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| Am
"Sharkpoint": Ein Weißspitzenriffhai. |
Tsavo-Ost:
Ein Nilpferd unterwegs zum Wasserloch. |
Eine
Büffel-Herde im Nationalpark Tsavo-Ost |
Nakuru-Nationalpark:
Ein Nashorn in der Nähe des Ufers |
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| Am
Mara-River: Nilpferdmutter mit ihrem Jungtier |
Eine
Löwin an einer Wasserstelle in der Masai Mara |
Die
Masai Mara - auch das Land der Masai und ihrer Rinder |
Eine
Elefantenmutter mit ihrem Jungen in der Masai Mara |
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Bereit zur
Jagd: Ein Gepard in der Masai Mara |

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Blick auf den
Kilimandscharo - gesehen von Kimana |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Reiseroute und
beschriebene Orte: Shanzu
mit den Tauchplätzen Sharkpoint, Malaika,
Brain Coral, Sandy Ray,
Tsavo-Ost, Nakuru-Nationalpark,
Masai Mara, Kimana
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Dienstag,
18. März 2008: Mombasa - Shanzu
Kurz
vor sechs Uhr früh Ortszeit – zwei Stunden weiter als die
Mitteleuropäische Normalzeit – landet die Maschine von African
Safari nach einem wahrhaft anstrengenden Nachtflug auf dem
Flughafen von Mombasa. Es ist die einzige Maschine, die momentan
auf dem Rollfeld steht.
Über
Mombasa geht es mit dem Bus nun nach Shanzu. Das erste, was man
von Mombasa sieht, ist eine äußerst ordentliche, aber doch eintönige
Neubausiedlung, für afrikanische Verhältnisse vermutlich beinahe
so etwas wie gehobener Standard. Weiter zur Stadt hin passieren
wir dann weitere Neubausiedlungen, etwas älter und schon
heruntergekommen, die einzelnen Häuser einfach ins Gelände
gebaut, ohne erkennbare Wege zwischen den einzelnen Gebäuden.
Mombasa
scheint langsam wach zu werden, die Menschen sind die Straßen,
fast nur Fußgänger, ab und an Leute auf einem Fahrrad, Mopeds
oder gar Autos sind wohl nur wenigen vorbehalten.
Doch
von den Unruhen des Dezember und Januar sind auch keine Spuren
mehr erkennbar. Auf einer Häuserwand steht als Graffiti „Kibaki
for President“, dazu noch ein anderer Name als „for MP“,
also als Parlamentsabgeordneter – aber bisher scheint sich auch
niemand sonderlich an diesen Losungen gestört zub haben.
Auf
dem Weg nach Shanzu säumen immer mehr Wellblechhütten die Straße.
Allerdings wohnt hier niemand, vielmehr dienen diese Hütten als
Unterstände für allerlei landwirtschaftliche Gerätschaften. Als
improvisierte Restaurants, in denen etliche Einheimische gerade
ihr Frühstück zu sich nehmen. Mombasa ist von Farmland umgeben
– und der Ort Shanzu, falls man von einem „Ort“ überhaupt
reden kann, wäre dann eine Art landwirtschaftliches Zentrum,
direkt an der Küste.
Vor
allem ist Shanzu wegen seines weißen Sandstrandes, von dem bei
Flut aber nur ein relativ schmaler Streifen bleibt, ein Ort der
Hotelanlagen. Das Dolphin Hotel, in dem wir absteigen, ein Hotel
von African Safari Club, liegt inmitten eines ganzen
Hotel-Komplexes, alle Hotels über Spazierwege miteinander
verbunden, einige Hotels wegen Gästemangel derzeit aber
geschlossen.
Außerhalb
der – abgesperrten – Anlagen versuchen die Einheimischen, ihr
Geschäft mit den Touristen zu machen. Es haben sich einige kleine
Verkaufsstraßen gebildet, angeboten werden Schnitzereien, naive
Bilder, dazu gibt es auch einige „Reisebüros“, deren
Safari-Preise sich aber auch nicht von den Preisen der großen
Veranstalter unte5rscheiden.
Gegen
Abend kommen in unserer Hotelanlage die Makaken aus den
Verstecken, in denen sie sich tags über vor der Hitze verborgen
haben. Von „Abkühlung“ kann aber auch nach Sonnenuntergang
nicht wirklich die Rede sein.
Mittwoch,
19. März 2008: Shanzu mit den Tauchplätzen Sharkpoint und
Malaika
Ich
habe bei den Barakuda-Divers eingescheckt. Zehn Minuten vor acht
Uhr – verabredet war 7.30 Uhr – werde ich von Franco, einem
der einheimischen Divemaster, abgeholt, und mit dem Pick-Up geht
es zum Hafen, dem Bootssteg der wenige Kilometer entfernten Anlage
Pirates Bay, auch das eine Anlage von African Safari, allerdings
nicht am Meer, sondern an einem Meeres- oder auch Flussarm, in dem
das Wasser nach faulen Eiern riecht. Dennoch sieht man hier eine
ganze Reihe von Fischern, die in ihren Einbäumen mit einer
Angelschnur in dem Brackwasser ihr Glück versuchen.
