Ein Besuch in Gibara, einer kleine Hafenstadt mit revolutionärer Tradition in der Provinz Holgúin

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Gibara - Hafenstadt in der Provinz Holgúin 

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Gibara - eine kleine Hafenstadt mit revolutionärer Tradition in der Provinz Holgúin


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Eine Straße voller "Helden der Revolution"

Über teilweise über staubige Pisten, vorbei an Reisfeldern und eher ärmlichen Hütten geht es durch die Provinz Holgúin. Kurz vor Gibara, nun wieder auf einer besseren Straße, säumt eine endlose Reihe von Aufstellern mit den Porträts, den Namen und den Lebensdaten von Unabhängigkeitskämpfern aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, Guerilleros, die an der Seite von Castro gekämpft hatten, schließlich auch, jüngeren Datums, solcher „antiimperialistischer Kämpfer“, die von Kuba nach Angola gegangen sind, den Weg Alle hier geehrten „Helden der Revolution“ sollen tatsächlich aus dieser Region stammen – die allerdings aber auch schon immer ein Zentrum der Revolution gewesen sei.

Verfallender Luxus - und revolutionäre Losungen

An einem antiken Wachturm, der vielleicht einmal zu einer Stadtmauer gehört haben könnte, vorbei geht es nach Gibara hinein, zunächst auf die Küstenpromenade, die früher einmal fast parkähnlich angelegt gewesen sein muss, mit den besseren Geschäftshäusern auf der Landseite, Grünflächen und Sitzbänken zur Seeseite hin. Die Grünflächen werden aber wohl nicht mehr gepflegt, an den Bänken nagt der Zahn der Zeit – und man sieht auch keine Spaziergänger, die es sich hier gemütlich gemacht haben, die Aussicht genießen wollen. Stattdessen verkehren auf der Straße nun schwer beladene Pferdekutschen, das scheinbar vorherrschende Verkehrsmittel, hier jedenfalls häufiger als Autos zu sehen.

Bilder von Che Guevara und die immer wieder zu sehenden revolutionären Losungen wie das "Immer bis zum Sieg" prangen an einem der Gebäude am Hafen – wobei der Hafen selbst aber einen ziemlich verfallenen Eindruck macht, etliche Boote, die Boote, die hier vor sich hin dümpeln, auch nicht mehr seetüchtig zu sein scheinen.

Besuch in der Zigarrenfabrik

Abseits des alten Zentrums, gegenüber der Schule, liegt die Zigarrenfabrik. Die hat nur ein Stockwerk, beschäftigt auch nur rund 50 Mitarbeiter, die am Tag rund 6000 Zigarren fertigen, ist aber damit eine der wichtigen Firmen der Stadt. Im Eingangsbereich hängen Bilder der Revolution und von Che Guevara, in der Produktionshalle dazu die Porträts der „Miami Five“, der fünf angeblichen kubanischen Agenten, die in Miami zu lebenslanger Haft verurteilt wurden.

Fotografiert oder gefilmt werden darf hier nicht – aber dafür erfährt der Besucher ziemlich freimütig, was mit den Arbeitern passiert, die ihre Norm nicht schaffen. Praktisch käme das nicht vor, wird hier erklärt: Wer seine Norm beim Zigarrendrehen nicht schafft, müsste nämlich auf einen Teil seines Lohnes verzichten, und zwar auf den Teil, der in Konvertiblen Pesos ausgezahlt wird. Da dies niemand in Kauf nehmen möchte, kommen die langsameren Dreher eben auch nach Feierabend, an ihren „freien“ Tagen in die Fabrik, um so ihr Soll doch noch zu schaffen.

Bummel durch die koloniale Altstadt

Am Platz der einstigen Kathedrale stellen wir die Wagen ab, um nun durch die Stadt zu bummeln. Die Kathedrale, ein gedungener, massiver Bau, steht wohl leer, scheint dem Verfall preis gegeben. Allerdings könnte auch das Gebäude, in dem das Naturkundemuseum untergebracht ist, eine größere Instandsetzung vertragen.

Die Hauptstraße ist geprägt von kleinen, einstöckigen Häusern – aber immer wieder sieht man vor allem an den Straßenecken auch recht repräsentative Bürgerhäuser, regelrechte Stadtvillen

In eines dieser Bürgerhäuser, zweistöckig, von außen eher unscheinbar, schauen wir kurz  hinein. Das Anwesen gehört einer älteren Dame, deren Familie zum großen Teil in den USA lebt. Fotografieren der Angehörigen schmücken das gleich zur Straße liegende Wohnzimmer, das im übrigen voll gestellt ist mit Sesseln, Stühlen, Tischen, die für unsere Augen schon erstaunlich altmodisch wirken, wie eine Puppenstube aus der Zeit der Großmütter. Hinter diesem Wohnzimmer schließt sich ein kleiner Innenhof an, um den herum mehrere kleine Schlafzimmer eingerichtet sind, Räume, die an Fremde vermietet sind. Das ganze wirkt nach einer Pension oder einem Hotel, auch, wenn es darauf keinen Hinweis gibt.

Unser Mittagessen nehmen wir in einem Fischrestaurant an der Hafenpromenade. Wir sind relativ spät dran, und das Lokal ist bis auf den letzten Platz besetzt – von anderen Reisegruppen. Einheimische sieht man hier gerade nicht.

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