in Denkerpose zeigt.

Vor dem Mausoleum steht eine Ehrenwache in Galauniform, und der Wach-Wechsel ist nun die touristische Attraktion der Friedhofsanlage. 

Vorbild für diesen Wachwechsel waren aber kaum die Guerilla-Kämpfer von José Marti oder Fidel Castro, sondern eher die preußischen Armee-Rituale und die NVA der DDR. Von der scheint jedenfalls der Stechschritt übernommen zu sein, in dem die Soldaten im exakten Stechschritt von ihrem Wachhäuschen zum Grabmal marschieren, begleitet von einer Militärmusik, die nun gar nichts karibisches mehr an sich hat – hier ein irgendwie fremdartig anmutendes Spektakel.

Das  Castello del Morro San Pedro de La Rocca

Wir verlassen die Stadt, fahren zum Castello del Morro San Pedro de La Rocca, einer nicht einmal besonders großen Festung aus der spanischen Kolonialzeit, die die Einfahrt in die Bucht von Santiago schützen sollte. Der Weg vom Parkplatz zur Festung ist gesäumt von Ausflugslokalen und den Ständen der Andenkenhändler, führt an einem kleine Leuchtturm vorbei auf den Hügel mit der Festung.

Die ist ein durch und durch verwinkelter Bau mit einem Militärmuseum im unteren Stockwerk, kleinen Innenhöfen, einem Militärmuseum und dem Nachbau der Rampe, über die die schweren Kanonenkugeln zu den oberen Geschützstellungen gehievt wurden. Noch schwerer als die Kanonenkugeln waren dabei aber die Eisenkugeln, an denen die Sklaven angekettet waren, die diese Knochenarbeit zu verrichten hatten.

Am beeindruckendsten allerdings: Die Aussicht auf die Halbinseln der Bucht, die man von den oberen Stockwerken aus hat.

Altstadtbummel rund um Rathaus, Kathedrale und Casa Grande

Nun geht es – jetzt wieder mit dem Bus - zurück nach Santiago, direkt in die Altstadt. Unser Altstadtbummel beginnt am Platz der Kathedrale bzw. des alten Rathauses, ein weißer zweistöckiger Bau mit Arkaden, eher schmucklos und bescheiden, aber das Gebäude, von dessen mittlerem Balkon aus Fidel Castro am 1. Januar 1959, nach der Vertreibung des Diktators Baptista, seine Siegesrede hielt – und das immerhin über zehn Stunden lang.

Große Volksmassen können ihm dabei hier allerdings nicht zugehört haben: Der Platz zwischen Rathaus und Kathedrale fasst kaum mehr als vielleicht zweitausend Menschen.

Santiagos Altstadt macht einen weit lebendigeren Eindruck als die Altstadt von Havanna. Natürlich gibt es auch hier die hohlen Fassaden verfallener Prachtbauten, wo man von der Straße aus teilweise sogar noch in die einstigen, nun leer stehenden Prunkräume mit den Resten ihrer Wandbemalung sehen kann, aber solche halben Ruinen sind hier weit seltener als in der Hauptstadt. Dafür sind die größeren Altstadtstraßen hier fast ganz normale Geschäftstraßen voller Läden und sogar etwas Straßenhandel, betrieben von hölzernen Karren, von denen aus meist Obst und Gemüse angeboten wird, Straßen, drängen sich auf den Bürgersteigen die Menschen.

Wir passieren einen hübschen, gepflegten Stadtplatz, den Plaza Dolores, natürlich mit einem allegorischen Denkmal in der Mitte, viel Grün und Sitzbänken – und einer Musikantengruppe, die hier für die Passanten aufspielt. Kurz darauf kommen wir durch eine kleine Gasse mit Andenken- und Antiquitätengeschäften, wobei die aber eher Trödelläden sind, kehren schließlich zu dem Platz zurück, an dem unser Altstadtbummel begonnen hat.

Das dritte wichtige Gebäude hier neben Rathaus und Kathedrale: das Casa Grande, ein Hotelbau, wohl aus der Zeit um 1900, immer noch als Hotel genutzt und vor allem als Kaffee und Restaurant, ausgestattet mit einem weiteren Restaurant auf der Dachterrasse. Da oben, von wo aus man auf die Kathedrale und das Rathaus, aber auch bis zum Hafen schaut, nehmen wir nun noch einen Drink, bevor es wieder zurück nach Guardalavaca geht.

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