Unser
erstes Ziel ist der Sharkpoint, vielleicht zwei Kilometer vor der
Küste gelegen, ein 18 Meter tief gelegenes Korallenriff mit
etlichen Trichterkorallen, das aber doch ziemlich grau wirkt. Das
mag jedoch auch an der eher dürftigen Sicht von maximal sieben
Metern liegen.
Auffällig:
Die große Menge an Nasendoktorfischen, die sich zwischen den Schwärmen
von Süßlippen tummeln. In den Mulden des Riffs stoßen wir auf
zwei Muränen, eine gecheckte und eine große lilane Muräne, der
Größe des Kopfes nach zu urteilen sicherlich ein
Zwei-Meter-Exemplar. Auch die bräunlichen Zackenbarsche erreichen
hier stattliche Größen. Eine Länge von eineinhalb Metern dürfte
bei diesen bräunlichen Tieren hier wohl durchaus normal sein.
Und
dann sehen wir, auf dem Meeresboden liegend, einen Weißspitzenriffhai.
Franco wird nachher sagen, er wäre etwa zweieinhalb Meter lang
gewesen – aber das scheint mir dann doch übertrieben. Ich würde
ihn eher auf knappe zwei Meter veranschlagen, wobei dieser Hai
eben auch ein schlanker Fisch ist, neben den klobigen
Zackenbarschen fast filigran erscheint. Und der Hai ist auch ein
scheues Tier: Um ihn zu fotografieren, versuche ich etwas näher
an ihn heranzuschwimmen – doch der Hai verlässt seinen
Ruheplatz und macht sich davon.
Der
zweite Tauchgang führt uns zum Tauchplatz Malaika, auch der natürlich
im Marine-Schutzgebiet gelegen, auch rund 18 Meter tief – aber,
so scheint es, etwas farbenfroher als Shark Point. Neben den
Nasendoktoren, die es hier wohl überall zuhauf gibt, begegnen wir
Schildkröten, darunter einem nicht einmal sonderlich großen
Tier, dessen Panzer bereits die Spuren etlicher Kämpfe trägt, an
einigen Stellen regelrecht angebissen ausschaut. Dazu gibt es auch
hier wieder Barsche und schließlich mehrere Blaupunktrochen.
Donnerstag,
20. März 2008: Shanzu mit den Tauchplätzen Brain Coral und Sandy
Ray
Auch
die beiden Tauchplätze, die wir heute ansteuern, gehören zum
Marine Park. Allerdings liegen sie etwas näher am Hafen.
Brain
Coral bezieht sich auf ein größeres Areal mit Kopfkorallen,
gelegen in rund 19 Metern Tiefe, ein ziemlich ebener Tauchplatz,
wo uns schon beim Abstieg ein prächtiger Papageienfisch empfängt.
Und auch, wenn das Korallenfeld ziemlich weitläufig ist – das
Zentrum dieses Tauchplatzes, eine wie ein Hügel hochgewachsene
Kopfkoralle, ist wie ein einmaliger Treffpunkt der einheimischen
Unterwasserwelt. Hier tummeln sich die Lippfische in Schwärmen,
schwimmt eilig eine Schildkröte vorbei, zeigen sich die mächtigen
Barsche – und kreuzt, allerdings etwas weiter weg, ein
vielleicht zwei Meter großer Napoleonfisch unseren Weg.
Etwa
15 Minuten später, an einer anderen Stelle von Brain Coral,
begegnet mir übrigens ein zweiter, diesmal aber weitaus kleinerer
Napoleon.
Sandy
Ray, unser zweiter Tauchplatz, 15 Meter tief, zeichnet sich durch
eine hervorragende Sicht aus. Genau deshalb erscheint dieser
Tauchplatz auch so farbenfroh! Typisch für die Tauchplätze der
Region die Barsche und auch wieder die überall vorkommenden
Nasendoktoren und Schildkröten. Beeindruckend sind aber auch die
Drückerfische. Gegen Ende des Tauchganges entdecken wir ein
besonders herrliches Tier, sicher eineinhalb Meter groß, dass
sich in der Mulde einer Koralle, einer Art Mini-Höhle
niedergelassen hat.
Freitag,
21. März 2008: Shanzu mit den Tauchplätzen Sharkpoint und
Malaika
Wieder
an den Shark Point!
Bei
etwas besserer Sicht als beim ersten mal nimmt man nun auch die
Konturen dieses Tauchplatzes wahr: Ein langgezogener sanfter
Korallenhügel, umgeben von einem flachen Korallenfeld. Wobei es
aber dabei bleibt: die anderen Tauchplätze waren um einiges
bunter!
Kurz
nach dem Abstieg kreuzen zwei Barrakudas unseren Weg, auch ein
vereinzelter Flötenfisch springt ins Auge, ebenso wie die großen
Muränen, die aus ihren Höhlen schauen. Franco, mein
einheimischer Tauchpartner, macht mich auf einen gut getarnten an
einer Koralle schmiegenden Steinfisch aufmerksam – und schließlich
auf einen in einer Entfernung eilig vorbeischwimmenden Weißspitzenriffhai,
von dem allerdings nur die Konturen zu erkennen sind. Kurz darauf
liegt ein zweiter in einer Sandmulde, bleibt für einige Sekunden
in unserem Blickfeld, um dann in das tiefe Blau fortzuschwimmen.
