Jamaika - Negril, Seite 1

Negril - vom Piratennest und Fischerdorf zum führenden Ferienort an Jamaikas nordwestlicher Küste



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Flussmündung und Touristenmarkt an Negrils Ortszentrum

Über Negril ist in den Reiseführern zu lesen, dass der Ort in früheren Zeiten ein Piratennest gewesen sei. Heute wäre noch ein hübsches Fischerdorf erhalten.
Das „Stadtzentrum“ jedenfalls, erkennbar an einem Kreisverkehr, hat wenig mit einem Fischerdorf zu tun: Das besteht auf der einen Seite aus einigen zweistöckigen Gebäuden mit Bank, Supermarkt und weiteren Geschäften.
Klicke auf das BildAuf der anderen Seite hin, am Wasser gelegen, an der Mündung des Negril River, wo kleine Ausflugsboote liegen, befindet sich eine Ansammlung von Bretterbuden. Auf einem Baum im Fluss hat sich ein Schwarm aus einigen Dutzend größerer weißer Vögel, möglicherweise Fischreiher, niedergelassen. Auf den verwilderten Grünflächen im Ortskern weiden die Ziegen.
Klicke auf das BildDie Bretterbuden mag man zunächst für die Reste eines Fischerdorfes halten. Tatsächlich erweisen sie sich dann aber als Verkaufsstände eines Touristenmarktes. Hier werden vor allem Holzschnitzereien angeboten, Decken und natürlich auch die rot-gelben Rasta-Strickmützen.
Eine der von dem Kreisverkehr abgehenden Straßen führt zunächst ins Landesinnere in Richtung der Provinzhauptstadt Savanna-La-Mar. Zumindest das abendliche Leben an dieser Straße erinnert noch am ehesten an das, was sich ein Europäer unter Jamaika vorstellt: Bretterbuden, aus denen Reggae-Musik ertönt, sogenannte Nacht-Küchen, kleine Holzwagen, auf denen Hähnchen gegrillt werden und Leute, die Zuckerrohrstangen verkaufen.

Marguerita Ville – Sandstrand und Korallenbänke

Folgt man dagegen der Hauptstraße an der Küste nach Westen Richtung Marguerita Ville passiert man eine  Kette von Hotelanlagen und Strandrestaurants.
Klicke auf das BildMarguerita Ville, das touristische Herz Negrils, verfügt über einen herrlichen breiten und vor allem scheinbar unbegrenzt langen Sandstrand, ist aber vor allem ein fast schon überfüllter Touristenstrand mit allen möglichen Freizeitangeboten bis hin zum Parasailing.
Vor allem vor Marguerita Ville kreuzen auch die Ausflugsboote. Wir starten von hier mit einem Glasboot zu den Korallenbänken.
Negril vom Meer aus gesehen: Ein gelber Streifen liegt vor den Palmen, im Hintergrund erheben sich die dichtbewachsenen Berge in einem ununterbrochenen Grün. Nur ab und an sticht am Strand ein größeres Gebäude hervor. Wären nicht die vielen Boote auf dem Wasser, könnte man das fast für einen unberührten Flecken halten.
Zunächst befindet sich unter uns nichts als blanker Sand, nach einiger Zeit dann von Seegras bewachsen. Schließlich kommen einige kleinere Korallenfelsen dazu und Gewächse, die von oben aussehen, wie Kakteen, die auf dem Meeresboden wachsen.
Am beeindruckendsten an diesem Teil der Unterwasserwelt sind aber die Seesterne, die hier eine Armlänge Durchmesser erreichen, und verstreut auf dem Grund liegen.
Schließlich haben wir den Punkt erreicht, an dem wir zum Schnorcheln ins Wasser gehen. In großen Schwärmen ziehen die Zebrafische an uns vorbei, gelb gestreifte possierliche Wesen, die sich dem Taucher, der sich ganz ruhig verhält, vorsichtig nähern, sich fast berühren lassen. Dazu entdecke ich lange silbrige Fische mit einem spitzen Maul, fast so etwas wie Schwertfische im Kleinformat. Knapp über dem Grund, innerhalb der Korallenstücke, tummeln sich vereinzelte kleine tiefblaue Fische.

An der Steilküste

In östlicher Richtung entlang der Küstenstraße zeigt sich Negril von einer ganz anderen Seite. Bretterbuden stehen unmittelbar an dem winzigen Strand, der hier allerdings aus Korallensteinen besteht. Die fast gerade Linie dieser Bretterbuden entlang der Straße wirkt wie ein Wild-West-Städtchen. Selbst die Kirche auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ein schmuckloser weißer Steinbau, passt zu diesem Bild.
Auf dem Baum an der Landzunge zwischen Sandstrand- und Steilküsten-Negril haben sich schwarze Fischadler eingenistet.
Klicke auf das BildAn die Bretterbuden zu Beginn des „Steilküsten-Negril“ schließen sich Hotels und Pensionen an, die allerdings zumindest vom äußeren Eindruck um einiges kleiner sind als die Anlagen von „Sandstrand-Negril“. In den Mulden des scharfkantigen Korallengesteins haben sich Kolonien von Krebsen angesiedelt, die aber sofort ins Meer flüchten, wenn man sich ihnen nähert.
Am Endpunkt von „Steilküsten-Negril“ steht das Lighthouse, der Leuchtturm. Der weiße Bau, etwa 20 Meter hoch mit einigen zerfallenen Gebäuden daneben, ist weniger berauschend. Dafür liegt er an einem schönen Platz, und noch vor dem Leuchtturm erhebt sich ein mächtiger Baum mit gewaltigem Wurzelwerk und einem Stamm-Umfang von vielleicht knapp zehn Metern.
Dazu hat die Steilküste hat ihren besonderen Reiz: Die Wellen haben Buchten und Höhlen in das Gestein geschlagen und an vorgelagerten Felsbrocken schäumt die Gischt.



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