Jamaika - Port Antonio und Ochos Rios, Seite 4

Von Port Antonio zu den Dunn's River Falls in Ocho Rios, zur Runaway Cave in Runaway Bay und zur Discovery Bay



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Port Antonio - wo die Bounty ihre Fracht abliefern sollte

Bei der Fahrt von Long Bay nach Port Antonio passieren wir etliche Bretterbuden, die entlang der Straße stehen und in denen an die Vorbeikommenden Essbares verkauft wird. Der Reiseführer erwähnt für die Gegend das winzige Örtchen Boston. Dieses Dorf fällt auch durch seine gepflegten Steinhäuser auf, gilt Zentrum der jamaikanischen Schlachterei.. Den ganzen Tag über werden in größeren offen stehenden Hütten Hühnchen und Schweine zubereitet.
Klicke auf das BildDas erste, was man bei der Anfahrt von Port Antonio zu Gesicht bekommt, sind die vorgelagerten Inseln, dicht bewachsen, eine wahre Augenweide. Von der einst spanischen Anlage Port Antonios ist unterdessen  nichts mehr zu erkennen, und der Hafen, in dem Kapitän Bligh mit der Bounty die Klicke auf das BildBrotfrucht zur Ernährung der schwarzen Sklaven ausschiffen sollte, dämmert heute ebenfalls vor sich hin.
Gleich gegenüber vom Hafen steht ein merkwürdig anmutendes Gebäude, Port Antonios wohl witzigste Sehenswürdigkeit: Ein großes Haus, das die Baustile aller möglichen Länder vereinigt. Während eine Fassaden-Front an den Palast der Winde im indischen Jaipur erinnert, befindet sich daneben ein anderes Fassadenstück im Fachwerkstil und in einen anderen Teil dieses Hauses wurden schließlich griechische Säulen eingebaut. Wir haben hier eine Shopping-Passage mit einem Innenhof, zur einen Hälfte im Mittelalter-Look, auf der anderen Seite als Sakralbau gestaltet. Auf zwei Stockwerken liegen die Geschäfte, Bildergalerien und ein gepflegtes Café.

An den Dunn’s River Falls

Ocho Rios, Jamaikas wohl bekanntestes Touristenzentrum, kündigt sich mit großzügigen Villenanlagen an. Die Stadt ist ein moderner Ort mit breiten, sauberen Straßen, sogar gepflegten Rasenflächen – und äußerst hässlichen Hochhäusern, die hier unterhalb der grünen Berghänge besonders deplaziert wirken.
Klicke auf das BildDie Touristenattraktion von Ocho Rios sind die Dunn’s River Falls, eigentlich ein herrliches Stück Natur, das aber lediglich als Zentrum eines eigenartiges Vergnügungsparks dient.
Der Dunn’s River stürzt hier auf einer Wegstrecke von vielleicht hundert Metern in mehreren Etappen in rasanter Geschwindigkeit in seine Mündung, Klicke auf das Bildunmittelbar am gelben Sandstrand von Ocho Rios, und die große Attraktion besteht nun darin, von der Mündung am Meer aus gegen die Strömung über die Felsen zu klettern, bis man schließlich völlig durchnässt die Ziellinie erreicht.
Das ist aber eben kein einsames sportliches Naturvergnügen, sondern eine Massenveranstaltung, die mit Eintritt, Trinkgelder für die Guides, Ausleihgebühren für die Wasserschuhe und Gebühren für die Aufbewahrung der eigenen Sachen nicht gerade billig ist. Wer dabei ein Foto von sich in den Fluten haben möchte, zahlt noch einmal einen erheblichen Betrag in US-$. Und am Ausgang der Anlage warten dann die Souvenirhändler in Dutzenden von Buden auf den Besucher.


Runaway Cave und Discovery Bay

In Runaway Bay wartet die nächste „größte Attraktion“ von Jamaika auf uns. Die „Runaway Cave“.
Zunächst steht man in einer riesigen Halle, von der sich mehrere verschlungene Gänge abzweigen. Die Stalagmiten und Stalaktiten werden vom unserem örtlichen Führer als „Delfin“ oder als „Stiefel“ bezeichnet, aber es bedarf schon einiger Fantasie, um solche Figuren zu erkennen.
Ein kleineres Gewölbe mit einer stets feuchten Tropfsteinformation dient als „Musikzimmer“. Jeder Schlag auf den kaminförmigen Stein erzeugt einen Ton wie von einem Kesselinstrument. Beeindruckend: Durch das Gestein haben sich an manchen Stellen die Wurzeln der oberhalb der Höhle wachsenden Bäume gefressen, und diese steinharten Wurzeln ruhen nun wie Schlangen auf dem Höhlenboden. Die Höhle, so unser Führer, diente wohl auch schon den Arawak-Indianern als Zufluchts- oder Zeremonienstätte.
Unweit von Runaway Bay liegt Discovery Bay, der Ort, wo angeblich Columbus zum ersten mal Jamaika betreten hat. Daran erinnert nun ein „Columbus Park“. Wichtiger für die Insel-Wirtschaft ist aber wohl, dass in der Discovery Bay das nahe von hier geförderte Bauxit verschifft wird – wofür ein hässliches Monstrum von stählerner Verladeanlage steht, dass beinahe den Anblick der ganzen Gegend verschandelt.




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