Ein, wie Franco behauptet weit größeres, angeblich zweieinhalb
Meter langes Tier, das ich selbst allerdings nur auf zwei Meter
schätzen würde, verhält sich kurz darauf ebenso. Die „Räuber
der Meere“ sind zumindest uns Tauchern gegenüber äußerst
Publikumsscheu.
Aber
immerhin ist dieser Shark Point vor Shanzu ein Tauchplatz, der
seinen Namen wirklich verdient.
Bei
unserem nächsten Tauchplatz, wieder Mailaika, gibt es zwar keine
Haie, dafür aber jede menge ihrer Verwandten, der
Blaupunktrochen. Einige haben sich in den Sand eingegraben, andere
drehen gerade ihre Runden, einer schwimmt unmittelbar unter mir
hinweg, nur einen knappen Meter von mir entfernt. Dazu gibt es
auch hier wieder die Muränen, Tiere, die mitunter bei einer Länge
von sicherlich zwei Metern die Dicke von zwei oder drei Männerarmen
haben und Schildkröten.
Da
stoßen wir schließlich auf eine Gruppe von drei großen Tieren,
auch die sicherlich jede mit einem Rückenpanzer, der knapp an die
zwei Meter messen dürfte, die friedlich nebeneinander auf dem
Grund die Korallen abgrasen.
Wie
auch die anderen „Tauchtage“ ist dieser gegen zwölf Uhr
mittags beendet, verbringe ich den Nachmittag dann im Hotel.
Samstag,
22. März 2008: Tsavo - Ost
Kurz
nach 12 Uhr mittags fliegen wir vom Afrcan-Safari-Flughafen bei
Mombasa, etwa fünf Kilometer von den Hotelanlagen von Shanzu-Beach
entfernt, nach Tsavo-Ost.
Rund
eineinhalb Stunden dauert der Flug über die Buschlandschaft, die mitunter
fast eintönig wirkt. Ab und an sieht man ein "ummauertes", eher
eingezäuntes Areal, rund oder ovalförmig - die vereinzelt liegenden
Siedlungen der Landbevölkerung.
Unser
Ziel, das Crocodile-Camp, liegt direkt am Galana-River. Der Fluss ist
bräunlich, hat gerade vor unseren Lodges einige Stromschnellen gebildet.
Auf der anderen Seite des Flusses sieht man einige Zebras - und in einer
etwas ruhigeren Stelle des Flusslaufes, zwischen den Stromschnellen, haben
es sich zwei Nilpferde gemütlich gemacht.
Gegen
14 Uhr brechen wir auf zu unserer nachmittäglichen Pirschfahrt durch
Tsavo-Ost, meist den Galana-River entlang. Am Rollfeld des neben dem Camp
liegenden Flughafens entdecken wir einen großen Pavian, und über die
Pisten geht es nun zum offiziellen Parkeingang, gekennzeichnet durch ein -
allerdings nicht verschlossenes, von jedermann zu öffnendes - Tor, verziert
mit den Schädeln der hier lebenden Wildtiere, zum Beispiel den Schädeln
von Büffeln oder Giraffen.
Auffallend
in der Landschaft von Tsavo-Ost zunächst: Überall stehen die rötlichen
Termitenhügel, nicht unbedingt hoch, aber breit und massig, teilweise
direkt an die abgestorbenen Bäume gebaut. Später prägen rötliche
Sandsteinfelsen die Umgebung - und direkt am Ufer des Galana-River
schließlich beherrschen die Haine von Palmenbäumen das Bild.
Am
frühen Nachmittag stoßen wir aber nur vereinzelt auf Tiere, zunächst auf
einen Wasserbock, dann auf einige Zebras. Relativ häufig sehen wir dafür
Zwergantilopen. In einiger Entfernung beobachten wir dann schließlich auch
eine kleinere Gruppe von Elefanten, einige Büffel - und auf der anderen
Seite des Flusses Giraffen.
Ein
gutes Stück vom Fluss entfernt, gleich neben der Piste, kreuzt ein einsames
Nilpferd unseren Weg. Das ist wohl gerade auf der Wanderung, so wie auch der
Wasserbock in unmittelbarer Nähe, womöglich zu der Wasserstelle, die wir
kurz darauf entdecken, womöglich eine Art Zweitwohnsitz unseres Nilpferdes.
Ebenfalls
auf einsamer Wanderung befindet sich ein großer Elefantenbulle mit zwei
mächtigen Stoßzähnen. Durch uns jedenfalls lässt sich dieses gewaltige
Tier nicht aus der Ruhe bringen, zieht ungerührt weiter auf seinem Weg, als
wären wir in unserem Safari-Wagen keines Blickes würdig.
Extra
als Beobachtungspunkt am Galana-River ausgewiesen: Der so genannte
Hippo-Point. Doch momentan sind hier keine Nilpferde zu sehen - und so
bleibt nur ein Eindruck der in der Tat atemberaubenden Landschaft.
