Havanna - von der Zigarrenfabrik H. Upmann ins Rum-Museum und das Museum der Revolution, bei der Granma und den Relikten vom Sturm auf die Moncada-Kaserne und dem Kampf in der Schweinebucht

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Havannas Museen - Zigarren, Rum und Revolution 

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Havanna - von der Zigarrenfabrik H. Upmann ins Rum-Museum und das Museum der Revolution 


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Zigarrenfabrik mit  "revolutionärer Tradition"

Keine Havanna-Tour ohne Besichtigung einer Zigarrenfabrik, hier der Zigarrenfabrik H. Upmann, 1844 von einem deutschen Einwanderer gegründet, nun ein mehrfach ausgezeichneter sozialistischer Musterbetrieb, angeblich ein Zentrum der revolutionären Tradition, das in seinem Eingangsbereich mit einer kleinen Ausstellung an die „Helden der Moncada“ erinnert, an den Stoßtrupp, mit dem Fidel Castro die Moncada-Kaserne in Santiago erobern wollte und damit den Startschuss zur Revolution abgab.

Allerdings: Über den Eingangsbereich kommt man ohne lizenzierten Fremdenführer nicht hinaus. Und die "normalen" Guides haben keine Lizenz für Führen durch Havannas Zigarrenindustrie. 

Aber auch mit dem lizensierten Führer kann man nicht einfach in die Fabrik, eigentlich eher eine Manufaktur, hineinmarschieren. Erst müssen an der Garderobe Kamera und Fotoapparat abgegeben werden: Aus einem nicht ganz ersichtlichen Grund ist das Fotografieren in dieser und den anderen Zigarrenfabriken verboten – und in dieser Fabrik sind auch die Besucher eigentlich nicht gern gesehen. Eigentlich, so der Fabrik-Führer, wolle die Direktorin keine Touristin, könne sich aber natürlich nicht über die entsprechende Anweisung des zuständigen Ministeriums wehren. Dennoch versuche sie immer wieder, die Besuche nach all ihren Möglichkeiten zu behindern.

Wie auch immer: Untergebracht ist die Fabrik, in der vor allem Zigarren der Marke „Romeo y Julietta“ gedreht werden, seit einem Jahr in einem dreistöckigen Bau nahe der Altstadt, in einem Gebäude, das offensichtlich schon von Anfang an als Fabrik angelegt war, mit einem gewaltigen überdachten Innenhof zur Repräsentation, den Büros im unteren Stock, den Fertigungshallen darüber.

Insgesamt 600 Menschen sollen hier arbeiten, wobei das Soll eines Zigarrendrehers, je nach der Qualität, in der er dreht, zwischen 45 bis 100 Zigarren, in Einzelfällen 170 Zigarren pro Tag beträgt.

Und die Fertigung der Zigarren, von denen täglich 25000 die Fabrik verlassen, ist ausschließlich Handarbeit! Als erstes greift sich der Dreher bzw. die Dreherin ein großes, halbwegs passendes Blatt, schneidet es zurecht, rollt es dann zusammen, fügt noch weitere Blätter hinzu, bis die zusammen in etwa die Gestalt der künftigen Zigarre annehmen. Dann werden diese halbfertigen Zigarren in eine Presse gestopft, werden die Tabakblätter so entsaftet und in die richtige Form gebracht – und bekommen anschließend den letzten Feinschliff, werden noch einmal zurechtgeschnitten, wird das Mundstück zugelebt.  Für eine Cohiba, die edelste und teuerste Zigarrenart, muss der Kunde dann zwischen 25 und 75 US-$ zahlen.

Für die Zigarrendreher – gut die Hälfte sind Frauen, die Mehrzahl schwarz, obwohl die Schwarzen in Havanna eigentlich eher die Minderheit sind – ist das ein unerschwinglicher Betrag. Und die Arbeitsbedingungen sind auch nicht unbedingt als „sozialistisch“ auszumachen. In insgesamt 15 Reihen stehen die Werkbänke hintereinander, jeweils zwei mal vier Stück, zusammen 120 Arbeitsplätze in jeder Fertigungshalle, und obwohl keinerlei Maschinen eingesetzt werden, ist es natürlich entsprechend laut, während die Zigarrendreher versuchen, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren und das Soll zu schaffen.

Angeblich soll hier nicht fotografiert werden, weil dies gegen die Rechte der Arbeiter verstoßen würde, aber vermutlich wollen die Fabrikleitungen nur nicht, dass die Produktionsbedingungen auf den Fotos von Touristen festgehalten werden.

Zwei Jahre muss der Rum reifen

Neben Zigarren Kubas anderer großer Export-Schlager: der Rum. Das Rum-Museum liegt gleich neben dem Hafen - und scheint bei den Touristen recht beliebt. Jedenfalls ist das Foyer des Gebäudes schon gefüllt mit Besuchern, die auf die nächste Führung warten. Denn, wie schon in der Zigarrenfabrik: Auch durch das Rum-Museum geht es nur mit einem dafür extra lizenzierten Führer.