Auf
dem Rückweg kreuzt eine Herde von Büffeln, sicherlich einige Dutzend
Tiere, unseren Weg. Und wir begegnen auch wieder dem anderen Safari-Wagen
aus unserer Gruppe. Der hat rund 90 Minuten im Schlamm festgesteckt - und
weil er sich dazu auch noch in einem Funkloch befand, konnte der Fahrer
nicht über Handy Hilfe holen. Nun ziehen wir den Wagen mit vereinten
Kräften aus dem Schlamm.
Am
Abend werden vor unserem Camp die Krokodile gefüttert. Allerdings sind nur
vier Tiere auf dem Fütterungsplatz erschienen: Das größte Krokodil,
annähernd fünf Meter lang, hat selbst zwar offenkundig auch keinen all zu
großen Hunger - beißt die Kleineren aber immer wieder weg. Futterneid
scheint auch bei Krokodilen eine Rolle zu spielen.
Sonntag,
23. März 2008: Nakuru - Masai Mara
Nach
einer Zwischenlandung in Kimana landen wir gegen zehn Uhr vormittags auf dem
Flughafen des Nakuru-Nationalparks. Nicht
weit vom Rollfeld entfernt stehend beobachtet eine Giraffe unsere Landung.
Den
Eingang des Nationalparks erreichen wir über eine Geröllpiste, die sich
durch nichts von den "Wegen" im Park unterscheidet. Und bereits
auf dem Weg zum eigentlichen Nationalpark sieht man auch schon zahlreiche
Tiere, darunter sogar Büffel - und Nashörner.
Dass
Büffel und Nashörner einträchtig direkt nebeneinander leben, fast schon
eine Gemeinschaft bilden, das ist ein Eindruck, den man im
Nakuru-Nationalpark öfter bekommen kann. Und dazu gibt es auch hier
natürlich wieder Giraffen, Antilopen und Gazellen so wie Zebras.
Der
Nakuru-See selbst, das Herz des Nationalparks, gilt zwar als See der
Flamingos, aber daneben haben sich in trauter Eintracht - und fast ebenso
zahlreich - hier auch Schwärme von Pelikanen und Störchen nieder gelassen.
Und zwischen denen findet man auch, aber eher vereinzelt, einige
"Sekretäre".
Am
Ufer liegen die Federn all dieser Vogelarten, dazu findet man auch die
Knochen der Vögel, die hier verendet sind. Es kommen allerdings auch keine
anderen Tiere als diese Vögel an das Ufer des gerade eineinhalb Meter
tiefen Sees: Selbst die größten Räuber lassen sich durch den Gestank des
Amoniak, der hier überall in der Luft liegt, abschrecken.
Unser
Mittagessen nehmen wir in der Nakuru-Lodge. Am Swimmingpool der mondänen
Lodge verbringen gerade einige betuchte Einheimische ihre Zeit - und
unmittelbar vor der Lodge haben sich eine Pavianhorde und eine
Warzenschweinfamilie an einer Wasserstelle zusammen getan.
Nach
40 Minuten Flugzeit landen wir am Nachmittag in der Masai
Mara, auf dem Flughafen der der Buffalo-Lodge, einer Lodge direkt am
Mara-River.
Maskottchen
der Lodge ist ein acht Jahre altes Zebraweibchen mit dem Namen Milia. Als
verwaistes Baby kam die Tier in die Lodge, wurde hier dann mit der Flasche
groß gezogen - und durchstreift das Gelände der Lodge nun als
"sein" Revier, verlässt das Gelände aber auch ab und zu, um sich
dann anderen Zebras anzuschließen.
Im
Mara-River tummeln sich - von unseren Bungalows aus gleich im Blickfeld -
die Nilpferde und Krokodile. Mitunter, so warnen die Bediensteten, würden
die Nilpferde auch die Uferböschung hochsteigen, dann durch Anlage der
Lodge spazieren.
Noch
am Nachmittag unternehmen wir unsere erste Pirschfahrt durch die Masai Mara.
Der Nationalpark erscheint dabei vor allem als das Weideland der großen
Herden: Da sind vor allem die Zebras, aber ebenso Gazellen und Antilopen,
dazu bekommen wir auch Gruppen von Giraffen und schließlich Elefanten zu
Gesicht.
Und
dann, faul im Gras liegend: Zwei Löwen, zu denen sich nach kurzer Zeit auch
noch eine Löwin gesellt.
Gegen
Abend, mit Einsetzen der Dämmerung, lassen sich vermehrt auch andere
Raubtiere blicken, zunächst vor allem die Hyänen, während die Schakale
noch etwas abwarten.
Inzwischen
hat es allerdings zu regnen angefangen - und es regnet die ganze Nacht
hindurch.
Montag,
24. März 2008: Masai Mara
Der
Mara-River am Morgen: Eine Nilpferdmutter hat sich mit ihrem Jungen in einer
kleinen Ausbuchtung des Flusses, direkt am Ufer, niedergelassen. Die Mutter
jedenfalls kann hier im Wasser stehen, das Baby paddelt an der
Wasseroberfläche, in Tuchfühlung mit der Mutter. Gerade einen Tag sei das
Junge alt, meinen die Angestellten der Lodge - und hier habe seine Mutter
einen wirklich geschützten Platz gefunden. Hier nämlich ist das Kleine
zumindest sicher vor der Strömung, die es an anderer Stelle jederzeit von
der Mutter fortreißen könnte.
Mungos
auf einem Hügel - das sind die ersten Tiere, denen wir bei unserer
ganztägigen Pirschfahrt begegnen. Kurz darauf begegnen wir drei äsenden
Giraffen, stoßen dann, vielleicht hundert Meter weiter, gleich auf eine
größere Gruppe von Giraffen, bestehend aus etwa zehn Tieren, darunter auch
einigen Jungtieren.
Und
immer wieder: Tiergemeinschaften, zum Beispiel von Antilopen und
Warzenschweinen, die einträchtig beieinander liegen.
Auch
die Hyänen haben jetzt zu Beginn der Regenzeit ihre Jungtiere - wie auch
die Erdmännchen, die sich vor ihren Erdhöhlen aufgestellt haben.
Wir
erreichen einen kleinen Hain mit etwas höheren Bäumen. Oben auf zwei
Baumkronen liegen drei kleine Leoparden, ein Leopardenbaby allein auf seinem
Baum, die beiden anderen zusammen auf einem anderen Baum. Das allein
liegende Leopardenbaby fühlt sich aber in seiner Lage wohl etwas unwohl,
versucht, kopfüber den Baumstamm nach unten zu klettern.
Doch
unten auf dem Boden streift eine Hyäne durch das Gebüsch. Und der
Kletterversuch des Leopardenbabys missglückt: Ziemlich unsanft fällt das
Kleine auf den Boden, landet in dem hohen Gras - während einige Schritte
entfernt die Hyäne das Gelände unter den Bäumen absucht. Und nun fängt
auch noch auf dem anderen Baum das zweite Leopardenbaby mit dem Abstieg an,
kommt auch tatsächlich heil nach unten.
Kurz
darauf sieht man die Hyäne mit mit einem Stück Fleisch im Maul davon
laufen. Glück für die unvorsichtigen Leopardenbabys: Was die Hyäne davon
trägt, ist der Rest einer früheren Beute, die sie hier wohl versteckt hat,
wohl die Überbleibsel einer Antilope oder Gazelle.
Die
Masai Mara ist aber nicht nur Nationalpark - sie ist auch das Weideland
für die Rinderherden der Masai. Einer solchen Rinderherde begegnen wir als
nächstes, wobei sich die Thomsen-Gazellen gleich weder durch die Rinder,
noch durch die anwesenden Masai-Jungen vom Grasen abhalten lassen.
Kurz
darauf stoßen wir auf Giraffen, dann auf zwei Löwinnen, auf eine Gruppe
von Elefanten mit einem Jungtier, schließlich auf eine Büffelherde, in
trauter Nachbarschaft mit Zebras - und im Hintergrund grast weiter entfernt
wieder eine Rinderherde der Masai.
Vorbei
an einem Masai-Dorf, vor dem die Kinder die Rinder hüten, begleitet
allerdings von einem jüngeren Krieger, bewaffnet mit einem Speer, geht es
gegen 13 Uhr zur Buffalo-Lodge zurück - von wo wir allerdings nach dem
Lunch zur Nachmittags-Safari aufbrechen.
Fast
zu Anfang diese nachmittäglichen Pirschfahrt begegnen wir einer Herde von
vielleicht zehn Elefanten, darunter sind auch drei Jungtiere, die sich alle
dicht in der Nähe einer Kuh halten.
Wir
fahren durch das Land der Masai, passieren zunächst einen Kral, kreuzen
auch den Weg mehrerer Rinderherden, wobei hier die Masai nicht nur Rinder,
sondern auch Ziegen und Schafe halten. In der Ferne sind einige Gehöfte zu
entdecken.
Wenn
unser Wagen an einer dieser Herden vorbeifährt, rennen die Masai-Kinder
neben uns her, rufen dabei "Shilling, Shilling!" Zumindest bei uns
hat diese Form des Gelderwerbs heute keinen Erfolg.
Mitunter
fallen in der Landschaft bräunliche, eher flache Hügel auf - die Bauten
von Termiten.
An
einer Stelle des Mara-River legen wir einen Halt ein, steigen dabei auch
aus: Auf der anderen Seite des Ufers haben es sich einige Krokodile,
mächtige Exemplare, gemütlich gemacht, und gleich hinter diesen
Ruheplätzen der Krokodile ragt die Böschung steil nach oben. In der Mitte
des Flusses reißt ein Nilpferd, unbeeindruckt von den Krokodilen, sein Maul
auf.
Auf
dem Rückweg erleidet unser schon etwas altersschwacher Landcruiser einen
Achsbruch. Während wir auf die übrigen Fahrzeuge verteilt werden, muss der
Fahrer an der Unglückstelle auf Hilfe warten.
Gegen
17.30 Uhr sind wir wieder im Camp. Die Nilpferdmutter und ihr Baby,
angeblich soll es zwei Tage alt sein, haben sich in der Ufer-Ausbuchtung,
die genau unterhalb unseres Bungalows liegt, wohl für längere Zeit
häuslich nieder gelassen.