Die ersten Ausstellungsstücke, die man zu sehen bekommt: Rumflaschen, wie Kunstobjekte angestrahlt und in Glasvitrinen. Aber der Rum, alle Flaschen von Havanna Club, der hier steht, ist ja auch kein beliebiger Schnaps. Wenigstens zwei Jahre lang ist „Weiße Rum“, der Rum der geringsten Qualität gereift, die dunkleren Qualitätsstufen bringen es dann auf bis zu 15 Jahre, wobei der „Maximo“ sogar 18 Jahre alt sein muss, bevor er getrunken wird. Andere Sorten haben sogar noch mehr Zeit zum reifen, und auf Wunsch gibt es sogar hundert Jahre alten Rum – mit einem nach oben offenen Preis.

Kurz wird im Museum das Leben der Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern gestreift, in Gestalt von lebensgroßen Figuren, die bei der Arbeit gezeigt werden, dazu kann man die Holzfässer bestaunen, in denen der Rum gelagert wird, Fässer, die 60 Jahre halten müssen, und schließlich das Prunkstück des Museums, ein maßstabgerechtes Modell einer Destillationsanlage wohl um 1900 bzw. dem frühen 20. Jahrhundert, keine einfache Fabrik in der Nähe der Zuckerrohrfelder, vielmehr eine ganze Stadt mit Bahnhof, Fabrikanlagen und Wohngebäuden, ein Modell, durch das übrigens auch noch eine Eisenbahn fährt.

Vom Präsidentenpalast zum Revolutionsmuseum

Neben einem kleinen Wachturm, einem Überbleibsel der Stadtmauer, die das alte Havanna umgab, steht der frühere Präsidentenplast, seit 1970 das Revolutionsmuseum, unser nächstes Ziel der Besichtigungstour.

In den Glasvitrinen des Eingansbereiches sieht man Kleidungsstücke, Waffen und diverse andere Utensilien, die die Angehörigen der Studentengruppe, die am 13. März 1957 erfolglos versuchten, diesen Palast zu stürmen und den Diktator Baptista zu erschießen, bei sich trugen, dann geht es die Freitreppe, vorbei an einer Büste des Nationalhelden José Martí, in das obere Stockwerk. Unter der Kuppel des Palastes zeigt ein überdimensioniertes Wandgemälde eine Szene aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier Ende des 19. Jahrhunderts, die Exponate in den einzelnen Räumen dagegen stammen fast ausschließlich aus der Zeit des Guerillakrieges von Fidel Castro gegen das Baptista-Regime. Da sieht man dann zum Beispiel nicht nur die Funkgeräte, sondern auch eine Radiostation, die von der Guerillas betrieben wurde, zahllose Fotos der verschiedenen Commandantes, und schließlich, als Wachsfiguren Che Guevara und einen Begleiter auf Patrouille im Dschungel.

Revolutions-Schiff unter Glas

Im Außenbereich des Museum kann man die Granma bestaunen, jene Yacht, mit der Fidel Castro zusammen mit rund 80 Gefährten aus dem Exil zurückkehrte, um in Kuba die Revolution zu starten. Wirklich nah heran kommt man an die Granma aber nicht: Sie steht geschützt in einem gläsernen Gebäude, das man nicht betreten darf. Und sie wirkt auch weder groß noch komfortabel: Kaum vorstellbar, dass über 80 Menschen auf Platz gefunden haben soll.

Eine der Revolutionsgeschichten, die man hier zu hören bekommt: In einer stürmischen Nacht fiel einer der Passagiere über Bord, und obwohl es so gut wie keine Chancen gab, den Mann zu bergen, die Revolutionäre wegen des Wetters ohnehin schon ihrem Zeitplan hinterher hinkten, gab Castro den Befehl, nicht eher weiter zu fahren, bevor man den Verlorenen gefunden hätte. Allerdings: Gefunden wurde er nie – und die Granma musste schließlich ohne ihn wieder Kurs auf Kuba nehmen.

Andere Ausstellungsstücke des Außenbereiches: Autos, durchaus gediegene amerikanische Straßenkreuzer, ganz zivil, die Fidel Castro und  seine Leute beim Angriff auf die Moncada-Kaserne einsetzen, Panzer und Kampffugzeuge, mit denen kurz nach der Revolution der von der CIA unterstützte Angriff von Baptista-Anhängern in der Schweinebucht abgewehrt wurde. Allerdings: Die Exponate wirken ziemlich willkürlich zusammen gestellt, ohne weitere Erklärungen – und Besucher, die die kubanische Revolution nicht bis in jede Einzelheit kennen, müssen sich die mögliche Geschichte der verschiedenen Fahrzeuge und Kanonen schon selber ausdenken.

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