Dienstag,
25. März 2008: Masai Mara
Kurz
nach sechs Uhr brechen wir zur Früh-Pirsch auf. Noch ist es dunkel - und in
dieser Dunkelheit hat sich eine Giraffe bis an die Grenze unseres Camps
begeben. Gegen 6.45 Uhr geht über den Hügeln schließlich die Sonne auf.
Das
scheint die Zeit der Raubtiere zu sein, zunächst der Hyänen, von denen ein
Tier in der Nähe unseres Weges auf Beobachtungsstation gegangen ist.
Allerdings: Auch in der nächsten Zeit sehen wir immer nur einzelne Tiere,
aber keine Jagdrudel. Die Schakale
unterdessen haben bereits Beute gemacht, die sie nun, da wir uns ihnen
nähern, eilig davon tragen.
Und
wieder begegnen wir einer Giraffenherde, die etwa um die zehn Tiere zählt,
dazu auch einer Zebraherde.
Gegen
neun Uhr machen wir Frühstückspause bei einem Hain, in dessen Baumkronen
sich einige Geier versammelt haben. Eine Pavianherde achtet darauf, zu uns
den respektvollen Abstand zu wahren.
Schon
bald bekommen wir aber Besuch von einigen Masai, die an uns ihre
Schmuckarbeiten und Masken verkaufen wollen. Natürlich lassen sie sich auch
filmen und fotografieren, wollen dann aber dafür für jeden Beteiligten ein
Honorar von einem Euro.
Nach
dem Frühstück kreuzen wir durch die weite Graslandschaft, die heute zwar
schon etwas trockener als gestern ist, die aber immer noch voll grüner
Frische erscheint, wo sich auch immer noch genügend Wasserstellen finden
lassen. Statt größerer Herden sehen wir heute mehr vereinzelte Weidetiere
oder aber kleinere Gruppen.
Gegen
Ende dieser Früh-Pirsch treffen wir bereits unmittelbar an unserem Camp
noch auf eine Familie von Pavianen.
In
der Lodge hat sich unterdessen ein Drama um das Nilpferdbaby ereignet. In
der Nacht muss es einen Kampf zwischen der Mutter und einem Bullen gegeben
haben, der das männliche Baby wohl töten wollte. Das hat er zwar nicht
geschafft, aber immerhin ist es ihm gelungen, Mutter und Baby voneinander zu
trennen. Während die Mutter nun in der Nähe unseres Bungalows, also dort,
wo sie gestern mit dem Baby lag, nach ihrem Jungen sucht, liegt das keine
hundert Meter weiter, genau auf der Höhe des Camp-Restaurants, im Wasser,
taucht in Ufernähe ab und zu mit dem Kopf auf, um dann gleich wieder
unterzutauchen. Wenn Mutter und Kind nicht bald wieder zueinander finden,
hat das Kleine keine Überlebenschance. Spätestens nach Einbruch der
Dunkelheit werden es sich die Krokodile holen.
Philip,
der Camp-Manager, will das Baby deshalb mit einem Seil aus dem Fluss holen
lassen, weiß aber noch nicht, wie man das anstellen könnte.
Wir
brechen jedenfalls gegen 15 Uhr zu unserer Nachmittagspirsch auf, treffen
als erstes auf die fast schon obligatorischen Giraffen, fahren dann am
Mara-River zu einem Punkt, der als Nilpferd-Treff gilt. Tatsächlich liegen
hier bestimmt zwischen 20 und 30 Tieren im Wasser, darunter auch eine ganze
Reihe Jungtiere.
Nach
unserer Weiterfahrt begegnen wir zunächst einer großen Büffelherde, dann
einem großen alten Elefanten, einem Tier mit gewaltigen Stoßzähnen und
das nun, über unseren Besuch vielleicht etwas verärgert, mit den Ohren
wedelt, sich vor unserem Wagen postiert, dabei dann aber doch den nötigen
Abstand wahrt.
Und
schließlich entdecken wir eine große Herde von vielleicht hundert
Gazellen, fast alles Kühe, höchstens acht der Tiere sind Böcke.
Und,
etwa 300 Meter von der Herde entfernt, liegen drei Geparden auf Lauer.
Allerdings: Noch scheinen sich die Raubkatzen mit dem Beoabachten zufrieden
zu geben, liegen in Abständen von jeweils 20 Metern ganz ruhig da, haben
dabei die Gazellenherde fest im Blick, ohne jedoch irgendwelche Anstalten zu
machen, plötzlich mit der wilden Jagd beginnen zu wollen.
Als
sich die Gazellenherde dem Versteck der Geparden nähert, geht zumindest
eine Katzen schon mal in eine sitzende Position, stellt die Ohren auf - und
legt sich nach wenigen Augenblicken wieder hin.
Zumindest
so lange wir in der Nähe sind scheinen die Geparden nicht an einen
Jagderfolg zu glauben.
Zurück
im Camp hören wir von der glücklichen Rettung des Nilpferdbabys. Die
Angestellten der Lodge haben es mit einem Seil aus dem Wasser gezogen, dann
in der Nähe der Stelle, wo die Mutter im Fluss lag, es wieder ins Wasser
geworfen. Zunächst hatte die Mutter das wohl nicht einmal bemerkt. Erst,
als das Baby auf die Mutter zuschwamm, hat sie es entdeckt, sich dann aber
auch gleich wieder ihres Nachwuchses angenommen. Nun am Abend liegen Mutter
und Kind wieder fast genau an der Stelle, die sie sich schon vor der
Trennung als Unterschlupf ausgesucht hatten.
Mittwoch,
26. März 2008: Masai Mara - Kimana
Morgens
gegen sechs Uhr geht es zu unserer letzten Pirschfahrt durch die Masai
Mara, auf den Wegen, die wir schon öfter gefahren sind, die uns fast schon
bekannt vorkommen.
Wir
treffen wieder auf die Schakale, die sich ziemlich eilig aus dem Staub
machen, bekommen auch wieder die durch die Umgebung streifenden Hyänen zu
Gesicht - doch ansonsten erscheint das weite Grasland der Masai Mara heute
früh fast leer. Jedenfalls sind wir zunächst eine ganze Weile unterwegs,
ohne auch nur eine größere Herde zu sehen.
Dann
schließlich stoßen wir auf eine Zebraherde von sicherlich weit über
hundert Tieren, in ihrer Nachbarschaft dazu auch noch eine Herde von
Gazellen.
Vielleicht
300 Meter von den Weidetieren entfernt liegt eine Gruppe von drei Löwinnen,
die sich hier ganz gemächlich ausruhen, sich für die Beute in der Nähe
erst einmal gar nicht zu interessieren scheinen. Zwei weitere Löwinnen
kommen hinzu, werden von den dreien geradezu zärtlich mit viel Geschmuse
begrüßt - und nun erst nehmen alle fünf Löwinnen die Zebraherde fest ins
Visier, laufen langsam, fast gemächlich wie bei einem Spaziergang, in die
Richtung der Beutetiere.
In
der Nähe der Zebras trennt sich die Jagdgesellschaft wieder. Zwei Löwinnen
legen sich an einem Ende der Zebraherde auf den Boden, eine Raubkatze läuft
langsam Richtung Spitze der Herde, in der sich allmählich die Panik breit
zu machen scheint. Die Zebras rennen los,
stoppen dann rasch wieder - wobei die Löwinnen sich wohl immer nicht
entscheiden können, mit der eigentlichen Hatz zu beginnen.
Wir
brechen unsere Jagd-Beoabachtung hier ab, hören dann später von anderen
Safari-Teilnehmern, deren Wagen auch etwas näher an der Zebraherde standen,
dass die Löwinnen schon relativ früh ein verletztes Zebra entdeckt haben
mussten - und sich dann, ihrer Beute absolut sicher, viel Zeit lassen
konnten.
Gegen
neun Uhr verlassen wir die Masai Mara mit dem Flugzeug, landen gegen 10 Uhr
auf dem Rollfeld von Kimana. Vom Kilimandscharo ist
allerdings nichts zu sehen: Der liegt verborgen in den Wolken.
Die
Landschaft von Kimana ist vom Buschland geprägt. Große Grasflächen wie in
der Masai Mara gibt es hier nicht, dafür, Büsche, Sträucher,
Palmenbäume, Bäume, die kleine Wäldchen bilden, die einzelnen Haine dabei
teilweise sogar dich beieinander liegend.
Und
es gibt hier auffallend viele Wasserschweine, etliche Paviane, wieder
Giraffen und vor allem Zebras, Wasserböcke, Gnus - alle Arten von
Weidetieren, dazu auch erst eine Gruppe von Elefanten, etwas später dann
auch einen großen älteren Elefanten.
Unser
Camp, die Twiga-Lodge, liegt direkt am Kimana-River, der nach den starken
Regenfällen über seine Ufer getreten ist, sonst wohl ein ganz ruhiges
Flüsschen, nun aber bis an die äußersten Pavillons der Anlage
heranreicht.
Ab
und an lassen Paviane und Makaken auf der zentralen Wiese unseres Camps
blicken, ständig ist das Brüllen der Flusspferde zu hören.
Donnerstag,
27. März 2008: Kimana
Drei
Safaris zwischen den Mahlzeiten - das ist der Tagesablauf in der Twiga-Lodge
von Kimana.
Die
erste Safari - diesmal sind wir in einem alten Unimog unterwegs - beginnt
wie gewohnt morgens um sechs Uhr. Der nächtliche Regen und der völlig
aufgeweichte Boden haben aber die Tiere rar gemacht. In einiger Entfernung
können wir einige Giraffen ausmachen, wir sehen zahlreiche Wasserböcke,
eigentlich alle Arten von Weidetieren - aber eben fast immer nur einzeln.
In
einem Bau am Rand der Piste sitzt eine Fuchsfamilie mit ihren Jungen.
Das
beeindruckendste Bild bei dieser Frühpirsch: Die Morgendämmerung am
Kilimandscharo, auf dessen Gipfeln nun, wenn auch teilweise durch die Wolken
verdeckt, der Schnee klar zu erkennen ist.
Nach
dem Frühstück im Camp geht es zur Vormittagspirsch. Ein Aussichtshügel,
von dem aus man - allerdings unter anderen Bedingungen - vorbeiziehende
Elefantenherden beobachten kann. Nun ist der Boden allerdings zu schlammig,
weswegen sich die schweren Tiere momentan hier nicht sehen lassen.
Dafür
kreuzen zwei Schildkröten, ein noch sehr junges Exemplar und ein Tier, das
von unserem Führer auf drei Jahre geschätzt wird, unseren Weg.
Zurück
im Camp werfen wir vor dem Lunch noch einen Blick an den Hippo-Pool.
Während der Kimana unmittelbar vor dem Camp gerade die Breite eines
Bachlaufes hat, bildet er hier, keine 50 Meter entfernt, einen
regelrechten Tümpel, in dem wir immerhin acht Nilpferde ausmachen
können.
Die
Abend-Safari schließlich führt uns zum so genannten Hemingway-Museum.
Dieses Museum ist ein Regenschirmbaum, unter dem Ernest Hemingway angeblich
seine Kurzgeschichte "Schnee am Kilimandscharo" geschrieben haben
soll - und unter dessen ausladenden Ästen man in einem Rondell nun die
Gebeine aller möglichen Tiere der Umgebung zusammengetragen hat, von
Nilpferden, Gnus, Zebras und Elefanten, wobei die Elefanten angeblich auch
noch von Hemingway geschossen worden sein sollen.
Freitag,
28. März 2008: Kimana - Shanzu
Gegen
sieben Uhr früh, geführt von einem mit einem Gewehr bewaffneten
pensionierten Ranger, brechen wir zu unserem Fußmarsch durch die Umgebung
rund um die Twiga-Lodge auf.
Gleich
in der Nähe der Lodge stoßen wir auf einen Trampelpfad, eine jener
Dschungelwege, die sich die Tiere für ihre Wanderungen angelegt haben, in
diesem Fall der ständige Weg der Nilpferde zu ihrem Futterplatz an Land.
Jeden Abend gehen sie diesen Weg, kehren dann am frühen Morgen, eigentlich
noch in der Nacht, ins Wasser zurück. Tatsächlich sieht man überall im
feuchten Boden die Exkremente der Nilpferde, die Spuren ihrer Klauen - und
der Weg endet schließlich an einem schlammigen Platz, an dem die Hippos
ihre Nacht verbrachten.
Ein
Loch im Boden: Der Ranger erkennt hier die Reste eines Termitenbaus, der von
einem Ameisenbär ausgeplündert worden ist. Viele dieser ehemaligen
Termitenbauten dienen nach einem solchen Raubzug eines Ameisenbären dann
zum Beispiel Füchsen, aber selbst Warzenschweinen als Domizil.
In
der Ferne sehen wir zwar einen Elefanten, aber aus der Nähe betrachten wir
nun die Spuren und die Hinterlassenschaften von noch mehr Elefanten. Am Kot,
so erfahren wir, kann man das Alter der Tiere ablesen. Weil bei den Tieren
über 40 die Zähne nicht mehr nachwachsen, fressen diese Tiere vor allem
Gras. Je grashaltiger also der Kot eines Elefanten ist, desto älter ist
auch das Tier.
Und
auch an den kleinsten Büffelknochen noch erkennt unser Ranger, ob es sich
um ein männliches oder weibliches Tier handelte: Die Knochen eines
männlichen Tieres sind nämlich m einiges schwerer als die eines
weiblichen. Und im Schädel eines Zebras verraten die Zähne Alter und
Geschlecht des Tieres. Und obwohl in der Wildnis eigentlich fast alles
umgehend verwertet wird, können solche Knochen schon einige Jahre auf dem
Boden liegen bleiben.
Wirklich
rasch verwendet wird der Dung. Für die Masai ist der Elefantendung ein
idealer Brennstoff, und die Hinterlassenschaften anderer Tiere werden von
den so genannten Pillendrehern verarbeitet. Es sind allerdings nur die
weiblichen Käfer, die aus den Kothaufen die Kugeln herausformen, jede Kugel
mit einem Durchmesser, der die Spannweite des Pillendrehers um einiges
übertrifft, die dann diese Kugeln an einen sicheren Ort rollen, um dort
ihre Eier abzulegen, im Kot der Säuger eine neue Käfergeneration
heranwachsen zu lassen.
Unter
einem Busch entdecken wir etwas, was aussieht wie eine Muschelschale.
Tatsächlich handelt es sich aber um das fast faustgroße Gehäuse einer
Schnecke. Solche leeren Schneckenhäuser dienen wieder anderen Tieren,
darunter auch Skorpionen, als Unterschlupf.
Wir
werfen einen letzten Blick auf den Kilimandscharo, wo nun - der Himmel ist
fast wolkenfrei - auch die Schneedecke ohne Störungen zu erkennen ist,
kehren dann zurück in die Lodge.
Gleich
nach dem Lunch geht unsere Maschine nach Mombasa, wo wir auch schon unser
Gepäck zusammen sammeln, alles für den vorgezogenen Rückflug vorbereiten
müssen. Statt nämlich, wie geplant und gebucht, noch zwei gemächliche
Tage am Strand zu verbringen, müssen wir wegen der eigenmächtig von
African Safari vorgenommenen Änderung schon am kommenden Tag
zurückfliegen.
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